Fragen an die Batterie-experten

Fragen an die Batterie-experten

Beitragvon rallye79 » Do 24. Sep 2015, 13:46

Frage an die Batteriespezialisten unter euch. Ich habe momentan ein 24V System bestehend aus
- 1xBlei-Säure 12V 220Ah 1150A (LKW Batterie)
- 2xAGM 6V 110Ah
Mit Spannungsaugleicher zwischen den 2 Bänken
Habe jetzt die Kapazität der Batterien gemessen mit folgendem Resultat:
- 12V Blei-Säure: SOH 98% 210Ah
- 2X6V AGM (in reihe geschaltet): SOH 38% 100Ah
Demnach sind die zwei 6V Akkus so gut wie tot und möchte diese nun ersetzten.
Jetzt stellt sich mir die Frage nehme ich eher eine normale baugleiche LKW Batterie oder doch eher eine Zyklenfeste Solarbatterie.
Was würdet Ihr empfehlen?
Wenn beide Bänke nun die gleichen Kapazitäten haben kann ich dann den Ladungsausgleicher weg lassen?
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Re: Fragen an die Batterie-experten

Beitragvon Famzim » Do 24. Sep 2015, 16:58

Hallo

Wenn die Angaben 6 V und 110 Ah richtig ist, sind die mit 100 Ah auch noch gut ! =91 %
Und die 220 Ah hat mit 210 Ah noch 95,5 %.
Waren die dann alle drei hintereinander ? zu 24 V, dann ist es kein Wunder das die Dicke besser ist !

Gruß Aloys.
Famzim
 
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Re: Fragen an die Batterie-experten

Beitragvon Köpke » Do 24. Sep 2015, 21:17

Hallo,
um mich dem Vorredner anzuschließen: Wie sieht denn die Verschaltung aus (inkl. Spannungsausgleicher)? Skizze vorhanden?
Und: Wie hast du denn die IST-Kapazität gemessen - oder berechnet?

Windige Grüße
Siegfried
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Re: Fragen an die Batterie-experten

Beitragvon Ölfinger » Do 24. Sep 2015, 22:31

... also ich persönlich halte solche gemischten Batteriegruppen für eine schlechte Lösung.
Man kann sich das eigentlich so Vorstellen wie die Geschichte mit den "kommunizierenden Röhren"; also miteinander verbundenen Eimern.
Wenn diese nun unterschiedliche Fassungsvermögen haben, wird sich zwar irgendwann ein Gleichgewicht einstellen,
aber in dem Moment wo dieses System belastet wird beginnen die komischten Ausgleichsbestrebungen.
Die Innenwiderstände der Batterien sind nicht gleich, ergo wird ein Teil der Energie verbraucht durch Ausgleichsströme innerhalb des Batteriesystems.

Ich mache mit Booten, da sind auch oftmals mehrere Batterien miteinander verschaltet, Motor und Verbraucherbatteriegruppen, manchmal auch 2 Motoren und gelegentlich auch ein Bugstrahlruder mit eigener Batterie (meist wegen der Leitungswege)
Solange die Motoren Ladestrom liefern, können alle Batterien ohne Probleme parallel geschaltet werden, aber sobald nur noch verbraucht wird sollte man entweder manuell durch Haupt/Trennschalter oder durch geeignete Trennrelais oder sonstige elektronische Schaltungen die Batterien voneinander entkoppeln.

