Was wird aus dem Phasenwiderstand nach der Gleichrichtung?

Strom, Spannung, Widerstand und Leistung

Was wird aus dem Phasenwiderstand nach der Gleichrichtung?

Beitragvon Wanderer » Mi 7. Jan 2015, 15:15

Nehmen wir an, der Wicklungswiderstand zwischen 2 Phasen beim 3-Phasen Drehstromgenerator beträgt 1 Ohm. Wie groß ist der Innenwiderstand des Systems nach Gleichrichtung mit Drehstrom-Brücke?
Auch hier konnte ich in der Literatur nichts finden.

Vorweg die Bemerkung, die Angelegenheit ist so verzwickt, dass es grundsätzlich eines messtechnischen Beweises bedarf. Das allerdings ist mir nicht gelungen.
Liegt daran, dass ich einen Antrieb mit Drehzahlregelung habe, der Regler aber lediglich P-Charakteristik hat (P = proportional). Bei Belastung sinkt die Drehzahl
geringfügig aber eben doch. Das wirkt sich unmittelbar auf die Induktionsspannung aus.
Der Systemwiderstand nach Gleichrichtung lässt sich nämlich nicht direkt messen, sondern nur bestimmen durch den Spannungsfall bei Belastung.
Sinkt die Gleichrichtspannung z.B. bei Belastung mit 1 A um 1,2V , so hat man einen Widerstand von 1,2 Ohm. Der Strom sollte dabei so gewählt werden, dass er nicht wesentlich zur Erwärmung der Spulen führt.

Wem so ein messtechnischer Nachweis gelingt - gerne. Man kann die Drehzahl auch von Hand nachregeln.

Bis dahin im Folgenden mein theoretischer Ansatz, wie auch hier http://www.daswindrad.de/forum/viewtopic.php?f=28&t=2180 mit der Energiemethode. Die Verlustleistung vor der Gleichrichtung muss der nach der Gleichrichtung entsprechen.

Innenwiderstand nach Gleichrichtung-Drehstrom.png
Innenwiderstand nach Gleichrichtung-Drehstrom.png (88.14 KiB) 3025-mal betrachtet


Nach meinem Vertändnis wird also beim Drehstromgenerator aus 1 Ohm Phasenwiderstand nach der Gleichrichtung 1,057 Ohm. Dass die Zahl ziemlich genau 1,35 / 1,28 entspricht,
also dem Verhältnis von Gleichrichtspannung / Gleichrichtstrom (s. erwähnter Link), ist sicher kein Zufall.

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Re: Was wird aus dem Phasenwiderstand nach der Gleichrichtun

Beitragvon Wanderer » Do 25. Feb 2016, 20:11

Da ein sog. Rippenband von einer Waschmaschine wider alle Befürchtungen nicht von den „Riemenscheiben“ gerutscht ist, obwohl beide ohne Rippen, konnte ich die Messungen selber machen. Hier der Messaufbau:

Messaufbau.jpg
Messaufbau.jpg (195 KiB) 2254-mal betrachtet

Als Prüfling dient wieder ein Scheibengenerator, ein versuchter Sonderaufbau einer chinesischen Firma. Wicklungswiderstand ist mit 5,6 Ohm doppelt so hoch wie bestellt, hierfür aber gut brauchbar.
Damit sich die Spannung beruhigt, habe ich dem Gleichrichter parallel zum Ausgang einen Glättungskondensator verpasst. 2 x 10000μF/25V in Reihe, überbrückt mit 2 kOhm. Letzteres hat 2 Gründe:
1. verbleibt die Ladung nach Abschalten nicht unnötig lange auf dem C.
2. werden die Dioden mit einem gewissen Grund-Strom beaufschlagt. Sonst geht nämlich die Flussspannung theoretisch gegen Null, s. auch https://upload.wikimedia.org/wikipedia/ ... stics1.jpg
So aber gibt es klarere Verhältnisse bei der Leerlauf-Spannung, quasi vorhanden bei Belastung mit 2 kOhm.

