C-Rotor "für Arme"

gemeinsame Forenentwicklung eines Rotorprofils

Re: C-Rotor "für Arme"

Beitragvon Rollergert » Sa 6. Apr 2013, 16:46

Es gibt doch extra leichte Bespannstoffe aus dem Flugzeugbau; u.a. "Ceconite".
Das Zeug ist sehr stabil und kann mit Klebelack oder Dispersionkleber verarbeitet werden.
Da die Filamente vor dem Zwirnen gereckt werden, läßt der sich auch hinterher gut mit dem Bügeleisen spannen.
Als Kunstfaser ist das Gewebe weitgehend problemlos bei Nässe.
Aber dafür setzt ihm die UV-Strahlung bei Bewitterung zu, weswegen solche Bespannungen lackiert werden müssen.
Und vorher eigentlich noch mit Spannlack, dem feinstes Alu-Pulver als "Sunblocker" zugesetzt wird, grundiert werden.
10 Jahre hält so was bei Dauerbewitterung aber sicher.

....erzeugt die ständige Bewegung im Stoff nicht auch unerwünschte Geräusche ?


Eigengeräusche eigentlich nicht.
Aber so ein Konstrukt ist wie ein Klangkörper mit Trommelfell.
Bei Regen oder Hagel wirds ohrenbetäubend.

Außerdem könnte ich mir vorstellen, daß bei der konkaven Form der Innenfläche der Schall in dem Fall auch eine starke Bündelung und Richtwirkung bekommt, die bei drehendem Rotor einem abseits stehenden Betrachter ein stark pulsierendes Dröhnen vermittelt.
Quasi ein akustisches Blaulicht...
Gruß vom Gert
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Re: C-Rotor "für Arme"

Beitragvon finn » Sa 6. Apr 2013, 17:31

naja, der "richtschüsseleffekt" ist aber relativ materialunanbhängig und eher der geometrie geschuldet.

Alles in allem hat ein bespannter flügel aber wohl ein paar vorteile, vie vorallem der gewichtsminderung zu verdanken sind:
- vereinfacht montage
- kleinere lagerlasten und kann somit mit kleineren lagern aufgebaut werden
- dynamischer, kann also böen besser nutzen, weil weniger beschleunigungsarbeit geleistet werden muss
- kleinere gefahren bei einem defekt, weil die teile, die durch die gegend fliegen leichter sind als ein "vollprofil"
- einfachere herstellung, als aus z.B. sperrholz (1x3m² Sperrholz biegen stell ich mir arg aufwändig vor, mit einer einfachen Oberfräse(und einem Bündigfräser) lassen sich die spanten/rippen der flügel sehr schnell herstellen, auch Plexiglas ist mit dem richtigen Fräser gut bearbeitbar
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Re: C-Rotor "für Arme"

Beitragvon Ekofun » Sa 6. Apr 2013, 18:19

Hallo Arowana,

Dein Video ist super,gefählt mir sehr,nur hier kann man nur treumen vom solchen Produkten :( Stellemir vor mache Rahmen für Savonius vom Alluprofilen und bespane es damit,das ist dann Supperanblik und spart man jede Menge Kilos.
Denke Du hast Material gefunden,der richtig ist für Windräder.

Grüße

Ekofun
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Re: C-Rotor "für Arme"

Beitragvon Bernd » Sa 6. Apr 2013, 19:18

Ich habe heute ein grösseres Stück 4mm Birkensperrholz aus dem Baumarkt mitgebracht, an dem werde ich mal Biegeversuche unternehmen.

Der Preis liegt bei etwa 16 Euro/qm also nicht gerade günstig.
Das Gewicht beträgt ca. 2,9 kg je qm.
Das machte mir klar das so ein C-Rotorflügel mit solchen Dimensionen ganz schön schwer werden würde.

Grüsse

Bernd
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Re: C-Rotor "für Arme"

Beitragvon Bernd » Sa 6. Apr 2013, 21:23

Eine interessante Seite zum Thema " Holz biegen " : http://blankes-blech.de/Kratzbaum/Auf_b ... echen.html

Grüsse

Bernd
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Re: C-Rotor "für Arme"

Beitragvon Eddy021771 » So 7. Jul 2013, 09:54

Bernd hat geschrieben:Vielleicht müsste man vor dem Biegen die ganze Platte in einen Behälter mit Dampf stecken.

