Standard Frequenzumrichter als Netz(ein)speiser?

Standard Frequenzumrichter als Netz(ein)speiser?

Beitragvon ventus saevit » So 22. Jan 2012, 22:31

Hallo

Seit geraumer Zeit beschäftige ich mich hobbiemässig mit Frequenzumrichtern für Drehstrommotore und komme als Laie mittlerweile mit der Programmierung ganz gut klar. Habe bereits Drehbank und Portalkranmotore erfolgreich mit FUs ausgestattet. (Auch VDE konform, das was jetzt kommt weiß ich noch nicht ;) )

Was sich mir noch nicht erschlossen hat, da ich immer nur einzelne Fus zur Ansteuerung von 3-Phasen-Motoren genutzt habe,
ist der bei einigen Modellen vorhandene "DC Zwischenstromkreis".
Dieser soll anderen FUs im Verbund auf einer extra DC (2-polig) Schiene/Leistung seine Bremsenergie zur Nutzung bereitstellen.

Frage an die FU Spezialisten:

Könnte man einen solchen FU (Ich weiß - gedacht ist er als reine Motorsteuerung...) nicht folgendermassen anschliessen, und als Netzeinspeiser verwenden?

1-phasiger Anschluss an das 230V-Netz (bei einigen Modellen geht das) damit der FU überhaupt läuft.
(Später, falls das alles funktioniert was ich hier überlege, könnte man auf reine DC Versorgung der FU-Elektronik intern umrüsten.
Aber das wäre ein Basteleingriff in die FU-Elektronik selbst, dazu erst viel später.)

Alle Motordaten gemäß Leistung, Spannung, max Frequenz etc. gemäß Typenschild Motor im FU einstellen.
Solldrehzahl des Motors (bei uns Generator) auf Null einstellen.
(Der FU zieht also nur seinen geringen eigenen Betriebsstrom aus dem öffentlichen Netz oder bei einer Insellösung aus einem 230V-Inverter am Pufferakku)

Wenn jetzt der 3-Phasen-Servomotor (Generator) am Windrad gedreht wird, wird Bremsleistung aktiv (Ob und die Höhe ist im FU programmierbar)
Diese Bremsleistung wird, wenn ich das richtig verstanden habe, dann in den DC Zwischenstromkreis eingespeist (muss auch erst programmiert werden, aber vorgesehen) und steht dort, solange der Generator dreht und gebremst wird zur Verfügung.

Wie holt man die Gleichspannung da wieder (für uns nutzbar) raus?

Über Akku? (Den FU als Ladegerät für eine Akkubank verwenden und daran einen Netzinverter anschliessen?)
oder direkt einen Inverter an den DC Zwischenstromkreis anschliessen? (Ist die Höhe der DC dort überhaupt regel- oder nach oben begrenzbar?)
oder einen zweiten FU (wie vom Hersteller vorgesehen) an den Zwischenstromkreis und an den Inverter am ersten FU von oben einphasig angeschlossen (damit er arbeitet)?

Der Motorausgang des zweiten FU (U/V/W) wird dann auf 230 oder 380V Sollspannung und 50Hz eingestellt.

Aus einem Dreiecksabgriff am zweiten FU sollte man dann doch die drei einzelnen Netzphasen zur Verfügung haben.

Für einen netzgetrennten AC 230V-Stromkreis, der Ausfälle dultet sollte dies reichen.

Synchronisierung mit dem Netz weiß ich noch nicht wie das gehen könnte - jemand eine Idee?

Habe ich da eventuell einen grundlegenden Fehler in meinen Überlegungen?

Macht mal Vorschläge, FUs zum Testen hätte ich da.

Viele Grüße
Mike

PS.: Ich frage deshalb, weil gebrauchte FUs für einen Bruchteil des Geldes gehandelt werden wie Netzeinspeiser.
Und China-Inverter gibt es auch für kleines Geld.
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Re: Standard Frequenzumrichter als Netz(ein)speiser?

Beitragvon andreas » So 22. Jan 2012, 22:40

Hallo,

male bitte mal eine Schaltung dazu und beschrifte die Zutaten eindeutig. Und dann bitte den Text mit der Idee noch mal, aber nun mit Hausnummern. Sonst weiss niemand, was Du eigentlich meinst.

MfG. Andreas
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Re: Standard Frequenzumrichter als Netz(ein)speiser?

Beitragvon Roland » Mo 23. Jan 2012, 08:13

Hallo Mike !

Ganz so einfach ist das meiner Meinung nach nicht....

Du musst ja erst die, vom Generator erzeugte Frequenz (die Meisten haben ja Wechselstrom oder Drehstromgeneratoren) gleich richten, um diese in den Zwischenstromkreis einspeisen zu können.

Und dann muß der FU in Richtung Netz die benötigte Netz Frequenz erzeugen. (4 Quadranten Frequenzumrichter)

Das können die meisten nicht.