In einer 24V Serienschaltung empfinde ich so eine Zusammenschaltung als "Suboptimal"; ich könnte mir so etwas nur in einer Notlage/Situation vorstellen;
wobei Geldmangel für mich da auch zu zählt :roll:
Am besten wären natürlich 4 gleiche 6V oder 2 gleiche 12V Batterien, im optimalsten Fall eben nicht nur derselben Kapazität, sondern auch desselben Alters.
Dadurch würden die inneren Ausgleichsströme zwischen den Batterien nicht mehr ins Gewicht fallen, würden sich im idealfall auf 0 reduzieren.
Natürlich gehen solche Batterien in den Grössen auch schon ein bischen ins Geld, von daher kann ich schon gut verstehen, dass man solche Experimente macht.
Es gibt aber auch Möglichkeiten die einzelnen Kapazitäten mit einfachen, aber zeitaufwändigen Methoden zu messen,
zB mit einem definierten Verbraucher zu belasten und anhand der entnommenen Leistung und der Zeit die Restkapazität zu berechnen.
Solar und/oder auch Gelbatterien sind relativ teuer, natürlich auch besser geeignet,
Blei/Säure Akkus, also normale PKW/LKW Batterien können eben grosse Ströme zu Anlassen liefern, sind aber in der konstanten Abgabe unterlegen, die Kapazität sinkt relativ stark.
Als guten Kompromiss sehe ich die AGM-Batterien, die Entwicklung hier hat schon recht gute Leistungen erbracht und auch die Preise sinken langsam in erträgliche Regionen.

Also mein Tip hier wäre, mal in den sauren Apfel zu beissen und sich 2 grosse AGM's zu Weihnachten zu wünschen ;)
Gruss Konny
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Re: Fragen an die Batterie-experten

Beitragvon rallye79 » Fr 25. Sep 2015, 08:25

Also die Batterien sind wie folgt verschaltet:
IMG_1986.JPG
Schaltung
IMG_1986.JPG (141.7 KiB) 4372-mal betrachtet

Die 2 Stück je 6V 110Ah (Reihe total 12V 220Ah) ergeben im Test mit meinem Batterie Tester (BST-100) folgendes Resultat:
SOH 38% 100Ah -> Daher von insgesamt 220Ah nur noch 100Ah verfügbar und Health bei 38%
So das heisst die 2 6V Batterien sind so gut wie am Ende.
Das System war wegen Geldbeutel ne Notlösung desshalb auch der Spannungsausgleicher.
Leider habe ich im moment das liebe Geld nicht so locker sitzen um mir 2 neue AGM's zu holen desshalb
will ich nochmals net Blei-Säure Batterie mit den selben Eigenschaften wie die bestehende kaufen, der unterschied bleibt dann halt das alter,
die alte hat 2 Jahre ist ja auch nicht so viel.
Meine eigentliche Frage war nun soll ich mir für 190.- ne normale Blei-Säure LKW Batterie holen oder für 220.- ne Blei-Säure "Solarbatterie" mit
einer hohen Zyklenfestigkeit und Tiefentladungsschutz? Was macht mehr sinn?
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Re: Fragen an die Batterie-experten

Beitragvon Ölfinger » Fr 25. Sep 2015, 09:49

In Reihenschaltung addieren sich die Spannungen,
in Parallelschaltung die Kapazitäten.
So wie ich das sehe kann das da nicht hinhauen, die 12V Batterie hat die doppelte Kapazität wie die beiden 6er;
die 12er wird ständig versuchen die beiden 6er zu laden.
Aber mit so Dingen wie Batterieausgleicher kenne ich mich überhaupt nicht aus :roll:
Gruss Konny
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Re: Fragen an die Batterie-experten

Beitragvon Famzim » Fr 25. Sep 2015, 11:17

Hallo

Es ist so wie Ölfinger schon schreibt.
Zwei 6 V 110 Ah Akkus in reie, sind dann eine 12 V 110 Ah Batterie, keinesfals 220 Ah , und mit 100 Ah sind die noch topfitt.
Gesammt-Akku damit nur eine 24 V 110 Ah Batterie !
Bei reiner Reienschaltung könne keine Ausgleichströme fließen, nur parallel, was hier aber nicht der Fall ist.

Ich habe mit den Starterakkus leider die Erfahrung gemacht, das die zwar ein dickes Bleigitter zur Stromleitung haben, aber offensichtlich nicht die aktive Masse beinhalten, für die Kapazität die da draufsteht.
So kamen aus einer neuen 95 Ah lediglich 35 Ah bei einem Entladestrom von 5 A heraus.
Die Säuredichte dann 1,22 und alle Zellen runter auf 1,8 V.
Für mich heist das dann billiges Blei rein und Aktive Masse gespart für billige starter Akkus.
Die Oberfläche die die Säure berührt, ist dann trotzdem gleich groß für den Annlaßstrom .
Darin liegt für mich der Unterschied zwischen den Solarakkus die ausreichende Masse beinhalten!

