Gleichstromgenerator erfolgreicher Misserfolg

Gleichstromgenerator erfolgreicher Misserfolg

Beitragvon Manfred » Sa 4. Dez 2010, 23:22

Hallo Windmüller,

ich bin der Neue und noch ohne Erfahrung. Bin per Zufall über Bernd seinen eisenlosen Generator auf Euer Forum gestoßen. Als Modellbauer von Flammenfressern und Stirlingmotore kommt man so auf die Idee hier müsste ja nun auch mal ein Generator mit verbaut werden. Das Ohmsche - Gesetz hat mich abgestraft und nun bin ich hier im Forum auf Bewährung. Einige vielversprechenden Ideen habe ich schon entdeckt. Der eisenlose Generator von Bernd oder der Nabengenerator, Leichtgängigkeit und niedere Drehzahl ist meine Wunschvorstellung und ein paar Lämpchen sollten leuchten. Wenn ich dann als Mitleser ab und an mal eine Frage stelle hoffe ich auf Eure Hilfe.

Hier nun ein Bericht über meinen ersten Generator - Mißerfolg.
Der Starter in meinem Auto gibt den Geist auf. Den alten geschlachtet, es war nur ein Lagerschaden. Die Wicklung und der Kollektor das sieht ja recht interessant aus und die Magnete ziehen den Rotor auch kräftig ein. Spontan ohne Rücksicht und Wissen fällt die Entscheidung, das wird ein Generator.
DSC00391.JPG
DSC00386.JPG
DSC00392.JPG


Eine 1,5V Taschenlampen - Batterie mit verzinnten Drähten an den Kollektor gehalten und schon läuft er los :o , eine zweite Batterie mit dran gehängt und schon wird er flotter mit seiner Drehzahl :D . Die Zuversicht steigt in unbekannte Höhen. Die Kohlen montiert, die freie Achse in die Spannzange und in die Drehbank gespannt. :( bei 1400 rpm mikrige 2,5V. Mein Wunschziel ist nicht erreicht aber das wird noch.

Bis zum nächsten Generator mit Grüßen von
Manfred
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Re: Gleichstromgenerator erfolgreicher Misserfolg

Beitragvon Bernd » So 5. Dez 2010, 00:14

Hallo Manfred und herzlich willkommen hier im Forum.
Das das mal ein Anlasser war hätte ich beim besten Willen nicht erwartet.
Dein Generator sieht wirklich sehr gut aus, unabhängig davon ob er das leistet
was du Dir davon versprochen hast.

Wie hast du bloß diese authentisch alt aussehenden Gehäuse und Stehlagerhalter bekommen ?
Es sieht so aus als ob du das selber gegossen hast ?

Dein Generator liefert vermutlich so wenig Spannung weil er ursprünglich für sehr
hohe Drehzahlen ausgelegt ist. Ein permanent Magnet bestückter Motor als Generator
eingesetzt erreicht die aufgedruckte Nennspannung oft erst bei einer höheren Drehzahl
als der aufgedruckten Nenndrehzahl.

Ja eisenlose Generatoren haben den grossen Vorteil das sie absolut leichtdrehend sind,
zumindest so lange man keine Last anschliesst.
Wenn du an den Bau eines solchen Generators denkst ist zunächst mal wichtig zu wissen welche
Drehzahlen der in etwa erreichen wird und welche Spannung du da heraus holen möchtest.
Meistens sind es bei einfachen Beleuchtungsanwendungen 12 Volt.

Grüsse

Bernd
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Re: Gleichstromgenerator erfolgreicher Misserfolg

Beitragvon andreas » So 5. Dez 2010, 09:57

Hallo Manfred,

der Anlasser ist eine reine Strom-Maschine, Spannungen sind nicht sein Ding. So ein Generator ist vielleicht zum Punktschweißen gut...

MfG. Andreas
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Re: Gleichstromgenerator erfolgreicher Misserfolg

Beitragvon finn » So 5. Dez 2010, 10:13

das ding sieht aber echt geil aus ;)
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Re: Gleichstromgenerator erfolgreicher Misserfolg

Beitragvon Manfred » So 5. Dez 2010, 11:55

Hallo,

finn hat geschrieben:das ding sieht aber echt geil aus ;)
danke für die Blumen. Das Ziel meiner Basteleien sind nichtsnutzige Maschinen die einen eigenen Bewegungsablauf aufzeigen und am Beispiel eines Generators auch etwas Strom machen sollten. Der nächste wird dann mit etwas mehr Verstand gebaut. Durch Bernd seine Arbeit bin ich auf folgende Idee gekommen:
DSC00397.JPG
Dieses Teil als Modell und eisenlos in der Ausführung ?

Zu diesem Generatortyp habe ich Zugang zu einem Orginal, der Durchmesser ist ca. 2500mm. Hierfür verkleinerte Giessereimodelle zu bauen habe ich kein Problem, mit der Bearbeitung der Gussteile auch nicht. Für die elektrischen "Eingeweide" ist das Forumsteam dann zuständig. Wie denkt Ihr über eine Teamarbeit mit dem Ziel ein Forumsgenerator zu entwickeln?
Das würde meine Hirnwicklungen natürlich mächtig entlasten und ein Durchbrennen verhindern.

Grüße
Manfred

p.s.
bei YouTube findet Ihr unter manfredpreik ein paar Basteleien von mir
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Re: Gleichstromgenerator erfolgreicher Misserfolg

Beitragvon jb79 » Mo 6. Dez 2010, 12:40

Hallo Manfred!

