Scheibengenerator aus Multiplex, völlig eisenlos

Re: Scheibengenerator aus Multiplex, völlig eisenlos

Beitragvon Bernd » Do 10. Mär 2011, 23:46

Vorhin habe ich mich an die Umsetzung dessen gemacht was Manfred vorschlug.
Zunächst hatte ich mir eine "Richtplatte" hergeholt. In meinem Fall war das eine Granitfliese die einseitig
geschliffen und poliert und überaus plan ist. Gibts im Baumarkt auch als Einzelfliese.
Auf diese plane Fliese legte ich ein Blatt Sandpapier und setzte den Flansch drauf und bewegte ihn einige male
über das Sandpapier.

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Wie sich heraus stellte ist er aber von Haus aus schon sehr plan und bedarf nicht wirklich einer Nacharbeit.
Um das Lager nach unten abzudichten habe ich einfach, mangels Knete, ein bisschen Patex auf den unteren Rand des
Zapfens aufgebracht. Ich machte das so weit unten weil ich das Lager möglichst weit unten platzieren wollte.

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Zuvor hatte ich mir schon den Kopf zerbrochen wie ich das Lager am einfachsten so ausrichten könnte das dessen ringförmige
Seitenfläche genau parallel zu der Unterkante des Flansches verläuft, das Lager also absolut genau koaxial zum Flansch ausgerichtet
ist und nicht irgendwie verkantet oder kippelt.
Am Anfang gingen mir da seltsame Konstruktionen durch den Kopf, aber wie so oft gibt es eine ganz simple und dennoch
perfekte Lösung. :)
Ich legte einfach zwischen Lagerrand und Flansch 3 Stück 1,1mm dicke kleine Unterlegscheiben die ich zuvor mit Sandpapier auf
die gleiche Dicke schliff. Kontrolliert habe ich das alles mit meiner elektronischen Schieblehre die reproduzierbar auf 1/100mm
genau misst wenn man weiss was man da macht. ;) Kostete nur 10 Euro vor längeren bei Lidl.
Ich überprüfte das Maß von Oberkante des Lagers bis Unterkante des Flansches an mehreren Stellen, quasi einmal ringsherum.
Sehr zu meiner Freude differierte der Messwert maximal nur um 3 oder 4 hundertstel. Ich hatte mehr erwartet und ich glaube
damit kann man gut leben. Das gelbliche oben auf dem Lager ist etwas Klebeband damit ich das Lager nicht mit dem Epoxidharz versaue.

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Zuletzt habe ich dann etwas Epoxidharz angerührt, nachdem ich feststellen musste das meine Idee den Spalt mit JB-Weld oder
Uhu-Endfest aufzufüllen zum Scheitern verurteilt war da der Spalt zwischen Lager und Zapfen viel zu klein ist als das der relativ
zähflüssige Kleber da bis nach unten reinfliessen würde.
Evtl. könnte man den Kleber (und das Werkstück) aufheizen was die Viskosität des Klebers deutlich erhöhen soll.
Nebenbei wäre das auch noch vorteilhaft für die Endfestigkeit der Verklebung. Einen Versuch ist das sicher Wert.

Nur ca. 10 Tropfen Epoxidharz waren dann bereits ausreichend um den Spalt zwischen Lagerring und Aluzapfen zu füllen.

Ooh, ganz vergessen, das Lager habe ich zuvor von innen mit einem Trennmittel/Trennwax für den Formenbau präpariert.
Als Trennmittel ginge sicher auch etwas einfacheres, wie Autowax oder ähnliches.
Wenn ich auf so einfache Weise eine so perfekt ausgerichtete Lager/Flansch Kombination erzeugen konnte, dann bin ich glücklich.
Morgen weiss ich mehr.

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Grüsse

Bernd
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Re: Scheibengenerator aus Multiplex, völlig eisenlos

Beitragvon Bernd » Fr 11. Mär 2011, 19:13

Das Epoxid ist nun ausgehärtet.
Das Lager sitzt bombenfest und sehr genau geführt.
Ich ermittelte eine Abweichung der Parallelität von Lagerrand zu Flanschauflagefläche (dort wo später die Holzscheibe sitzt) von
nur 2 bis 3 hunderstel.
Das Lager sitzt bis auf ca. 1,5 zehntel genau zentrisch auf dem Flansch.

