von Bernd » Di 12. Okt 2010, 22:43
Was das "vernünftigste" ist, ist immer abhängig davon was man mit der "vielen" Energie machen will.
Will man Wärme erzeugen, ins Stromnetz zurück speisen oder vielleicht auch Batteriebänke laden, das ist die Frage.
Darüber muss man sich zunächst Gedanken machen, erst danach kann man über mögliche Generatoren nachdenken.
Bei grossen Windrädern wie du sie gebaut hast Helmut hat man immer das Problem der geringen Drehzahlen
die einen direkt getriebenen Generator schnell sehr sehr teuer werden lassen können. Deshalb finde ich Getriebe
gerade für die grossen Modelle empfehlenswert bis absolut notwendig. Was sie an zusätzlichen Verlusten produzieren
(ist meist weit weniger als man denkt) holt man durch die höheren Drehzahl mehr als wieder herein,
vor allen was die viel geringeren Baukosten/Anschaffungskosten für den Generator anbelangen.
Lichtmaschinen, so wie man sie aus dem Auto ausbaut, sind ziemlich ungeeignet um damit Strom zu erzeugen denn
sie haben einen sehr schlechten Wirkungsgrad, gerade im Teillastbereich. Umgebaute Lichtmaschinen (mit Dauermagneten)
sind da schon besser. Leider liefern Lichtmaschinen in der Regel nur 12 Volt, was für höhere Leistungen aufgrund der riesigen
Verluste durch die hohen Ströme ohnehin nicht sinnvoll ist. Wiederum haben die umgebauten da einen Vorteil da ihre
Spannung nicht begrenzt ist.
Wie gesagt, normale Lichtmaschinen so wie sie vom Autoschrott kommen geben erst ein Watt in die Batterie wenn Ihnen von
Aussen um die 50 Watt für die Erregerspule zugeführt werden. Das heisst das Windrad muss über 50 Watt liefern bevor
das erste Watt Richtung Batterie oder Inverter geht. Das ist natürlich eine bittere Pille.
Wichtig ist auch zu wissen im welchen Drehzahlbereich das Windrad arbeitet, danach muss man dann das Getriebe
bemessen. Das ist natürlich auch erstmal zu klären damit man am Ende was gescheites heraus bekommt.
Das die im Wind enthaltene Energie so extrem mit der Windgeschwindigkeit zunimmt ( doppelte Windgeschwindigkeit
gleich 8 fache Leistung) ist tatsächlich ein Problem für Windrad und auch Generator bzw. vor allen für das was hinter dem Generator folgt.
Die meisten Windräder operieren daher nur in einem Bereich von etwa 3 m/s bis etwa 12 m/s.
Danach wird das Windrad meist mechanisch oder elektrisch abgebremst oder bei horizontalen aus dem Wind gedreht.
Das Problem in der Nutzung liegt meist darin das der Verbraucher nicht für so einen riesigen Leistungsbereich geeignet ist,
bzw. wäre es sehr teuer den Verbraucher so zu gestalten das er damit klar kommen könnte.
Am ehesten sehe ich da noch Heizpatronen für Wasser als Lösung an die für wenig Geld einen sehr grossen Leistungsbereich
abdecken könnte. Bei Invertern ist es meist der geringe Spannungsbereich der die Nutzung eines grossen Leistungsbereiches
unmöglich macht. Batterien nehmen Schaden wenn man sie mit all zu hohen Strömen lädt.
Denkbar auch das man nur die hohen Leistungen Richtung Heizpatrone schickt und die Leistungen zuvor anderweitig nutzt.
Das man den Generator bei einem Vertikalwindrad nach unten verlagern kann sehe ich insbesondere bei grösseren Modellen
als grossen Vorteil an. Da unten lassen sich Änderungen viel einfacher vornehmen als oben am Masten.
Grüsse
Bernd