Das ist ja ein schöner Mist mit dem Nabendynamo und seiner hohen Induktivität.
Ich hatte mir zuvor noch keine grossen Gedanken über die Induktivitäten an eisernen Generatoren gemacht,
auch weil ich mich bisher eigentlich nur mit eisenlosen Generatoren befasste. Auch bei denen werde ich in Zulunft mal
ein Auge darauf haben, auch wenn die Probleme dort ungleich kleiner sein sollten.
Egal ob der Eisenkern (zusätzlich) in die Sättigung geht oder nicht, bei derart hohen Werte für die Induktivität
UND gleichzeitig so hohen Werten für die erzeugte Frequenz sieht es mit der erzeugten Leistung ganz mies aus.
Ich lerne jetzt Probleme kennen die ich zuvor bei den eisenlosen gar nicht kannte.
Das Induktivitätsproblem das die mögliche Leistung "abregelt" tritt aber nicht nur bei 50 Hz auf sondern ist permanent
vorhanden und tritt mit zunehmender Drehzahl/Frequenz immer stärker in Erscheinung.
Man könnte sich jetzt trösten das im Gegensatz zu Verlusten bei denen Strom in Wärme umgewandelt hier "nur"
die Leistung begrenzt wird ohne das wirkliche Verluste auftreten, aber das bringt uns auch nicht weiter.
Für die Mitleser die sich unter dem Begriff einer Induktivität noch weniger vorstellen können als unter Begriffen wie
Strom, Spannung und Ohm, sei gesagt das sich eine Induktivität bei Wechselstrom auswirkt wie ein Ventil in einer
Wasserleitung. Je schneller der Wechselstrom pulsiert, als je höher die Generatordrehzahl geht, desto weiter geht
dieses Ventil zu wobei der Wasserfluss dem Stromfluss entspricht.
Sicher stark vereinfacht, aber dieser Vergleich hilft vielleicht zum Verständnis.
Wie können wir die hinderliche Induktivität bekämpfen ? Gibt es überhaupt einen Ausweg ?
Die Höhe der Induktivität einer Spule ist im wesentlichen von folgenden Faktoren abhängig:
- Querschnitt des Spulenkerns
- Material des Spulenkerns
- Anzahl der Windungen
- Höhe der Spule
- geschlossener Kern oder offen
Reduziert man die Windungen bei sonst gleichen Spulenparametern reduziert sich die Induktivität, leider aber auch
gleichzeitig die erzeugte Spannung. Erhöht man die Drehzahl um den Spannungsnachteil auszugleichen erhöht sich
die erzeugte Frequenz und damit auch der negative Effekt der Induktivität, wir sind wieder da wo wir waren bzw. wie es
Ekofun so schön sagte ist das ein Teufelskreis.
Im Augenblick sehe ich keinen Weg die Induktivität deutlich zu reduzieren und gleichzeitig die relativ hohe Spannung
bei niedriger Drehzahl beizubehalten.
Grüsse
Bernd