Lenz2 turbine

fertig gestellte Windräder, Fotos, Beschreibungen und Nutzdaten

Lenz2 turbine

Beitragvon bravo582 » Mo 7. Nov 2016, 15:01

Hallo Liebe Windrad Gemeinde ;)

Ich möchte mich ersteinmal kurz vorstellen. Ich bin 19 Jahre alt und absolviere momentan ein Auslandspraktikum in Lima,Peru bei einer Firma namens EXSA S.A. Diese produziert Sprengstoff für den Bergbau und zivile Anwendungen wie z.b. Straßenbau. Ich bin in der Abteilung Corporate Social Responsibility (kurz: CSR) und habe mir als Projekt überlegt, Windräder für die Minenarbeiter in den Bergregionen zu bauen. Leider habe ich sogut wie keine Erfahrung mit Windrädern gehabt, abgesehen davon das ich in den letzten 2 Wochen ziemlich viel recherchiert habe.
Jetzt zu meiner Frage: Ich bin im Internet auf die Lenz2 turbine gestoßen welche relativ preißgünstig ist.
hier der link: www.windstuffnow.com/main/lenz2_turbine.htm
soo weit so gut, das sieht noch relativ einfach aus... Mein problem liegt eher darin einen Scheibengenerator zu bauen und an die turbine zu montieren.. könnte mir da jemand vielleicht weiter helfen? Ich habe dazu im Internet nur ungenaues gefunden. Ich stehe momentan ziemlich auf dem Schlauch^^

P.s. was denkt ihr? taugt die Lenz2 turbine überhaupt was? Es geht ja auch nur darum das sie "etwas" Strom produziert, es muss nicht den deutschen Standards entsprechen..

Ich hoffe ihr könnt helfen

MfG aus dem schönen Peru!
Julian
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Re: Lenz2 turbine

Beitragvon Ekofun » Di 8. Nov 2016, 11:14

Guten Tag Julian,

und willkommen ins unsere Forum.!

Mit Lenz Windräder habe keine Erfahrung,habe keinen gemacht,aber das sind Wiederstandsleufer wie auch Savoniusrotoren.Ihre TSR ist so um die 1,3 bis 1,8 ohne Last, bei Last sinkt sie auf 0,6 bis 0,7.
Wirkungsgrad ist für Wiederstandsleufer um 20 %,und wundert mich das es in diesen Link 41 % ist,denke das es zu hoch gesezt.

Unklar ist mir auch diese Formel für Leistung,Formel die ich in Bücher habe lautet: V^3 * 0,61 * Wirkungsgrad * A ohne disen 0,00508
Was diese Faktor bedeutet weiss nicht,sehe ihn erstes mal.
V^3 = Wind pro Sekunde
0,61 = Gewicht vom 1m^3 Luft/2
A = Windradfläche in m^2 ( Durchmesser * Höhe.)

Um 500W zu bekommen bei z.B. 15m/s Wind(Geni = 80% Wirkungsgrad) sollte Rotorfläche 500 / 15^3 * 0,61 * 0,2 * 0,8 = 500 / 329 = 1,52m^2
Fläche haben.
Wie gesagt mit Lenz könne mich nicht so gut aus aber mit Savonius habe einige Erfahrungen.Wirkungsgrad ist um 20%,leuft schon bei 1m /s Wind an,ist robusst und kann Windgeschwindigkeiten von 25m/s und mehr vertragen,wenn er gut gebaut ist.

Aber wäre gut das Sie uns sagen auch welche Leistung Sie wünschen dann können wir noch besser Antwort geben.Und Scheibengenerator ist immer die beste Wahl.

Grüße

Ekofun
Zuletzt geändert von Ekofun am Di 8. Nov 2016, 19:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Lenz2 turbine

Beitragvon bravo582 » Di 8. Nov 2016, 15:11

Erstmal danke ich dir für deine Antwort,

Also wie gesagt ich kenne mich sogut wie überhaupt nicht aus mit Windrädern. Du meinst das ein Savonius Rotor zu empfehlen wäre?
Naja also 4-5 ´Glühlampen bzw. LEDs sollten laufen und vielleicht noch ein Fernseher... so viel wie möglich :roll:
wären 130 watt bei 30 km/h möglich?
Eine andere Frage wäre noch ob ich nicht einfach eine Lichtmaschine benutzen könnte als Generator da hier meistens schon ein Gleichrichter eingebaut ist. Oder benötigt diese zu hohe Drehzahlen?
ist das anschließen einer Autobatterie möglich?

