von jb79 » Fr 1. Okt 2010, 19:02
Wenn der elektrische Anschluß ordentlich ausgeführt ist (bei Anschluß und Rückspeisung ins Netz muß man offiziell ohnehin einen Elektriker beauftragen) dann spricht nix dagegen.
Damit sich das Ganze rentiert muß das Windrad aber schon sehr groß werden.
Was ich schwierig finde ist die Drehzahl zu halten. Eine Asynchronmaschine läuft nämlich in einem sehr kleinen Drehzahlband rund um die Nenndrehzahl (je nachdem ob als Generator oder Motor betrieben).
Verläßt man diesen Bereich (Nennleistung der Maschine), so steigen erstmal die Ströme stark an und irgendwann fällt die Asynchronmaschine außer Tritt, im Falle des Motors bleibt sie durch die Belastung stehen, im Fall des Generators wird sie vom Antrieb (in dem Fall dem Windrad) weiterbeschleunigt ohne Energie ins Netz zu speisen. Das ist solange kein Problem, solange die Nennleistung der Maschine größer ist als die maximale Leistung des Windrades, kann also bei Stürmen zu einem Problem werden.
Du brauchst also in jedem Fall eine Steuerung, die deine Asynchronmaschine bei zu wenig Wind vom Netz trennt (sonst würde die Asynchronmaschine dein Windrad antreiben.
Die Steuerung ginge aber recht einfach, da im Motorbetrieb die Drehzahl niedriger ist als die Synchrondrehzahl und im Generatorbetrieb höher als die Synchrondrehzahl.
Auch müßte da irgendwo eine mechanische Kupplung rein (um Asynchronmaschine und mechanische Teile zu entlasten).
Die Steuerung hat also grob folgende Aufgaben:
1.) warten bis die Drehzahl des Windrades etwas größer ist als die Synchrondrehzahl
2.) Asynchronmaschine ans Netz schalten (z.B: über einen Schütz).
3.) Warten, bis der Asynchronmaschine seine Nenndrehzahl erreicht hat
4.) mechanische Kupplung zum Windrad schließen => Asynchronmaschine wird vom Windrad beschleunigt und beginnt einzuspeisen
5.) Überwachung der Drehzahl, sobald diese unter Synchrondrehzahl fällt (Windrad dreht sich nicht mehr schnell genug) => mechanische Kupplung zum Windrad trennen und Asynchronmaschine vom Netz trennen.
Zu Rolands Einwand: Den FI juckt es garnicht, in welche Richtung der Strom fließt, solange die Summe der durch ihn fließenden Ströme nicht mehr als seinen Auslösstrom (normalerweise 30mA bei Privathaushalten) von 0 abweicht. Das kann nur passieren, wenn der Strom einen anderen Weg findet, z.B. weil eine Isolierung defekt ist und deswegen Strom über den Erdanschluß abfließen kann oder jemand in den Stromkreis gerät und damit einen alternativen Pfad nach Erde schafft. Für genau diesen Fall ist der FI nämlich gebaut
lg Jürgen