Ich dachte immer das ein MPPT Regler genau das macht, also z.B. wenn das Windrad seine
Drehzahl senkt, dann nimmt die Regelung die Leistungsentahme zurück und prüft ob nun die
Drehzahl weiter sinkt. Ist das der Fall wird die Leistungsentnahme weiter zurück genommen und so weiter
bis die Drehzahl wieder steigt.
50Nm hört sich wirklich viel an, ich war auch geschockt. Man muss ja bedenken das diese Kraft quasi
"ständig" und "nutzlos" aufgebracht werden muss. Das Getriebe als solches ist daran aber nicht wirklich schuld,
bzw. nur zu einem kleinen Teil. Es liegt schlicht an der nötigen hohen Übersetzung von 1 : 16.
Der Generator selber hat mit 2,8 Nm, bezogen auf sein Verhältnis von Nennleistung und Nenndrehzahl
normale bis günstige Werte. Vielleicht sind besonders leicht anlaufende Generatoren, zb. eisenlose, beim
anlaufschwachen Darrieus einfach zwingend erforderlich ?
Thema Anlaufmoment, gucken wir uns das mal genauer an.
50 Nm Anlaufmoment bedeuten umgerechnet das man jeden der 6m hohen Flügel mit einer Gewichtskraft von
ca. 560 Gramm nach vorne drücken müsste um eine Drehbewegung zu erreichen. Hört sich ja nicht so viel
an und ist es auch nicht. Auch wenn nicht alle Flügel günstig zum Wind stehen sollten, dann sollten bei 15m/s
1660 Gramm "Schub" auf die 3 Flügel verteilt, alle CW-Werte und Widerstandschübe, Auftriebe und Anstellwinkel
etc. mit einberechnet doch drinn sein. Ich meine diese "Startleistung" würde selbst ein 5 jähriger festhalten
können. Sollte so ein grosser Darrieus wirklich sooo schwach im Anlauf sein das ihn ein kleiner
Junge im Stillstand selbst bei sehr stürmischen 15m/s mit der Hand festhalten kann ? .....hmmm..
Ich bleibe bei meiner These, 50 Nm sind nicht viel für so ein riesen Windrad. Daran scheitert es nicht.
Es scheitert daran das die geringe Gesamtflügelfläche keine 50Nm zusammen bringen. Evtl. unterstützt
von einer wenig geeigneten Profilform, das kann ich aber nur mutmaßen, dazu fehlen mir die Erkenntnisse.
Bei Versuchen mit einer anderen Firma hatten wir bei einem 2 m Rotor gerade mal 150 Ncm Anlaufmoment
Das sind umgerechnet nur 1,5 Nm oder anders ausgedrückt statt der 1660 gr. nötigen "Gesamtschub" (alle Flügel
zusammen gerechnet) wie beim irirschen, dann bei diesem 2m Rotor "nur" ca. 150 Gramm Gesamtschub die
in allen Flügeln zusammen gerechnet für den Beginn einer Drehbeweung sorgen würden.
Wer aufgepasst hat hat gemerkt das 1660gr zu 150gr nicht 50Nm zu 1,5Nm entsprechen

Beim kleinen ist es im Verhältnis weit mehr, weil die Hebelarme dort viel kürzer sind, genau 1/3 der irischen.
Setzen wir die Windradfläche ins Verhältnis ( 36 m² beim irischen, vermutete 4m² bei dem 2 m Rotor), dann
sieht es schon gaaanz anders aus. Beim irischen muss jeder m² Windradfläche dafür sorgen das in allen Flügeln
zusammen ca. 46 gr. "Startschub" pro m² Windradfläche entstehen, vorher dreht er nicht an.
Beim 2m Rotor muss jeder der unterstellten 4m² Windradfläche dafür sorgen das 37 gr. Startschub enstehen.
so gesehen also kein grosser Unterschied mehr.
So kann man sich täuschen lassen von hohen Nm Angaben. Bezogen auf die Windradgrösse muss der 2m Rotor
fast genauso starken Anlaufschub pro m² Windrad aufbringen, um die eigentlich gering erscheinenden 1,5 Nm
zu überwinden, wie der irische mit 36m² und 50 Nm.
Meine Anmerkung bezüglich des dynamischen Verhaltens bei getrieben ziehlt auf die Massenträgheitsmomente .
In diesen Formeln steckt immer ein Quadrat. Aus meiner sicht wird ein H-Rotor mit Getriebe nie gehen.
Da kann ich leider nicht folgen was du ausdrücken willst oder warum das nicht gehen würde.
Grüsse
Bernd