P.s. Wie gesagt es soll so güsntig wie möglich gehen und nicht allzu kompliziert... Achja und der Fernseher würde auch nicht 24/7 laufen.
MfG
Julian
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Re: Lenz2 turbine

Beitragvon Ekofun » Di 8. Nov 2016, 16:02

Guten Tag,

30 kmh Wind ist Wind von ca 8m/s.

Rechne jetzt die Rotorfläche in m¸2:

A = 130W / 8^3 * 0,61 * 0,2 * 0,8 = 130 W / 50 = 2,6m^2. Rotorfläche ob Lenz oder Savonius soll 2,6 m ^2 sein um bei 8m/s Wind 130 W bekommen.Unter Tittel "Savonius wird gebaut " habe ich bau meines Savonius so zimlich ausführlich beschrieben.
Bei jeden Rotor ist wichtig,egal ob Lenz oder Savonius oder andere Art,das er gut ausgewuchtet ist (!).

Für 2,6m Fläche soll er dann 1,25 m D und 2,1 m Höhe haben.

Normale Lichtmaschiene ist ungünstig,sie braucht hohe Drehzahlen und Eregungsstrom.Am besten ist eine Scheibengeni der mit Magneten bestückt ist.Sobald er sich dreht gibt er Spanung und Strom,je schneller er dreht um so mehr gibt er Spanung und Leistung.
Und solche Geni hat KEINE RASTUNG,so leuft er leicht an.

Welche Rotor Sie nehmen entscheiden Sie selbst,beide , Lenz und Savonius sind Wiederstandrotoren.Meiner Meinung nach ist Savonius leichter bauen als Lenz(gült das für mich).Warten Sie ab was noch andere Mitglieder sagen.
Savonius ist unkompliziert,kann auch vom alte Fässer gebaut werden.Hier zwei Bilder vom solchen Rotoren....

Der Savonius Rotor vom Dr.Schulz.jpg
Der Savonius Rotor vom Dr.Schulz.jpg (267.1 KiB) 4223-mal betrachtet


Savonius Julian.jpg
Savonius Julian.jpg (215.76 KiB) 4223-mal betrachtet


So sehen dise Rotoren aus,sind robust und können auch Winde über 25m/s aushalten wenn die gut gebaut werden.

Grüße

Ekofun
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Re: Lenz2 turbine

Beitragvon herbk » Di 8. Nov 2016, 22:11

Hi Julian,
Wenn Du ein paar Tage (Abende) nutzt und dich durch die Forenbeiträge liest, weißt Du eine ganze Menge mehr... :)

Um das was Du vor hast VERNÜNFTIG zu beurteilen, musst Du erst einmal feststellen wie viel Wind dort wo Du die Windräder aufbauen möchtest wirklich geht. Da reicht keine irgendwo aufgeschnappte Zahl, das muss ein zuverlässiger Wert sein. Auch eine mittlere Windgeschwindigkeit hilft Dir gar nichts, Du brauchst die Windgeschwindigkeit die zuverlässig (so weit Wind zuverlässig sein kann...) zur Verfügung steht.

Wenn Du den Menschen einfach und unkompliziert Strom zur Verfügung stellen möchtest solltest Du eher an Solarenergie als an Windkraft denken...
Gruß Herbert
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Re: Lenz2 turbine

Beitragvon bravo582 » Mi 9. Nov 2016, 21:38

Hallo Herbert,
und danke für deine Antwort:)

Ja werde heute Abend durch das Forum stöbern. Habe das leider bis jetzt irgendwie noch nicht geschafft... Hm naja ich habe mir gedacht ein Windrad zu bauen das möglichst wenig U/min braucht Wäre doch die beste Möglichkeit? :P Wenn du das aber schon so sagst habe ich mich wohl getäuscht?

Ja eine Solaranlage war zunächst meine erste Wahl, allerdings habe ich gemerkt das diese im Vergleich relativ teuer ist... Oder täusche ich mich wiedereinmal?

P.s. mit welcher Preisspanne muss ich für den (Scheiben-)Generator rechnen? Ich möchte kein Set kaufen da dies realtiv teuer ist.. Und wie gesagt es ist ja von meiner Firma aus.. Wenn "die" zufrieden sind würde ich ja mehrere bauen... Und vielen Dank an ekofun für die Bilder!!
LG
Julian
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Re: Lenz2 turbine

Beitragvon finn » Mi 9. Nov 2016, 22:24

mit wind kannst du halt nicht fest rechnen...

sonne ist mit größerer wahrscheinlichkeit zuverlässig da...
und ein paar solarpanels sind leichter zu transportieren als ein windrad mit ausreichender größe...

