Testflügelbau

Re: Testflügelbau

Beitragvon Famzim » Mo 9. Jun 2014, 15:16

Hallo Michael

Mit Waben hab ich selber keine Erfahrung gemacht, wenn die aber Keflar sind, sind die schwierig nach zu arbeiten, wenn nicht gleich alles passt.
Zu Balsaholz oder Waben-Einlagen, die sind um die Aussenhaut stabiel zu machen, sie dicken sie auf mit quasi Ober- und Unter gurtgelege.
Die werden sicherlich Vakuumiert, auch um überflüßiges Harz aus zu pressen (saugen).
Bei derartigen Konstruktionen ist bestimmt keine Füllung des Innenraumes vorgesehen.

Ich habe mal hohle Propeller gemacht, nur mit normalen Aussenlagen und Holm in der Mitte.
So sehen sie aus schön durchsichtig:

Verstellpropeller,2.jpg
Verstellpropeller,2.jpg (34.71 KiB) 4513-mal betrachtet


Diese hab ich in einem " Nas in Nasverfaren " laminiert !
Formen und einzu legende Teile vorbereitet.
Danach Laminierharz angemischt, in Übermenge. (Ich verwende nur Laminierharz für alles was ich mache).
Die äusserste Glasschicht hat Übermaß und gukt später rundherum raus.( Abschneiden und beischleifen).
Die dickeren sind schmaler und an der dünnen Hinterkante abgestuft. (Nach Schablone geschnitten).
Dann Ober und Unterseite einlaminiert, danach in eine Wärmekammer mit ~ 50 °eine halbe Stunde anziehen lassen.(ein bischen versuchen).
Der Rest der Harzmischung direkt mit Talkum angedickt, wie Sahne, das die Mischung "stehen" bleibt , und im Kühlschrank so lange kaltgestellt.
Dann die Sahne auf beide angehärteten Halbschalen am Rand herum verteilt, und natürlich auch am Holm.
Nach dem Schließen der Form nur noch aushärten lassen.
Es sah dann wie Oben im Bild aus.
So würde ich das wieder machen oder einen Schaumkern schneiden, spachteln und mit Glasgewebe überlaminieren.
Ein 80 g Gewebe ist ~ 0,1 mm dick, für 1 mm also " insgesammt" 800 g Gelege vorsehen, das ist schon sehr stabiel.

Gruß Aloys.
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Re: Testflügelbau

Beitragvon Arowana » Do 12. Jun 2014, 11:12

Hallo Alloys,

Deine Flügel sehen sehr gut aus, da hattest du sicher auch viel Arbeit.
Meine neuen Epoxydharz vorraete müssen auch die tage kommen dann werde ich mit den versuchen starten einen Flügel im vollguss herzustellen und ein paar lagen gelege rein zu arbeiten.
Da bin ich gespannt wie schwer er wird und ob erst auch Stabil genug ist um mindestens mein Gewicht zutragen.
Gruss Michael
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Re: Testflügelbau

Beitragvon vm » Do 12. Jun 2014, 19:12

Hallo Micha

Arowana hat geschrieben:Meine neuen Epoxydharz vorraete müssen auch die tage kommen dann werde ich mit den versuchen starten einen Flügel im vollguss herzustellen und ein paar lagen gelege rein zu arbeiten.


:? Was genau hast du vor und mit welchen Harz .....das geht nicht so einfach wenn er zB. mit Glasfasern oder Hohlkugeln gefüllt ist und dann noch ein Gewebe eingelegt ist , das wird Mist und voller Luftblasen und schäumt dann auch noch auf wenn du es nicht gekühlt bekommst! ( Kerntemperatur )

mfg. Volker
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Re: Testflügelbau

Beitragvon Arowana » Fr 13. Jun 2014, 10:38

Hallo Volker,

Ich werde es einfach mal probieren,für normale testfluegel müsste es so langen und schneller und einfacher wird man es nicht schaffen.
Ich werde kein Flullmittel verwenden sondern einfach nur ein paar lagen gelegen einlegen.
Einen versuch ist es wert.
Ich dachte man soll die Temperatur hoch bekommen und nicht runter?

MfG Michael
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Re: Testflügelbau

Beitragvon Famzim » Fr 13. Jun 2014, 14:21

Hallo Michael

Mache mal einen Vorversuch mit einer Harzmischung. ( 40 bis 50 g ).
Etwa 3 bis 4 cm tief in einem Plastik-Jokhurtbecher, und beobachte das beim aushärten.
Wenn das nicht kocht , qualmt und oder schäumt, ist das ok denke ich, ;)

Gruß Aloys.
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Re: Testflügelbau

Beitragvon Arowana » Fr 13. Jun 2014, 16:29

Hallo alloys,

Es handelt sich um das selbe epoxydharz wo ich schon 6kg verbraucht habe.
Da hat nie was geschaeumt oder geraucht.

