EFH mit Windenergie versorgen ??

Re: EFH mit Windenergie versorgen ??

Beitragvon Bernd » Mi 29. Dez 2010, 22:30

Eine kurze Recherge ergab das aus dieser Pflanze pro Hektar eine Energiemenge vergleichbar
mit 6000 bis 7000 Liter Heizöl zu erzielen ist. Ein Hektart entspricht 10.000 qm.
Auf 500m² kann man dann mit einer Menge rechnen die ca. 300 - 350 Liter Heizöl ersetzt.

Grüsse

Bernd
Bernd
 
Beiträge: 8416
Registriert: So 4. Jan 2009, 10:26
Wohnort: nähe Braunschweig

Re: EFH mit Windenergie versorgen ??

Beitragvon nightmare_2002 » Do 30. Dez 2010, 02:02

Also sorry, ihr seid ja richtige Witzbolde...

Ich suche ne ernsthafte SAUBERER LÖSUNG um Energie zu erzeugen und dazu noch die Umwelt und den Geldbeutel zu schonen!

Wo ist denn der Erfindergeist hin in diesem Land?

Es gibt Leute die bauen ein Luftmotor, welcher mit Pressluft läuft... Selbst wenn ma mit nem Windrad den Kompessor antreibt, und mit der kompressierten Luft einen Motor ist das schonmal ohne Abgas!

Jetzt kommt bitte nicht mit die Gesetze der Physik usw... jederErfinder , selbst Tesla hat sich draüber hinweggesetzt sonst hätten wir heut kein Strom aus der Steckdose. Und damals gabs keine PC's zum Anlagen simulieren..
nightmare_2002
 
Beiträge: 9
Registriert: Di 28. Dez 2010, 22:56

Re: EFH mit Windenergie versorgen ??

Beitragvon Roland » Do 30. Dez 2010, 08:18

Hallo Nightmare 2002 !

Ich habe ähnliches vor wie du, und habe auch schon seit fast einem Jahr eine Wetterstation bei mir im Garten stehen und ermittle damit die Windgeschwindigkeiten. Auch ein Modellwindrad hab ich schon gebaut, und das 2te ist in Arbeit.

Auf Grund meiner gemessenen Windgeschwindigkeiten müsste ich ein Windrad mit einem Rotor von 5m Höhe und 4m Durchmesser bauen um in etwa 4000kWh Energie im Jahr gewinnen zu können. (gemäß Berechnungstool Lenz)

in diesem Beitrag hab ich auch Schnell eine Handskizze eingestellt, wo in etwa der Aufbau des VAW ersichtlich ist.
Nachdem du "nur" 3m Alu biegen kannst (ich kann gar nicht's biegen :( ) könntest du bei dem Aufbau in der Mitte noch eine Verbindung zu den Rotorblättern machen (Quasi 2 Rotoren mit 2,5 m übereinander und auf der selben Achse angeordnet)

viewtopic.php?f=3&t=726

Ich habe mir auch überlegt auf die untersten Verbindungsstreben des Rotors einen Zahnring mit einem Durchmesser von zb.3m zu montieren und dann direkt auf den (oder die) Generator (en) zu übersetzten (Das ergibt dann ein schönes Übersetzungsverhältnis, und du erreichst Geschwindigkeiten am Generator von 1000 -2000 U/min bei "normalen Windverhältnissen) Drehmoment sollte dafür genug vorhanden sein.

Eines ist aber sicher....Es ist sicher wesentlich günstiger nur 1 Windrad zu bauen, als z.b. 20 Stück ...alleine schon von der Ganzen Einspeiseelektronik her. Und wenn du Erfahrungen im Metallbau hast kannst du dir sicher einiges sparen.
Das Teuerste ist aber vermutlich die Einspeiseelektronik und der Generator !

lg
Roland
Roland
 
Beiträge: 263
Registriert: Fr 8. Jan 2010, 20:20
Wohnort: Wien

Re: EFH mit Windenergie versorgen ??

