Hallo Allerseits,
im Laufe der Zeit haben sich hier einige Motore aus Druckern und Kopierern angesammelt. Das sind alles Glockenläufer mit eingesetzen mehrpoligen Magnetringen. Innen gibt es einen klassisch geblechten und genuteten Stator mit meist 12 Wicklungen aus recht dickem Draht. Die Betriebsspannung für die immer angebaute Elektronik ist stets 24 V; die Motorleistungen bewegen sich zwischen 15 und 50 W, die Nenndrehzahlen sind drei- bis vierstellig, oft umschaltbar oder stufenlos variabel. Diese Motore sind immer Drehstromausführungen, die zugehörige Elektronik erzeugt den Drehstrom dazu. Zur Umnutzung als Generator muss man lediglich wenigstens zwei Kontakte der Wicklung zur Elektronik unterbrechen und die Wicklung direkt an einen Gleichrichter anschließen.
Die so zu erreichenden Spannungen und Ströme bewegen sich gewöhnlich im einstelligen Bereich, mal etwa 500 U/min als Schrauberdrehzahl an der Welle angesetzt. Selbst für ein Horizontalwindrad ist das etwas knapp. Also ist eine Neubewicklung des Stators notwendig. Dazu muss man an den Stator ran, was häufig schwierig ist. Das hat allein mechanische Gründe, denn so ein Motor ist aus Kostengründen meist schlicht zusammengepresst, eine Zerlegung nicht vorgesehen.
Mit etwas Glück erwischt man eine Ausführung mit gegossenem Flansch, wo man einen Zwei-Klauen-Abzieher ansetzen und nach Entfernen eines Sicherungsrings mit der passenden Zange auf der Abtriebsseite der Welle selbige unter leichtem Knarren durch die Lager drücken kann. Die Glocke samt Welle wird dabei frei, der Stator zum Umbau zugänglich. Einer Neubewicklung steht damit nichts im Wege. Es empfiehlt sich, dann auch die angebaute Elektronik zu entfernen und eine Eigenbau-Leiterkarte anzufertigen, welche allein die Kontaktierung der Wicklung sowie ggf. eine optionale Gleichrichtung erledigt und die Schraubklemmen für die Zuleitung enthält.
Für die heute meist üblichen Motore mit an den Lagerbock geschraubten oder genieteten Blechflansch sieht es viel schlechter aus. Der Abzieher findet dort keinen festen Halt, der Druck auf die Welle verbiegt nur den Blechflansch. Wie zerlegt man solche Ausführungen schadlos? Das auch mögliche Durchdrücken der Welle durch die Glocke möchte ich gern vermeiden, da über diese Verbindung die gesamte Leistung laufen muss. Aus- und Eindrücken macht diese wichtige Verbindung nicht besser.
Wesentlich für das Anlaufmoment solcher Teile im Windbetrieb ist übrigens die Form der Ankerköpfe. Sind deren Kanten (also zum nächsten Kopf) ein wenig angeschrägt, so verringert sich das Rastmoment ganz erheblich, gefühlsmäßig etwa auf ein Zehntel.
MfG. Andreas
