Das ein Newtonmeter ein Watt ist, ist mir neu.
Mal was anderes.
Die ganzen Formeln die sich mit dem magnetischen Fluss und seinem "drumherum" beschäftigen sind meiner Meinung
nach sehr oft mehr Schätzeisen als genaues Rechenwerkzeug. Wir sollten ihnen nicht blind vertrauen.
In einem "simplen" E-Motor, wo alle Flusswege definiert sind, mag das noch gehen.
Der magnetische Fluss und der Verlauf der Feldlinien bei eisenlosen Systemen ist aber oft ein dreidimensionales Gebilde auf
dessen Form und Verlauf viele Faktoren Einfluss haben. "Wenn Eisen dahinter dann Faktor 2" ist mir dabei viel zu einfach gedacht.
Beispiel 1:
Wenn ich, wie in den Abbildungen zur Formel zu Berechnung der Höhe des magnetischen Flusses, hinter einen
scheibenförmigen Magneten ein Stück Eisen lege das nur so gross ist wie der Magnet selbst (siehe Abbildung dort),
dann steigt der Fluss auf der anderen Seite des Magneten GARANTIERT nicht um das doppelte, das wäre, wenn überhaupt
wohl nur unter bestimmten Voraussetzungen der Fall, wenn das Eisen dahinter flächenmässig viel grösser ausfallen würde.
Überhaupt dürfte die Auswirkung immer von der Ausführung des Eisens hinter dem Magneten, sowie von der Formgebung
und Grösse/Dicke des Eisen abhängig sein. Der Verlauf des Flusses ist ja längst nicht so eindeutig wie in einem E-Motor.
Beispiel 2:
Wenn der Faktor der Flusserhöhung, den eine Eisenfläche hinter einem Magneten bewirkt, immer genau 2 wäre,
dann hätte Manfred bei seinen Versuchen mit seinem Scheibengenerator mit und ohne dicker eiserner Rückschlusscheibe
ganz andere Messwerrte erhalten müssen als es real der Fall war.
Anders ausgedrückt ist der Faktor " 2 " wohl nur eine ganz grobe Schätzung und bringt einen längst nicht immer weiter.
Für den Einsatz in einer Rechnung ist er mir, durch die vielen unwägbaren Abhängigkeiten, viel zu ungenau.
Beispiel 3 :
Das eine zweite Magnetscheibe, die der ersten gegenüber steht (wie beim Dual Scheibengenerator) ein Szenario
darstellt das den Fluss ebenfalls wiederum genau verdoppelt, wie in den Abbildungen zu den Formeln suggeriert wird, kann
ebenfalls durch real durchgeführte Vergleichsmessungen mit und ohne zweiter Magnetscheibe wiederum nicht bestätigt
werden. In der Realität sind die Einflüsse viel komplexer als es ein fester Faktor "2" wiedergeben könnte.
Ein klassisches Beispiel für Faktoren in Formeln mit denen man alles hinbiegen kann wie man möchte ist auch der Faktor
für die ominöse "Polbedeckung". Dieser Faktor geht mit absoluter Wirkung auf das Endergebnis ein! Ich kann mit der
Verwendung eines falschen Faktors für die Polbedeckung eine noch so gute Berechnung zunichte machen oder aber eine
total falsche Berechnung mit "korrigierten" Faktor schönen.
Solange es in Formeln solche "Gummifaktoren" gibt mit deren Hilfe man sich eine Rechnung durch das Verändern dieses
Wertes hinbiegen kann bis das Ergebnis passt, solange finde ich solche Formeln viel zu schwammig. Es war nur ein Beispiel
dafür das man alles was in einer langen Rechnung entstand durch "Gummifaktoren" beeinflussen kann.
Fazit:
Allzu grosse Formelhörigkeit verdirbt den Blick für die Praxis und macht das Forenleben sehr trocken und langweilig.
Auch was in "Fachpublikationen" steht muss keineswegs immer der Realität entsprechen!! Papier ist sehr geduldig.
Gesunder Menschenverstand und logisches Denken, sowie praktisches Tüfteln, testen und verbessern, so wie es beispielsweise
Manfred in mustergültiger Weise praktiziert, bringt einen oftmals viel weiter als trockene, teilweise mehr als fragliche und
ermüdende formelschwere Theorie.
Je mehr wir dieses Forum seitenweise mit für die meisten User nicht nachvollziehbaren und ermüdenden Rechenwerk schwängern,
desto mehr User werden den Spass verlieren hier mit zu lesen oder mit zu schreiben. Man merkt das ja sofort an der Beteiligung anderer
in solchen Rechenthreads.
Die wenigsten sind hier um seitenweise Mathe und Formeln zu büffeln, schliesslich hier ist ja kein Matheforum.
Die meisten wollen basteln und praktisch was machen und bitte jetzt keine Argumentation " zuvor muss man aber rechnen".
Darum: nicht immer nur Formeln und Rechnerei bis zum Abwinken, es liest ja sowieso so gut wie keiner mit.
Durch handeln wie es Manfred durchführt, ausprobieren, messen und nötige Faktoren durch die eigenen Versuche real bestimmen,
kommt man schlussendlich zu viel viel genaueren Ergebnissen als es mit einer Formel je möglich wäre.
Grüsse
Bernd