Sonnenwärme länger bunkern

alles ausser Windenergie, wie z.B. Solar oder regenerative Energien,

Re: Sonnenwärme länger bunkern

Beitragvon stglke » Fr 20. Jan 2012, 11:39

Hallo Bernd,
der Wärmetauscher hat im Salz eine Leistung von 12KW die Entladekurve fällt dann natürlich recht schnell ab
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Re: Sonnenwärme länger bunkern

Beitragvon Bernd » Fr 20. Jan 2012, 12:54

Das ist auf jeden Fall eine sehr interessante Sache.
Ist es denn so das die Zellen nacheinander "verbraucht" werden ? Führen sie ihre Wärme einem Pufferspeicher zu ?
Ich hätte auch gerne einen Acetatspeicher. :)

Grüsse

Bernd
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Re: Sonnenwärme länger bunkern

Beitragvon seb » Sa 21. Jan 2012, 06:22

Moin, ich steige mal mit ein.

Ist es bei der Wahl von Phasenwechselstoffen nicht günstig einen zu finden, der seinen Phasenwechsel
etwa bei 80 Grad Celsius vollführt und somit direkt mit dem Vorlauf einer herkömmlichen Heizung beströmt
werden kann? Es gibt sicher einige Öle & Fette die bei dieser Temperatur ihren Phasenwechsel vollführen.
(... Butter :D )

Viele Grüße

Sebastian
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Sebastian


Jeder Tag ist gleich lang, nur unterschiedlich breit...
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Re: Sonnenwärme länger bunkern

Beitragvon Bernd » Sa 21. Jan 2012, 08:16

Hallo Sebastian, Natriumacetat ist so ein Stoff der genau das macht. Der Phasenwechsel liegt um die 70 Grad.
Außerdem wird dabei relativ viel Wärme frei. Parafin also "Wachs" ist ein weiteres Beispiel. Parafin wird
daher auch für derartige Speicher eingesetzt, allerdings liegt der wechsel des Aggregatzustandes glaube
ich bei um die 60 Grad. ?
Selbst Eis also Wasser das gefriert wird vermehrt als Latentwärmespeicher eingesetzt, dann natürlich mit
einer Wärmepumpe. Das ganze in einer grossen unterirdischen Zisterne. Im Sommer nutzt man den Eisklumpen
dann als kostenlose "Antriebsquelle" für eine Klimaanlage.

Grüsse

Bernd
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Beitragvon ÖkoFAN » Sa 6. Okt 2012, 13:30

Moin,

auch wenn hier im Thread schon länger Stillstand war, einige Anmerkungen/Zusammenfassung von mir, da ich während der letzten 2 Jahre auch daran "gearbeitet" habe (wenn auch nur auf dem Papier).

Festzuhalten:
- Je größer der Speicher, desto günstiger das Verhältnis Oberfläche zm Volumen
- besser schmal und hoch als niedrig und "breit" wegen der Schichtungseigenschaften
- Wasser ist und bleibt nach meinen Recherchen immer noch DAS bezahlbare Medium; PCM (=Phase-Change-Materialien) sind für ihre Speicherfähigkeit einfach zu teuer
- Eisspeicher: schön und gut, man muss jedoch die Technik beherrschen und kann dabei viel Geld versenken
- die Dämmung (-->Isolieren macht man in E-Technik ;) ) ist der entscheidende Punkt
- die Wandung muss die maximalen Temp. dauerhaft aushalten können, Teichfolie reicht nicht. EPDM schon wesentlich eher.
- die Dämmung des Speichers sollte innenliegend sein, weil sonst wg. der wesentlich besseren W-Leitfähigkeit einer irgendwie gebauten statischen Hülle Mikrozirkulationseffekte auftreten und den Speicher entschichten (deswegen ist ein zweischaliger Vakuumspeicher aus Edelstahl auch nicht das "Gelbe"...)
- wie festgestellt wurde, funzt ein nachträglich in den Keller der Bestandshütte reingebauter Riesenspeicher NICHT; die Statik ist absolut überfordert (mein Archi sagte dazu: Du willst doch wohl nicht Dein Haus umschmeißen...?!?)
- die Rettungsdecke ist eine tolle Erfindung (eignet sich hervorragend zur Abschirmung von Sonnen- bzw. Wärmestrahlung), hat jedoch keinen wesentlichen Einfluss auf die sogenannte Gerüstleitung der W-E. Sie ist eine Verbundfolie (PET-Alu) und wird z.b. in der VIP-Technik = Vacuum-Insulation-Package verwendet

