Beschaffung von Drehteilen

Beschaffung von Drehteilen

Beitragvon resistance » Do 6. Aug 2015, 12:17

Beim Aufbau der Versuche für unsere Bachelorarbeiten hatten mein Freund Bernhard und ich Schwierigkeiten, die nötigen Dreh- und Frästeile zu beschaffen. Für viele Firmen ist man als Privatkunde mit seinen Einzelteilen sofort unten durch. An der Uniwerkstatt zwar nicht, aber man wartet etliche Monate.

Wir haben uns gedacht, das muss auch anders gehen - einfacher und schneller. Das Resultat stellen ich nun vor: Wir erstellen einen Webdienst für CNC-Drehteile, die man online zeichnen und bestellen kann. Wir schreiben uns hierfür unsere eigene CAD/CAM-Kette und planen die hoch automatisierte Fertigung von Einzelteilen.

Im Betastadium kann man das ganze testen auf:

http://www.rapidfacture.com

Es sind noch viele Erweiterungen der Software geplant, aber man muss mal irgendwo anfangen. Bernd musste übrigens für den ersten Probedurchlauf herhalten ;)

Ich freue mich auf euer Feedback! :)

Gruß

Felix
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Re: Beschaffung von Drehteilen

Beitragvon Manfred » Do 6. Aug 2015, 17:09

Hallo Felix,

mit 3D CAD, CAM, G-Code und CNC fräsen, 3D Print im Service, das mache ich schon etwas länger. Habe ich es richtig verstanden das ihr ein CAD Programm on line stellt und ein jeder dort zeichnen kann und dann sich sein Bauteil bestellen kann. Kann man sich die Datei auf den eigenen Computer laden und alternativ Angebote einholen.
Wer prüft die STL Datei, gibt es die Kosten vorab, wer macht die Qualitätsprüfung. Wie lang und dick darf ein Bauteil werden?

Bei diesem CNC gefrästen AEG Logo habe ich 4 oder 5 in die Tonne geworfen obwohl es auf dem Computer sehr gut ausgesehen hat.
DSC00166.jpg
DSC00166.jpg (65.84 KiB) 15788-mal betrachtet

Da kommt noch einiges an Sorgen an die Oberfläche. Mein nächstes Projekt ist eine größere Fräsmaschine auf CNC umrüsten, die Kugelrollspindeln auf allen 3 Achsen liegen schon.

Viel Glück bei deinem Projekt
Grüße Manfred
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Re: Beschaffung von Drehteilen

Beitragvon Ölfinger » Do 6. Aug 2015, 21:40

...also ich kann nichts dazu sagen, habe überhaupt keine Erfahrungswerte.
Selbst mit Transportkosten wird es mich mit Sicherheit erfreuen, Teile die ich irgendwie benötige und auch Vorgaben machen kann mir herstellen zu lassen.
Ich habe zZt leider viel zuwenig Zeit und der Ansatz malebenschnell da was auf der Seite zu zeichnen ging auch gleich daneben,
aber ich finde es einfach vorab mal toll, euch so mit ins Forum einzubringen.
Gruss Konny
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Re: Beschaffung von Drehteilen

Beitragvon resistance » Fr 7. Aug 2015, 07:45

Hallo Manfred und Konny,

Danke für eure Rückmeldungen.

@ Manfred:

Wir gehen von der gewohnten CAD/CAM Kette weg und verwenden einen anderen Ansatz. Das Problem ist folgendes: Nachdem jeder CAD Hersteller sein eigenes Format hat (von denen keine offen ist) gibt es einen Wust an inkompatiblen CAD-Formaten. Zum anderen enthalten CAD-Daten nicht den vollständigen Datensatz für die Fertigung (Toleranzen, Oberflächengüten, Gewinde, Pürfmaße, ...) - zumindest nicht einheitlich. Das von dir erwähnte STL-Format wird gern im 3D Druck verwendet, für Präzisionsteile speichert man aber besser die Geometrie und Features exakt, anstatt in Dreiecken.

