von Knuffi » So 15. Feb 2009, 18:55
Was passiert wenn ich die Magnetfeldrichtung nicht umkehre, sondern nur immer den selben Magnetpol
mal drauf lege und dann wieder weg nehme. Entsteht dann pulsierender Gleichstrom ?
Da Uind = -dPhi/dt
folgt, daß solange der magnetische Fluß steigt (Magnet bewegt sich auf die Spule zu) , die Polarität eine Richtung hat, und sobald der Fluß abnimmt (Magnet bewegt sich von der Spule weg), sich die Polarität umkehrt. Pulsierenden Gleichstrom bekommt man also nicht .
Beispiel:
Nehmen wir an, der magnetische Fluß hat folgende Werte (Maßeinheiten und das "-" lasse ich mal weg):
0, 1, 3, 4, 4, 3, 1, -1, -3, -4, -4, -3,-1,0 dann besträgt dPhi/dt => (1-0),(3-1),(4-3),(4-4),(3-4), (1-3), (-1-1),( -3--1)...
=> für die induzierte Spannung folgt 1, 2, 1, 0 ,-1, -2, -2, -1, 0, 1 , 2 ,1 ...
Die Polarität kehrt sich also in dem Moment um, wo der magnetische Fluß das Maximum erreicht, die maximale Spannung entsteht, wenn sich der magnetische Fluß am stärksten ändert.
In einen Trafo mit Primär und Sekundärwicklung kann man zwar pulsierenden Gleichstrom auf einer Seite einspeisen, auf der Sekundärseite kommt aber nur der Wechselstromanteil heraus, weil nur die "Änderung" des magnetischen Flusses die in der Sekundärspule induzierte Spannung bestimmt.
Den magnetischen Fluß kann man sich anschaulich als die "Anzahl Feldlinien" vorstellen, welche die Leiterschleife durchdringen.
Phi = B*A (A=Fläche)
Hohe magnetische Flußdichte (B) hieße dann "viele" Feldlinien.
Die Anzahl Feldlinien hängt aber auch von der Fläche der Leiterschleife ab, da in eine große Spulenwindung mehr Feldlinien passen, als in eine kleine.
Wenn man statt einer Windung => 2 Windungen nimmt, verdoppelt sich die Fläche und damit die Spannung...
Ein Eisenkern "konzentriert" die Feldlinien im Inneren, es passen also mehr Feldlinien auf eine kleinere Fläche...
Bei den Scheibengeneratoren ist es ja so, das man die Schenkel der Spulen A) möglichst rechtwinklig ausführt,
damit diese auf einem grossen Teil ihrer Strecke im 90 Grad Winkel vom Magneten überstrichen werden,
und B) so breit macht, das über jedem Spulenschenkel möglichst ein unterschiedlicher Magnetpol steht.
Zu welchem Prinzip kann man das zuordnen ?
Meinst du mit "Scheibengenerator" solche mit Ringmagnet, welcher sich um eine Stab- oder Sternförmige Spule dreht ?
Das Prinzip ist das gleiche, man muß wechselseitig ansteigenden und abfallenden magnetischen Fluß erzeugen,
d.h. je stärker die "Änderung der Anzahl Feldlinien" durch die Spule, umso mehr Spannung.
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Knuffi am So 15. Feb 2009, 19:12, insgesamt 1-mal geändert.