Für so ein einfaches Verfahren finde ich das ein super Ergebnis.

Ich werde morgen mal versuchen das Lager wieder von seinem neuen "Sitz" herunter zu bekommen.

Grüsse

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Re: Scheibengenerator aus Multiplex, völlig eisenlos

Beitragvon Bernd » Sa 12. Mär 2011, 19:58

Mir geht gerade eine Idee durch den Kopf. Eigentlich wäre es ganz praktisch wenn die Rotorscheibe
etwas dicker ausfallen könnte, das würde ihr zu mehr Stabilität verhelfen.
Gleichzeitig wären Magneten mit einer höheren Dicke (der der Rotorscheibe) aber sehr teuer.
Rundmgnete mit 15mm oder mehr Dicke sind vergleichsweise sehr teuer.

Es wäre einen Versuch wert in eine z.B. 22mm dicke Rotorscheibe nur 5mm dicke Rundmagnete einzulassen.
Dann natürlich von beiden Seiten. Das würde den Preis für das benötigte Magnetmaterial unter Umständen
stark drücken.
So fand ich einen Anbieter der für Rundmagnete mit 30 x 5 mm nur 2,75 Euro das Stück haben will.
Natürlich braucht man dann doppelt so viele was die Ersparnis wieder etwas schmälert.

Grüsse

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Re: Scheibengenerator aus Multiplex, völlig eisenlos

Beitragvon Bernd » Sa 12. Mär 2011, 23:26

Heute beim Einkaufen musste ich feststellen das der tolle Aluflansch von den drei Baumärkten Obi, Bahr und
Hornbach nur bei Hornbach geführt wird. Schade eigentlich... :(

Ich habe vorhin nachträglich in den Flansch von unten zwei Löcher so gebohrt das ich durch diese Löcher von hinten auf
den inneren Lagerring drücken kann, denn ich wollte das Lager wieder von seiner neu erstellten Epoxidführung
herunter holen.

Bild

Durch diese Löcher habe ich mit einem Austreiber abwechselnd leicht auf den inneren Lagering geschlagen.
nach einigen kräftigeren Schlägen rutschte das Lager tatsächlich vom Epoxidsitz herunter, sogar völlig ohne irgendwelche
Beschädigungen im Epoxid zu verursachen.
Beim nächsten Flansch würde ich diese Löcher auf jeden Fall vor dem Aufbringen des Lagers bohren und vielleicht
auch noch ein Gewinde hinein schneiden. Dann kann man das Lager bei Bedarf ganz einfach herunter drehen.

So sieht der Flansch mit dem Epoxidmantel ohne das Lager aus. Unten sieht man den gelblichen "Dichtring" aus
Patex der das Ausfliessen des Epoxidharzes nach unten verhindern sollte. Das nächste mal verwende ich die
von Manfred vorgeschlagene Kinderknete.

Bild

Kaum zu erkennen ist der dünne, fast total durchsichtige "Epoxidausgleichsmantel" um den Aluzapfen herum.
Einige ganz winzige Luftbläschen kann man erkennen. Wenn man das Epoxid nach dem Einrühren des Härters
ein paar Minuten stehen lässt kann man diese Bläschen, die durch das Einrühren eingetragen werden, vermeiden.
An sich hatte ich vor auf den Zapfen beim nächsten mal noch evtl. eine Lage Glasgewebeband drauf zu wickeln,
aber ich befürchte dafür ist kein Platz mehr. Aber auch so funktioniert es ja prima, besser als ich dachte.

Mittlerweile habe ich das Lager nun eltliche male wieder drauf gesteckt und auch wieder herunter gezogen.
Das geht so saugend passend das es echt Spass macht. :)
Ich glaube das ist eine gute Lösung um auch ohne die Verfügbarkeit einer Drehmaschine Kugellager sauber und
exakt ausgerichtet befestigen zu können. Solche Lösungen liebe ich. :)

Grüsse

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Re: Scheibengenerator aus Multiplex, völlig eisenlos

Beitragvon JoeS » So 13. Mär 2011, 13:42

Hallo zusammen,

ich hab hier einen Vorschlag für die Verbindung des Rotors mit der Welle.

