Ringkerngenerator

Re: Ringkerngenerator

Beitragvon seb » Do 19. Nov 2009, 09:37

...und wenn man sich doch erst einmal auf Eisen, ob nun in Spänen oder
als Wolle, beschränkt? Ich sehe sonst ein Beschaffungs- und Preisproblem.

Viele Grüße

Seb.
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Sebastian


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Re: Ringkerngenerator

Beitragvon andreas » Fr 20. Nov 2009, 00:48

Hallo,

so ein Ringkerngenerator ist ein nettes Ding, aber wohl nicht wirklich neu. Vor einigen Tagen habe ich mich mit Motoren und deren Wicklungsarten befaßt, dabei tauchte das Prinzip auch auf - muß aber wohl sehr lange her sein, denn praktisch ist es mir noch nie begegnet. Scheinbar ist die flache Bewicklung von gezahnten Ankern deutlich einfacher in der Herstellung als jedwede Ringwicklung, wo man jede Windung einzeln fädeln darf.

Dennoch habe ich mal ein wenig mit den Zutaten gespielt. Ferrit-Ringkerne gibt es hier etliche, von klein bis groß. Einen oft vorhandenen gegriffen und bewickelt, allerdings nicht wie arcobär in Happen, sondern am Stück. Pro Lage kommt man so mit einem Stück Draht aus und muß nicht schneiden. Die Besonderheit ist, daß man die Wicklung entsprechend der Magnetbestückung mechanisch aufteilt und an den Schnittpunkten einfach den Wickelsinn umkehrt, sprich entgegengesetzt weiter wickelt (und dabei natürlich das "Ende" abbindet). Damit hat man dann auch eine pro Lage recht homogene Wicklung und kann weitere Lagen problemlos oben drauf setzen. Praktisch fängt man also in der Mitte an, knickt den Draht auf halber ausgerechneter Drahtlänge und bindet ihn fest. Unter Einbindung des Fadenendes wird bis zum nächsten Umkehrpunkt gewickelt, dort wieder festgelegt und im Gegensinn weiter. Ist die eine Hälfte fertig, geht es ab Anfang mit dem anderen langen Drahtende weiter.

So etwas habe ich heute mal für gewöhnliche Pc-Lüfter probiert, also Blech raus und Ringkern rein. Theoretisch ist dann so ein Teil rastfrei, aber vorher möchte mal viele Windungen in den Ringkern fädeln. Nach zweieinhalb Metern Draht mit 0,18 mm habe ich die zweite Hälfte auf morgen verschoben...

MfG. Andreas
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Re: Ringkerngenerator

Beitragvon Bernd » Fr 20. Nov 2009, 01:09

"Neues" gibt es im elektromechanischen Bereich schon seit Jahrzehnten, wenn nicht schon
seit 100 Jahren nichts mehr.
Ich finde es erstaunlich das immer wieder bemängelt wird das das, womit sich Leute beschäftigen, ja
nicht "neu" wäre. Muss es das ?
Ich denke es geht darum einen für den Anwendungsfall passenden Generator zu finden oder zu bauen.
Ob das Prinzip dann neu oder 150 Jahre alt ist spielt meiner Meinung nach überhaupt keine Rolle.
Zumindest ist es mir total egal.

Wenn du einmal ringsrum wickelst, wie positionierst du dann die oder den Magnete(n) ?
Bei zwei Wickelhälften könnte ich es mir ja noch vorstellen, mit zwei Magneten, aber so verstehe
ich erstmal nicht wie dann Spannung induziert werden sollte ?

EDIT: Nun habe ich es kapiert, du wickelst zwar mit einem Draht, kehrst den Wickelsinn aber entsprechend
der Aufteilung der Magente um, gute Idee.

Grüsse

Bernd
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Re: Ringkerngenerator

Beitragvon arcobär » Fr 20. Nov 2009, 09:28

Das mit der Wickelsinnumkehr hatte ich auch erst vor, habe sie dann aber wegen der ungenaueren Positionierung wieder verworfen.
Als Begrenzung der Wicklungen habe ich vor dem Wickeln Rasterbänder verwendet, die ich genau positioniert habe.
Nach dem Wickeln habe ich diese wieder entfernt.
Thurner verwendet im Inneren des Ringes eine Art Wickelkörper aus Plast mit Einkerbungen.

Gruß Uli
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Re: Ringkerngenerator

Beitragvon seb » Fr 20. Nov 2009, 09:40

So etwas?
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Re: Ringkerngenerator

Beitragvon andreas » Fr 20. Nov 2009, 11:19

Hallo Bernd,
Hallo arcobär,

ich wollte dort keine Kritik anbringen, nur die Dinge miteinander vergleichen. "Neu" ist doch nur die Art der Nutzung aus unserer beschränkten Sicht.

So auch der sektorweise umgedrehte Wickelsinn - normalerweise für eine Spule unsinnig, hier in der mehrpoligen Nutzung auf einem Kern vielleicht die beste Methode, um mit geringen Drahtlängen auszukommen. Wobei ich mir nicht mal sicher bin, ob die vollständige Bewicklung des Kerns etwas bringt - vielleicht sind Lücken zwischen den Wicklungen sinnvoller. Hat jemand die Möglichkeit, das mal zu simulieren?