Mit unserem online-CAD kannst du eine Vielzahl an Teilen in kurzer Zeit zeichnen. Unsere Zeichnungen enthalten jedoch alle nötigen Fertigungsparameter, was ein höheres Maß an Automatisierung zulässt. Das ermöglicht uns künftig z. B. eine Live-Kalkulation. Schon während der Konstruktion kann dir ein Preis angezeigt werden, sodass du kein Angebot mehr einholen musst und zum anderen das direkte Feedback hast, ob du gerade kostengerecht konstruierst. Logischerweise gestaltet sich auch die Erstellung von NC-Programmen einfacher, wenn alle Daten maschinenlesbar vorhanden sind.

Wir arbeiten an der Exportfunktion. Bisher kannst du nach Zeichnungserstellung eine technische 2D Zeichung als pdf speichern. Wir werden noch den Export in die Formate STEP, STL oder IGES implementieren.

"wer macht die Qualitätsprüfung"
Wir. Bei uns ist aber vor allem noch die Frage, wie es mit der Fertigung aussieht. Wir haben selbst bisher nur eine sehr kleine Maschine, sodass nur ein eingeschränktes Teilespektrum selbst gefertigt werden kann. Die Frage ist für uns gerade, ob wir mit einer größeren Partnerfirma zusammengehen oder selbst unsere Fertigung ausbauen. Wir haben aber aktuell Kontakte zu Firmen mit guter Ausstattung, sodass sich die Frage nach der Länge und Dicke schon fast erübrigt - maximaler Durchmesser wäre 1,4 m. Der begrenzende Faktor ist hier die Dicke des Geldbeutels ;)
Aber Spaß beiseite. Momentan sind im CAD Durchmesser auf 300 mm begrenzt; ich gehe davon aus, dass das Interesse kleineren Teilen gilt; kann ich aber hochsetzen, falls nötig.

Die Oberflächenqualität von Drehteilen ist verfahrensbedingt recht gut. Sonst würde kein Lager mit wenig Spiel auf eine Welle passen. Die Standardgüte wird im CAD im Schriftfeld festgelegt und kann nochmal für einzelne Flächen separat festgelegt werden. Als höchste Oberflächengüte ist derzeit Ra 1,6 möglich. Sicher gibt manche Maschine mehr her und Rundschleifen gibt es auch noch - aber alles zu seiner Zeit.

"Mein nächstes Projekt ist eine größere Fräsmaschine auf CNC umrüsten, die Kugelrollspindeln auf allen 3 Achsen liegen schon."
Ist immer schön, wenn die Späne fliegen :D Welche Steuerung baust du dran?

@ Konny:
"zu wenig Zeit und der Ansatz malebenschnell da was auf der Seite zu zeichnen ging auch gleich daneben,"
Damit man mit dem CAD besser zurecht kommt, stellen wir noch Tutorials rein; außerdem wird es ausführliche Hilfe über Tooltips geben. Grundsätzlich ist ein gewisses Vorwissen erforderlich - das bedingt die Sache selbst; man benötig eben die vielen Optionen wie Sondergewinde, Fräsung, Lochkreis, Nut, etc.

Gruß Felix
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Re: Beschaffung von Drehteilen

Beitragvon resistance » Mi 30. Sep 2015, 19:49

Update: Erst Tutorial Videos sind online: http://www.rapidfacture.com/cad/cad.html#/start/info
Weitere folgen. Nachdem das Geschäft anläuft, spielen wir mit dem Gedanke uns eine Maschine zu kaufen.

Nun hätte ich noch zwei Fragen - immerhin sind wir im Windrad Forum:
Habt Ihr für Windräder schon Drehteile benötigt? Und wenn ja - aus welchen Werkstoffen? Ich hatte schon eine Anfrage zu einem Teil für den Generator.

Im CAD gib es aktuell eine Gewichtsberechnung der Teile. Was haltet Ihr von einem Passungsrechner sowie einer Berechnung zur Auslegung von Welle-Nabe Verbindungen? Was benötigt Ihr?