Für meine Untersuchungen ergaben sich folgende Schlüsse:
- wirklich anständige Dämmung ist auf Vakuumtechnik angewiesen
- wenn ein Speicher nachträglich entstehen soll, entweder einbuddeln oder einbuddeln. ;)
- als statische Hülle kommt entweder wie üblich Stahl oder Beton (fertige Zisternenringe oder örtlich hergestellt) in Frage
- Dämmung -wie gesagt- INNEN
- VIPs gibt's leider nur flach :( , also kann man solche höchstens im DIYS-Verfahren nachbilden. Die Original-Hersteller (Monopol) verlangen sündhafte Preise für das Zeug. Runde Bauform ist statisch und oberflächenmäßig optimal
- das Stützmaterial von VIPs (=pyrogene Kieselsäure) soll angeblich in der Halbleiterindustrie ein Abfallprodukt sein; leider habe ich noch keine Quelle dafür gefunden, außerdem wieder das Problem, das nicht-runde Platten-Format
- Alternative für das Stützmaterial: offenporige Substanzen mit genügend kleiner Struktur (<< 1mm). Ich habe ein einziges (bezahlbares) Material gefunden :idea: :lol:
- die Hülle des Dämm-Elements muss sehr gute Wasserdamof-Barriere-Eigenschaften haben (Rettungsdecke kommt zumindest etwa in die Richtung) habe ich auch gefunden
- um die geforderten niedrigen λ-Werte (ca. <=0,007) zu erhalten, muss man mindestens zum Fein-Vakuumbereich (=wenige Pa Enddruck) herunterkommen, geht gerade noch mit einer Drehschieber-V-Pumpe
- für den Fall, dass die Dämmwirkung aufgrund Diffusion/geringer Leckage nachlassen sollte, kann man vorteilhaft nachevakuieren

Ergebnisse meiner Kalkulation, basierend auf 35m³ mit max. Temp.= 80°C:

Anfänglicher E-Verlust liegt bei ca. 1/4 %/Tag, bezogen auf den gesamten E-Vorrat (ca. 2.000kWh), in °C gemessen << 1K/Tag. Anfänglich deswegen, weil der "Verlust" mit der e-Funktion abnimmt.
Damit hätte man eine theoretische Lifetime (bei 60K nutzbarem Temp.-Hub) von einem knappen Jahr.
Da fehlen allerdings noch die sehr schwer kalkulierbaren Wärmebrücken, die an den Anschlüssen/Durchführungen für die Wärmetauscher entstehen.
Das darf sich nach meinem Geschmack auch wirklich Saison-Speicher nennen.

Zum Schluss die (Material-)Kosten: mit Vorsicht kalkuliert deutlich unter 250EUs/m³. Ist eigentlich im Vergleich zu kommerziellen Produkten noch tragbar, wie ich finde. Da kann man schnell bis >1000EUs/m³ loswerden...

Kommentare erwünscht, Feuer frei (ich kann leider zu bestimmten Einzelheiten keine weitere Erklärungen abgeben) :mrgreen:
Sonnige Grüße von Michael
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Re: Sonnenwärme länger bunkern

Beitragvon Bernd » So 7. Okt 2012, 08:35

Wie hast du Dir das gedacht einen Speicher von innen zu dämmen ?
Jeder denkbare (Schaum)Dämmstoff hat ein sehr kleines Eigengewicht und hätte die Tendenz sich von der
Wandung zu lösen und aufzuschwimmen. Man könnte den Dämmstoff natürlich mit einer Folie überziehen aber
wie du schon sagtest hätte auch ich bedenken wegen der Haltbarkeit bei den Temperaturen im Speicher.
Das gleiche gilt für den Dämmstoff selbst denn dann wäre ja wohl nur Schaum möglich oder unbezahlbare Vakuumlösungen.
Wer schon mal eine Fußbodenheizung mit Fließestrich verlegt hat wird wissen wovon ich rede wenn dort die
Folie an irgendeiner Stelle undicht wurde und der Fließestrich darunter lief.. ;)

