Neodym entmagnetisieren

Neodym entmagnetisieren

Beitragvon Bernd » Mo 17. Jan 2011, 12:15

Beim schweissen von Bolzen an meinem Fisher-Paykel Waschmaschinenmotor hatte
ich auf der Rückseite zwei kleine Rundmagnete plaziert, genau dort wo es beim Schweissen
sehr heiss wurde.
Die Folge war das beide Magnete sehr heiss wurden, auf jeden Fall deutlich über 100 Grad,
vielleicht auch viel mehr. Ich bemerkte es als der erste mit einem "klack" abfiel da er seine
Magnetisierung verloren hatte. Der zweite folgte dem ersten nur Sekunden später.

Die Magnete sind jetzt sowas von entmagnetisiert das sie wirklich absolut keinen Magnetismus
mehr zeigen. Ein paar Schraubendreher von mir sind magnetischer als die entmagnetisierten
neodym Magnete. Sie verhalten sich wie kleine Eisenscheiben.

Damit wäre also klar das der Effekt Magnete durch Wärme zu Entmagnetisieren sich nach Abkühlung
nicht wieder aufhebt. Was einmal heiss war verliert dauerhaft seine magentischen Eigenschaften.

Grüsse

Bernd
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Re: Neodym entmagnetisieren

Beitragvon bernhard8 » Mo 17. Jan 2011, 16:39

Das entspricht auch der Theorie. Nur eine Anmerkung: Neobdyn verhält sich aber nicht genau wie Eisen, sondern hat eine Permeabilität µ von ca. 1 (ähnlich wie Luft). Ein Generator mit Neobdyn Magneten dürfte deshalb auch eine ziemlich geringe Induktivität haben.

Weiss eigentlich jemand wie die Dinger magnetisiert werden? Dazu müsste man ja nur ein riesiges Magnetfeld anlegen, oder?
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Re: Neodym entmagnetisieren

Beitragvon Bernd » Mo 17. Jan 2011, 18:06

Das mit der geringen Induktivität ist ja prima für unsere Generatoren.
Auf jeden Fall sind die Magnete aber immer noch so "ferromagnetisch" das
sie von einem anderen ("richtigen") Magneten angezogen werden.
Deshalb schrieb ich "wie ein Stück Eisen".

Grüsse

Bernd
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Re: Neodym entmagnetisieren

Beitragvon hempelr » So 6. Mär 2011, 18:40

Magnetisiert werden die Dinger (also alle sogenannten Dauermagnete) durch extrem hohe Magnetfelder im Mikro- bis millisekundenbereich, allerdings im kGauss-Bereich.
Erreicht wird das durch einfache Spulen, durch die ein Strom von mehreren Hundert bis Tausend Ampere gejagt wird bei Spannungen von 0,5 bis max. 2 Volt. Die Leitungsquerschnitte sind dabei entsprechend und die entstehenden Impulsfelder auch (einfache Rechenaufgabe, 2 Volt, 2000 A auf einer Windung und der entsrechenden Länge ergibt dann die Impulsfeldstärke zum Magnetisieren)
War übrigens mal in Prospektmaterial vom Magnetwerk Schramberg sehr gut beschrieben (ist an die 10 Jahre her, weiss gar nicht, obs die noch gibt...)
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Re: Neodym entmagnetisieren

Beitragvon viehboec » So 6. Mär 2011, 19:18

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Re: Neodym entmagnetisieren

Beitragvon Bernd » So 6. Mär 2011, 22:35

Ein überaus interessantes und informatives Dokument.
So etwas findet man nicht häufig.
Vielen Dank für den Link.

Grüsse

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