Die Bohrmaschine regelt die Drehzahl nach, aber nur im Sinne eines P-Reglers (Proportional-Regler). Da gibt es bei Belastung eine geringfügige Regelabweichung bei der Drehzahl. Deshalb zusammen mit dem optischen Drehzahlmesser aus Modellbau-Kreisen die 4-Blatt-Lichtschranke am Bohrfutter. So lässt sich die Drehzahl händisch nachregulieren.
Allerdings ist das bei der AEG-Bohrmaschine nicht fein genug, so dass letztendlich eine alte ungeregelte zum Einsatz kam, zusammen mit einem externen Regler im grauen Kasten. Ist auch nur ein P-Regler, lässt sich aber feinfühliger einstellen. Bilder:

Bohrmaschine.jpg
Bohrmaschine.jpg (71.39 KiB) 2254-mal betrachtet

Steller.jpg
Steller.jpg (36.75 KiB) 2254-mal betrachtet

Das Messprotokoll mit der Auswertung ist im Anhang.
Es liegt die Idee zugrunde, den Innenwiderstand von einem aktiven 2-Pol zu bestimmen, indem der Spannungsunterschied bei 2 verschiedenen Lastströmen ausgewertet wird.

Ri = ΔU / ΔI

Da mit 4 verschiedenen Belastungen gemessen wurde, gibt es für die Ri-Bestimmung mehrere Möglichkeiten. Diese sind wohl alle verwendbar, bis auf die angegraute.
Über den Mittelwert von Ri ergab sich gemessen: Ri / Rw = 1,21
Das ist erwartbar höher, als der theoretisch ermittelte Wert 1,057, sind doch die Widerstände des Brückengleichrichters in dem nicht enthalten. Da immer mind. 2 Dioden durchflossen werden, ist eine Erhöhung durch 2 x 0,1 Ohm durchaus typisch.
Somit scheint meine Überlegung mit den 1,057 so falsch nicht gewesen zu sein.

Natürlich sind die Messunsicherheiten nicht unerheblich. So zeigt z.B. der Drehzahlmesser bei 800 u/min nur 80 als Ziffernfolge an.
Mal sehen, ob ich in einem Folgebeitrag eine sog. Gaußsche Fehlerfortpflanzung hin bekomme.

Grüße vom Wanderer
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Gleichrichtung (1).pdf
Messprotokoll & Auswertung
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Re: Was wird aus dem Phasenwiderstand nach der Gleichrichtun

Beitragvon Bernd » Fr 26. Feb 2016, 08:18

Hallo Wanderer, um ehrlich zu sein ist mir schleierhaft was du da genau machen willst.
Wie sich Strom und Spannung bei einem Drehstromgenerator verhalten ist ja bekannt, wenn es auch manchmal anders ist als einige vermuten.
Du willst nun heraus finden was aus dem Phasenwiderstand im Drehstromgenerator wird.
Ohne jetzt Formeln herbei zu zitieren sagt mir die Logik das er sich entsprechend dem Energieerhaltungsgesetz verhalten wird bzw. anlog
von Strom und Spannung denn ein Generator wird energetisch nicht besser nur weil er dreht.

Du schreibst was von 5,6 Ohm "Wicklungswiderstand" des Generators.
Wo genau gemessen ? Zwischen zwei Phasenanschlüssen oder nur die Spulen einer separierten Phase?

Wenn du rein über Spannung und Strom den Widerstand ermittelst, dann zeigen im Betrieb die Induktivitäten der Spulen Wirkung.
Je höher die erzeugte Frequenz, desto höher scheint auch der Widerstand.
Wenn du jedoch heraus finden wolltest was aus den 5,6Ohm ohmschen Widerstand wird dann ist das glaube ich der falsche Weg weil
eben diese Induktivitäten ihren Beitrag zum Gesamtergebnis leisten.


