Hallo
Genau; die SMA Sunny Boys funktionieren in der normalen Ausführung bei WkA’s ziemlich schlecht. Sie sind einfach zu träge. Anstatt auch wieder die abgenommene Leistung der Wka langsam runter zu schalten, wenn der Wind sinkt, müsste sofort um eine größere Stufe runtergeschaltet werden. Hierzu genügen bei WkA’s mit Netzeinspeisung 4 bis maximal. 6 Stufen. Beim Batterieladen genügen bereits zwei Stufen. Bereits mit zwei Stufen ist sichergestellt, dass bei wenig Wind die Batterien schon geladen werden und bei hohen Windgeschwindigkeiten die Batterien nich zu kochen beginnen. Wir hatten bei der SFER für unsere WkA’s mit PM Generatoren zur Batterieladung einen Trafo eingesetzt, welcher, je nach Wind mittels einem Relais, entweder auf 230 Volt oder 400 Volt geschaltet wurde. Das hat ganz gut funktioniert und brachte tolle Leistung. Dieses System haben wir ebenfalls bei unseren Anlagen in der Karibik eingesetzt. War, soweit ich mich erinnere, nie in Panne. Wir hatten zwei Ingenieure, welche diese Schaltung konzipiert hatten. Ich denke, dass so eine Schaltung für einen begnadeten Elektroniker nicht sehr kompliziert ist.
Ich kann mir auch vorstellen, dass einer unsere Elektroniker aus dem Forum eine Schaltung schafft, welche in vier oder fünf Stufen regelt. Dann wird jeder Solarwechselrichter vernünftig laufen und die WkA verkraftet dies auch ohne Probleme, mit einem fast gleichbleibendem Wirkungsgrad. Es sei nur daran erinnert, dass mehrere Großwindanlagen, auch heute noch, im Netzparallelbetrieb nur auf zwei Stufen laufen, wobei hier allerdings die Umdrehungszahl des Generators umgeschaltet wird.
Genaugenommen beginnt das Problem in den unterschiedlichen Leistungsverhalten vom Generator und der WkA. Ich habe mal Leistungskurven angehängt um die Problematik zu erörtern. Jede WkA gibt bekanntlich seine Leistung im Kubik (in der dritten Potenz) ab (mittlere Kurve). Dagegen erzeugt jeder Generator seine Leistung mehr oder weniger im Quadrat (in der zweiten Potenz). Oder anders ausgedrückt: Dreht man einen Generator doppelt so schnell,gibt er doppelten Strom und doppelte Spannung ab, also eine quadratische Leistungsabgabe. Man kann das natürlich nur an einem Widerstand messen, weil Batterien (fast gleiche Spannung) das Messergebnis stark verfälschen.
Die Leistungskurve 1 gibt einen Generator an, welcher beim Anlauf angepasst ist und die Leistungskurve 2 einen, welcher bei Nennleistung angepasst ist. Ist der Generator beim Anlauf der WkA angepasst (Leistungskurve 1), wird der Generator, sobald der Wind anwächst, nie mehr die Möglichkeit haben, die volle Leistung der WkA zu erreichen. Also, schlechter Gesamtwirkungsgrad, insbesondere in den höheren Windgeschwindigkeiten. Wählt man dagegen den Generator größer oder das Übersetzungsverhältnis höher, erreicht der Generator jetzt die volle Leistung der WkA (Leistungskurve 2),würgt aber in den kleineren Windgeschwindigkeiten die WkA regelrecht ab. Also, auch wieder einen schlechten Gesamtwirkungsgrad, diesmal hauptsächlich in den geringeren Windgeschwindigkeiten.

Die meisten Hersteller der kleinen WkA’s legen deshalb beide Kurven in dem mittleren Bereich etwa gleich. Dann wird immer noch bei wenig Wind die WkA etwas abgewürgt und bei den hohen Geschwindigkeiten Leistung verschenkt, aber damit geben sich die meisten Hersteller von kommerziellen Kleinanlagen (leider) zufrieden.
Gruss
Constant