Zahnriemengetriebe, bezahlbar aus Autoteilen

Zahnriemengetriebe, bezahlbar aus Autoteilen

Beitragvon Bernd » Mo 22. Feb 2010, 21:53

Hallo Leute
Aus langer Weile habe ich mal geguckt was ich für ein ca. 1 : 2 bis 1 : 3 Zahnriemengetriebe an Teile
hinlegen müsste. Ich bin dazu auf die oft zitierte Seite der Firma Maedler gegangen.

Anlass ist die Idee vor meinen grossen Generator evtl. besagtes Zahnriemengetriebe zu montieren.
Das würde dem Generator dann dazu verhelfen ab ca. 10U/min Nutzleistung zu erzeugen.
Vorausetzung ist natürlich ein Riemen der sehr hohe Drehmomente übertragen kann.

Naiv hatte ich aus dem Bauch heraus gesagt " 3cm Riemenbreite sollten es schon sein". Ob das reicht habe
ich noch gar nicht recherchiert.
Wer dann aber auf die Preise guckt die man bei Maedler zahlen muss, wird schnell merken das so ein Getriebe
extrem teuer würde. Alleine zwei Riemenscheiben kosten dann locker in der Gegend von 200 Euro, plus Riemen.
Das kann es ja wohl nicht sein....

Ich erinnerte mich dann an die zahlreichen Wochenenden an denen wir Zahnriemenwechsel an diversen
VW-Modellen durchführten.
Tatsächlich scheint der Riemen für den Nockenwellenantrieb, manchmal auch für die Einspritzpunpe beim Diesel,
für dieses Vorhaben gar nicht schlecht geeignet. Bild stammt von der sehr hilfreichen Autoschrauber.de Seite.

Bild
Die grosse Zahnriemenscheibe auf der Nockenwelle bekommt man bei Ebay für um die 10 - 20 Euro.
Die kleine Zahnriemenscheibe die auf der Kurbelwelle sitzt, fand ich derzeit bei Ebay nicht, aber auch neu kostet
sie bei VW nur ca. 17 Euro. Der Zahnriemen selbst ist dank Massenproduktion auch sehr günstig mit um die 20 Euro.
Das Übersetzungsverhältnis sollte genau 1 : 2 sein, denn die Nockenwelle dreht sich ja mit halber Geschwindigkeit
zur Kurbelwelle.

Bild

Was haltet ihr von diesen günstigen Baumaterialien für ein Zahnriemengetriebe ?
Wird der Zahnriemen der die Nockenwelle treibt, auch die 5 kW des grossen Generators packen ?

Grüsse

Bernd
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Re: Zahnriemengetriebe, bezahlbar aus Autoteilen

Beitragvon Mark » Mo 22. Feb 2010, 22:08

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Zuletzt geändert von Mark am Mo 22. Feb 2010, 23:24, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Zahnriemengetriebe, bezahlbar aus Autoteilen

Beitragvon miniwindi » Mo 22. Feb 2010, 22:13

Hallo,
eine gute Idee, zumal das Teile sind, die überall zu bekommen sind.
Viele Grüße Herbert
miniwindi
 
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Re: Zahnriemengetriebe, bezahlbar aus Autoteilen

Beitragvon mario » Mo 22. Feb 2010, 22:22

Generell eine gute Idee.

Ich denke auch das der Riemen der Belastung standhält. Allerdings muss ich Mark bei der Herleitung widersprechen.
Der Riemen selbst ist ja nicht dazu da den oberen Totpunkt zu überwinden, da der Riemen ja nicht als Antriebsübertragung
verwendet wird. Es geht hier darum die Nockenwellen (beim Diesel eine Einlass- und eine Auslasswelle) anzutreiben. Der Drehmoment der dazu benötigt wird ist eher nicht so groß.

Nicht destro trotz sind die Riemen auf wesentlich höhere Belastungen ausgelegt. Sinnvoll ist es einen Riemenspanner
einzubringen. Dann muss der Riemen nicht über die beiden Räder gespannt werden sondern mit dem Riemenspanner.
Kostet zwar wieder ein wenig Energie, aber die Belastungswechsel schlagen nicht voll auf den Riemen durch.

Viele Grüße

Mario
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Re: Zahnriemengetriebe, bezahlbar aus Autoteilen

Beitragvon Mark » Mo 22. Feb 2010, 22:36

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Re: Zahnriemengetriebe, bezahlbar aus Autoteilen

Beitragvon Bernd » Mo 22. Feb 2010, 22:43

Der Riemen selbst ist ja nicht dazu da den oberen Totpunkt zu überwinden, da der Riemen ja nicht
als Antriebsübertragung verwendet wird.

Ich denke er sprach von den Arbeiten beim Wechseln eines solchen Riemens. Dann dreht man gerne mal
am Nockenwellenrad um die Kurbelwelle in die richtige Position zu bekommen, auch wenn man es nicht soll. :)
In diesem Fall wirken die von ihm genannten Kräfte auf den Riemen die er anscheinend locker weg steckt.