Grüße

Bernd
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Re: Was wird aus dem Phasenwiderstand nach der Gleichrichtun

Beitragvon Famzim » Fr 26. Feb 2016, 11:07

Hallo

Was in den Berechnungen immer fehlt ist das Magnetfeld im Generator.
Es wirt immer davon ausgegangen das es gleich und stabiel bleibt, das ist aber nicht so.
Bei Generatorbetrieb wird das Feld ständig mit steigender Belastung schwächer.
Die sinkende Spannung ist nicht alleine dem CU Wiederstand zu zu rechnen.
Um das zu beweisen hab ich eine Meßspule in den Generator eingebaut, die das sehr schön zeigt.
Diese müste ja immer die gleiche Spannung haben wenn das Feld gleich stark bleibt, jedenfals bei gleicher Drehzahl.
Meine Werte sehen folgender maßen aus:
---------
Nochmal Messungen:
Motor nun der 32 Poler und Generator 28 Pole.
Darum die etwas niedrigeren Drehzahlen!
Drehzahl--- Moment--- Motor V--- Motor A--- Gen.V (Y)- Gen.Strom- Mess Spule
3500 --------20 -------34,4------3,3---------22,6------------0------3,25
3370 --------40 -------33,9------5,5---------21,0------------0------3,09
3010 -------120--------32,6-----13,6---------15,2-----------11,4----2,41
2930 -------140--------32,0-----15,7---------14,0-----------13,7----2,21
2870 -------160--------31,6-----17,9---------11,9-----------17,1----1,9
2860 -------164--------31,5-----18,4---------10,0-----------19,4----1,62
2880 -------160--------31,7-----17,7----------8,5-----------21,0----1,41
3070 --------97--------32,5-----11,2----------2,9-----------24,0----0,75
U/min-------Ncm---------V--------A------------V-------------A-------V

Ich denke man kann die untereinander stehenden Werte auch gut ohne Kurve sehen!
Das höchste Drehmoment mit 164 Ncm bei 2860 U/min.
Generatorspannung schon unter 50 %.
Motor max Leistung.
Auch die Messspule zeigt 50 % Spannung.
Danach sinkt die Antriebsleistung bei wieder steigender Drehzahl.
Das Drehmomend sinkt auf 97 Ncm trotz steigendem Generatorstrom.
Bei Kurzschluß am Gleichrichter zeigt das V Meter 2,9 V am Y Phasenausgang.
Messspule auch nur noch 0,75 V für das wirksame Magnetfeld, im gegensatz zu 3,25 V im "fast" Lehrlauf.
----------
Die drei letzten Werte zeigen also die Generatorspannung , Strom und die Spannung der Meßspule an.
Die Meßspule wird ja nicht mit Strom beaufschlagt und zeigt darum an, das das Feld sehr Stark schwächelt, fast bis zum Zusammenbruch.
Auch das Drehmoment bricht weg, welches zum Abbremsen benötigt wird, obwohl der Generatorstrom gestiegen ist.

Dieses Verhalten geht aber nicht in die Rechnungen mit ein, die dann keinen Rückschluß auf den Innenwiederstant zu lässt.
Ich denke das je nach Belastung immer wieder andere Werte durch eine reine Berechnung herauskommen werden.
Auch das bei geringen Belastungen mit Elko, die Spannung höher liegt, und bei sehr hohen Belastungen es besser ohne Elko geht.
Das müßte ich noch mal messen.
Da der Kondensator auch nachgeladen werden muß, ist der Generator in dieser Zeit mit höherem Strom belastet, als normal, und der Spannungsabfall am CU , und die Feldschwächung schlagen da eben mit höherem Scheinwiederstant zu.
Der CU Wiederstand bei Drehstrom ändert sich doch nicht, nur durch den besonderen Lastfall scheint er doppelt so hoch zu sein.
Durch die nur kurzen aber höheren Lastströme entstehen so auch höhere Verluste im Generator.
Nicht umsonst werden in einem stark Induktiefem Netz, Kompensatorkondensatoren eingesetzt die die Blindströme vom Netz fern halten.

Gruß Aloys.
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Re: Was wird aus dem Phasenwiderstand nach der Gleichrichtun

Beitragvon Wanderer » Fr 26. Feb 2016, 14:26

Hallo Bernd,
Nach der Gleichrichtung ist es der Innenwiderstand des Systems, der bei Stromfluss die Spannung fallen lässt. Deshalb ist dessen Größe für den Anwender viel wichtiger als die Phasenwiderstände. Gesucht war dennoch ein Zusammenhang zwischen beiden.