Zur Wickeltechnik: Eine Markierung und Abgrenzung der einzelnen Sektoren scheint mir schwierig zu sein, bestenfalls könnte man vorher an den geplanten Wicklungsenden auf dem Kern Abbindegarn befestigen - braucht man später dort ohnehin, um die Schlaufe zu fixieren. Einfacher scheint es zu sein, die Windungszahl für eine komplette Wicklungslage zu ermitteln, entsprechend der Anzahl der Sektoren zu teilen und dann einfach die Windungen für eine Wicklung dicht nebeneinander zu legen. Das zeigte hier praktisch die besten Ergebnisse.

Zum Testen: Den bewickelten Kern habe ich mit mehreren kurzen Drahtschlaufen auf einer stabilen Leiterkarte angelötet, das hält schon eine ganze Menge an Last aus, auch wenn die Magnete daran zerren. Die Schlaufen sollten durch Löcher gesteckt und auf der Unterseite mit Zug umgeknickt und seitlich liegend verlötet werden, aber bitte auf isolierten Inseln, sonst gibt es Kurzschlußwindungen. So kann man jede Lage einzeln aufbringen und vermessen, bei Gefallen diesen Wicklungsaufbau für eine Phase verwenden und dann um je ein Drittel Wicklung versetzt zwei weitere Phasen aufbringen, falls man doch lieber mehrphasig arbeitet.

MfG. Andreas
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Re: Ringkerngenerator

Beitragvon fiedje » Fr 20. Nov 2009, 13:16

Hallo alle,

wie man erkennen kann, bin noch nicht so lange im Forum.
Ich denke eher in Bildern. Es fällt mir manchmal schwer, den Ausführungen zu folgen, ohne erklärende Bilder zu haben.
Nun erwarte ich nicht, dass jeder technisch perfekte Zeichnungen liefert.
Aber eine Handskizze hier und da (wenn Scanner fehlt, geht auch Foto der Handskizze) würde mir und meiner Möglichkeit,
den Themen zu folgen helfen.

Gruss Friedhelm
...der mit dem Wind tanzt...
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Re: Ringkerngenerator

Beitragvon andreas » Fr 20. Nov 2009, 14:22

Hallo Friedhelm,

ich kann Dir mal zeigen, was ich gerade bearbeite, vielleicht wird es dann anschaulicher.

rotor4.jpg
rotor4.jpg (7.6 KiB) 8785-mal betrachtet

Das ist der Rotor zum Testen eines Ringkerns. Er besteht aus zwei Doppelmagneten und hat somit zwei Nord- und zwei Südpole (hatte ich mal draufgemalt, kann man vielleicht noch lesen). Sie sind auf ein Stück Bandstahl aufgeklebt. Diese Magneten stammen aus Festplatten (die beiden konkret aus den flachen Maxtor 20/40-GB-Modellen) und sind hier in erträglicher Anzahl vorhanden.

ring2m.jpg
ring2m.jpg (6.48 KiB) 8785-mal betrachtet

Das ist der dazu bewickelte Kern. Angefangen habe ich am grünen Kreis, das ist der Mittelpunkt der Wicklung. Dort ist der Draht wie ein U als Schlaufe gelegt und angebunden. Von dort an geht es es gegensinnig los, also rechts vom grünen Punkt rechtsherum, links vom grünen Punkt linksherum gewickelt. Etwa auf ein Viertel des Umfangs wird dann erneut je eine Schlaufe gelegt und angebunden, hier jeweils mit roten Strichen markiert. Und ab dort wird dann der Wickelsinn geändert. Unten schauen die beiden Wicklungsenden heraus, ungewohnterweise kommen beide aus der gleichen Richtung.

ring1.jpg
ring1.jpg (6.18 KiB) 8786-mal betrachtet

Das ist ein weiterer Kern, hier aber für einen nur zweipoligen Ring-Magneten in einem Lüfterrad. Er hat erst eine halbe Lage an Draht drauf, alles in eine Richtung gewickelt. Die zweite Hälfte wird in die andere Richtung gewickelt. Das dauert noch etwas, insgesamt wird dann eine Lage aus fünf Metern Draht bestehen.

MfG. Andreas
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Re: Ringkerngenerator

Beitragvon andreas » So 22. Nov 2009, 00:15

Hallo Allerseits,

beim heutigen Spielen mit Ringkernen, Spulen und drehbaren Magneten hatte ich irgendwann sehr viel Rauschen auf dem Oscar, das war mir neu. Untersucht, Grundwelle so um 7 MHz, aber schon mal mit 100 mV. Und deutlich amplituden-moduliert, sah sogar mal nach Sprache aus. Kurzwellenempfänger an den 1:10-Tastkopf, ein recht breiter Bereich der Kurzwelle ist rappelvoll mit dicken Signalen, die halbe Welt war dort laut und deutlich zu hören. Vermutlich habe ich nun anstelle eines Ringgenerators gerade eine magnetische Kurzwellenantenne gebaut. Deren Reiz dürfte allein darin liegen, daß sie keine 3 cm Durchmesser hat...

MfG. Andreas
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Re: Ringkerngenerator

Beitragvon Bernd » So 22. Nov 2009, 00:26

LOL das ist ja ne geile Sache.
Vielleicht könntest du mehrere "Antennen" in Reihe schalten und so diese " freie Energie " nutzen. ? :)

Grüsse

Bernd
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