Ich hatte mal daran gedacht im Garten einen sehr grossen Erd(wasser)speicher zu versenken, zu mauern oder wie auch immer.
Platz hätte ich genug denn da ist eine Rasenfläche von ca. 25 x 25 metern in die ich ein beliebiges Loch buddeln könnte.
Durch die Erfahrungen mit der grossen Solarthermieanlage meines Kumpels und den daraus resultierenden
Hochrechnungen welches Volumen ich benötigen würde um durch den Solarthermiespeicher auf eine zusätzliche Heizung
verzichten zu können, bin ich wieder davon abgekommen, denn grob gerechnet müsste ich das Volumen des zu
versorgenden Hauses in Wasser im Speicher zur Verfügung haben und dieser müsste auch noch extremst isoliert sein.
Aufgrund der Größe des nötigen Speichers kämme man schnell auf das Grundwasserniveau etc etc...

Wenn man so eine Solarthermieanlage mal eine weile verfolgt (kann ich jederzeit von meinem PC aus machen) dann ernüchtert
das einen doch schon etwas. Ernüchternd ist vor allen die Höhe des Energieverbrauchs seines Hauses, ein älteres normal
gedämmtes Haus ähnlich meinem. Da muss man viel mehr Energie reinstecken um die Bude warm zu bekommen
als man denkt. Eine komplette neue Isolierung scheidet aus, dann lieber neu bauen und das alte verkaufen.

Am Anfang dachten wir das er einige Zeit mit der Enrgie auskommt die in seinen ca. 3000L auf 90 Grad erhitzen Wasser
vorhanden ist wenn alles durch die Sonne erhitzt wurde aber die sind so schnell wieder kalt das man staunt.
Insofern ist meine Richtlinie "Die Wassermenge muss dem Volumen des Hauses entsprechen um genug Sommersonnenenergie
in den Winter zu retten" vermutlich sogar noch zu knapp kakuliert.

In einem hochmodernen extrem gedämmten Neubau sieht es natürlich wieder deutlich besser aus aber das besitze
ich nicht und wohl die wenigsten anderen ebenfalls.

Einen bezahlbaren und extremst isolierten Speicher, das wäre die Lösung für viele die den Platz dafür zur Verfügung haben,
so wie es bei mir ja eigentlich der Fall ist.

Grüsse

Bernd
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Re: Sonnenwärme länger bunkern

Beitragvon ÖkoFAN » So 7. Okt 2012, 10:51

Hallo und guten Morgen Bernd,

...Dämmstoff hat ein sehr kleines Eigengewicht und hätte die Tendenz sich von der Wandung zu lösen und aufzuschwimmen...
Wenn Du leichten Dämmstoff als Hohlkörper in ein Wasserbad hineinsteckst, ist das vollkommen richtig.
Wir haben jedoch (als Idee) ein zylindrisches Loch in der Erde (+ entsprechend statisch haltbare Wandung/Boden), in das wir die Dämmung hineinbauen. Die steht erst einmal selbstständig und bewegt sich nicht vom Fleck. Dann wird Wasser eingefüllt (in meiner Rechnung ca. 35m³). Selbst wenn danach Wasser zwischen die Statikhülle und Dämmschicht (ca. 15cm) eindringen sollte, würde keine Auftriebskraft in Höhe von 35.000kg (= 350.000N) erzeugt werden. Also Aufschwimmen unmöglich.

Man könnte den Dämmstoff natürlich mit einer Folie überziehen aber wie du schon sagtest hätte auch ich bedenken wegen der Haltbarkeit bei den Temperaturen im Speicher.
Kleines Referat über Vakuum-Dämmtechnik zur Einführung... Der eigentliche Dämmstoff ist ja schon von Folie umgeben. Zusätzlich gibt es zur Abgrenzung gegen das Speicherwasser eine EPDM-Folie, die ihrerseits bei 80°C überhaupt keine Probleme macht. Erst bei >100°C wird es kritisch.