Energieerhaltung genau, so habe ich das gemacht. Hier: Verlustleistung an den Widerständen vor der Gleichrichtung muss gleich sein der, an dem wirksamen Innenwiderstand anfallenden, nach der Gleichrichtung. Von außen dann System Generator + Gleichrichter nur noch Zweipol.

5,6 Ohm ist Widerstand zwischen 2 Phasen, Phasenwiderstand eben. Dabei ist es nebensächlich, ob Sternschaltung (wie hier) oder Dreieckschaltung. Ansich muss man die innere Beschaltung von einer “Black Box“ gar nicht kennen, um von Außen auf das Wesen zu schließen.

Gerade bei Eisenlosen sind die Induktivitäten gering. Bei (fast) idealem Gleichstrom gibt es auch keine Phasenverschiebungen mehr. Und selbst wenn es die vor dem Gleichrichter gegeben hat. Wichtig ist, was nach der Gleichrichtung raus kommt.

@ Aloys:
Nach meinen Erkenntnissen bleibt das Magnetfeld bei Stromfluss durch die Spulen wesentlich stabiler, als gedacht. Hatte das mal für Generator-Kurzschluss errechnet.
Ergebnis:
Feldschwächung Dauermagneten durch Spulenstrom lediglich 1,3 % bei Normal-Betrieb
und 12,5% bei Generatorkurzschluss, je bei 15 m/s.

Kann Dir die EXCEL-Tabelle evtl. zukommen lassen. Wobei das immer pikant ist, anschließend über 64 Zeilen zu diskutieren.

Nach meinem Verständnis ist es eher so, dass die EMK (Elektromotorische Kraft), die sich als Leerlaufspannung messen lässt, bei gleicher Drehzahl nahezu konstant bleibt,
der Abfall an Klemmenspannung aber durch Spannungsfall an wirksamen Widerständen bei Stromfluss entsteht.

War schon drauf und dran, Deine Werte für den Motor bei annähernd gleichen Drehzahlen
2860 ± 10 u/min in meine EXCEL-Tabelle ein zu tragen, bis ich merkte, dass Du offensichtlich mit gleichem Belastungswiderstand gearbeitet hast.
Den musst Du schon variieren! Dabei die Drehzahl aber konstant halten. Wenn nicht, ändert sich die EMK. Dann nicht mehr vergleichbar, oder man muss Korrekturrechnen.

Auch wäre die Angabe freundlich, ob Strom und Spannung AC oder DC sind. Letzteres vermutet.
Lediglich eine Messspule ist wenig hilfreich, da dann keine 3-Phasen-Verkettung.

@All:
Nach meinem Verständnis verhält sich ein System Drehstromgenerator + Brückengleichrichter (bei gleicher Drehzahl!) nicht wesentlich anders als jede andere Gleichspannungsquelle, gekennzeichnet durch Leerlaufspannung und Innenwiderstand. (Kurzschlussstrom optional, nur hier nicht empfohlen, bei gleicher Drehzahl.)
Und wie bei jedem aktiven Zweipol lässt sich der Ri bestimmen durch die Auswertung der Klemmenspannung bei 2 verschiedenen Belastungsströmen.
Ri = ΔU / ΔI

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Re: Was wird aus dem Phasenwiderstand nach der Gleichrichtun

Beitragvon Bernd » Sa 27. Feb 2016, 06:28

Gerade bei Eisenlosen sind die Induktivitäten gering. Bei (fast) idealem Gleichstrom gibt es auch keine Phasenverschiebungen mehr.
Und selbst wenn es die vor dem Gleichrichter gegeben hat. Wichtig ist, was nach der Gleichrichtung raus kommt.

Das vor dem Gleichrichter aber nach wie vor Wechselstrom im Generator fliesst und deswegen auch seine Auswirkungen zeigt ist Dir aber bewusst?
Da fliesst und wirkt nach wie vor Wechselstrom.

Wenn ich dich recht verstanden habe gehst du davon aus das die Induktivität und daher auch ihre Auswirkungen beim eisenlosen Generator sehr klein sind.
Aus diesem Grunde spielt sie bei deinen Berechnungen und Überlegungen auch gar keine Rolle.
Sie ist aber der Grund warum überhaupt eine Induktion erfolgt, warum überhaupt Spannung in der Spule entsteht.
Wenn man die Induktivitäten, also den Einfluss von Magnetfeld und Spule, einfach vernachlässigen könnte dann würde das bedeuten das keine Spannung entstehen könnte.

