Testflügelbau

Re: Testflügelbau

Beitragvon vm » Sa 14. Jun 2014, 19:50

Hallo Bernd

Da ist schwer eine Aussage zu treffen da ich das Harz was du verwendet hast nicht kenne ( Name ....Bezugsquelle.....Datenblatt )

Das gleiche gilt auch für Micha , da meine Hellseherischen Fähigkeiten dafür scheinbar nicht ausreichen :)

Ich bestelle meine Harze bei Reckli und da gibt es auch Datenblätter zu.

Unterhalb von 10°C kommen Epoxide nur schwer in Wallung und es dauert ewig bis sie abgebunden haben,dennoch sollte man sie nicht zu stark erwärmen weil es dann auch wieder Mist wird ( Raum und Harz sollten nicht unter 10°C und nicht über 30°C haben)

Zum Giesen eher kühl für Laminate eher warm .

mfgf.Volker

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Re: Testflügelbau

Beitragvon Bernd » Sa 14. Jun 2014, 20:26

Jo und bei mir kamen die dünnen Schichten nie auf Temperatur, auch nicht durch die normalerweise eintretende Selbsterwärmung.
Das Ergebnis war völlig unbrauchbar. Auch späteres erwärmen änderte daran nichts mehr.
Ich habe daraus die Lehre gezogen das meine eingesetzten Epoxid/Vinylharze beim Abbinden mindestens lauwarm (besser mehr) werden sollten und das
darf nicht durch den Untergrund und die Raumtemperatur verhindert werden.


Grüsse

Bernd
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Re: Testflügelbau

Beitragvon vm » Sa 14. Jun 2014, 20:46

Hallo Bernd

Vinylharze haben das gleiche Problem wie Polyesterharzen , wenn der Beschleuniger verpufft ist wird das Zeug erst nach 20 Jahren langsam fest.

Bei Epoxid ist das etwas anders da der Härter noch nicht mit dem Harz gemischt ist (der Beschleuniger ist im Harz oder im Härter )

Bei Polyester -und Venylharzen ist der Härter bereits mit dem Harz vermischt und es fehlt nur der Beschleuniger ( Cobalt oder Wasserstoffperoxid ) damit das Harz in Wallung kommt.

Desshalb ist auch eine Überlagerung ( Verfallsdatum ) bei Epoxid nicht so kritisch ( geht nach 3 Jahren immer noch nur wenn sich am Boden Kristalle gebildet haben muss man das Zeug mal auf 30 °C erwärmen und gut schütteln oder rühren )

Ich versuche es mal so zu erklären :

Bei Poly und Venyl ist Harz und Härter schon gemischt aber das Zeug darf nicht anfangen fest zu werden ( Lagerfähigkeit ) es fehlt der Beschleuniger ( wenn der verpufft ist zB. durch Kälte brauchst du neuen Beschleuniger )

Bei Epoxid mischst du Harz und Härter wodurch die Reaktion beginnt , der Beschleuniger der in einer der Komponenten ist regelt nur die Topfzeit !!!! ( Verarbeitungszeit )



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Re: Testflügelbau

Beitragvon Bernd » Sa 14. Jun 2014, 22:26

Das beschriebene hatte ich mit Epoxydharz als auch mit Vinylharz erlebt.


Grüsse

Bernd
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Re: Testflügelbau

Beitragvon vm » So 15. Jun 2014, 08:31

Hallo Bernd

Das Problem hatte ich bisher nicht ( außer bei Experimenten zB. Mischung mehrerer Harze der gleichen Firma )

Ich verwende ausschließlich Epoxid ( etwa 500Kg im Jahr ) da mir die anderen zu Gesundheitsschädlich sind.

Allerdings haben die von mir genutzten Harze relativ geringe Mischungsverhältnisse ( 1:2 bis 1:7 )

Bei höheren Verhältnissen wie 1:40 und höher können schnell Fehler auftreten und auch die Verdunstung und Trennung von Härterkomponenten spielt eine größere Rolle da die Mischung bei Epoxid extrem genau sein muss ,sonst verändern sich die Eigenschaften ( zu wenig Härter wird nicht hart , zu viel Härter bleibt klebrig ) was bei Wasserstoffperoxid Beschleunigern für Polyester schnell passieren kann , das erkennt man an der Schichtung der Flüssigkeit wenn sie in einem geeigneten Gefäß ist.

Dann muss man neuen Härter Kaufen , schütteln hilft da nicht

Was für Harz hat du benutzt und wie alt war der ?

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Re: Testflügelbau

Beitragvon herbk » So 15. Jun 2014, 09:55

Guten Morgen Volker,

Ich verwende ausschließlich Epoxid ( etwa 500Kg im Jahr ) da mir die anderen zu Gesundheitsschädlich sind.
So viel besser ist Epoxy da auch nicht... Polyester "stinkt" halt mehr, weil das abdampfende Styrol halt intensiver riecht. Das gefährliche am Polyester ist eher die durch das abdafende Lösungsmittele entstehende Explosionsgefahr.
Hier mal ein Zitat aus einem Epoxy Datenblatt:

"Die Harzkomponente enthält Epoxydharze aus Bisphenol-A und Epichlorhydrin mit einem mittleren Molekulargewicht < 700, die
Härterkomponente ist aminhaltig. Epoxydharze reizen die Haut und die Augen (Schleimhäute), können bei Hautkontakt
sensibilisierend wirken und danach Allergien auslösen. Aminische Härter verursachen starke Reizungen auf Haut und Augen
(Schleimhäute). Spritzer ins Auge können bleibende Hornhaut- und Bindehautschäden hervorrufen. Dämpfe, die beim Erwärmen
entstehen können, sind gesundheitsschädlich.
Allergikern wird von dem Umgang mit dem Produkt abgeraten."

