neuer Styroporschneider

Re: neuer Styroporschneider

Beitragvon Bernd » Mi 6. Apr 2011, 18:02

Das sind super Ideen von euch beiden die meinen Styroschneider zu noch mehr Genauigkeit verhelfen.
Erstmal die Idee das ein grösserer Abtaststift quasi "automatisch" den Abbrand ausgleicht ist schonmal super.
Die Idee das dieser dann so geformt sein sollte das er, wiederum automatisch, auch noch das 1 : 2 Verhältnis
beim Abtasten mit berücksichtig ist ebenfalls klasse. Ich freue mich sehr über eure Ideen !

Heute ist es mir ausserdem gelungen den Strich der die Profilform darstellt mit Hilfe meines Bildbearbeitungstools
nach oben und unten, genauer links rechts und oben und unten, beliebig verschieben zu können.
So kann ich jetzt auch mit dem Foto-Tool in der Höhe des Profils, also oben und unten, jeweils 2mm "draufgeben" und
in der Tiefe des Profils nur jeweils 1mm.
Nach einigen noch zu durchzuführenden "Abbrandtests" sollte sich so ein sehr genauer Schaumkern erstellen lassen. :)

Gestern habe ich Kontakt zu einem kommerziellen Schneiddienst aufgenommen um mal deren Preise zu erfahren.
Für ein 1m langen, 20cm tiefen und 3,6cm dicken Schaumkern ( NACA 0018 Profil ) war der Preis 12,50 plus Versand.
Für eine individuelle Fertigung finde ich das eigentlich recht günstig, immerhin kostet das Material ja auch was.

Dieser Schneiddienst sagte mir das bei 1m Schneidlänge eine Grenze erreicht wäre die man nicht überschreiten sollte.
Der durchhängende Draht bei meinem letzten Schneidversuch (1,35m Schneiddrahtlänge) scheint das zu bestätigen.
So werde ich wohl von meinem gut gemeinten riesigen "Schneidbomber" mit seiner sehr grossen maximalen Schneidlänge von
ca. 1,30m auf eine geringere Grösse zurückbauen. Alternativ könnte man den ganzen Schneider auch senkrecht stellen, dann
gäbe es keinen Durchhang. :) Klingt witzig, wäre aber mal eine Überlegung wert.

Ich überlege den Schneider vielleicht sogar nur für die maximale Breite eines herkömmlichen Schaumklotzes auszulegen.
Das wären nach meiner Einschätzung dann ca. 62,5cm. Ich trage mich mit diesem Gedanken da ich jetzt weiss wie schnell so
ein Kern erstmal geschnitten ist wenn die Schablone vorhanden und alles ausgerichtet ist.
2 Schaumkerne mit 60cm entsprechen dann wieder einem mit 1,2m, allerdings sind die 60er aufgrund des viel kürzeren Drahtes
vermutlich viel genauer und fast ohne Durchhang. Wäre das nicht am Ende die bessere Lösung ?
Was meint ihr ?

Grüsse

Bernd
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Re: neuer Styroporschneider

Beitragvon Roland » Mi 6. Apr 2011, 20:18

Hallo Bernd !

Wenn du deinen Styroporschneider zurückbaust, kannst du dann aber nicht mehr Platten mit einer Länge von 1265mm schneiden, und musst die 2 kurzen Einzelkerne wieder irgendwie verbinden.
Die senkrechte Ausführung müsstest du halt an einer Wand oder Platte entlangführen wo du dann den Styroporkern eingespannt hast. :) diese Idee gefällt mir besser, da sie die Möglichkeiten nicht einschränkt

Was ist wenn du einen etwas dickeren Draht nimmst und stärker spannst ? (eventuell mit stärkeren Bügeln und einer Spannvorrichtung für den Schneiddraht zum nachspannen)


Andere Frage: Wenn man mit dem Styroporschneider auch XPS Styrodurplatten schön schneiden kann wieso benötigt man dann noch Glasfasergewebe darüber. Die Platten sind Wasserfest haben eine glatte Oberfläche die man zur Not auch noch mit der richtigen Farbe lackieren kann, und sind Witterungsfest. Da könnte man sich doch eine Menge Arbeit und Materialkosten sparen. Oder übersehe ich etwas. :?