Hast du denn deren Höhe überhaupt mal berechnet ?
Am besten miss mal die Induktivität deines Generators und berechne dann anhand der erzeugten Frequenz den Wechselstromwiderstand.
Wenn das so super wenig ist das man es nicht berücksichtigen muss dann ist es ja gut.

Ergängzung:
5,6 Ohm ist Widerstand zwischen 2 Phasen

Oooooh das ändert einiges!!. Das entdecke ich ja jetzt erst!
Ich glaube du verwirrst uns ungewollt in dem du einmal von Phasenwiderstand sprichst und jetzt wieder vom Widerstand zwischen 2 Phasen(!)
Das sind zwei ganz verschiedene Dinge!
Der Phasenwiderstand ist der Widerstand einer einzelnen Phase bzw. deren Spulen OHNE das sie Kontakt zum Rest hätten, also unbeschaltet.

Du hast also zwischen zwei(!) Phasenanschlüssen(!) gemessen und nicht den Widerstand der Spulen einer einzelnen Phase gemessen.
Deswegen fragte ich zuvor extra danach weil das einen wichtigen Unterschied macht.
Wir machen das jetzt mal im Detail damit es nachvollziehbar wird.
Dein Generator ist sehr wahrscheinlich im Stern verschaltet. Davon gehe ich mal aus. Mit Dreieckbeschaltung würde die folgende Betrachtung auch funktionieren, wäre nur etwas anders.
Bei Sternbeschaltung beträgt der tatsächliche Widerstand einer Phase die Hälfte dessen was man zwischen zwei Phasenanschlüssen messen würde, ganz
einfach weil zwischen zwei Phasenanschlüssen zwei Phasen in Reihe liegen.

Der Phasenwiderstand der Spulen (einer Phase) wäre somit 5,6/2 = 2,8 Ohm
Hattest du nicht mal geschrieben der Phasenwiderstand wäre doppelt so hoch wie bestellt?
Ich glaube der stimmt aber du meintest zwischen zwei Phasenanschlüssen und die Chinesen korrekterweise den Widerstand einer einzelnen Phase.?
Ich vermute hier ein Definitionsproblem. Ich glaube die Chinesen haben doch korrekt gearbeitet. :)

Die Frage ist jetzt was aus diesen 2,8 Ohm Widerstand einer einzelnen(!) Phase wird wenn diese im Stern verschaltet und so betrieben werden.
Ohne jetzt Formel zu bemühen fällt mir in Bezug auf Spannung und Strom beim Drehstrom spontan der Gleichrichtfaktor und der Verkettungsfaktor ein.
Zusammen kombiniert sorgen sie dafür das z.B. die effektive Spannung nach Gleichrichtung bei Sternschaltung dem 2,35 fachen der Spannung einer einzelnen Phase entsprechen.
Das sind alles Dinge die ich glücklicherweise noch im Kopf habe ohne nachschlagen zu müssen.
Teile ich die 2,8 Ohm durch diesen Faktor von 2,35 so ergibt sich ein Wert von 1,19 und das entspricht ja ganz gut dessen was du ermittelt hast.

Durch die fetten Kondensatoren hast du aber in etwa die erzeugte Peakspannung gemessen, nicht die effektive Spannung.
Für die Peakspannung war der Faktor glaube ich 2,56 also auch nicht ganz viel anders.