Das gleiche gilt für den Dämmstoff selbst denn dann wäre ja wohl nur Schaum möglich...
Original-Dämmstoff (bzw. der Stützkörper) ist -wie erwähnt- pyrogene Kieselsäure. Hat mit den Temp. kein Problem, genau wie "mein" Stützmaterial. Allenfalls die thermischen Eigenschaften (W-Leitung) sind wie üblich bei höheren Temp. nicht mehr soo optimal.

... denn grob gerechnet müsste ich das Volumen des zu versorgenden Hauses in Wasser im Speicher zur Verfügung haben und dieser müsste auch noch extremst isoliert sein...
Recht hast Du, die ganze Geschichte steht und fällt mit dem E-Bedarf der Hütte. Wenn man z.B. 3.000Ltr. HEL im Jahr verballern muss, die ST-Anlage bzw. Kollektor jedoch nur 15m² "groß" ist, wird es sicherlich schwierig, eine einigermaßen Deckung zu erhalten.
Zusammenhänge hier in Zahlen und Diagrammen.

...Einen bezahlbaren und extremst isolierten Speicher, das wäre die Lösung ...
Meine wirklich vorsichtige Kalkulation (s.o.) -man könnte auch auf Eventualfälle ausgerichtet sagen- liegt bei <250EUs/m³. Selbst in der Fundgrube bei Jenni.. bekommst Du den einzelnen m³ Speicher für umgerechnet >=1.700EUs.
Und: DER ist mit 200mm Standard-Dämmung (WLG wahrscheinlich 035) versehen. Also von den Eigenschaften/Verlust überhaupt nicht vergleichbar.

In real kann das Verhältnis sogar noch deutlich günstiger werden...... :)

Ist doch schon ein recht anständiges Verhältnis (1/7), oder? :mrgreen:

Erst einmal ein schönes WE...

EDIT:
PS: Wie geht's eigentlich Deinem 2-Scheiben-Geni (siehe http://www.daswindrad.de/forum/viewtopic.php?f=8&t=938? Hattest Du schon Zeit, den 2. Stator in "Feindraht-Technik" herzustellen?
Sonnige Grüße von Michael
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Re: Sonnenwärme länger bunkern

Beitragvon Bernd » Mo 8. Okt 2012, 08:29

Ich glaube du stellst Dir den Bau bzw. die Bausausführung eines solchen unterirdischen Speichers ein bisschen zu einfach vor.
Dämmaterial in ein Erdloch stellen und innen dann Wasser rein und das wars, so einfach läuft das ganz bestimmt nicht.
Als Praktiker fallen mir da gleich zig Probleme ein die dabei auftreten würden.
So halte ich es für unmöglich ein Eigenbaugebilde von evakuierter Isolation mit direkten Heisswasserkontakt zu betreiben.
Das wird vermutlich nicht mal so lange dicht bleiben bevor das Wasser dazu kommt. ;)
Die Probleme liegen meist immer im Detail und einige erkennt man meist leider erst wenn es zu spät ist um sie zu korrigieren. :)
Hier käme noch eine Menge (teurer) Grundlageforschung plus das Sammeln nötiger Erfahrungen hinzu.

Selbst wenn danach Wasser zwischen die Statikhülle und Dämmschicht (ca. 15cm) eindringen sollte, würde keine Auftriebskraft in Höhe
von 35.000kg (= 350.000N) erzeugt werden. Also Aufschwimmen unmöglich.

Das sehe ich komplett anders. 35.000 kg Auftrieb sind absolut nicht nötig. Die Dämmung kann auch in Teilen aufbröseln und aufschwimmen
wenn sie nicht dauerhaft an einem Stück zusammenhängend bleibt.. ;)
Ich weiss nicht inwieweit du schon mal praktische Erfahrungen mit ähnlich gelagerten Situationen hast,
aber in meinem schon zuvor genannten Beispiel braucht z.B. die Dämmung unter dem Fliessestrich auch
nicht den gesamte Fliessestrich anzuheben um das Werk nachhaltig zu zerstören. Das geht wie von selbst...
Wenn Wasser hinter einen unterhalb des Wassers befindlichen leichten Auftriebskörper kommt wird er früher oder später aufschimmen,
wenn auch erst in Teilen und wenn vielleicht auch nicht gleich.