lg

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Re: neuer Styroporschneider

Beitragvon Bernd » Mi 6. Apr 2011, 20:42

Hallo Roland, zwei oder mehr Einzelkerne aneinander zu reihen ist eigentlich gar kein Problem und wäre so oder
so nötig, denn ich wollte gerne auch grössere Flügelhöhen erzielen als nur maximal 1,25m.
Irgendwie erscheinen mir derzeit zwei fast schnurgerade geschnittene, aneinander gereihte 60cm Kerne besser
als ein leicht durchgebogener 1,2m Kern.
Im Prinzip wird es im Modellbau auch so gemacht, man reiht mehrere Kerne aneinander.
Was ist wenn du einen etwas dickeren Draht nimmst und stärker spannst ?
(eventuell mit stärkeren Bügeln und einer Spannvorrichtung für den Schneiddraht zum nachspannen)

Dickerer Draht ist sehr nachteilig weil er den "Abbrand" drastisch erhöht.
Derzeit verwende ich Edelstahldraht mit 0,55mm Durchmesser.
Gerne würde ich 0,4mm verwenden aber der erwies sich auf den Spannweite von 1,35m als nicht genug zugbelastbar
und zeigte dann zuviel Durchhang.
Der 0,55m Draht ist maximal gespannt und die Spannung wird durch die Alustreifen an denen er befestigt ist, konstant gehalten.
Ich spanne die Alubleche am Befestigungspunkt des Drahtes bestimmt um 10cm vor durch bevor ich den Draht fest mache.
Das spannt den Draht maximal. Noch mehr würde ihn bei erhitzen reissen lassen, was mir auch schon passiert ist.
Mit anderen Worten in Richtung mehr Zug bin ich schon am Ende des möglichen.

Ohne Glasfasergewebe wäre der Schaumflügel nach meiner Einschätzung nur für einfache Tests geeignet da er kaum
Stabilität zum überstehen grösserer Belastungen besitzt. Man kann so einen Schaumkern sehr leicht kaputt brechen.
Auch wäre er ohne weitere Oberflächenbearbeitung viel zu rauh um gute Werte zu erzielen.

Grüsse

Bernd
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Re: neuer Styroporschneider

Beitragvon viehboec » Mi 6. Apr 2011, 20:53

Also was das Durchhängen des Drahtes betrifft, kann dies kein Problem sein. Ich habe 2002 ein NC-gesteuertes Styroschneidgerät für einen Künstler, der sogenannte teleskopierbare Skulpturen aus 5m langen Blöcken schnitt, gebaut. Der Schnitt hatte keinen erkennbaren Durchhang (bei 5m Schnittlänge!).

DSCF1064.JPG
DSCF1064.JPG (67.74 KiB) 4591-mal betrachtet

z.B. diese Skulpturen:

CIMG0499a.jpg
CIMG0499a.jpg (539.78 KiB) 4591-mal betrachtet

Es muß die Drahttemperatur und der Vorschub soeingestellt sein, dass der Draht das Styropor nie(!) berührt, aber auch nicht zu langsam fährt. Ich glaube, ich habe einen Spezialdraht mit 0,4mm Durchmesser und extremer Festigkeit verwendet und diesen sehr stark gespannt.

Arthur
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Re: neuer Styroporschneider

Beitragvon Bernd » Mi 6. Apr 2011, 21:36

Das man auf 5m keinen erkennbaren Durchhang hätte kann ich angesichts meiner Erfahrungen ehrlich gesagt
kaum glauben. Das fällt vielleicht angesichts solcher gigantischer ausgesägter Dimensionen kaum auf, sollte aber
beim genauen drüber fluchten sehr deutlich sichtbar sein.
Auch wenn ich meinen Draht bis kurz vorm zerreissen spanne ist der Durchhang auf meinen 1,35m auch im unbeheizten
Zustand schon deutlich erkennbar. Ist natürlich immer alles eine Frage der Definition "deutlich". ;)
Vielleicht lege ich auch viel höhere Maßstäbe an die Maßgenauigkeit an. Mein ausgeschnittener Styrokern ist mir aber
derzeit noch zu "gebogen" als das es für mich für einen möglichst genauen VAWT Flügel so wirklich akzeptabel wäre.