Grüsse

Bernd
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Re: Was wird aus dem Phasenwiderstand nach der Gleichrichtun

Beitragvon Famzim » Sa 27. Feb 2016, 12:42

Hallo Wanderer

Die Messung mit Belastung habe ich mit einer Stromsenke gemacht.
Es ist wie mit Wiederständen nur viel flexibeler und belastbarer.
Alles im Gleichstromstromkreis.
Hier mal die Spannungs und Stromwerte mit Wiederstand:
Spannung---Laststrom-Messspule + Wiederstand (errechnet).
22,6------------0------3,25---------------unendlich
15,2-----------11,4----2,41--------------1,33 Ohm
14,0-----------13,7----2,21--------------1,02 Ohm
11,9-----------17,1----1,9---------------0,696 Ohm
10,0-----------19,4----1,62-------------0,51 Ohm
-8,5-----------21,0----1,41-------------0,4 Ohm
-2,9-----------24,0----0,75-------------0,12 Ohm
Mit einzelnen Wiederständen wäre das kaum möglich, besonders die hohen Ströme bei niedriger Spannung.
Das ein Dualgenerator die Spannung länger stabiel hält kann ich mir gut vorstellen.
Aber letztentlich knickt die dann auch weg.
Ich habe nur kleine Glockenanker (Faulhaber) die ich messen könnte, sind aber auch nicht dual .

Gruß Aloys.
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Re: Was wird aus dem Phasenwiderstand nach der Gleichrichtun

Beitragvon Wanderer » So 28. Feb 2016, 11:59

Wie waren die Drehzahlen? nahezu konstant?

Natürlich geht auch Stromsenke, nur müssen es 2 verschiedene Ströme sein. So verschieden, dass ein ΔU am Ausgang des Gleichrichters auswertbar ist.

Strom auch nicht so hoch, dass bereits wesentliche Erwärmung vom Cu zu befürchten ist.
Ich habe den Phasenwiderstand deshalb erst unmittelbar nach der Belastung gemessen (empfehlenswert).

Messspule liefert einphasigen Wechselstrom. Da ist es leicht, auf die Auswirkung vom Rw auf Ri nach der Gleichrichtung zu schließen.
Wenn ich mit den Messungen was anfangen soll, müsstest Du noch mal was 3-Phasiges messen, in nahezu idealer Verkopplung.

Gruß vom W.
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Re: Was wird aus dem Phasenwiderstand nach der Gleichrichtun

Beitragvon Wanderer » So 28. Feb 2016, 15:27

Hallo Bernd,

Induktivitäten -
Hast du denn deren Höhe überhaupt mal berechnet ?
Viel Spaß dem, der das möchte!
Da das aber eh nachgemessen werden muss, werde ich nachher einen Wechselstrom durch 2 Phasen treiben, und sehen, was sich über die ergebende Flussspannung für eine Impedanz ergibt. Das geht sogar noch als leichte Sonntagsarbeit durch.

Auch mit 1,19 quasi auf das selbe Verhätnis wie ich gekommen. Die sprichwörtlich 2 verschiedenen Wege nach Rom.
Vielleicht kannst Du auch hier mal nachrechnen: viewtopic.php?p=33095#p33095

Dass der Elko auf die Spitzenspannung Wurzel(2), also 1,414 * U_eff (ohne Last) aufgeladen wird, und dadurch eine kleine Differenz besteht zu dem, was ohne C zu erwarten ist
(1,35 * U_eff), ist mir bekannt. Liegt an der geringen Restwelligkeit. Nur waren dadurch die beiden Ziffern nach dem Komma im Spannungsmess-Zweig meiner Stromzange derart schnell in Bewegung, dass nichts Sicheres abzulesen war.
Der Fehler wird gering sein.

Was sich die Fa. http://www.qm-magnet.com/ vor etwa 2 Jahren geleistet hat, geht auf keine Kuhhaut. S. Anhang. War wohl die Phase "wir üben noch".
Gefordert wurde für 3 Flügel Black300 im Leerlauf (für Ladebeginn) bei 330rpm 24V mit Ri höchstens 1,1 Ohm.
Da die Fa. mit "Ladebeginn" nichts anfangen konnte, haben sie das betrachtet wie eine Bestellung für eine kleine Wasserturbine, also als Nennwerte aufgefasst.
Dafür ihre mögliche Nennleistung (75W) angegeben, noch 50% Überlast akzeptiert. Das wars.

Für solche kleinen Werte hatten sie es nicht für nötig erachtet, den Stator mit irgendwelcher Glasfaser zu stabilisieren. Gänzlich drauf verzichtet.
Was dabei raus gekommen ist, zeigt das folgende Bild. (Achsenstumpf-D 25mm)
Einfache Passfeder zur Drehmoment-Übertragung. Dabei ist so etwas wie Generatorkurzschluss noch garnicht durchexerziert worden.

