Kolibri Stationäre Energiespeicher

Re: Kolibri Stationäre Energiespeicher

Beitragvon JBecker » So 30. Sep 2012, 11:01

Hallo Sebastian,
meine Meinung dazu ist noch nicht sehr fundiert, da mir hier einfach zuverlässige Informationen fehlen und ich selbst solch ein System noch nicht testen konnte. Noch dazu ist Redox-Flow ein Überbegriff, es wird mit verschiedenen Elektrolyten gearbeitet.

Mein 'Bauchgefühl':
+ ein sehr interessantes und eigentlich naheliegendes Konzept
+ sehr gute Skalierbarkeit von Energie und Leistung, das heißt jederzeit anpassbar auf den persönlichen Bedarf
+ eines der interessantesten Konzepte momentan

? Kosten pro kWh, notwendige Wartung, Verschleiß (alles unbekannt, bzw. hier muß man sich auf die Angaben der Hersteller verlassen ??? )
? Umweltverträglichkeit, Elektrolyt kann auslaufen, wie gefährlich ist das ?
? Verfügbarkeit der Rohstoffe

- im Vergleich zu Batterien komplexer:
- mehr verschiedene Baugruppen (Tank, Flüssigkeiten, Pumpen, Generator, Wechselrichter, ..)
- verschiedene 'Gewerke', Installationstechnik und Elektrotechnik
- der Generator (die galvanische Zelle) ist ähnlich einer Brennstoffzelle mit wahrscheinlich ähnlichen Problemen behaftet (warum setzt sich die Brennstoffzelle nicht stärker durch?)
- zuerst einmal wohl nur für größere Systeme geeignet (nicht für Haushalte)

Es gibt dazu eine Menge von Argumenten und mein Bauchgefühl sagt mir dazu wieder, dass der Zeitpunkt für einen privaten Einsatz einfach noch nicht gekommen ist. Vielleicht in fünf Jahren?

Gruß, Jörg.
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Re: Kolibri Stationäre Energiespeicher

Beitragvon seb » So 30. Sep 2012, 15:55

Hallo Jörg,

Ich denke, wenn man, abgesehen von der Elektro-Mobilität, auf einen "grünen" Zweig kommen möchte, so kommt man zur Speicherung von richtig großen Strommengen um die Redox-Flow-Technik nicht herum. Jedenfalls derzeit. Hat doch das Frauenhofer Institut in ihren Schubladen eine große Redox-Flow-Zelle (kommt in eine kleine Halle) um 5 Megawatt zu speichern. Würde in jedem Windpark so eine Zelle installiert werden, so müssten die Windräder nicht ausgeschaltet werden, gerade auch nachts nicht. Der Strom würde die Redox-Flow-Zelle speisen, und wenn Deutschland morgens erwacht und viel Strom benötigt dann könnte dieser aus den Redox-Flow-Zellen genutzt werden. Einen Art Pump-Speicher-Werk, nur auf Wind-Basis.

Wozu also noch in Kernenergie investieren oder verlustbringend Kohle subventionieren?????? :oops: :evil:

Ich habe mir vor kurzer Zeit mal die Tagebaue in der Nähe von Markranstädt angesehen. Also ganz ehrlich, mehrere Ortschaften umzusiedeln, die Leute mit Hungerabfindungen abspeisen, ca. 150m Abraum mitteln stromgetriebener Bagger wegzugraben, das ganze für ein Flötz von schätzungsweise nur 5-15m Stärke? u.s.w..... das soll sinnvoll und ökonomisch sein???
Dann werden ja noch 2 neue Braunkohlen-Kraftwerke gebaut.... sicherlich nicht nur für eine Laufzeit von 5 Jahren?!?!?


Hmm, ich hege starke Zweifel an der derzeitigen Energiepolitik!

Viele Grüße

Sebastian
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Re: Kolibri Stationäre Energiespeicher

Beitragvon Juergen » Mo 1. Okt 2012, 18:48

Hallo!

So langsam scheint Bewegung in die Sache zu kommen. Bei uns in der Nähe hats einen Bioernergiepark. Dort sollen zwei Speicherprojekte realisiert werden. Eins auf Basis Lithium- Ionen-Akus und eins auf Basis Redox-Flow. Das ganze soll eine Kapazität von 5 MWh haben. Allerdings weiß ich nicht welches Projekt wieviel speichern soll. Anbei mal einer der entsprechende Zeitungsartikel: http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Steinfurt/Saerbeck/Strom-speichern-mit-Chemie-Prudent-Energy-Gruppe-arbeitet-mit-Brennstoffzellen

Aber wenn man es realistisch sieht sehe ich beim zeitlichen Veerlauf nicht viel Möglichkeiten für den privaten Nutzer. Geht man von 1 Jahr Umsetzungszeitraum und 2-3 Jahren Erprobungslauf aus kann ich mit vorstellen das die Windparkbetreiber wie z.B. Enercon (hängen auch indirekt mit drin) bei Erfolg die Kapazitäten für die nächsten 3-4 Jahren geblockt haben. Dann sind wir bei 6-8 Jahren bevor der private Nutzer als Kunde wahrgenommen wird. Dann kann man noch durchrechnen ob je nach gesetzlicher Lage, der Vorteil für den Privaten nicht auf 5% über die Preisstellung und Konkurenz begrenzt werden kann.

Im Moment gehe ich von Preissteigerungen von 2-3 ct/kwh für das nächste Jahr aus. Noch ein paar Jahre und dann ist selbst der Bleiaku ein schillerndes Lichtlein.