Beitragvon finn » Do 30. Dez 2010, 09:24

für 20000€ bekommste keine komplette versorgung mit wind hin...
das ist einfach so...
es sei denn du findest ein großes windrad inklusive elektronik und baugenehmigung, das vom LKW gefallen ist
finn
 
Beiträge: 443
Registriert: Mo 26. Okt 2009, 20:44
Wohnort: nahe Peine

Re: EFH mit Windenergie versorgen ??

Beitragvon nightmare_2002 » Do 30. Dez 2010, 10:02

Na die Aussage vom Roland ist ja schonmal ein guter Anfang!

Was passiert denn wenn ich jeztzt an dieses 3m Durchmesser Zahnrad 3 Generatoren in z.b. 120° Versatz anbringe?

Da (soweit ich gelesen hab) die Turbrinen ja ein großes Drehmoment haben sollen , könnte das doch funktioneren? oder nicht?

Jetzt laßt doch mal die 20.0000 euros weg, immer gehts ums geld, es soll so preiswert wie möglich werden!

Die Baugenehmigung wird kein Problem sein, der Bürgermeister hier ist sehr Verträglich...;)

Und ich glaub alles unter 10m Bauhöhe ist genehmigungsfrei (ist jedenfalls beim Schornstein so).
nightmare_2002
 
Beiträge: 9
Registriert: Di 28. Dez 2010, 22:56

Re: EFH mit Windenergie versorgen ??

Beitragvon Bernd » Do 30. Dez 2010, 10:51

So sehe ich das auch. natürlich könnte man ein Haus nur mit Wind oder Sonne versorgen,
wenn man einen sehr hohen Aufwand betreibt. So eine Anlage würde um ein vielfaches teurer
werden als eine normale Heizung, dafür hätte man niemals Brennstoffkosten zu erwarten.

Nachwachsende Rohstoffe zu verheizen, ich kenne da einige Leute, ist übrigens eine saubere
Sache weil kein zusätzliches Co² in die Luft gelangt. Es wird nur das erzeugt was beim Wachstum
der Pflanze aufgenommen wurde.

Erfindergeist findest du hier im Forum zu genüge, allerdings Gott sei Dank gepaart mit der nötigen
Portionen Realitätsnähe. Es reicht nicht etwas zu wollen, man muss auch das Geld dafür zur
Verfügung haben. Wenn alles so enfach wäre wie du es Dir wünscht gäbe es schon tausende solcher
Lösungen und es gäbe Firmen die so etwas anbieten, es liegt nicht nur daran das es noch keiner
versuchte, es scheitert meistens am finanziellen Aufwand.

Über eine weitere Hürde haben wir noch gar nicht gesprochen. So eine Anlage muss nämlich auch
seitens der zuständigen Baubehörde zugelassen werden. Ich kann mir nicht vorstellen das sie mehrere
grosse Windräder auf einem Hausdach zulassen würden.
Apropo Hausdach, Windräder leiten prinzipbedingt Geräusche in die Hauskonstruktion ein. Es gibt nicht
wenige Bastler die Dachwindräder aus diesem Grund wieder abbauten.

Es ist natürlich schön sich eine brennstofffreie Heizung zu wünschen. Man sollte aber auch ein bisschen
die Realität im Auge behalten. Für wenig Geld gibt es sowas nicht und 20.000 kann man schon für den
nötigen Pufferspeicher ausgeben. Es ist alles möglich, aber auch immer eine Frage des Geldes.

Grüsse

Bernd
Bernd
 
Beiträge: 8416
Registriert: So 4. Jan 2009, 10:26
Wohnort: nähe Braunschweig

Re: EFH mit Windenergie versorgen ??

Beitragvon Roland » Do 30. Dez 2010, 11:05

Hallo Finn !