Original-Dämmstoff (bzw. der Stützkörper) ist -wie erwähnt- pyrogene Kieselsäure.

Hört sich für mich wie ein Werkstoff an der Wasser wie ein Schwamm aufsaugen kann ?
Dann würde er evtl. nicht mehr aufschwimmen. ;)
Wie willst du das ganze Gebilde eigentlich dauerhaft dicht bekommen um das Vakuum zu halten oder zumindest so
das kein Wasser ins Vakuum gelangen kann ?

Ich hatte wie gesagt auch schon mal so ein "Bodenspeicherszenario" vor längeren durchdacht, aber genau wegen den
Problemen auf die man stösst wenn man von den grundsätzlichen Überlegungen hin zu den den kleinsten Details kommt,
habe ich das wieder verworfen.
Bei einem Preis von 250 Euro je Kubikmeter (real würde es wohl vermutlich wie so oft weit mehr werden) und der
bei mir nötigen Speichemenge hat sich das sowieso erledigt denn dann würde mein Speicher ja in der Gegend von
100.000 Euro kosten. Dafür kann ich bis nach meinem Lebensende "klassisch" heizen.
Trotzdem finde ich so einen Speicher äusserst reizvoll, aber der muss auch längerfristig funktionieren und somit
muss vor Baubeginn absolut gesichert sein das das ganze extrem stabil über Jahrzehnte arbeitet.
Bei so Hobbybasteleien im "Neuland" einer bisher wenig bekannten Technik ist das zumindest für mich schwer vorstellbar.

Der Multiplexgenerator ist noch auf dem Stand wie im Thread beschrieben.
Die neuen feinen Spulenstränge sind bereits gewickelt, aber auch schon vor längeren.
Evtl. baue ich da im Winter wieder weiter drann herum.

Wann baust du denn deinen Bodenspeicher ?

Grüsse

Bernd
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Re: Sonnenwärme länger bunkern

Beitragvon ÖkoFAN » Do 11. Okt 2012, 22:05

Hallo Bernd,

mal sehen, ob ich Deine Einwände mindestens teilweise entkräften kann :)

Ich glaube du stellst Dir den Bau bzw. die Bausausführung eines solchen unterirdischen Speichers ein bisschen zu einfach vor.
Dämmaterial in ein Erdloch stellen und innen dann Wasser rein und das wars, so einfach läuft das ganz bestimmt nicht.

Nein, so einfach sicherlich nicht. Wie ich bereits sagte, brauche ich eine äußere statische Hüllkonstruktion. Das könnte ein Schacht aus Beton-Fertigelementen sein, genauso gut -jedoch preiswerter- wäre ein örtlich gefertigter Schacht in runder oder auch Vieleckform. Das ist meine stabile Hülle des Ganzen, Innenseite versehen mit einem wasserundurchlässigem Anstrich/Beschichtung plus eine relativ dünne Auskleidung, die mechanische Schäden der V-Hüllfolie verhindert.

Darauf innen folgend 15cm sogenannter Stützkern (Material lasse ich hier offen), der allseitig von einer "High-Barrier"-Folie (Mat. hier ebenfalls offen) umschlossen ist.
Konstruktion dieses Gebildes ähnlich wie ein Dewar-Gefäß oder auch Thermoskanne; die einzige Verbindung zwischen innerer und äußerer Schicht besteht am oberen Rand (wo später ein "Deckel" draufkommt).
Darin eine wasserdichte EPDM-Folie, die das Speichermedium aufnimmt.