Grüsse
Jürgen
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Re: Kolibri Stationäre Energiespeicher

Beitragvon Bernd » Mo 1. Okt 2012, 19:08

Ab wann sollte (wollte) Deutschland eigentlich ohne Atomenergie auskommen ?
Ich habe das Gefühl das sich so gut wie gar nichts im Ausbau der alternativen Energien getan hat.
Ab und an sieht man mal ein neues Windrad, aber eher vereinzelt.
In der Zeitung lese ich kaum etwas von neuen Projekten.

Fukujima scheint schon lange her zu sein. Eigentlich müssten doch neue Windräder und auch andere Techniken
nur so aus dem Boden schiessen.


Grüsse

Bernd
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Re: Kolibri Stationäre Energiespeicher

Beitragvon Manfred » Mo 1. Okt 2012, 19:39

Hallo Bernd,

Bernd hat geschrieben:Eigentlich müssten doch neue Windräder und auch andere Techniken
nur so aus dem Boden schiessen.

Aber erst müssen mal die Fördergelder fließen, dann geht es auch los. Der Steuermichel.............................anstellen, wenn ich jetzt weiter schreibe fliege ich aus dem Forum.

Grüße
Manfred
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Re: Kolibri Stationäre Energiespeicher

Beitragvon Juergen » Mo 1. Okt 2012, 20:21

Hallo Manfred,

hast leider nicht ganz unrecht. Green Energie ist zu verlockend. Als Projektierer mit genug Geld im Rücken, würde ich mir erstmal mögliche Standorte sichern. Wenn das ganze dann als Windvorranggebiet ausgewiesen wird baut man einen kleinen oder großen Park. Falls das ganze dann hinter den Erwartungen zurückbleibt, verscheuert man das ganze zum Ertragswert (am besten auf Basis Ertragswertgutachten) mit ein paar Prozent Abschlag. Die Chanchen dann einen Käufer zu finden stehen nicht schlecht. Zuviel Geld lockt die Geier. Leider oder "Gott sei Dank" hab ich keine Sorgen mit derartigem Federvieh.

Grüsse
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Re: Kolibri Stationäre Energiespeicher

Beitragvon Beinhart » Di 2. Okt 2012, 09:58

Moin,
ich denke der schleppende Ausbau liegt zum Teil an der Überlastung der Netze, zumindest hier im Norden. Bei mäßig bis viel Wind stehen die Windräder teilweise still.
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Re: Kolibri Stationäre Energiespeicher

Beitragvon seb » Di 2. Okt 2012, 13:57

Der Bau von den schon beschriebenen Redox-Flow-Hallen mit 5MW Speicherkapazität sollte vorangetrieben werden. Die vorhandenen Windräder reichen ja eigentlich aus. Viele Windräder werden nachts oder zu Zeiten mit wenig Strombedarf im Netz abgeschaltet. Die Zellen könnten dann den Strom puffern, die Windräder könnten weiter laufen und wir könnten auf Kernenergie komplett verzichten! Dann wäre unser Strom schon ein bisschen grüner!

Und ich kann mir folgende Rechnung über die derzeitigen Stromhandelsgebaren gut vorstellen:

Unsereiner schließt einen Vertrag bei einem Energieversorger für Ökostrom ab. Er bezahlt natürlich mehr für grünen Strom. Aber kauft denn der Energieversorger tatsächlich grünen Strom ein? Oder wird uns Strom aus Kernenergie oder Braunkohle untergejubelt? Sicherlich ist das der Fall, zu gefühlten 80%.
Denn welches staatliche Organ will das kontrollieren?

Sebastian
Viele Grüße

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Re: Kolibri Stationäre Energiespeicher

Beitragvon Bernd » Di 2. Okt 2012, 14:18

Die vorhandenen Windräder reichen ja eigentlich aus............und wir könnten auf Kernenergie komplett verzichten!

Das wäre schön. Um unsere Atomkraftwerke zu ersetzen reicht es nicht den Strom der bisherigen Windräder und Solaranalgen
zwischenspeichern zu können sondern wir brauchen ein vielfaches der derzeitigen Windräder und Solaranlagen und auch der anderen
alternativen Energiequellen um den Strombedarf abdecken zu können.
Ich persönlich denke das wir in der Gegend von wenigstens 5x soviele Windräder brauchen wie bisher.
Dazu wird es aber nie kommen denn dafür werden die ganzen Bürgeninitiativen schon sorgen die heute schon gut mit Rentnern gefüllt
sind die den ganzen Tag Zeit haben um grundsätzlich gegen alles zu sein, auch gegen den Neubau jeglicher Art von alternativer Energiequellen,
sofern es in deren Nähe erfolgen soll. :)

Grüsse

Bernd
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Re: Kolibri Stationäre Energiespeicher

Beitragvon seb » Di 2. Okt 2012, 15:58

Bernd hat geschrieben:Dazu wird es aber nie kommen denn dafür werden die ganzen Bürgeninitiativen schon sorgen die heute schon gut mit Rentnern gefüllt
sind die den ganzen Tag Zeit haben um grundsätzlich gegen alles zu sein, auch gegen den Neubau jeglicher Art von alternativer Energiequellen,
sofern es in deren Nähe erfolgen soll.


Jooool !!! :D :mrgreen: :D

Man kann sich schon über eine Menge aufregen, ohne genauer darüber Bescheid zu wissen..... ;)

Wie schafft es dann aber Dänemark ohne Braunkohle und Atomenergie auszukommen?

Und in Deutschland sind auch die Solar-Felder am spriessen. Jedenfalls bei uns in der Gegend fällt fast kein Tropfen Regen direkt auf die Erde ohne vorher von einem Solarpaneel herunter zu laufen. ;) Ich bin überzeugt davon, daß mit geschickter Anwendung der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten man auch ohne Atom- oder Kohlestrom wirtschaften könnte.

Sebastian
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