Ursprünglich dachte ich eigentlich daran eine dünne durchsichtige Hohlkammerplatte zum Vorflügel zu biegen, aber einfacher wäre das wohl auch nicht.

Grüsse

Bernd


wenn man dafür ein Rohr aus PC nimmt und mittig auftrennt ? , ist der aufwand bedeutend geringer, hab solche rohre im netz schon gesehen ab 10mm bis hoch zu 230mm durchmesser
http://www.kuslicht.de/webshop/index.php?cat=c6_POLYCARBONAT-Rohre.html&XTCsid=025aed85b63936d4a127449a31fe123e
wenn man da jetz die passende länge nimmt ist es auf jedenfall auch preiswerter als eine ganze platte im baumarkt zu holen und dann nur einen dünnen streifen dafür zu brauchen
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Re: C-Rotor "für Arme"

Beitragvon Rollergert » So 7. Jul 2013, 23:07

Wer technisches Geschick hat und eine halbwegs gut eingerichtete Werkstatt, kann sich eine Thermokantbank selbst bauen.
Je nach getriebenem Aufwand lassen sich damit auch Radien über 50mm realisieren.

Meine Bank hatte ich vor Jahren auch selbstgebaut und habe sie für die relativ scharfkantigen Abwinkelungen von Plexiglasabdeckungen (PMMA) im Serienbau bei Textilmaschinen eingesetzt.

Polycarbonat ist aber nicht ohne beim thermischen Verformen.
Es ist hygroskopisch und muß vor dem Erhitzen in einem entsprechenden Ofen einige Stunden unter der eigentlichen Verformtemperatur getempert werden.
Sonst kocht das molekular eingelagerte Wasser bei der Erweichung im Material auf und führt zu bleibender Weißbildung bis hin zum Aufschäumen der Platte, was nicht nur kagge aussieht, sondern auch einen heftigen statischen Festigkeitsabfall mit sich bringt.

Noch was:
Es heißt "Stegdoppelplatte" (eine gedoppelte Platte mit Stegen dazwischen) und nicht "Doppelstegplatte", was ja eine Platte mit zwei Stegen wäre.

Krie ich Plack von.... :mrgreen:
Gruß vom Gert
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Re: C-Rotor "für Arme"

Beitragvon Föhnix » Di 25. Jul 2017, 09:59

Spät schreibt'n aber ihm schreibt.