Man wird sehen was passiert aber dass wird schon ;)

Gruß
Michael
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Re: Testflügelbau

Beitragvon vm » Fr 13. Jun 2014, 20:48

Hallo Micha

Epoxid ist schon mal gut da es fester und besser abschätzbar ist als Polyester . ( nur das Mischungsverhältnis muss wirklich korrekt sein!!)

Je nach dem wie gut die Form die Wärme abgeben kann ( exotherme Reaktion )und wie dick das ganze wird , (da das Harz um den Kern auch eine Isolation darstellt ) kann man so was auch mit Harzen machen die eigentlich keine Gießharze sind.

So was neigt aber ab einer gewissen Temperatur dazu Beulen und Spannungsrisse zu erzeugen also lieber etwas Kälter zur Tür reinkommen und einen Tag länger warten ( wenn das Zeug erst mal kollabiert kannst du es nur noch schnellstmöglich nach drausen verbannen ( für die Endfestigkeit brauchst du eh min.7 Tage ))

mfg.Volker
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Re: Testflügelbau

Beitragvon Arowana » Fr 13. Jun 2014, 22:12

Hallo Volker,

Bis jetzt hatte ich mit dem Harz keine Probleme.
Die halbe Flügelform hatte ich nach dem aushaerten dann ohne Form noch eine Woche in mein Auto in den Kofferraum da wäre schone warm.
Ist jetzt nochmal ein ganzes Stueck haerter geworden.

Aber jetzt will ich ja mal einen vollguss Flügel herstellen.
Meinst du jetzt ich sollte das Harz nicht so heiss werden lassen?
Bis jetzt habe ich immer darauf geachtet dass es richtig warm ist oder geht dass ach schon bei unter 20°C?

Gruß Michael
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Re: Testflügelbau

Beitragvon vm » Sa 14. Jun 2014, 08:51

Hallo Micha

Für solche Versuche würde ich sicherheitshalber Raum -und Harztemperaturen von 12-15°C vorziehen ( Keller oder so was ).

Die Verarbeitungszeit bezieht sich meist auf 200 Gramm bei 20 °C.

zB. das Harz was ich meist verwende hat eine Topfzeit von 80min.

Wenn ich 10Kg an mische verkürzt sie sich auf etwa 20 min bei 20°C dann kollabiert das Harz ( dabei schmilzt auch der Kanister , riesen Sauerei :shock: )

Desshalb stelle ich das an gemischte Harz in einen Tiefkühler ( auf voller Leistung ) , wodurch ich 2 Stunden Zeit für die Verarbeitung habe.

Der Vorteil von Epoxid ist der , daß man ( im Gegensatz zu Polyester ) den Abbindeprozess durch Kälte nicht unterbrechen sondern nur verzögern kann , das Zeug wird also früher oder später immer fest ! ( wenn bei Polyester der Beschleuniger verpufft ist zuckt da fast nix mehr )

Das Tempern ( Thermisch nach härten ) bei etwa 70 °C führt meist zu einer höheren Festigkeit bei gleichzeitiger Reduzierung innerer Verspannung des Materials + höhere Wärmeformbeständigkeit.( sollte frühestens nach 7 Tagen gemacht werden , bis dahin sind aber Temperaturen von ca.30°C OK sobald das Harz fest ist und kaum noch Wärme erzeugt )

Datenblatt lesen hilft da meist 8-) schicke mal einen Link welchen Harz du nimmst

mfg.Volker
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Re: Testflügelbau

Beitragvon Bernd » Sa 14. Jun 2014, 15:38

Der Vorteil von Epoxid ist der , daß man ( im Gegensatz zu Polyester ) den Abbindeprozess durch Kälte nicht unterbrechen sondern nur verzögern kann , das Zeug wird also früher oder später immer fest !

Den Eindruck hatte ich beim Bau meiner Magnetscheibe nicht gewinnen können.
Das Harz und die Scheibe waren im Winter zu kalt und das Harz blieb zäh und wurde nicht fest.
Auch ein nachträgliches erwärmen brachte keine Besserung.
Erst als ich Werkstück als auch Harz vor dem Ansetzen auf normale Temperaturen gebracht hatte wurde es schön hart.


Grüsse

Bernd
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