Da wäre es viel leichter eine gebrauchte USV Anlage zu verwenden !!! :D (Da bekommst du neue Steckerfertige 1,5kVA Anlagen schon um weniger als 250,-€)

Die macht Standardmäßig aus Batteriespannung Netzspannung....... ;)

Das heißt du schließt zwischen Verbraucher und Netz deine USV Anlage an.....Den Akku ladest du über das Windrad.....Je nach Ladezustand der Batterie schaltest du das Netz weg und versorgst deinen Verbrauer über die USV und entlädts somit deine Batterie....dann wird wieder auf Netz umgeschaltet...usw. Den Umschaltvorgang übernimmt die USV selbststängig und unterbrechungsfrei (wenn online USV) je nachdem ob das Netz da ist oder nicht...

lg

Roland
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Re: Standard Frequenzumrichter als Netz(ein)speiser?

Beitragvon ventus saevit » Mo 23. Jan 2012, 11:14

Hallo Ihr Beiden

Ja, schon klar Roland mit dem "4 Quadranten FU"

Ich dachte auch nicht, das das einfach geht aber günstig :mrgreen:
gebrauchte 4Q FUs sind im YABE schon unter 50Euros zu haben - teilweise mit erstaunlichen Leistungsdaten.

Imho haben einige diesen (nennt man das nötige Teil jetzt?) Bremshopper schon eingebaut und speisen den DC Kreis direkt,
andere 4Q-FUs benötigen ein additives Bremsmodul, welches einspeisen kann.

Für Andreas und alle die nach meinem Geschreibsel noch keine Schaltung vor Augen haben, habe ich folgendes Bild gemalt:

SnapShot.bmp
SnapShot.bmp (1.68 MiB) 9654-mal betrachtet


Schönen Gruß
Mike
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Re: Standard Frequenzumrichter als Netz(ein)speiser?

Beitragvon Roland » Di 24. Jan 2012, 08:00

Hallo Mike !

Wenn du beim FU1 den Drehzahlregler auf Frequenz "0" eingestellt hast wird trotzdem ein gewisser Strom über den FU fließen.
Bei sehr kleinen Drehzahlen kann es meines Wissens nach zu einem Überhitzen des Motors kommen, weil der angebaute Lüfter durch die niedrige (oder gar keine) Geschwindigkeit nicht ausreichend Luft zum Kühlen bereitstellt.
Ich habe daher beim FU für die Schwimmbadpumpe meiner Eltern noch zusätzlich einen Ausschalter an den FU angeschlossen, und sie darauf hingewiesen, dass der Drehzahlsteller nicht dauernd auf "0" bei eingeschaltetem Schalter sein darf. Einmal haben sie vergessen, und der Thermokontakt im Motor hat den FU dann abgeschalten, und somit den Motor gerettet.

Hast du ein Datenblatt von den 4Q FU's ??

lg

Roland
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Re: Standard Frequenzumrichter als Netz(ein)speiser?

Beitragvon ventus saevit » Di 24. Jan 2012, 11:24

Hallo Roland

Kapitel 12ff

http://src.lenze.com/lenze-bibliothek/d ... 3-0_DE.pdf

Vorsicht, sind 8MB!
Kapitel 10ff
http://src.lenze.com/lenze-bibliothek/d ... 6-1_DE.pdf

Sind 4MB!


Hmm, ich glaube ich lass es lieber.
Die Frequenzumrichter haben zwar alles an Board, was man elektronisch für eine Einspeisung bräuchte, sind aber doch für einen ganz anderen Verwendungszweck konstruiert wurden und so sind einige Punkte, die zur Energieerzeugung notwendig wären unberücksichtig geblieben.

Der DC Zwischenstromkreis enthält zwischen 460 und 740Volt DC, da möchte ich dann doch nicht mal "hinfassen" zudem da 2-stellige Amperes dahinter stehen.
Die FUs, welche ich habe benötigen zusätzlich noch eine Rückspeiseeinheit 934x von Lenze.

Wie Roland gechrieben hat, ist die 0-Drehzahl des Motor/Generators ja nicht Stillstand des FUs, sondern er induziert einen Bremsstrom auf den Motor, der diesen auf Dauer erhitzt. (Nur wenn die Bremse aktiv (programmiert) ist, sonst schaltet der FU ab)
Auch ist mir vollkommen unklar, wie man dem FU beibringen sollte, sich dynamisch auf unterschiedliche Drehzahlen des Generators anzupassen.
Er bremst, oder er bremst nicht.
Ich kann zwar die "Rampe" einstellen, also ob der Motor eine Norbremsung macht oder in 20 Sekunden runtergebremst wird.
Der FU berechnet dazu automatisch das Brems-/Drehmoment, das kann ich nicht als Kurve vorgeben, wie es für einen Generator/Einspeisebetrieb nötig wäre.

Gruß
Mike
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