Die Dämmung kann auch in Teilen aufbröseln und aufschwimmen, wenn sie nicht dauerhaft an einem Stück zusammenhängend bleibt..
Nein, kann sie in keinem Fall. Schau Dir mal eine Packung Kaffee in V-Verpackung an... Solange der Innendruck merkbar unter 1bar liegt (nicht einmal sehr viel), bröselt da etwas? Versuche Dich auf die geschlossene Verpackung zu stellen. Trägt sie Dein Körpergewicht ohne Verformung? Nun, so viel verrate ich: Ich werde kein Kaffeepulver verwenden... :lol:

Wie willst du das ganze Gebilde eigentlich dauerhaft dicht bekommen um das Vakuum zu halten oder zumindest so das kein Wasser ins Vakuum gelangen kann ?
Die Folie wird a)verschweißt, einmal oder sogar doppelt, b) könnten die Nähte zusätzlich versiegelt werden

Bei einem Preis von 250 Euro je Kubikmeter (real würde es wohl vermutlich wie so oft weit mehr werden)....
Dazu ein paar Zahlen:
Speicher-Volumen = 35m³, Volumen Dämmung = 11m³, gesamte Oberfläche der Hüllfolie <= 160m²

Stützkörper-Material: <250 EUs/m³ --> 2750 EUs
Barrier-Folie: < 2 EUs/m² --> 320 EUs
EPDM-Folie: 75m² á 6,5 EUs/m² --> 490 EUs
Statische Hülle (Wandung), örtlich: ca. 15 EUs/m² --> 1125 EUs
Summe: < 4.700 EUs, Sicherheits-Zuschlag (Preissteigerung, Unvorhergesehenes, sonstige "kleine" Hilfsmittel) + 20% = <5.640 EUs
--> 5640,-- / 35 m³ = 161,-- / m³ Speichervolumen
Es fehlen noch die "Einbauten" im Speicher = Beladungs- + Entnahmerohre (grob = 500EUs)
Wenn ich nun eine Vakuum-Pumpe samt Verrohrung/Zubehör/Kleinkram mit 2.000 EUs veranschlage, schlägt diese Investition mit < 60 EUs/m³ zu Buche.
Ich bin also noch deutlich unter der erstgenannten Zahl von 250 EUs/m³.

Vergleich zum Profi-VIP: 1 m² dieser Panele hochgerechnet auf 15cm Stärke kostet nach letzten Infos umgerechnet etwa <1.000EUs. Der Preis würde sich also etwa vervierfachen (wenn das ausreicht). Und wenn dann ein V-Schaden aufträte...
Der Markt ist übrigens quasi in einer einzigen Hand :roll:

...und der bei mir nötigen Speichemenge...
Ich weiß nicht, wie Du genau diesen Wert kalkuliert hast. Wolltest Du etwa 400m³ Wasser speichern?

Jedenfalls gehen handelsübliche Profi- und auch Freeware-Solarprogramme davon aus, dass ein Pufferspeicher deutlich verlustbehaftet ist.
1. Einfluss der Speicher-Verluste
Ich kenne Verlustwerte pro Tag von 1K (gute Dämmung) bis etliche K / Tag (miserable Dämmung).
In einem Saisonspeicher mit Temp.-Verlusten von deutlichst unter einem K/d ( << 1% der gespeicherten E.) liegen die Verhältnisse grundsätzlich anders. Da verändern sich auf einmal die nötigen Speicher-Volumina drastisch nach unten, da die E. nämlich da bleibt, wo sie bleiben soll. Und sie steht nachher auch tatsächlich zur Verfügung.

2. Es kann nicht Ziel sein, die gesamte in der Heizsaison benötigte Wärme (Heizung UND WW) von A bis Z einzulagern, sondern immer nur ein Teil des Gesamtbedarfs. Die ST-Anlage (lässt sich ja mit Simulationen gut berechnen) liefert ja bis weit in den Okt. hinein noch einen mindestens gut erkennbaren Anteil nach. Bei guter Ausrichtung der Kollies im Okt. noch >50% eines Sommer-Monats. Nur in den 4 Kernwinter-Monaten Nov.- bis Febr. incl. liegt der Ertrag insgesamt bei einem guten Sommermonat und kann daher nur als "kleine" Ergänzung zählen.

100% solare Deckung kann man sowieso nur in einem Nahe-Passivhaus erreichen, ansonsten werden die letzten 20-30% sündhaft teuer.