solarpanel erzeugen auch keine vibrationen...

liest sich natürlich doof in nem windradforum.... aber solar ist für deine anwendung vermutlich besser
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Beitragvon herbk » Mi 9. Nov 2016, 22:37

Hi Julian,
erst noch mal zu den Rotoren: im Forum C-Rotor gibt es ein paar Vergleichstests die bei der Rotorfrage behilflich sein können. ;) ;)

Grundsätzlich gibt es bei Windrädern, speziell bei vertikalachsigen Widerstandsläufern, das Problem dass sie für jeden Generator zu langsam drehen. Die Generatoren (auch Scheibengeni's) müssen deshalb sehr groß gebaut werden damit bei so niedriger Drehzahl überhaupt was rauskommt, - und das kostet...

2 Solarpanele a 100W kosten (in D) nicht mal mehr 200,-€.
Dafür bekommst Du nicht mal das Material für einen Scheibengenerator, von der Arbeit und dem Material für einen 3m^2 Rotor mit Tragkonstruktion ganz zu schweigen...

Batterien und Laderegler brauchst Du so wohl für Solar als auch für Windrad, nur dass der Regler für's Windrad deutlich teuerer ist.

Das nur mal zur Kostensituation in der Anschaffung... Dazu kommt dann noch, dass ein (Klein)Windrad im Unterhalt mehr fachkundige Pflege braucht und auch hier teurer ist.
Gruß Herbert
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Re: Lenz2 turbine

Beitragvon Ölfinger » Fr 11. Nov 2016, 11:39

Wie hier eigentlich von allen schon mehr oder weniger klar gesagt:
Zur autarken Stromversorgung kommen heutzutage in erster Linie Photovoltaik-Elemente zum Tragen,
selbst bei keiner direkten Sonneneinstrahlung wird noch etwas Strom produziert.
Meiner Ansicht nach trägt einWindrad eher zur Ergänzung bei, wobei das natürlich stark Klimaabhängig ist.
Auch ist ein horizontaler Schnellläufer wesentlich effektiver als ein vertikaler Widerstandsläufer.
Für mich kamen wegen der Windverhältnisse bei mir (viele Sturmböen im Winter) eigentlich nur der sehr robuste Savonius in Frage.
http://www.daswindrad.de/forum/viewtopic.php?f=5&t=2222
Zu anderen Typen kann ich leider noch nichts sagen (ein C-Rotor steht auch schon als Entwurf herum :roll: ) .
In den letzten Tagen, vorallem Nächten wird das schon wieder deutlich:
Winstat.jpg
heute nacht gab´s wieder Fernsehen =)
Winstat.jpg (102.46 KiB) 4139-mal betrachtet


Ich möchte auch noch anmerken, dass ich eigentlich wie die meissten hier auch :roll: , das Pferd von hinten aufgezäumt habe...
Herbert hatte das in meinem Thread mal schön erklärt:
herbk hat geschrieben:Um was Sinnfolles zu machen muss ich mich beim Herangehen an folgende Reihenfolge halten um mit möglichst wenig (finanziellen) Aufwand eine befriedigende Lösung zu erhalten:

1. Überlegen was möchte ich
2. Feststellen welche Windbedingungen an meinem Standort vorherschen.
3. Punkt 1 mit Punkt 2 abgleichen und überlegen was machbar ist... ;)
4. einen zum Standort passende Anlagenform wählen
5. Rotorgröße festlegen und daraus theoretisch erziehlbaren Ertrag errechnen.
6. Generator nach den Umgebungs- und Rotordaten planen. Zu berücksichtigen ist dabei a. die Windgeschwindigkeit (aus der die Rotordrehzahl resultiert) bei der mir Nutzleistung (z.B. 14V zum Batterie laden) zur Verfügung stehen soll.
7. Dann erst das ganze bauen... ;)


Jedenfalls ist die Windkraft eine wirklich gute Ergänzung zu sonstigen Energieversorgungskonzepten,
ebenso durch Verwendung von benutzten Bauteilen wie Achsnaben von PKW oder Anhängern und Fässer und sonstigem "Schrott" relativ Rohstoffneutral
(gut, Kupfer und Magneten und vorallem die bei mir verwendeten Farben sind nicht so Öko )
und der Aufbau lässt sich von (fast) von jedem halbwegs begabtem Mechaniker durchführen.

Aber wie schon festgestellt, lies Dich mal ein bischen durchs Forum,
Ich habe hier eigentlich alles gelernt ;)

Viel Spass und Erfolg bei Deinem Projekt
Gruss Konny
Ölfinger
 
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