Alu ist nicht gleich Alu !!

Alu ist nicht gleich Alu !!

Beitragvon Bernd » Mi 22. Apr 2009, 16:42

Hallo Leute

Durch eine "Alu als Flügelmaterial" Diskussion angeregt fiel mir ein Alustreifen einer
Fensterjallousie in die Hände. Der Streifen ist 3,5cm breit und ca. 1m lang und leicht
gewölbt, wie das bei Jallousien nunmal so ist :)
Dieser Streifen weisst Eigenschaften auf, die meinen Kumpel zu der Aussage bewegten
das es kein Alu, sondern wohl Stahl sein müsse.
Es ist nämlich so das dieses Material tatsächlich Federstahl ähnliche Eigenschaften aufweist.
Man kann diesen Jallousiestreifen extrem weit verformen und er kehrt trotzdem in seine
Ausgangslage zurück. Man hat wirklich nicht das Gefühl das das Alu sein könnte, vielleicht
ist es das ja auch nicht, aber immerhin ist das Zeug nicht magnetisch und sehr leicht.
Habt ihr ne Idee was das sonst noch sein könnte ? Magnesium ? Oder doch ne ganz tolle
Alulegierung ?

Grüsse

Bernd
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Re: Alu ist nicht gleich Alu !!

Beitragvon Menelaos » Mi 22. Apr 2009, 17:10

In der Tat kommen hier oft Magnesiumlegierungen oder auch solche aus Emailie zum EInsatz...soweit ich weiß.

Gruß
Max
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Re: Alu ist nicht gleich Alu !!

Beitragvon Wind_Stefan » Mi 22. Apr 2009, 20:01

Hallo,

vielleicht ist die oberfläche auch eloxiert? http://de.wikipedia.org/wiki/Eloxal-Verfahren
Mit diesem verfahren lässt sich die aluoberfläche sehr widerstandsfähig und stabil machen.
Ich weis aber nicht ob dieses verfahren auch bei deiner alujallousie zum einsatz gekommen ist. Könnte mir das aber schon vorstellen. :)

Gruß Stefan
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Re: Alu ist nicht gleich Alu !!

Beitragvon Bernd » Do 30. Apr 2009, 11:19

Könnte gut sein das das eloxiert ist, den die Oberfläche ist äusserst strapazierfähig
und zeigt keinerlei Abplatzung wie z.B. bei Lack wenn man den Untergrund stark verformt.
Aber das Eloxieren wird doch nicht dem Metall darunter zu solchen Fähigkeiten verhelfen ?

Grüsse

Bernd
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Re: Alu ist nicht gleich Alu !!

Beitragvon Wind_Stefan » So 3. Mai 2009, 17:31

Hallo,

Bernd hat geschrieben:Aber das Eloxieren wird doch nicht dem Metall darunter zu solchen Fähigkeiten verhelfen ?


Soweit ich weis verändert sich das metall darunter (Alu) nicht aber es bildet sich eine sehr dünne und harte schicht auf dem alu. Vergleichbar mit gehärtetem stahl. Diese eloxierte schicht ist aber sehr dünn und somit leicht verletzbar. Auch ist es möglich diese schicht in verschiedenen farben herzustellen. Ein sehr großer vorteil ist die sehr hohe witterungsbeständigkeit gegenüber umwelteinflüssen. Aber vorsicht, nicht jedes alu lässt sich eloxieren. ;)

Gruß Stefan
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Re: Alu ist nicht gleich Alu !!

Beitragvon unregistred_1 » Do 11. Jun 2009, 09:44

ein freundliches Hallo an alle Windradfreaks,
seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit dem Basteln von kleinen Windrädern und nutze für die Flügel Lammellenbleche von Jalousien. Dieses Aluminiumblech ist ist eine Aluminium-Magnesium Legierung, ähnlich der im Flugzeugbau verwendeten hochfesten Legierungen.
Diese Lamellenbleche gibt es mit 25, 50, 80, und 100 mm Breite. Ich verwende die 50 mm Bleche mit sehr guten Erfolg für meine kleinen Horizontalwindräder. Der Trick an der Sache ist, ein tragendes Element mit dem Flügel zu verkleben. Dazu verwende ich dünne CfK oder GfK-Stäbe. Ein Rotor von 1,2 m Durchmesser mit Nabe und 5 Flügeln wiegt gerade mal 210 Gramm. Nach langem Probieren ist es mir gelungen einen geeigneten Kleber zu finden, der CfK-Stäbe mit Metall dauerhaft und elastisch verbindet. Dazu verwende ich Pattex Repair Extreme oder ähnliche Einkomponentenkleber.
Sicher ist diese Art von Konstruktion nicht das stömungstechnische Optimum, aber es funktioniert hervorragend und das schon seit zwei Jahren im Härtetest.
Ich stelle mal ein paar Bilder mit dazu, um die ganze Sache etwas anschaulicher zu machen.

Ullrich
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Re: Alu ist nicht gleich Alu !!

Beitragvon Bernd » Do 11. Jun 2009, 21:51

Hallo Ullrich, das ist ein super Bericht von dir mit vielen tollen Ideen.
Zunächst mal wissen wir jetzt durch dich was das für ein Wundermaterial ist aus dem die Jalousieblätter bestehen.
Es ist ja wirklich erstaunlich das es gerade zu Federstahl ähnliche Eigenschaften hat und dabei fast nichts wiegt.