Ich hoffe, daß die Holzbauweise für den C-Rotor noch nicht verworfen wurde. Ich bin ja selbst gerade dabei, einen zu bauen. Passt auch besser zum Zimmermann als ein Blech- oder Plastikquirl. Meine Idee war es eigentlich, die Flügel in Laminierbauweise zu erstellen, wie im Zimmermannswesen (oder bei Decksarbeiten im Bootsbau) zum Bleistift freitragende Dachbinder mit Spannweiten bis zu 20 Meter und sogar darüber erstellt werden. Als Holztät (Holz und Ästhet, zumindest teilweise) favorisiere ich diese Technik in der aus eigentlich völlig ungeeigneten Querschnitten ein Flächentragwerk zusammengebastelt wird. Das Prinzip dürfte vielen hier bekannt sein von Tisch- oder Arbeitsplatten. Die Biege- und Verzugsstabilität wird durch das Verleimen von Einzelstäben erreicht. Geeignete Leisten gibt es zu Genüge in Baumärkten, wer es noch filigraner mag kann sie sich auch auf einer Tischreissäge selber schnibbeln. Andererseits kann man sich für eine Bauarbeiterhandtasche (6-er Träger Bier) in einem Sägewerk in der Nähe mit mehr als ausreichendem Grundmaterial versorgen. Je geringer der Anfangsquerschnitt desto sauberer kann der anvisierte Radius erzielt werden. Man hat auch die Möglichkeit in einerm zweiten Arbeitsgang diverse ,,Schmuckelement" wie andersfarbige Holzarten oder Intarsien einzuarbeiten. Der Vorteil ist das die Wiedererkennungsrate eures Rotors bei 100 % liegt und besser als ein Copyright ist !!
Als Finish ziehe ich in Betracht eine Glasfasermatter mit einem Gewicht unter 80g/qm zu verwenden. Diese wird, wenn sie ordentlich getränkt wird glasklar. Das ist eigentlich nur mit mehreren Schichten hochwertigem Lack zu erreichen nur ist der nicht ganz so lastwechselstabil wie eine Glasfasermatte die auch noch zusätzlich eine Stabilität einbringt.
Wenn man zum Bleistift mit Epoxidharz laminiert, weisen die Flügel eine gutmütige Flexibilität auf da Epox nicht zu 100 % hart wird, merkt man besonders wenn man mit Schleifpapier nacharbeitet. Ratzifutz ist das voll. Im Modelflugzeugbau nennt man das Spantbauweise mit Laminatdeckung.
Da ich ja in gewisser Hinsicht Zahlen- und Messgerätelegastheniker bin und mehr Freude am Basteln habe entspringt bei mir vieles der ,,Test und Irrtummethode". Bei meinen C- Rotorprofilen bin ich dazu übergegangen statt der üblichen Vorflügel ein verkürztes 90 ° Winkelprofil zu benutzen. Balkonversuche zeigten das der C-Rotor damit viel eher auf Wind reagiert als der herkömmliche C-Rotor
Auffällig war das der Rotor damit kurz vor dem Eintritt in die Gegenströmung noch einmal Fahrt aufnimmt. Ich weiß das der Balkon wenig aussagekräftig ist aber immerhin habe ich ,,meinen" Rotor mittels Industriestaubsauger (2400 Watt; halbvoll; mit 4 Meter
Schlauch) aus gut 2 Meter Entfernung ??mittig?? angeströmt auf 59 Upm gebracht. Ich muss aber dazu sagen, ich besitze kein Aneometer und habe auch nicht vor irgendwelche Spezialwerkzeuge oder Messgeräte zu erwerben. Für mich zählt eher der Spaß den ich beim Bauen habe, weniger der Nutzeffekt danach. Aber irgendwas muss dran sein denn der 321 Gramm Doppelsavonius auf dem Balkon macht zwar Anstalten sich bewegen zu wollen während der 9 Kg Quirl verhaltene Kreisbewegungen macht. P.S: Die Pflanzen die noch auf der Balkonbrüstung stehen, zeigen eine Windstärke von ca 0,vergißes an. Ich mache mal wenn möglich ein kurzes Video. Der jetzige Quirl ist eigentlich eine Dimensionierungsstudie aus (bis auf die Schrauben) 100 % Sperrmüll zusammengeklöppelt und der 90° Winkel ist eigentlich entstanden weil ich noch einen 80 mm breiten Blechstreifen übrig hatte und diesen dann mit Hilfe von 2 auf den Arbeitstisch geschraubten Leisten und einem Besenstiel in Form dengelte.
Mir schwebte schon immer vor einen nutzbaren VA-Rotor aus vorkonfektionierten Materialien, sprich Baumarktteilen zu bauen der auch mit weniger Geschick, dafür mit guten Willen,einer minimalen Ausrüstung und handwerklichen Grundkenntnissen nachgebaut werden kann. Frei nach dem Motto; ,,Bauen,Schauen und weitermachen!!"
P.S 2: Eigentlich wollt ich mich ersema nur bedanken für die Arbeit die ihr hier alle leistet. Und ganz nebenbei doch ein wenig Kritik üben:,, Ihr alle zeichnet dafür verantwortlich, daß ich jetzt den Spleen mit den Windrädern habe !!
Ist aber auch nicht schlimm, ich fühl mich sauwohl dabei !! :D
Gut Wind, Föhnix !!
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Re: C-Rotor "für Arme"

Beitragvon Föhnix » Di 25. Jul 2017, 12:44

Quirl.avi [ 1.76 MiB | 3794-mal betrachtet ]

Ich habs gepackt mit dem Video !!
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Re: C-Rotor "für Arme"

Beitragvon Ekofun » Di 25. Jul 2017, 19:11

Hallo Föhnix,

ich kann nichts sehen am Video,tut es nicht,leider.

Grüße,Ekofun
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