derzeit bastle ich unter anderen 3 DirectDrive Motore aus LG Waschmaschinen in Generatoren um.
Dazu brauche ich unter anderen pro Generator einen Lagerbock, also einen Halter für ein grösseres Kugellager.
Der Markt gibt da absolut nichts "von der Stange" her, da muss man selber kontruieren.
Mangels einer Drehmaschine bin ich auf die Idee gekommen den Lagerbock mit meiner Oberfräse
aus Buchenmultiplex, also einem mehrschichten harten Sperrholz, herzustellen.
Gesagt getan, ein erstes Muster wurde erstellt. Das geht mit einer herkömmlichen Oberfräse und einem
"Fräszirkel" ganz einfach und durchaus auch sehr genau, wichtig ist das der Fräser scharf ist.
(was meiner nicht mehr wirklich war...)
Heraus kam dieses Gebilde, das das Lager in der Mitte sehr gut und stramm führt :

Kaum war das Ding fertig, kamen mir Bedenken was den strammen Sitz des Lagers bei unterschiedlicher Holzfeuchte
anbelangt. Ich hatte Bedenken das das Lager im Hochsommer vielleicht sehr stramm sitzt, um sich dann im feuchten
Herbst, wenn die Luftfeuchte oft tagelang 100% beträgt und das Hoz quillt, vielleicht zu lockern.
Daher habe ich die trockene Scheibe zunächst ein Weile in einen Eimer Wasser gelegt und dann so nass wie sie war in
eine Platiktüte luftdicht eingewickelt. Dort habe ich sie ca. 2 Tage drinn gelassen.
Ich nahm den feuchten Lagerbock dann aus der Tüte und sehr zu meiner Verwunderung ging das Lager immer noch sehr
stramm hinein. Von Lockerung konnte keine Rede ein.
Ich habe die Scheibe dann noch feucht im Durchmesser und der Dicke mit dem Meßschieber vermessen und lasse sie
nun trocknen. Während der Trocknung und an deren Ende werde ich die Maße und das Gewicht immer wieder kontrollieren.
Etwas Recherge im Netz ergab das Holz (je nach Sorte) im Schnitt pro % Holzfeuchteänderung quer zur Faser um ca.
0,3% schwindet oder quillt. In Faserrichtung tut sich hingegen fast gar nichts, nur etwa 0,01 % Änderung.
Das bedeutet das z.B. eine Holzlatte durch Feuchteaufnahme merklich dicker und breiter, aber kaum länger wird.
Bei Multiplexholz gibt es einen tollen Effekt durch die um 90 Grad versetzten Furnierschichten des Multiplexaufbaus.
Das führt dazu das Multiplexholz nur in einer Richtung um ca. 0,3% aufquillt bzw. schwindet, nämlich in der Plattendicke.
In der Länge und Breite der Holzplatte beträgt die Änderung pro 1% Holzfeuchte nur ca. 0,02% und damit 15x weniger als Vollholz !
Wenn man dieses Wissen konstruktiv beachtet, sollten sich auch mit Multiplexholz grosse Generatoren formstabil
und dauerhaft maßhaltig, auch bei Feuchteänderungen, aufbauen lassen.
Holz verändert seine Feuchtigkeit übrigens im Extremfall zwischen ca. 5% und bis zu ca. 15% (bei fast 100% Luftfeuchte).
Im Außenbereich spricht man von ca. 10 - 20%.
Würde man es in Wasser tauchen nimmt es auch über 30% Wasser auf, quillt ab 30% Wasseraufnahme aber nicht weiter auf.
Beim normalen Betrieb eines "hölzernen" Generators im Außenbereich, bei dem der Generator vor direkter Beregnung
durch Abdeckung geschützt ist, sollte sich die Holzfeuchte im Jahresverlauf vermutlich nie mehr als ca. 10% ändern.
Grüsse
Bernd
