Ringkerngenerator

Re: Ringkerngenerator

Beitragvon andreas » So 22. Nov 2009, 00:39

Hallo Bernd,

ich denke, das wird nichts. Energie könnte man höchstens illegal aus eng benachbarten Sendern beziehen, aber das ist ja nicht der Sinn der Sache. Und dazu braucht man keine kleinen Ringkerne, sondern bloß einen Langdraht...

MfG. Andreas
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Re: Ringkerngenerator

Beitragvon Bernd » So 22. Nov 2009, 00:40

Naja war ja auch nur ein Spass. :)
Ich kenne die Effekte nahe am Sender aus meine Ausbildung, da gab es in der Nähe eines
starken Mittelwellensenders wirklich kuriose Effekte.

Grüsse

Bernd
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Re: Ringkerngenerator

Beitragvon andreas » So 22. Nov 2009, 23:02

Hallo Allerseits,

einige Experimente mit Ringkernen liegen nun hinter mir - berauschend ist das alles nicht. Die Rastfreiheit ist erwiesen, sowohl im freien Aufbau als auch in einem kleinen Lüfter, der nun schon beim leisen Windhauch anläuft. Aber was da an Spannung kommt, ist alles andere als nutzbar. Möglicherweise sind meine Kerne (diverse Ferrite) dafür ungeeignet, vielleicht sollte es ja auch wirklich Eisen sein. Nun hat man solche geblechte Eisenkerne nicht in der Ecke zu liegen, also werde ich es mal mit Draht probieren. Einige eiserne Drähte (0,8 mm Durchmesser, lackiert, je um 30 cm lang) habe ich meiner Frau aus ihrer Floristenkiste genommen und bin dabei, daraus runde Kerne zu kleben. Dazu erstelle ich auf einer Magnetfläche flache Wickel um eine vorher aufgelegte dünne Unterlegscheibe und klemme das Ende mit einer kleinen Kunststoff-Leimzwinge fest, dann wird an vier Stellen der Wickel in sich verklebt. Sind so genug Scheiben aus Draht entstanden, werden sie untereinander zu einem Kern verklebt. Mal sehen, ob das besser als Kernmaterial geeignet ist.

MfG. Andreas
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Re: Ringkerngenerator

Beitragvon Bernd » So 22. Nov 2009, 23:12

Von der Spannung her darfst du bei dem wenigen Kupfer und dem geringen Durchmesser auch
nicht so viel erwarten. Hast du mal grobe Werteangaben was raus kam ?

Grüsse

Bernd
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Re: Ringkerngenerator

Beitragvon andreas » So 22. Nov 2009, 23:47

Hallo Bernd,

gerade bei dünnem Draht und vielen Windungen hätte ich vor allem Spannung erwartet. Ich habe zwei baugleiche Lüfter umgerüstet, auf zwei unterschiedliche Kerne. Angetrieben hatte ich sie zum Test jeweils durch das selbe Modell, aber eben noch als Lüfter gebaut, beide eng zusammen geschnallt. Aus dem Kern mit der kompletten einlagigen Bewicklung (200 Windungen, hatte hier mal ein Bild mit der Hälfte reingestellt) kommen dabei vielleicht 10 mV raus, die Kurve ist stark abgeflacht und weit weg vom Sinus. Der zweite Kern ist dicker, aber die Wicklungen sind kürzer und in zwei Lagen ausgeführt, ebenfalls insgesamt 200 Windungen. Da sieht es schon fast wie ein Sinus aus, aber mehr als 60 mV waren auch nicht drin. Ich muß dazu bemerken, daß der Antrieb ausgesprochen schwach ist, dieser Lüfter fächelt nur ein wenig.

Mit einem vierpoligen Festplattenmagneten angetriebene Ferritkerne kamen mit Handantrieb auch nicht über den benannten Bereich hinaus, wobei da die Kurve fast sinusförmig war.

MfG. Andreas
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Re: Ringkerngenerator

Beitragvon arcobär » Mo 23. Nov 2009, 12:41

Durch solche Experimente sind wohl Coler und Hendershot durch Zufall zu ihren Freie Energie Convertern gekommen.

Mir hat mal ein alter Radiobastler erzählt, dass es vor dem Krieg möglich war, in der Nähe von starken Sendern eine Taschenlampenbirne zum Leuchten zu bringen. Damit sollen manche ihre Gartenlaube beleuchtet haben.