Der 2,5m Generator wäre schon was, sein großes Problem wird aber das Rastmoment, prinzipiell wäre aber so ein Generator schon geeignet, da er offenbar mit recht geringen Drehzahlen (stimmen die 91U/min?) auskommt.
Wenn das mit den 2600V auch stimmt und er die mit den 91U/min macht, dann bedeutet das eine Spannung von etwa 28V/U*min, ein beachtlicher Wert.

Wenn man das Teil etwas verkleinert (sagen wir mal auf 50cm Durchmesser), dann steigt zwar die erforderliche Drehzahl, es wird aber etwas günstiger zu bauen sein und wer braucht auch schon einen Generator für ca.390kW im Privatbereich...

Könntest du die genaue Drehzahl, Anzahl der Spulen (evtl. auch deren Windungsanzahl) und die entsprechenden elektrischen Werte (Strom/Spannung/Leistung/Verschaltung der Spulen) mal überprüfen, ob sie auch stimmen?
lg Jürgen
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Re: Gleichstromgenerator erfolgreicher Misserfolg

Beitragvon Manfred » Mo 6. Dez 2010, 14:23

Hallo Jürgen,

mit Deiner Frage hast Du mich total überfordert. Meine "E-Diplom" beschränkt sich auf das Auswechseln von Haushaltsglühbirnen. Habe hier im schon Forum heftig gelesen, das meiste aber nicht verstanden. Nur bei Bernd seinem Artikel, eisenloser Generator, bin ich recht zuversichtlich geworden. Für meine Modellmaschinen ist das die rechte Lösung, kein Rastmoment, Leichtgängigkeit und kleine Drehzahlen.
Die Planung ist angelaufen, doch da kommen noch viele Fragen mit denen ich Euch nerven werde.
baugruppe1 eisenloser Generator.jpg
baugruppe1 eisenloser Generator.jpg (64.7 KiB) 14065-mal betrachtet

Es sind mal 24 Magnete geplant. Das ist die max.-Teilung die mein Indexteilkopf hergibt. Wenn ich das recht verstanden habe müßte ich 12 Spulen wickeln. Da ich meine Maschinen gerne mit Gussteilen baue, kommt hier schon mal die erste Frage: Ist Aluminiumguss für diesen eisenlosen Generatortyp (Spulengehäuse / Rotor) geeignet ?

Grüße
Manfred
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Re: Gleichstromgenerator erfolgreicher Misserfolg

Beitragvon jb79 » Mo 6. Dez 2010, 15:46

Alu ist leider schlecht geeignet, du wirst damit auch ein Rastmoment haben, wenn auch kein so starkes wie bei Eisen/Stahl.
Der Alustator würde wie eine Wirbelstrombremse wirken und somit einen Teil der Energie einfach nur in Wärme umsetzen.

Wenn du mit einem Nichtmetall gießen könntest (Kunststoff), so wäre das der Idealfall.
lg Jürgen
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Re: Gleichstromgenerator erfolgreicher Misserfolg

Beitragvon Bernd » Mo 6. Dez 2010, 20:02

Hallo Manfred, du hast also die Möglichkeit Dinge aus Aluguss selber herzustellen.
Darf ich fragen ob du das beruflich machst oder mehr als Hobby ?
Auf jeden Fall eine traumhafte Sache. Wie gross kann denn so ein Teil werden ?

Gerne werde ich Dir behilflich sein dein Ziel zu erreichen. So wie ich dich und dein Anliegen
bis jetzt einschätze geht es Dir auch sehr um das Äussere das passend zu der "alten" Technik
der Stirlingmotore sein soll, ich mag das.
Deine Zeichnung zeigt den Rotor eines eisenlosen Ringgenerators mit Rundmagneten.
Es gibt auch noch andere Bauformen von eisenlosen Generatoren, insbesondere den sehr häufig
genutzten Scheibengenerator, der aber nicht so toll aussieht wie ein Ringgenerator.

Tatsächlich hast du Recht das jedes Metall, das man in die Nähe eines sich bewegenden Magnetfeldes
hält, vom Magnetfeld getroffen wird was zur Bildung so genannter Wirbelströme im Metall führt,
die unnötig Kraft in Wärme verwandeln.
Es muss daher beim Ringgenerator sicher gestellt werden das sich in der Nähe der bewegenden
Magneten kein Metall, auch kein antimagnetisches, befindet.
Daher scheidet für das direkte Umfeld der Spulen Metall als Spulenträger aus.

Für den Magnetrotor könnte man schon eher Alu als Grundträger für die Magnete nehmen.
Einer unserer User hat seinen Ringgenerator mit zwei Aluscheiben als Magentträger mit Erfolg
aufgebaut. Apropo Magnetträger, die normalen vernickelten silbrig glänzenden Magnete lassen
sich mit keinen Kleber vernüntig verkleben. Nach meiner Erfahrung haftet nichts wirklich gut darauf.
Du solltest die Dinger daher zumindest anrauhen oder gar Epoxid beschichtete Magnte kaufen.

Grüsse

Bernd
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Re: Gleichstromgenerator erfolgreicher Misserfolg

Beitragvon Bernd » Mo 6. Dez 2010, 20:08

24 Magnte wären ok, allerdings würde ich Dir empfehlen nicht 12 Spulen sondern nur
9 zu verwenden. Der Vorteil wäre der das du dann einen Drehstromgenerator erhälst
der viel gleichmässiger und ruckelfreier dreht.
Auch würde ich Dir empfehlen rechteckige Magnete zu verwenden, da die Spulen dann
viel leichter über die Magnete zu stülpen sind. Das mit den Rundmagneten habe ich nur
versuchsweise gebaut weil ich gerade genug davon hatte.

Dein gezeichneter Rotor sieht schon mal gut aus.

Grüsse

Bernd
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