Nabe_AFPMG 200.jpg
Nabe_AFPMG 200.jpg (196.64 KiB) 2151-mal betrachtet

Und der Kunde hat es nicht für nötig erachtet, bei einer Wahreneingangskontrolle zumindest mal den Phasenwiderstand zu überprüfen. Der war nämlich wirklich mit 1,1 Ohm angegeben. Über 5 Ohm wurden später gemessen!
Auch haben sie mehr als 1/2 Jahr verstreichen lassen, bis sie sich der Generatoren mal gewidmet haben. So war die Möglichkeit für Regress nicht mehr eben gut.

Zu meiner Ehrenrettung sei gesagt, dass ich den Vorgang erst hinterher auf den Tisch bekommen habe.
Will nicht sagen, dass ich von http://www.pm-generator.de (über dises Dt. Vertretung ist das gelaufen) gänzlich abrate, schon weil der Herr Vogt ein angenehmer Gesprächspartner ist, und ich - so zu hoffen - einiges bewirkt habe. Auch, weil er (inzwischen?) zwischen verschiedenen Produkten makeln kann. Ob allerdings QM-Magnet Ihre Naben für mind. 6-faches Nennmoment (bei Soft-Kurzschluss) fit gemacht haben, da bin ich mir nicht sicher.
Zumindest sollte man sehr genau wissen, was bestellt werden muss, und hinterher das Produkt sehr genau testen. Am Besten noch vor der Bezahlung oder zumindest innerhalb der Rückgabe-Frist.

Grüße vom Wanderer
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Re: Hat Induktivität nennenswerten Einfluss?

Beitragvon Wanderer » So 28. Feb 2016, 19:48

Hier die Messungen zum Einfluss der Induktivität.

Habe einen alten Röhren-Heiztrafo her genommen und jeweils 2 Phasen des zuvor vorgestellten Generators angeschlossen. Strommesser noch dazwischen, und die Spannung am Generator gemessen, diesmal alles AC.
Unmittelbar danach jeweils noch ohmschen Widerstand bestimmt.
Messungen für jede Phasenkombination wiederholt, also insgesamt 3x.

Beispiel: 1,25A; 7,13V; R_g = 5,6Ohm

Zum Vergleich Schiebewiderstand auf 5,4 Ohm eingestellt, und auch dort mit Heiztrafo Wechselstrom durch getrieben, und Spannung und Strom gemessen.
Auch diese Messung 3x und Mittelwerte gebildet.

Beispiel: 1,35A; 7,14V; R_r = 5,4Ohm

Ergebnisse (Schon Mittelwerte):

Impedanz Generator (Scheinwiderstand) .Z_g = 5,69 V/A

Impedanz Vergleichswiderstand.............Z_r = 5,25 V/A

Verhältnis........Z_r / R_r = 0,977............mit diesem Faktor ist auch Z_g zu multiplizieren

Wahre Impedanz Generator .................Z’_g = 5,559 V/A ....also praktisch ....5,6 V/A

5,6 Ohm wurden aber auch zwischen den Phasen gemessen.

Fazit:

Da ist keinerlei nennenswerte Auswirkung einer Induktivität zu erkennen.

Verwundert mich nicht, hat doch der sog. „Eisenlose“ zwar doch Eisen in der Rückverbindung der Magneten. Bis dahin sind aber noch die Magneten dazwischen, und deren magnetische Leitfähigkeit ist vergleichbar der von Luft.

Ergänzungen:

Da es sich um eine 12-Pol-Maschine handelt, hat deren Wechselstrom bei 210 u/min nach meiner Rechnung 21 Hz.
Das reduziert den induktiven Anteil nochmals. Allerdings soll so ein Generator, zumindest bei Normalwindrädern, im Betrieb liebend gern auch mal 50 Hz erreichen,
dann bei 500 u/min.

Grüße vom Wanderer
Zuletzt geändert von Wanderer am Mi 2. Mär 2016, 14:22, insgesamt 1-mal geändert.
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