Sebastian,
wir haben für eine komerzielle Anwendung (ok, Speicherbatterie für Solarstrom...) viele Möglichkeiten durchgespielt und die verfügbaren Alternativen abgeklopft. Es sind dabei zwei Alternativen herausgekommen:
- Blei Akku 12V 92Ah von einem bestimmten Hersteller mit einer bestimmten Technologie. Hier muss zur Erreichung einer genügenden Lebensdauer und eines vernünftigen Gesamt-Durchsatzes (nennt sich Durchleitfaktor und bezeichnet die insgesamte Menge an Ah oder kWh, die dem Akku während seiner Lebensdauer entnommen werden können) die Entladetiefe (depth of discharge DOD) auf 30% begrenzt werden und es muss eine spezielle Ladetechnik angewendet werden. Dann rechnen wir mit einer Zyklenzahl von 1300 Zyklen bis zur Erreichung der Lebensdauergrenze (Kapazitätsrückgang auf 80% Nennkapazität).
- LiFePO4 (speziell Winston/Thundersky), wir verwenden aus 'kaufmännischen' Gründen 60Ah und 100Ah Zellen. DOD 70%, dabei ca. 5000 Zyklen möglich.
Die Lithium Batterie ist mehr als doppelt so teuer, kann aber aufgrund des sehr viel höheren Durchleitfaktors die kWh für ca 30% der Kosten verglichen mit der Bleibatterie speichern. Nur mit dieser Batterie wird auch eine Lebensdauer in Jahren erreicht (hoffentlich 12-15 Jahre), die ganz grob in der Größenordnung der Wechselrichter liegt, bei der Bleibatterie ist da vergleichsweise drei bis vier mal häufiger ein Wechsel notwendig (der natürlich selbst auch wieder Geld kostet).
Man kann alle Arten von Blei-Akkus für eigene Experimente verwenden, ich habe mir anfangs auch zwei preiswerte 12V Autobatterien aus dem Baumarkt gekauft. Nur bitte nicht die Kosten pro gespeicherter kWh berechnen (mit 'gespeicherter' meine ich natürlich eine kWh, die hineingeladen und wieder entnommen wird).
Der oben genannte Durchleitfaktor ist wichtigste Wert zur Berechnung der Rentabilität (oder eigentlich Nicht-Rentabilität

). Den gibt aber kein Hersteller direkt an. Man kann teilweise aus den Datenblättern seriöser Hersteller die Zyklenzahl bei einer bestimmten Entladetiefe entnehmen. Wenn dort bei einer 100Ah Batterie z.B. 500 Zyklen bei 80% Entladetiefe angegeben sind, dann ergibt dies grob einen Durchleitfaktor von 500*80Ah*12V = 480kWh. Hat man für diesen Akku €250 bezahlt, dann liegen die Kosten für die gespeicherte kWh bei >€0.50.
Die Zyklenzahl einer preiswerten Starterbatterie bei einer hohen Entladetiefe ist sehr viel geringer (z.B. 100Zyklen mit 50% DOD). Da kann man sich leicht ausrechnen, dass einen dort die kWh auch nicht weniger kosten wird (sondern noch vel mehr).
Gruß, Jörg.