Bei Polyester -und Venylharzen ist der Härter bereits mit dem Harz vermischt und es fehlt nur der Beschleuniger ( Cobalt oder Wasserstoffperoxid )
Hm.... Ich kenne das genau umgekehrt...
Im Handel (für Endverbraucher) erhältliche Harze sind vorbeschleunigt, der Härter muss zugesetzt werden.
Im wesentlichen werden dabei 2 Beschleuniger/Härter Systeme eingesetzt: aminobeschleunigte Harze die dann mit BPO (Benzoylperoxid) ausgehärtet werden und kobaltbeschleunigte Harze die mit MEKP (Methylethylketonperoxide) ausgehärtet werden.
Das ist deshalb so, weil ein Polyesterharz nicht zwangsweise einen Beschleuniger zum Härten braucht, wohl aber einen Härter. Ein Ein Harz welches bereits Härter enthält härtet bei überschreiten einer bestimmten Temperatur (vom Harztyp abhängig) auch ohne Zusatz von Beschleuniger.

Besonders bei den "Bastlerharzen" gibt es auch welche, die von beiden Beschleunigern etwas enthalten und dann beide Härter verwendet werden können. "Bastlerharze" deshalb, weil der jeweils nicht benötigte Beschleuniger ungebunden im ausgehärtete Kunsstoff verbleibt und mit der Zeit an die Umgebung abgegeben wird.

Professionelle Verarbeiter kaufen allerdings nur unbeschleunigtes Polyesterharz, weil sie dann durch eigenen Zusatz von Beschleuniger und Inhibitor die Topfzeit und die Temperaturkurve (Härteverlauf) genau auf die Bedürfnisse des Bauteiles abstimmen können.

Wasserstoffperoxid Beschleunigern
Peroxide (gibt da ja einige...) sind bei Polyesterharzen die Härter - auch hierzu ein Auszug aus einem technischen Merkblatt:

"Organische Peroxide
Als Härtungsmittel für ungesättigte Polyesterharze (UP) kommen normalerweise ausschließlich organische Peroxide zum Einsatz. Nach der Zugabe zum vorbeschleunigten Harzansatz zerfällt das Peroxid durch Einwirkung des Beschleunigers.
Die dabei freiwerdenden Radikale lösen eine Kettenreaktion aus (Polymerisation), die zunächst zur Ein­dickung (Gelierung) und im weiteren Verlauf der Reaktion zur vollständigen Durchhärtung der Harzmasse führt. Diese Kettenreaktion verläuft exotherm, d. h. es wird Wärme freigesetzt.
Je größer die Harzmasse oder je dicker die Laminatschicht ist, desto größer ist die entstehende Wärmemenge. Im ungünstigen Fall kann es durch Überhitzung zu Rissbildung und Verfärbungen im Laminat kommen.
Zur Erzielung qualitativ hochwertiger Laminate ist es deshalb wichtig, die Reaktivität von Polyesterharz und Peroxid aufeinander abzustimmen und bei der Nass-in-Nass-Laminierung gewisse Schichtstärken nicht zu überschreiten (Hinweise des Harzherstellers beachten).
Gruß Herbert
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Re: Testflügelbau

Beitragvon Arowana » So 15. Jun 2014, 11:32

Hallo alle,

Ich habe wieder mal eine evtl. blöde Frage. ;)
Wie verhaelt es sich wenn ich meinen Fluegel gießen würde aber ins innere eine vierkantrohr gfk einlegen würde.
Wurden sich die zwei teile gut verbinden oder geht dass nicht so recht?
Mir schwebt gerade vor in meine 10cm Flügel einen 30x15x2,5mm Stab einzubauen.
Dadurch erhoffe ich mir eine erhoehung der Stabilität eine Gewichtsreduzierung und eine Harz einsparung.
Ich würde mal schaetzen dass das Rohr ca 1\3 der Fläche des Flügels ausmacht.
Bei dem 0,5m Flügel macht es noch nicht soviel aus aber vom Prinzip finde ich es interessant.
Da wuerde mich der Meter 6,5€ kosten und dass Gewicht liegt bei 400 g.

Gruß Michael
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Re: Testflügelbau

Beitragvon herbk » So 15. Jun 2014, 13:40

Hi Michael,
verbinden tut sich das einwandfrei wenn Du die Oberfläche vorher gut anschleifst.

Aber noch mal (dann wiederhol' ich's aber wirklich nicht mehr ;) ): Mir wäre das alles viel zu aufwändig für Testflügel - die halten auch ohne "innenleben" aus Tragelementen...
Wenn Du gießen möchtest, besorg Dir ein Gießharz und Microballons. Mische das ganze so, dass es eine "Hohnigartig" fließende Masse ergibt, gib Härter (wenn Du Epoxi verwendest erst Härter zugeben und dann die Microballons) dazu und kipp das ganze in Deinen Flügel.
Ich würde allerdings kein Epoxi mit langer Topfzeit wählen, denn die Microballons sind leichter als das Harz und das ganze entmischt sich, wenn das Harz lange flüssig bleibt. Polyesterharze haben oft eine für solche Zwecke ausreichende Topfzeit, bzw. können entsprechend beschleunigt werden.
Unter der Bezeichnung "Gießholz" gibt es eine solche Mischung fertig.

Was Dir bei einem Gießling immer Schwierigkeiten machen wird, ist der Bereich der Flügelhinterkante, zumindest wenn Du den Flügel in einem Stück gießt. In dem sehr dünnen Bereich setzen sich Luftblasen fest.
Gruß Herbert
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