Gruß Felix
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Re: Beschaffung von Drehteilen

Beitragvon Köpke » Mo 5. Okt 2015, 18:17

Hallo Felix,

a) Ich habe versucht die Achse eines Nabendynamos durch eine hohle Achse zu ersetzen. Durch die Achse wollte ich die Generatorleitung auf die andereSiete verlegen. Hatte damals keinen gefunden der das zu einem vernünftigen Preis und Aufwand herstellen konnte.

b) Zuletzt brauchte ich für meinen Savoniusrotor ein Stehlager, (Achse steht senkrecht im Lager und kann nicht nach unten durchrutschen. Nötig war also eine relativ kurze Achse mt einem Teller und das Lager selber mit Montagemöglichkeit (Eigentlich brauche ich das immer noch - momentan habe ich das Lager durch einen zweiten Nabendynamo ersetzt).

Windige Grüße
Siegfried
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Re: Beschaffung von Drehteilen

Beitragvon Manfred » Mo 5. Okt 2015, 22:24

Hallo Siegfried,

ich denke mal ein Stehlager kannste nicht gebrauchen. Google mal nach Stehlager / Bilder, dann wird das klar was ich meine. Nach deiner Beschreibung sollte es so etwas, oder ähnliches sein, wie auf dem Bild. Du möchtest ja axiale und radiale Kräfte aufnehmen. Mit einer Handskizze und Maße dran sind deine Wünsche besser zu beurteilen und eventuell zu realisieren.
DSC00233.jpg
DSC00233.jpg (151.96 KiB) 15050-mal betrachtet

Grüße Manfred
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Re: Beschaffung von Drehteilen

Beitragvon Köpke » Di 6. Okt 2015, 19:24

Moin Manfred,

du hast natürlich Recht - ein Stehlager brauche ich nicht. Eher ein Lager wie auf deinem Bild. Wenn ich den zweiten Nabendynamo an meinem Windrad entferne, dann den oberen und da brauchte ich dann sogar nur radiale Kräfte auffangen. Ich werde mal den Bleistift anspitzen und beide Varianten skizzieren. Mal sehen ob das deiner Meinung nach realistisch ist.

Windige Grüße
Siegfried
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Re: Beschaffung von Drehteilen

Beitragvon Köpke » Sa 14. Nov 2015, 08:40

Moin Manfred,

inzwischen habe ich lange genug über mein Drehteil, entsprechend Gedankenstrich b) in meinem vohergehenden Beitrag ,nachgedacht und ihn weitestgehend vereinfacht. Dieser Flansch soll einen der Nabendynamos ersetzen, und zwar den jeweils oben angebrachten. Der Flansch wird auf dem Savonius befestigt und der Achstummel steckt in einem "Lochblech" am Halterahmen. So benötige ich kein richtiges Lager.

Eine genaue Zeichnung muss ich noch anfertigen, insbesondere, damit der Lochkreis mit dem Lochkreis des zu erstzenden Nabendynamos genau übereinstimmt. Dann kann ich folgende Experimente durchführen.

Freilandversuch (mit Messtechnik)
  • Savonius mit Dynamo 1 und Flansch
  • Savonius mit Dynamo 2 und Flansch
  • Savonius mit Dynamo 1 + 2 , ohne Flansch

Ich denke für den Testlauf eines Prototypen muss das ausreichen. Besonders weil ich ja eigentlich zum Ende dieses Jahres die erste Versuchsreihe bei ordentlich Wind durchführen wollte. Aber da der Aufbau der Messtechnik so lange dauert, bin ich schon etwas im Verzug.

Windige Grüße
Siegfried
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Flansch_02.jpg
Flansch_02.jpg (46.56 KiB) 14387-mal betrachtet
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Beitragvon herbk » Sa 14. Nov 2015, 08:52

Guten Morgen Siegfried,

wenn Du mit den Maßen etwas flexibel bist, dann such' mall auf Ebay nach Achszapfen.. ;)
Gruß Herbert
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