Bei meinem Generator ist die Ausgangsspannung ein sauberer Sinus. Beim Andrehen von Hand komme ich bereits auf 1 V.

Gruß Uli
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Re: Ringkerngenerator

Beitragvon andreas » Mo 23. Nov 2009, 15:14

Hallo Uli,

glücklicherweise bin ich da nicht auf blinden Unfug angewiesen, ich kann messen. So hat sich auch die zunächst unerklärliche Schwingung schnell als HF-Einkopplung herausgestellt - wie auch immer es der Magnet geschafft hat, den Ringkern magnetisch in kleine Ferritantennen zu zerlegen.

Daß man in der Nähe von Sendern problemlos HF-Leistungen aus einigen Metern Draht ziehen konnte, ist bekannt. In der Nähe befand sich früher ein starker Mittelwellensender; die Laubenpieper ringsherum hatten damals auch ohne Stromanschluß eine gut beleuchtete Laube - ein paar Meter Draht und eine Leuchtstofflampe gegen Erde haben völlig ausgereicht.

Um mal die Gegenprobe zu machen, habe ich den 0,4er Draht vom Ringkern abgefädelt und eine flache Spule mit 20 Windungen gebaut. Die habe ich wie beim Scheibengenerator flach zwischen die drehenden Magnete und den darunter angebundenen Ringkern gebracht. Da kommen dann, wie erwartet, beim Handantrieb um 200 mV raus - obwohl der Kern viel kleiner als die Magnetpole und die Spule auch für die Magnetpole nicht groß genug ist. Insofern scheint der Ringgenerator nur irgendwelche Reste aufzufangen, eine reguläre Induktion ist das wohl nicht.

Auch bei Dir scheint mir die Spannung etwas zu gering zu sein. In meinem Scheibengenerator rotiert exakt die Sorte Magnete, die Du auch in Deinem Ringkerngenerator verwendet hast. Es sind allerdings 16 auf jeder Scheibe, also insgesamt 32 Stück. Bei einem Luftspalt von vielleicht 6 mm zwischen den Magnetpolen bringen die 12 Spulen darin in Sternschaltung nach einer gewöhnlichen Gleichrichtung (kein Schottky) bei 60 U/min schon 6 V raus. Und das ist keinesfalls das Maximum, mit mehr Luftspalt und mehr Draht ist da erheblich mehr zu holen.

MfG. Andreas
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Re: Ringkerngenerator

Beitragvon arcobär » Mo 23. Nov 2009, 15:54

Hallo Andreas,

ich hatte auch eine höhere Spannung erwartet, da Thurner bei 100 U/min schon 70 V erreicht hatte.
Gut, er hatte mehr Windungen auf seinem Kern, aber bei mir sind es auch immerhin insgesamt 380 Windungen.
Vielleicht ist bei mir auch einiges nicht optimal, wie der Eisenrückschluss, die Spulenbreite oder der Magnetabstand.

Gruß Uli
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Re: Ringkerngenerator

Beitragvon andreas » Mo 23. Nov 2009, 17:02

Hallo Uli,

ich weiß nicht, wie viel Platz Du als Luftspalt zwischen Magnete und Kern+Wicklung einstellen kannst. Wenn einige mm drin sind, bringe doch dort mal eine flache Spule rein. Wird dort verhältnismäßig mehr an Spannung induziert als vorher in die Ringkernwicklung, so solltest Du besser die Ringkernwicklung vergessen und das Ganze auf "herkömmliche" Luftspulen umrüsten. Hier war der Unterschied derart heftig, daß ich diesen Ringwicklungen endgültig entsage. Ein Bekannter (Physiker) hatte mir vorab gesagt, daß der Ringkerngenerator nicht wirklich funktionieren würde - ich habe es nun experimentell bestätigt bekommen. Zumindest ist die "Ausbeute" derart bescheiden, daß man darüber wohl nicht weiter nachdenken sollte.

MfG. Andreas
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Re: Ringkerngenerator

Beitragvon Bernd » Mo 23. Nov 2009, 17:20

Hallo Andreas, ich verstehe dich so, das dann der Kern nur noch der magnetische Rückschluss, feststehend,
sein soll. Also quasi die zweite Scheibe eines Scheibengenerators, nur das diese fest steht, korrekt ?
Wenn sich dabei aus genau der gleichen Menge Kupfer (Innenwiderstand) bessere Spannungswerte ergäben,
dann wäre es wirklich sowie du sagst.

Grüsse

Bernd
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