von andreas » Mi 1. Feb 2012, 00:31
Hallo Michael,
solche Pannen treten öfter auf. Wenn ich allein meine Wicklungsversuche (ob hier nun dokumentiert oder nicht) hochrechne, dürfte wenigstens die Hälfte aller Erstwicklungen für eine bestimmte Bauart schief gehen. Bis man sich die richtige Wickeltechnik angeeignet hat, dauert es etwas. Der Draht ist nicht beliebig belastbar und grobe Fehler hält die dünne Isolierung nicht aus. Bei schon gebrauchtem alten Draht ist die Fehlerrate übrigens bedeutend höher, dort sind kaum nutzbare Ergebnisse zu erwarten.
Ansonsten sollte man vor dem Vergiessen messen, was das Zeug hergibt: Wicklungswiderstände, Isolationsspannungen, Kapazitäten, Induktivitäten. Gibt es dabei Ausreisser, sind die Wicklungen verdächtig. Nach dem Vergiessen kann man nur noch alles entsorgen, vorher kann man dem einen oder anderen Problem noch kostengünstig abhelfen.
Das hilft Dir aktuell nun nicht wirklich weiter, aber es gibt Hinweise für die Zukunft und die nächsten Wicklungen. Kupferlackdraht ist ein schmales Optimum zwischen Funktion und Kosten. Von diesem Grat fällt man schnell herunter, wenn man damit keine Übung hat. Ich habe auch schon komplett vergossene Statoren beerdigt, weil sie trotz vorheriger Vermessung nach Verguss elektrisch nicht mehr benutzbar waren.
MfG. Andreas