Der Speicher soll nächstes Jahr "in Produktion" gehen. Ich habe übrigens schon mal mit zwei technisch "versierten" Menschen darüber gesprochen (einem sehr praktisch veranlagter Dipl.-Ing. und einem Physiker , in der ST-Technik "zu Hause"). Beide meinten, das Konzept wäre das absolut schlüssigste, was sie bis jetzt aus diesem Bereich gehört hatten.

Das schöne gegenüber der professionellen VIP ist, dass man mit der V-Pumpe jederzeit nachbessern kann, wenn nötig.
Sonnige Grüße von Michael
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Re: Sonnenwärme länger bunkern

Beitragvon Bernd » Do 11. Okt 2012, 22:30

Mir wäre das zu riskant darauf zu hoffen das eine Folie und deren Verschweissungen bei dem Temperaturniveau dauerhaft
dicht bleibt und das Material langfristig nicht altert oder spröde wird und einzig die Folie über Wohl oder Wehe des ganzen
Systems entscheiden kann.

Ich denke es ist ganz etwas anderes ein 500gr Paket Kaffee dauerhaft bei Zimmertemp. dicht zu halten (wofür sicher auch
lange industriell getüftelt wurde bevor es wiederholbar in den Griff zu bekommen war) oder aber einen riesigen
Speicher in dem sehr heisses Wasser eingelagert wird vor Ort mit einer ähnlich wiederholbaren Qualität zu verarbeiten.
Wie lange wird denn die Folie mitspielen ? Das dumme ist das mit der Folie dann auch gleich das Stützmaterial mit "stirbt".
Aus dem selben Grund würde ich auch nie Rohrsysteme verwenden die einzig und alleine mit einem O-Ring aus EPDM abdichten.
EPDM ist keineswegs das Wundermaterial für das es immer gehalten wird.
Schon jetzt meine Prognose das derartige Rohrsysteme in absehbarer Zeit die ersten Undichtigkeiten aufweisen werden und dort
wo Gasrohre so verlegt wurden wird es auch mal......
Es ist schon schwierig genug eine einfache Teichfolie für einen simplen kleinen Gartenteich dicht zu bekommen
und das was du beschreibst ist ja von der Umsetzung eine ganz andere Nummer. :)

Für mich klingt das alles doch sehr theoretisch und alle Theorie ist bis zu ihrer (dauerhaft) geglückten Umsetzung grau.
Um ehrlich zu sein denke ich wird es wie bei vielen ähnlich gelagerten Ideen sein, man muss es ausprobieren und wenn
es nach vielen Jahren noch wie am ersten Tag funktioniert kann man es vermarkten. Meine Erfahrung ist das es in 98% der
Fälle nicht der Fall sein wird bzw. dann nach einigen Monaten "Dichtigkeit" das ganze als "erprobt und bewährt" vermarktet wird. ;)

Der Speicher soll nächstes Jahr "in Produktion" gehen.

Ich hoffe aber erstmal nur bei Dir und dann einige Jahre der Praxiserprobung ?

Ich weiß nicht, wie Du genau diesen Wert kalkuliert hast. Wolltest Du etwa 400m³ Wasser speichern?

So in etwa, eigentlich gerne noch 100 Kubikmeter mehr. :)
Mit 35 m³ könnte ich ein Haus wie meines bei nur 80 Grad Speichertemperatur in der kalten Jahreszeit (je nach Außentemp)
geschätzt nicht mal zwei Wochen versorgen, die spärliche Nachheizung der Sonne im Winter schon einkalkuliert.
Ich suche eher nach Lösungen die ein grösseres Speichervolumen bezahlbar möglich machen bzw. würde mich ein so kleines
Volumen schlicht nicht wirklich weiter bringen, wenngleich es für extrem isolierte Neubauten vielleicht schon eine gute
Hilfe sein könnte.
35.000 Liter Speichervolumen empfinde ich als eher recht klein wenn ich schon ein riesen Loch in den Garten buddle.
Das würde ja noch fast in mein Werkstattgebäude passen. :)

Grüsse

Bernd
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