biaxiales Glasfasergewebe

biaxiales Glasfasergewebe

Beitragvon seb » Mo 5. Aug 2013, 05:47

Hallo,

Hier eine eigentlich kurze Frage an die, die sich damit auskennen:

Die Flügel meines zukünftigen Windrades sollen natürlich möglichst leicht, stabil und vor allem auch verwindungssteif sein damit sie nicht in etwahiges Flattern geraten. So kenne ich vom Modellbau her, daß Glasgewebe diagonal auf den Flügel laminiert wird. Das hat auch den Vorteil, daß das Gewebe sich gut sphärisch verformen lässt. Auf der Suche nach Gewebe, welches gleich auf der Rolle diagonal verwebt ist bin ich auf biaxiales Glasfasergewebe gestoßen.

Hier nun die Frage:

Lässt sich dieses Gewebe auch so gut sphärisch verformen wie herkömmliches Gewebe welches nur diagonal aufgelegt wird?
R&G schreiben zwar über eine hohe Drapierfähigkeit, aber vielleich kann ja einer von euch aus eigener Erfahrung sprechen?

http://shop1.r-g.de/4DCGI/ezshop?action ... T=61686822
Viele Grüße

Sebastian


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Re: biaxiales Glasfasergewebe

Beitragvon herbk » Mo 5. Aug 2013, 07:57

Moin Sabastian,
ich habe schon mal mit solchem Gelege gearbeitet: es geht nicht ganz so gut zu verarbeiten wie ein Gewebe, wenn man aber etwas Erfahrung mit Geweben hat, kommt man schon damit zurecht.
Ganz allgemein erfortert ein Gelege immer etwas mehr Feingefühl bei der Verarbeitung, weil die Fäden ja relativ lose nebeneinander liegen und sich dadurch leichter verschieben als bei Geweben. Besonders wenn man das Gelege nach dem Einlegen korrigieren muss ist es schwieriger, weil die bereits benetzten Fäden schon haften und die Trockenen nicht. Wenn man das nicht sauber korrigiert, hat man eine ungleichmäßige Glasverteilung und dadurch "Harznester".
Gruß Herbert
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Re: biaxiales Glasfasergewebe

Beitragvon seb » Mo 5. Aug 2013, 08:24

Moin Herbert,

Danke für die Antwort. Aber gibt es denn ein reines Gewebe mit diagonal angeordneten Fäden?
(Den Unterschied zwischen Gelege und Gewebe hatte ich beim schnellen Lesen überlesen... :oops: )
Viele Grüße

Sebastian


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Re: biaxiales Glasfasergewebe

Beitragvon herbk » Mo 5. Aug 2013, 08:52

Hi Sebastian,
ich kenne keines - was aber nicht heissen soll, dass es keins gibt... ;)
Währe aber auch sehr schwierig herzustellen: stell Dir mal den Webstuhl vor den man dazu braucht... :shock:
Gruß Herbert
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Re: biaxiales Glasfasergewebe

Beitragvon Rollergert » Mo 5. Aug 2013, 12:37

Der Trick mit der leichteren Formbarkeit ist nicht die diagonale Verwebung, sondern die textile Bindung zwischen Kette und Schuß eines Gewebes.

In den üblichen KFZ-Reparaturpackungen ist Gewebe mit Leinwandbindung beigelegt.
Das ist sehr störrisch und auch nicht so gut zu tränken.
Im Modell- oder Formenbau benutzt man üblicherweise Gewebe mit Köperbindung.
Das ist wesentlich geschmeidiger.

Sie auch https://de.wikipedia.org/wiki/Bindungslehre

Es gibt auch noch die Atlasbindung oder die Unidirektionalgewebe, die eigentlich nur aus Kette bestehen und nur in größeren Abständen einen Heftfaden besiten, damit die einzelnen Filamentstränge nicht auseinanderfallen.
Solche Sachen setzt man an Punkten ein, an denen die Krafteinleitung bekannt ist und nur von einer Seite erfolgt.
Zugstreben z.B. oder Fahrwerksfedern bei Flugzeugen.
Die Wurfarme an Sportbögen werden auch mit solchen Materialien gefertigt.
Gruß vom Gert
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Re: biaxiales Glasfasergewebe

Beitragvon Windkoch » Mo 5. Aug 2013, 13:57

Hallo Sebastian,

Ich verwende dieses Biax-Gelege mit 320gr. auch in meinen Helix Rotoren und in den speziellen Tragarmen.
Die beiden 45°Lagen sind miteinander vernäht und lassen sich ohne ausfransen schneiden und in die Form einlegen.
Die Verarbeitung ist viel einfacher als die Verarbeitung von dicken Geweben!
Mit 280gr. Gewebe und diesem 320gr. Gelege lassen sich sehr biegesteife und vor allem verdrehsteife Rotoren fertigen.
Ein fertiger Rotor wiegt 3800gr. ( 2m lang, 250mm tief, Profil DU 06-W-200). Einem Belastungstest mit 500Kg hat er standgehalten.

MFG. A.Koch
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Re: biaxiales Glasfasergewebe

Beitragvon vm » Mo 5. Aug 2013, 17:36

Hallo Sebastian

da ich solche Gelege häufig verarbeite habe ich Reste auf den Rollen die mir nichts nützen ( sind aber +45° -45° 90° /127cm breit und100-200cm lang)

Ich kann aber auch welches von der Rolle schneiden ( 80 Kg Rolle )

Wenn du willst schicke ich dir was zum Testen ( liege aber gerade in Kroatien in der Sonne und trink Bier :D )

mfg.Volker
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Re: biaxiales Glasfasergewebe

Beitragvon seb » Di 6. Aug 2013, 05:09

Uuuuuhh Volker,

Das wäre ja super. Da komme ich sehr gern drauf zurück. Im Moment würde es noch nix nützen.
Habe derzeitig leider keine Zeit fürs Hobby. :cry:
Aber später sehr gern!
Viele Grüße

Sebastian


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Re: biaxiales Glasfasergewebe

Beitragvon vm » Di 6. Aug 2013, 18:02

Hallo Sebastian

Sag einfach Bescheid , ich habe etwa 20-30 Reste ( ca.10 Kg) und kann sie Dir auch passend schneiden für den Versand ( dürfen nicht gefaltet werden nur gerollt )

Eine Lage bringt etwa 0,9mm und benötigt 0,9 Kg Harz pro Kg Glas.

Ich bin ab dem 24. wider im Lande

mfg.Volker
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Re: biaxiales Glasfasergewebe

Beitragvon Arowana » Mi 7. Aug 2013, 09:51

Hallo Windkoch,

dass hört sich ja super an mit deinem Rotor.
Ich persönlich bin wie sicher noch viele andere sehr daran interessiert wie es mit deinem Rotor weiter geht und wie weit du schon bist.
Wie hast du die Gewebe miteinander vernäht, wie wurde der 500kg belastungstest durchgeführt und wie sehen deine speziel Streben aus :D ?
Am besten machst du gleich ein neues Tread auf damit auch andere dieses interessante Thema finden und nachschlagen können.

Wieviel Geld müsste ich ausgeben um alle Materiallien für eine Urform zukaufen? Erstmal nur für einen kleinen Rotor mit 50x10cm zum üben :D

Gruß
Michael
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