Vielleicht sollten wir mal bei Maedler nachgucken was so ein Riemen dieser Grösse ab kann.
Mein Generator, wenn er denn mal bei ca. 500 U/min 5 kW rausschmeissen sollte, benötigt bei dieser
Drehzahl dann ein Drehmoment von ca. 100 Nm. Ist ja mal nicht ganz wenig....
Andererseits möchte ich nicht wissen was an dem Riemen im Auto für Kräfte reissen wenn der Motor
mal ne Fehlzündung hat, ohne auszukuppeln ne Vollbremsung gemacht wird oder der Wagen
angeschoben oder angezogen wird und dann hart eingekuppelt wird.

Grüsse

Bernd
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Re: Zahnriemengetriebe, bezahlbar aus Autoteilen

Beitragvon mario » Mo 22. Feb 2010, 22:53

Hallo Bernd,

aus den von Dir genannten Gründen bin ich mir auch sicher, dass der Riemen das ab kann.

100 Nm ist für einen solchen Riemen nicht viel. Du belastest Ihn in Längsrichtung und da sind Runde
10 KG nicht viel. Hänge doch einfach mal einen Riemen auf und daran wiederum ein Gewicht.
Aber nicht knicken, sondern den Radius deines kleinen Rades nehmen. Ich behaupte der reist bei
50 KG noch nicht. Er ändert vielleicht ein wenig seine Länge. Dann läst Du das Ganze mal eine Weile
hängen.

Wenn alle "Stricke" reißen ---> bei Mercedes verwendet man Ketten. Die bekommst Du mit Sicherheit nicht kaputt. :D

Viele Grüße

Mario
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Re: Zahnriemengetriebe, bezahlbar aus Autoteilen

Beitragvon Bernd » Mo 22. Feb 2010, 23:34

Also ich glaube nun müssen wir mal zu den Newtonmetern kommen . :)
100 Nm sind (leider) nicht immer gleich 10 Kg.

Begründung:
Wie hoch die Kraft ist aus der sich der Wert für das Drehmoment zusammen setzt ist
von der Länge des Hebelarms abhängig auf den diese Kraft wirkt.
Die kleine Riemenscheibe, die unten auf der Kurbelwelle sitzt und dann später auf der Achse meines
Generators, dürfte um die 6cm Durchmesser haben, die obere ca. 12cm (alles geschätzt)
Wenn ich an der Generatorachse also ca. 100 Nm brauche um bei 500 U/min auf meine 5 KW zu kommen,
dann ziehen am Riemen, der auf einer Riemenscheibe mit ca. 3cm Radius sitzt, ca. 330 Kg !!!
Oweia.... ich ahne böses...

Wir sehen das an dem Riemen, bei Anwendung als Getriebe für meinen Generator, ganz
erhebliche Kräfte wirken würden. Im Augenblick bezweifle ich das er das aushalten könnte.

Vermutlich müssen die Riemenscheiben daher viel grösser ausfallen.
Eigentlich bin ich gerade ziemlich schockiert von dem Wert für die Zugbelastung dem der Riemen
ausgesetzt wäre... :shock:

Grüsse

Bernd
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Re: Zahnriemengetriebe, bezahlbar aus Autoteilen

Beitragvon Bernd » Mo 22. Feb 2010, 23:51

Die Geschichte mit den Ketten ist sicher auch eine Überlegung wert.
Von der Wartungsfreiheit gefällt mir aber derzeit der Riemen besser, weshalb
ich in diesem Thread gerne bei der Riementechnik bleiben möchte, auch der Übersichtlichkeit halber.
Ein Kettengetriebe können wir ja in einem separaten Thread besprechen.

Grüsse

Bernd
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Re: Zahnriemengetriebe, bezahlbar aus Autoteilen

Beitragvon Bernd » Di 23. Feb 2010, 00:25

Also so wird es nichts. Ich habe eben mal mit dem Berechnungstool auf der Mädlerseite herum gespielt.
Je nachem welche Riemenart man wählt, kommt man z.B. bei 25mm breiten Riemen auf etwa 20cm
Minimum für den Durchmesser der Zahnriemenscheibe um bei 500 U/min 5 Kw rüber zu bringen.

Bei 50mm breiten Riemen, ihr werdet es ahnen, sind es immer noch ca. 9 cm Durchmesser die man
benötigt. Das alles sogar ohne Sicherheit (!) gerechnet, also auf Kante genäht wie man so schön sagt.

Frustrierend...

Nach dem Mädlertool müsste so ein Autozahnriemen mit eben diesen (kleinen) Riemenscheiben wie sie im Auto
verbaut sind bei 6000 U/min grob überschlagen ca. 10 KW übertragen können (auch ohne Sicherheit gerechnet)
Ich hab aber leider nur max. 500 U/min anzubieten... :?

Grüsse

Bernd
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