http://maedler.de/Product/1643/1621/831.aspx

mit ein paar längeren Schrauben könnte man den Rotor und Spannhülse miteinander verbinden und dann beim zusammenschrauben gleichzeitig die Welle einklemmen.
Da hab ich dann auch gleich noch eine Frage:
Kann man auch mehrere Magneten in einer Reihe vom Rand zur Mitte hin unterbringen? Einfach um auch den freien Platz zur Mitte hin mitzunutzen?
Grafik1.pdf
(2.73 KiB) 182-mal heruntergeladen
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Re: Scheibengenerator aus Multiplex, völlig eisenlos

Beitragvon Bernd » So 13. Mär 2011, 13:54

Hallo JoeS und herzlich willkommen im Forum der Vertikal Windradbastler :)

Das mit dem Spannsatz ist eine gute Idee, allerdings auch nicht ganz billig.
Wenn ich das jetzt recht gesehen habe möchte die Firma 76 Euro für 1 Stück haben. :(
Auf jeden Fall ist es wohl eine elegante und gleichzeitig einfache Lösung eine Scheibe mit einer Welle zu verbinden.

Magnete weiter zur Mitte hin anzuordnen ist nicht wirklich sinnvoll denn für den Induktionseffekt, spricht die Höhe
der induzierten Spannung, ist die Bahngeschwindigkeit der Magnete maßgeblich. Das heisst je langsamer sie auf
ihrer Kreisbahn rotieren desto weniger Spannung wird induziert.

Grüsse

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Re: Scheibengenerator aus Multiplex, völlig eisenlos

Beitragvon Manfred » So 13. Mär 2011, 14:46

Hallo Bernd,

Glückwunsch zu dem perfekten Kugellagersitz. Sollte Deine Entscheidung auf runde Magnete ausgehen, dann hast Du ja blitzschnell die beidseitigen Bohrung 30 X 5mm für die Magnete mit einem Forstenerbohrer hergestellt. Dann braucht man sich keine Gedanken mehr über einen sicheren Sitz der Magnete zu machen. Die Fliehkräfte, auch bei höheren Drehzahlen, sind dann sicher gebändigt und der Magnet liegt geschützt in der Vertiefung.
Ich bin schon gespannt auf die ersten Messwerte für eine einzelne Spule / Spulen.

Grüsse
Manfred
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Re: Scheibengenerator aus Multiplex, völlig eisenlos

Beitragvon Bernd » So 13. Mär 2011, 15:42

Hallo Manfred,
das was du sagst kann ich voll unterschreiben. Genau das war auch mein Gedanke, die einfachere Herstellung
der Magnetscheibe. Einfach mit dem Forstnerbohrer auf einer Ständerbohrmaschine so tief einsenken das der
Magnet gerade eben bündig mit der Platte abschliesst. Das würde die Sache stark vereinfachen.
Dummerweise habe ich aber noch soviele von den länglichen Magneten. :(

Ein Gutes hat es. Sie waren günstig trotz hoher Magnetisierung und ich würde sie auch günstig weiter verkaufen.
Immerhin hat einer ca. 3,5cm³ Volumen. Erste Spielereien mit einer primitiven Spule am unfertigen Rotor
ergaben hoffnungsvolle Resultate.

Grüsse

Bernd
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Re: Scheibengenerator aus Multiplex, völlig eisenlos

Beitragvon JoeS » So 13. Mär 2011, 16:55

Hallo nocheinmal,
hab noch eine günstigere Variante Spannsätze gefunden:

http://www.kettentechnik-onlineshop.de/ ... aetze.html
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Re: Scheibengenerator aus Multiplex, völlig eisenlos

Beitragvon Bernd » So 13. Mär 2011, 17:07

Oh ja, während 76 Euro eigentlich ausser Konkurenz war hört sich 15 Euro doch schon ganz anders an. :)
Es ist wirklich eine tolles Idee wie man ohne Drehteile anfertigen lassen zu müssen eine Scheibe sehr
fest mit einer Welle verbinden kann. Über 400 Nm bei der 20mm Welle, das hört sich sehr gut an.

Das wäre eigentlich mal einen Eintrag in der Rubrik "Baumaterialien, Ideen, Vorschläge" wert.

Grüsse

Bernd
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