Also für 20.000€ (17.500,-) bekomme ich sogar schon eine fertige 5kW VAW Anlage inkl. Netzanbindung (exkl. Fundament)
von nachstehender Firma (hab ich mal für meine Arbeit letztes Jahr angefragt....Stückpreis...wenn man mehr nimmt wirds billiger :D )

Um 30.000,- gibt's eine 10kW Anlage........soweit zu den Zahlen....und das von einer Firma !

http://www.windturbine.cc

Wenn du die entsprechenden Werkzeuge für die Metallbearbeitung hast, und dir die Anlage selber zusammenbaust bin ich überzeugt, daß man mit der Hälfte an Geld oder noch weniger durchkommen könnte.
Das Größte Problem sehe ich ebenfalls bei den Behörden.....einen statischen Nachweis wird man sicher benötigen.

lg

Roland
Roland
 
Beiträge: 263
Registriert: Fr 8. Jan 2010, 20:20
Wohnort: Wien

Re: EFH mit Windenergie versorgen ??

Beitragvon finn » Do 30. Dez 2010, 11:14

bei den behörden und darin, dass man viel mehr leistung installieren muss, weil man im endeffekt nie(oder vernachlässigbar selten) die volle leistung haben wird...
wenn man dann noch komplett autark sein will kommt nochmal irgendein speicher dazu, der auch nochmal tausend euro oder so kostet und nach spätestens 10jahren hin ist..
10kW sind auf jeden fall zu wenig...
also ich denke mal allein für die heizungen wird er 20kW oder so planen müssen, man muss ja von den spitzenverbrauchen ausgehen... wenn es nämlich mal dazu kommt, dass alles gleichzeitig angeht geht sonst nämlich gleich wieder alles aus, weil der Wechselrichter zu macht, weil ihm zu warm wird...
wasserkocher, toaster, waschmaschine, trockner, backofen, fernseher, licht... das läppert sich schon zu nem großen betrag
finn
 
Beiträge: 443
Registriert: Mo 26. Okt 2009, 20:44
Wohnort: nahe Peine

Re: EFH mit Windenergie versorgen ??

Beitragvon Bernd » Do 30. Dez 2010, 11:40

Um 30.000,- gibt's eine 10kW Anlage........soweit zu den Zahlen....und das von einer Firma !


Hallo Roland, lies mal genau was er vor hat. Er will nicht bei Starkwind zeitweise mal 5 oder 10 KW Strom
erzeugen, er will mit der Anlage dauerhaft heizen. Die benötigten Kilowattstunden für eine Hausheizung übertreffen
den reinen Strombedarf eines Hauses um ein mehrfaches. Deshalb muss man eine weitaus höhere Leistung einplanen denn
im Winter braucht man mehr als diese maximale 5 oder 10 KW kurzfristige Spitzenleistung bei Starkwind oder Sturm
als ständig (!) zur Verfügung stehende dauerhafte Heizleistung plus Stromversorgung (und Überschuss Einspeisung....)
Das heisst man muss ein mehrfaches von 5 oder 10 KW Spitzenleistung einplanen, auch um die von Finn angesprochnenen
windfreien oder windarmen Zeiten mit einem riesigen Pufferspeicher überbrücken zu können.
Im Winter kann man durchaus mit 5.... 10 Kilowatt, teils bis 20 KW Dauerleistung zur Beheizung
eines Einfamilienhauses rechnen. Ein Windrad das bei Sturm 10 KW Spitzenleistung abgeben kann, wird im
Jahresdurchnischnitt evtl. nichtmal ein zehntel dessen erzeugen...... Rechne mal 30.000 für dein 10 KW Beispielwindrad
mal 10 und das reicht evtl. immer noch nicht um die dauerhaft benötigte Energie bereit zu stellen.... ;)

Am besten man rechnet sich erstmal aus wieviel Wasservolumen man zur Überbrückung einer
windarmen Zeit benötigt. Ohne jetzt zu rechnen denke ich mal werden es in der Gegend von 50.000
Litern oder eher mehr sein. Dieser Speicher muss natürlich extrem isoliert werden und nicht einfach
10cm Styropor außen drauf. :) Alleine der Platzbedarf dafür ist enorm.