Kaufst du diese Blätter irgendwo oder recycelst du alte Jalousien ? Die Idee daraus einen (gar nicht mal so kleinen)
Horizontalläufer zu bauen finde ich sehr gut. Um ehrlich zu sein wäre ich darauf nicht gekommen weil ich die
"Abknickneigung" als zu gross empfunden hätte. Selbiger wirkst du mit dem kleinen GFK-Stab entgegen ?
Toll finde ich dabei das man diese Art Flügel ja kaum mehr bearbeiten muss und ich schätze das auch du deine
mit der Schere schneiden kansnt ? Bei meinen kleinen geht das zumindest.

Grüsse

Bernd
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Re: Alu ist nicht gleich Alu !!

Beitragvon unregistred_1 » Do 11. Jun 2009, 23:44

Hallo Bernd,
vielen Dank für das Lob. Es ist aber nicht so, das alles mit der Wurstsuppe rangeschwommen kommt ;) . Ich habe lange gesucht und alles Mögliche ausprobiert, um ein funktionierendes Windrad hinzukriegen. Ich habe Holzflügel in Kerzenwachs gekocht, Aluminium-und Edelstahlrohre als Befestigungsmöglichkeit für Flügel ausprobiert , Presspappe für Flügel tauchlackiert und quadratmeterweise Sperrholz verbraucht. Alles Müll !!! Da mir eine unerschöpfliche Quelle an 2mm Glasfiberstäben zur Verfügung stand (Restmüll aus der LWL-Kabelverlegung), kam mir als erstes die Idee, dünne Sperrholzbrettchen als Flügel ran zu kleben und so eine Art "Holm", wie bei Flugzeugmodellen zu schaffen. Im Prinzip hat es funktioniert, die Haltbarkeit war aber schlecht. Da kam mir beim Entsorgen einer kleinen Jalousie mit 25mm Blättern die Idee, diese Lamellen an die Glasfiberstäbe zu kleben. Jetzt ging das Dilemma aber erst wirklich los. Der Grundgedanke, das alles möglichst starr und stabil sein musste, wurde anhand der gesammelten Erfahrungen nach und nach über Bord geworfen. Wenn man einmal sieht, wie die Flügel bei starkem Wind gebogen werden, schleicht sich mit der Zeit die Erkenntnis ein, dass kein starres Brett, sondern ein flexibler leichtgewichtiger Rotor die bessere Lösung ist. Aus meiner Erfahrung heraus hat sich weiterhin gezeigt, dass hart werdende Kleber ungeeignet sind. Es wird langsam Zeit in der Branche mit dem Irrglauben aufzuräumen, dass 2-Komponenten Kleber die Ultima Ratio darstellen. Für -in Grenzen- flexible Rotorblätter , die an einen biegsamen Glasfaserstab angeklebt sind eignet sich nur ein flexibler UV- und wetterresistenter Kleber. .. Und siehe da, es funktionierte plötzlich. Nun wurde die Sache erst richtig interessant und ich organisierte mir bei einer Herstellerfirma 50 mm breite Alu-Lamellen. Da die Kollegen so nett waren und mir gestatteten den Schrottcontainer zu plündern, habe ich mir so um die 10 Kilo 50 mm breite Lamellen von zwei Metern Länge ins Auto gewürgt. Alle meine Versuche heraus zu finden, wer dieses Blech herstellt, sind kläglich im Sand verlaufen. Es mag dubios klingen, aber es gelingt selbst Profis aus der Metallbranche nicht, heraus zu bekommen, wer dieses Aluminiumband produziert. Eine Quelle ist die Fa. Hunter Douglas, die aber nur beschichtete Alubänder als Coil (zentnerschwer) an Geschäftskunden verkauft. Es ist im Prinzip das gleiche Material, aus dem auch die Bierbüchsen gemacht werden. Ein weiteres Kapitel stellt die Torsionsfestigkeit von Glasfaserstäben dar, die im Pultrussionsverfahren hergestellt werden. Biegen kann man diese Stäbe problemlos, aber ein Verdrehen halten sie nicht so gut aus. Da muss man dann einen größeren Durchmesser oder die teureren Kohlefaserstäbe mit höherer Steifigkeit und Festigkeit verwenden.
Die Flügel schneide ich mit einer gewöhnlichen Haushaltsschere nach einer Schablone, die ich mit einem CAD-Programm erstellt habe.
Als Anhang hänge ich mal ein paar Bilder mit ran.
Soweit erst einmal zu diesem Thema.
Ullrich
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Re: Alu ist nicht gleich Alu !!

Beitragvon jb79 » Fr 12. Jun 2009, 13:23

Schöner bunter Windpark, den du da hast. Was mir auffällt: es sind lauter unterschiedliche Blattzahlen.
Was verwendest du als Generator?
lg Jürgen
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Re: Alu ist nicht gleich Alu !!

Beitragvon Menelaos » Fr 12. Jun 2009, 13:40

Sieht aus wie dieser kleine 300 Watt Motor von Pollin, der auch bei Ebay für den 3-fachen Preis angeboten wird und bei dem man sich dann immer fragt wer sowas dann kauft...

Interessant fände ich mal den Innenwiederstand des Teiles, schätze dass der sehr hoch ist, ebenso wie seine Drehzahl. Darum identifiziere ich den Block davor mal als Getriebe mit nindestens 1:10...Richtig? :-)

Gruß
Max
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