Also Solarakku, ich wollte es auch lange nicht wahrhaben, aber das war nicht die einzige Annlassbatterie die sich so verhalten hat.
Das ist aber auch nicht bei allen Herstellern so !

Gruß Aloys.
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Re: Fragen an die Batterie-experten

Beitragvon rallye79 » Fr 25. Sep 2015, 12:05

Ah ja sorry habe da verwechselt...6v 110Ah sind natürlich in Reihe geschaltet 12V 110Ah ok demnach müssten sie noch gut sein wenn ich nur die Ah kucke
aber warum zeigt mir mein BST-100 dann bei Health nur 38% an und Batterie Wechseln? Zudem habe ich gerade gesehen dass sie 2001 hergestellt wurden, daher über 14 Jahre alt
sind von daher können die doch eigentlich schon alleine vom Alter her nichts mehr taugen...sind zwar teure Fiamm Blei-Gel aber trotzdem der Hersteller gibt eine Lebensdauer
von maximal 12 Jahren an.
Gut also ich denke so oder so warden sie ersetzt, schon alleine um ein besseres System zu bekommen, wenn ich jetzt eine neue 12v 220Ah Batterie in reihe zu der bestehenden
zuschalte habe ich dann 24V 220Ah das genügt mir allemal um meine 50W Teichpumpe zu bediehnen, was anderes hängt hier nicht dran.
Ich gebe Aloys auch absolut recht dass AGM Solar Batterie viel besser sind nur leider gibt meine Geldbörse momentan die Anschaffungskosten nicht her, ich habe
erst letztes Jahr meine zweite Anlage mit 2 neuen AGM's und MPPT aufgerüstet das tat schon weh....hier hängt meine ganze Gartenbeleuchtung dran.
Wenn diese Anlage täglich die Teichpumpe 4-5 Stunden bediehnen kann bin ich schon ganz zufrieden.

Also zurück zu meiner eigentlichen Frage wie verhällt sich meine 2 Jahre alte 12V 220h Batterie wenn ich:
- Eine baugleiche 12V 220Ah LKW parallel dranhänge
- Eine Blei-Säure Solarbattery 12V 220Ah parallel dranhänge
Macht es im gesamtsystem 24V einen Unterschied wenn die eine Zyklenfest ist und die andere nicht, die eine Tiefentladungsschutz hat und die andere nicht
oder ist das wurscht und die neue Solarbatterie hat nur eine längere Lebenserwartung als die alte LKW?
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Re: Fragen an die Batterie-experten

Beitragvon Bernd » Fr 25. Sep 2015, 12:10

In einer Reihenschaltung unterschiedlicher Kapazitäten ist nur die Höhe der niedrigsten Einzelkapazität nutzbar.
Du kannst deinem System also maximal 24V 110 AH entnehmen, dann sind die beiden 6V Akkus leer, der 12V Akku ist dann aber noch halb voll.
Ich denke auch das das keine wirklich gesunde Kombination ist.
Unterschiedliche Batterien in einer Zusammenschaltung einzusetzen ist immer irgendwo problematisch.


Grüße

Bernd
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Re: Fragen an die Batterie-experten

Beitragvon rallye79 » Fr 25. Sep 2015, 12:29

Dass dieses System scheisse ich weiss ich habe es so einigermassen mit dem Spannungsausgleicher hinbekommen aber jetzt will ich es ja beheben.
Desshalb vergesst die 6V Batterien.
Mich würde jetzt dringend eine Antwort auf diese Frage weiterhelfen:

Bestehende 2 Jahre alte Health jetzt 100% 220Ah LKW Batterie was dazu kaufen:
- Eine baugleiche 12V 220Ah LKW parallel dranhänge
- Eine Blei-Säure Solarbatterie 12V 220Ah parallel dranhänge
Macht es im gesamtsystem 24V einen Unterschied wenn die eine Zyklenfest ist und die andere nicht, die eine Tiefentladungsschutz hat und die andere nicht
oder ist das wurscht und die neue Solarbatterie hat nur eine längere Lebenserwartung als die alte LKW?
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