Ich kann mir mal den Spass machen und den Drahtdurchhang genau ermitteln.
Mal schauen, vielleicht gelingt mir auch ein Foto fluchtend über die Drahtlänge hinweg.

Kannst du mir eine Bezugsquelle für deinen Draht nennen ?

Grüsse

Bernd
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Re: neuer Styroporschneider

Beitragvon windstav » Do 7. Apr 2011, 07:55

Hallo Bernd,

vielleicht kennst du die Seite ja schon.
http://www.extremflug.de/seite028.htm

Dort wird auf diesen Draht verwiesen.
http://www.conrad.de/ce/de/product/421201/WIDERSTANDSDRAHT-ISACHROM-60-10-METER

mit Widerstandsdraht (Konstantan) habe ich auch selbst gute Erfahrungen gemacht.

Gruß
Stav
Zuletzt geändert von windstav am Do 7. Apr 2011, 11:25, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: neuer Styroporschneider

Beitragvon viehboec » Do 7. Apr 2011, 10:03

Hallo Bernd,

damals wurde folgender Draht der Fa. FoCuS, Leipzig verwendet:
Datenblatt Drähte.pdf
(9.56 KiB) 91-mal heruntergeladen

Diese Webseite gibt es nicht mehr.
Dieser 0,4mm Draht wieg bei 5m lediglich ~6 Gramm und wurde mit mehr als 2 kg Zugkraft gespannt! > Deshalb kein Durchhang <

Mein Kollege, der auf dieser Maschine arbeitet, sagte, er kauft den Draht seit längerem bei der Fa. Step Four in Salzburg.

http://www.step-four.at/hp2/index.php?action=354

Gruß Arthur
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Re: neuer Styroporschneider

Beitragvon Roland » Do 7. Apr 2011, 10:47

Hallo !

Die Beschichtungsverfahren klingen auch interessant !
http://www.step-four.at/hp2/download/pr ... %20XPS.pdf

Vor allem der Preis für den 5kg Save Coat ist nicht so schlecht...

Vielleicht bau ich mir ja auch noch irgendwann einen Styropor Schneider ! :D

lg

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Re: neuer Styroporschneider

Beitragvon Bernd » Fr 8. Apr 2011, 15:17

Der Draht den ich derzeit verwende ist der Isachrome von Conrad und NICHT Edelstahldraht wie ich erst annahm.
Das erklärt auch weshalb ich 24 Volt benötige um auf Schneidtemperatur zu kommen.
Beide Drahtrollen lagen nebeneinander deshalb die Verwechslung.
Der Durchmesser beträgt 0,55mm. Im Grunde ist der Draht voll ok. Wieso sich beim letzten Schneiden
eine Biegung des Kerns ergab muss ich nochmal genauer analysieren, ich denke aber es liegt am Durchhang.

0,4mm Draht gibt es im Baumarkt leider nicht, ausser als verzinkter und den will ich nicht.
Ich werde mir daher noch 0,4mm zugfesten Stahldraht besorgen. Die Resultate werden aber ähnlich sein schätze ich.

Heute abend will ich mal Styrodur ausprobieren.

Grüsse

Bernd
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Re: neuer Styroporschneider

Beitragvon Bernd » Sa 9. Apr 2011, 21:22

Ich habe noch ein bisschen herum gespielt und experimentiert und erziele nun viel bessere Ergebnisse, sogar
mit der alten unkorrigierten Schablone. Der Abbrand ist jetzt geringer, das Heck viel länger, fast Originalmaß.
Außerdem hat sich die Durchbiegung auf ein kaum mehr erkennbares Maß reduziert und das bei voller 1,3m Länge.
So wie jetzt sind die Ergebnisse wirklich gut.

Wenn ich jetzt noch die Schablone ein bisschen dem verringerten Abbrand anpasse dann sollte ich sehr gute
Ergebnisse erzielen.
Was bleibt ist noch einen automatischen Vorschub zu realisieren.

Grüsse

Bernd
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