Ich habe heute unseren 50 x 60cm Prototypen für einen geplanten, speziell auf Schwachwindverhältnisse optimierten,
mini Casteinrotor mit Nabendynamo auf ein ca. 2,5m Kantholz geschraubt und mit einer patentierten Technik

an einem Gartentisch verbunden. Man merkt gleich das da "oben" ein anderer Wind weht als dicht über der Erde.
Ich beobachtete das ganze eine Weile vom Wohnzimmer aus. Es war ein 12V Akku zur Ladung und zur Belastung von
Rotor und Generator angeschlossen. ( 10 x Mignon NimH mit 2500mA/h)

Die Drehzahl lag meist um die 45 bis 50 U/min in einer Böe ging es hinauf bis auf 91 U/min.
Das machte mir schon Angst wegen des primitiven Versuchsaufbaus, denn die Flügel sind noch unfertig
und es sollte nur ein erster Lauftest werden. Am Flügel fehlen noch Versteifungen etc.
Dann flaute der Wind wieder etwas ab und ich machte ein sonntägliches Nickerchen. Nach einer Weile wurde ich
wach weil Wind und Regen waagerecht durch die Luft an meine Scheiben prasselten. Ich schoß erschrocken
hoch. " Das Windrad " ging es mir durch den Kopf, mein Testaufbau war doch absolut nicht für Sturm ausgelegt.
Draussen war es mittlerweile dunkel und stürmte ziemlich. Ich knipste das Licht auf der Terasse an und..... Gott sei Dank,
der Mast stand noch aber 2 der 3 Flügel hingen nun waagerecht, der dritte auch leicht schräg. Die Flügel
hatten sich um ihren Haltepunkt verdreht. Ich also im stürmenden Regen raus und meinen "Schnellverschluss"
(eine Schraubzwinge) gelöst und das Teil ins Haus gerettet. Eine erste Begutachtung ergab keine
Beschädigungen, was mich ehrlich gesagt wundert, immerhin waren die Flügel noch nicht ganz fertig, das sollte
doch nur ein kurzer Lauftest werden und kein Test der Sturmfestigkeit !
Was ich dann am Fahrradtacho ablesen konnte verschlug mir die Sprache. Trotz eingeschalteten Generator
und 12V Akku Belastung drehte der Rotor bis 215 (!) Umdrehungen bevor sich die zu locker befestigten Flügel
ungewollt auf "Not aus" verdrehten. Wer weiss wie schnell das Ding noch geworden wäre, wenn ich die Flügel
besser befestigt hätte.

Vermutlich sind die Akkus jetzt erstmal randvoll.
Aber Hut ab vor dem Hartschaum aus dem ich die Flügel fertigte. Das sie diesen halben Crash einfach so weggesteckten
obwohl der Flügel noch unfertig war finde ich schon bemerkenswert.
Ladebeginn ist ab ca. 29 -30 U/min
ab ca. 40 U/min fliessen ca. 15 mA = ca. 0,20 W
ab ca. 60 U/min fliessen ca. 60 mA = ca. 0,78 W
ab ca. 80 U/min fliessen ca. 105 mA = ca. 1,37 W
ab ca. 100 U/min fliessen ca. 160 mA = ca. 2,08 W
ab ca. 120 U/min fliessen ca. 200 mA = ca. 2,60 W (entspricht Fahrradumdrehungen bei ca. 14 Km/h)
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Die Werte ermittelte ich in dem ich den Rotor mit angeschlossenem Akku von Hand auf die entsprechenden
Drehzahlen beschleunigte. Höhere Drehzahlen kann ich von Hand nicht realisieren. Da müsste ich mir
erst einen Aufsatz für die Bohrmaschine bauen. Man sieht aber auch so schon, das die Kurve schön
steigt und man vermutlich wesentlich mehr als die regulären 3W des Nabendynamos in den Akku pumpen kann.
Gerne hätte ich mal bei 215 U/min gemessen.

Grüsse
Bernd