Sehr wichtig ist, man sollte einige Zeit eine Wetterstation mit PC Anschluss mit Anemometer (Windmesser) dort
positionieren wo später die Windräder stehen sollen. Das verfolgt man mal einige Wochen oder Monate,
je länger je besser. Danach kann man sich ein Bild über die durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten
an dem Standort machen. Das nachschauen bei Wetterdiensten reicht da leider überhaupt nicht.
Mit diesem Wert kann man dann weiter rechnen, das heisst wieviel Windradfläche etc. benötigt wird.
Die Werte die man misst sind in aller Regel viel niedriger als man zuvor schätzte.

Ich persönlich denke nicht das man wesentlich unter 100.000 Euro weg kommen wird bei so einem extremen Projekt.
Wahrscheinlicher ist sogar das man weit mehr als 100.000 oder auch 200.000 ausgeben muss um nie mehr Heiz- und
Stromkosten zahlen zu müssen. Von den Wartungskosten so einer riesen Anlage wollen wir mal nicht reden.
Den Platz und die Genehmigung zur Aufstellung solch riesiger Windradflächen braucht man natürlich auch noch. :)

Windenergie ist eine sehr teure Energie, zumindest wenn die Windräder nahe am Erdboden stehen und man nicht
gerade hinter dem Strand an der Küste wohnt.
In 50m oder mehr Höhe über Grund sieht es schon wieder anders aus. Wie gesagt, man muss sich ein Bild vor Ort
machen in dem man die Windgeschwindigkeiten am Standort über einen längeren Zeitraum aufzeichnet.

Grüsse

Bernd
Bernd
 
Beiträge: 8416
Registriert: So 4. Jan 2009, 10:26
Wohnort: nähe Braunschweig

Re: EFH mit Windenergie versorgen ??

Beitragvon Roland » Do 30. Dez 2010, 12:54

Hallo Bernd !

Das Heizen geht sicher nur mit einer zusätzlichen Heizquelle, wie z.b. Erdwärme in Kombination mit Solarthermie.
D.h. wenn kein Wind geht wird die Wärme über die zugeführte Erdwärme, die Wärme von der Solarthermie (Vakuumröhrentechnik funktioniert ja auch im Winter, vorrausgesetzt die Sonne scheint) und der zugeführten elektrischen Energie versorgt. Dann genügt sicher ein Pufferspeicher von 1000 Liter. Wenn der Wind geht wird ins Netz eingespeist, und am Ende des Jahres sieht man dann auf der Jahresabrechnung ob noch was zum Zahlen übrigbleibt.

Nach seinen Angaben hat er im Schnitt 11 - 54km/h Wind (ohne Böen !)
Wenn das stimmt und auf die Bodennähe bezogen ist wird da sicher einiges an Energie ins Netz zurückgespeist.

Das man mit 20.000,- € nicht die komplette Heizung errichten kann stimmt natürlich. Ich schätze bei o.a. System in etwa Investitionskosten (ohne Windrad) von ca. 25.000 - 40.000,-€ für die Erdwärme + Puffer + Solarthermieanlage...je nach dem wieviel du selber machen kannst, wie gut du einkaufst, und welche Förderungen du bekommst. (Die Fußbodenheizung ist ja anscheinend schon vorhanden)
Aber diese Kosten hast du bei einer anderen Heizung (Öl, Gas, Hackschnitzel) auch annähernd.

Aber die laufenden Kosten für den Energieverbrauch kannst du ziemlich stark reduzieren.....vielleicht sogar auf 0,- bringen.
Je nachdem wie stark und wie oft der Wind geht :D (und wie effektiv dein Windrad ist !)

Und wenn du keine Förderung für Solaranlagen (Photovoltaik) bekommen würdest würden sich die auch frühestens erst nach 40 Jahren rechnen...wenn überhaupt !

lg
Roland
Roland
 
Beiträge: 263
Registriert: Fr 8. Jan 2010, 20:20
Wohnort: Wien

VorherigeNächste

Zurück zu allgemeine Themen



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste