keine Ahnung und viele Fragen

Re: keine Ahnung und viele Fragen

Beitragvon Norton Commander » Di 2. Mär 2010, 09:30

Es gibt manchmal Ideen, die setzen sich im Kopf fest und gehen nicht mehr raus... Seit 4 Tagen grübel ich nur drüber nach, wie den Wind zum Pumpen Nutzen kann.

Vieleicht ist die Spirale ja doch das beste. Die Konstruktion wird leichter und wenn man die Idee von Finn aufgreift vieleicht doch nicht so schwer herstellen.

Wenn man das Rohr einseitig aufschneidet und aufbiegt und dort eine eine Spirale aus Plaste einklebt. Die Spierale dürfte genau dem Durchmesser der Rohres entsprechen somit ist es gar nicht so schwer.

Ich habe mal nach brauchbaren Schläuchen geforcht und die sind sehr Robust und machen die Konstruktion sehr schwer.

Im Moment machen mir die 800 l won Wilfreid zu schaffen. Für einen Brunnen eine ansehenliche Leistung aber um Teich???

Grüße
Thomas
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Re: keine Ahnung und viele Fragen

Beitragvon Bernd » Di 2. Mär 2010, 09:46

Hallo Wilfried, wie bist du denn auf die Werte deiner Rechnung gekommen?
Für mich scheint es so als ob du dabei davon ausgegangen bist das die Schnecke
völlig mit Wasser gefüllt ist und sich bei jeder Umdrehung ein solcher, völlig gefüllter,
Schneckengang entleert. Ich tippe da auf eine viel geringere Menge die pro Umdrehung
gefördert wird.

@ Thomas
Ich dachte erst du machst einen Scherz als du Dir 20.000 Liter die Stunde erhofftest.
Auch 10.000 Liter sehe ich völlig ausserhalb realistisch vorstellbarer Grössen.
Das alles beziehe ich auf eine "normale" Windradgrösse von vielleicht 2m² und eine
normale Scheckengrösse mit Schläuchen wie wir sie gerade besprechen.
Man kann diese Schnecke nämlich nicht einfach beliebig schneller drehen lassen, denn
irgendwann wird das Wasser an der Außenwandung kleben anstatt noch zu fliessen.
Geschätzt würde ich sagen das spätestens bei ca. 1,5 - 2U/sek Schluss sein dürfte.

Will man wirklich derart riesige Wassermengen auf diese Weise fördern muss erstens
das Schneckenvolumen deutlich vergrössert werden und zweitens muss natürlich auch
die mechanische Antriebsleistung zur Verfügung stehen.

Alleine zur Überwindung des Höhenunterschieds von 4m würde man bei 20.000 Liter die
Stunde rund 400 Watt benötigen. Dabei sind aber sämtliche Verluste die das System durch
Verwirbelung im Wasser etc. etc. aufweist nicht mal einberechnet.

Meine Einschätzung ist daher das du mit einer normalen Windradgrösse, so wie sie deine
Frau vermutlich nochg akzeptieren könnte, kaum mehr als ein paar hundert Liter nach
oben bekommst. Das aber auch nur wenn sehr kräftiger Wind herrscht.

Grüsse

Bernd
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Re: keine Ahnung und viele Fragen

Beitragvon Wilfried » Di 2. Mär 2010, 10:10

Hallo Bernd,

ich habe so gerechnet, als wenn bei jeder Umdrehung ein halber Schneckengang gefüllt wird. Dafür muss natürlich die Eintauchtiefe optimal sein und die Drehzahl nicht zu hoch.

Gruß
Wilfried
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Re: keine Ahnung und viele Fragen

Beitragvon Bernd » Di 2. Mär 2010, 10:24

Ja das kommt hin, hatte mich vorhin wohl irgendwo verrechnet.
Ich komme sogar auf ca. 0,25 Liter pro Umdrehung.
Allerdings wird die volle (halbe) Schlaufüllung vermutlich nie oben ankommen.
Ich schätze je länger so eine archimedische Konstruktion wird, desto weniger wird
pro Umdrehung oben ankommen, weil immer ein Teil nach unten an den Wandungen zurück rinnt.
Wieviel wirklich den Weg bis oben durch die Schnecke findet dürfte derzeit Spekulation sein.
Ich könnte mir vostellen das es da Erfahrungswerte gibt, mindestens die alten Kulturen
dürften diese besitzen. :)

Da man aber, wie bereits vermutet, die Drehzahl auch nicht einfach nach oben fahren kann,
würde ich mal schätzen das mit unserer Beispielschnecke kaum mehr als vielleicht 500 Liter
zu fördern wären.

Grüsse

Bernd
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Re: keine Ahnung und viele Fragen

Beitragvon Norton Commander » Di 2. Mär 2010, 10:40

Mal gut, das ich hier im Forum bin. Ihr raubt mir wirklich alle Illusionen. Nicht schlimm, besser als ein Großprojekt anzugehen um es dann bei der Sperrmüllsammlung abzuliefern...

Mittlerweile bin ich von der Spirale sehr überzeugt. Ich kann das ganze leichter (vom Gewicht her) bauen, die Fördermenge dürfte höher sein und es sieht besster aus, da es ja nur ein drehendes Rohr ist.

600 Liter die Stunde oh je, ich hatte da wirklich größere Hoffnungen, zumal ein gut gelagertes Rohr sich einfach drehen läßt und ich keinen Pumpendruck aufbauen muß.

Man weiß es nicht.

Ich werd mal eine Teststrecke aufbauen müßen.

Thomas
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Re: keine Ahnung und viele Fragen

Beitragvon Bernd » Di 2. Mär 2010, 10:58

zumal ein gut gelagertes Rohr sich einfach drehen läßt und ich keinen Pumpendruck aufbauen muß.

Du musst aber dennoch das Gewicht des Wassers anheben was bei 4m schon ne ganze Menge ist.
Dazu kommen dann immer die vielen Reibungs/Verwirbelungsverluste innerhalb des Wasser in einer langen Schnecke.

Mit einer Hubpumpe meinte ich übrigens nicht diese Dinger ala Ölbohrtüme wie sie mancherorts noch in Betrieb sind.
Die Ölförderpumpen mit ihrer langen Stange bis hinunter zum Öl sind eine Notwendigkeit der hohen Förderhöhe.
Mit Ansaugen wäre da nichts mehr bei dieser Tiefe.
In deinem Garten sieht das ja ganz anders aus. Da gibt es weit geringere Saughöhen oder sogar gar keine.
Man könnte also auch mit einer Kolbenpumpe oder auch einer Eigenbaupumpe aus z.B. einem Autoreifen das Wasser
fördern. Vorteile wäre die weit geringere Grösse der Pumpe und evtl. auch ein besserer Wirkungsgrad.
Letzteres erscheint mir sogar sehr wahrscheinlich.

Allerdings muss, egal welche Pumpenart man nutzt, immer die nötige mechanische Leistung zur Verfügung stehen.
Bereite deine Frau also schonend darauf vor. :)

Grüsse

Bernd
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Re: keine Ahnung und viele Fragen

Beitragvon Norton Commander » Di 2. Mär 2010, 11:41

Die Kolbenpumpe ist ja recht "einfach" zu bauen und auch richtig Klein von der Bauart her. (Hätte gleich mal schauen sollen...) .

Da kann man ja mehrere basteln und jede mit einem Windrad antreiben. (Erstmal muß 1 gelingen)
Ich denke mir das so:
Dateianhänge
Kolbenpumpe.bmp
Kolbenpumpe.bmp (1.03 MiB) 7683-mal betrachtet
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Re: keine Ahnung und viele Fragen

Beitragvon Bernd » Di 2. Mär 2010, 11:57

Denkbar sind auch Membranpumpen, weil sie im Eigenbau noch einfacher herzustellen sind.
Auch braucht man da keine Abdichtungen wie bei einer Kolbenpumpe realisieren.
Ich glaube das Beispiel aus dem Selbstbaubuch wurde hier schon genannt.
Nachteil solcher Konstruktionen ist, das sie ein starkes "Rastmoment" aufweisen, die Drehbewegung
also nicht konstant belastet wird, sondern im Fördermoment ein starker Drehmomentanstieg erfolgt.

Ich persönlich tendiere zur Membranpumpe.
Würde genauso funktionieren wie in deiner Zeichnung, nur das der Kolben durch eine flexible Membran
ersetzt wird.

Grüsse

Bernd
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Re: keine Ahnung und viele Fragen

Beitragvon Norton Commander » Di 2. Mär 2010, 12:19

Danke Dir, es wird ja immer genialer. Warum ich da nicht selbst drauf gekommen bin?? Ich hatte meine Ölbohrtürme vor Augen. Das Rastmoment kann man etwas ausgleichen, wenn man 3 kleine Membranpumpenmodelle im Wechsel pumpen läßt.

Was nehme ich nun aber als Membranmaterial ?? Einen robusten Gartenhandschuh? Mir fällt gerade nichts ein, wo man so ein Material sonst noch benötigt.

Danke nochmal für die vielen Ideen, es ist wirklich sehr hilfreich das Forum

Grüße
Thomas
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Re: keine Ahnung und viele Fragen

Beitragvon Bernd » Di 2. Mär 2010, 12:58

Vielleicht hast du noch eine "fertige" Membranpumpe rumliegen. Ich denke da an ein Ausdehnungsgefäß
für die Heizung. Für erste Versuche wäre so ein ausgemusterter Membranbehälter vielleicht genau
das richtige.
Einfach eine Seite abtrennen und schon hat man einen Behälter der mit einer Membran wasserdicht
abgeschlossen ist und auf dessen Menbran man mit einer Fläche von hinten drücken könnte.

Bei der Auswahl des Membranmaterials sollte man den Druck bedenken der sich in der Pumpe aufgrund
der Förderhöhe aufbauen wird. Pro Meter sind es 0,1 Bar. Das heisst die Membran dürfte nicht zu dünn
geraten. Wieder auf das Ausdehungsgefäß bezogen sollte dessen Membran prima passen.

Ein weiterer Vorteil ist das man die Leistungsaufnahme einer Membranpumpe durch die Höhe des Antriebsnocken
in einem grossen Bereich variabel halten kann, ohne das man die Pumpe dabei umbauen müsste.

Grüsse

Bernd
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