Scheibengenerator - Langspule

Scheibengenerator - Langspule

Beitragvon ncrypta » Sa 16. Okt 2010, 20:46

Hallo, ich bau gerade meinen ersten kleinen Scheibengenerator und beschäftige mich jetzt erst richtig mit den Gesetzmässigkeiten.
Darum würde ich ihn jetzt schon wieder ganz anders bauen, aber fertig mach ich ihn trotzdem.

Was mir aufgefallen ist, das wenn die Höhe der induzierten Spannung wirklich nur von dem überstreichen des Spulenschenkels und der Geschwindigkeit der Magneten abhängt, warum man dann nicht Spulen wickelt, die seehr lang gezogen sind, und oben und unten nur sehr schmale Schenkel haben?

|=================| <-- So in etwa

Das würde doch die induzierte Spannung maximieren, auch wenn dann viele sehr schmale Magnete nötig wären, könnte man so doch sehr "langsam" drehende Generatoren bauen. :geek:

Hat das schon mal jemand versucht?

P.s: Mein derzeitiger Generator wird aus 9 Trapez - Spulen a´ 70 Windungen 6mm Draht bestehen. Durchmesser des Stators 10cm. 12Stk 3mm - Magneten aus Festplatten, die jeweils Nord und Südpol haben (6oben/6unten). Drehzahlen werden warscheinlich bei der Grösse sehr hoch liegen. Wenn gewünsch poste ich gerne Bilder. Welche Leistung kann ich von so einem Mini erwarten?
ncrypta
 
Beiträge: 35
Registriert: Sa 16. Okt 2010, 20:33

Re: Scheibengenerator - Langspule

Beitragvon andreas » Sa 16. Okt 2010, 22:00

Hallo,

ganz so wird es nicht gehen. Die Spule lebt davon, daß in beide Schenkel ein jeweils umgekehrtes Magnetfeld induziert wird. Bei so geringen Schenkelabständen wären extrem schmale Magnetfelder notwendig, was eine sehr dichte Anordnung ganz schmaler Magnete erfordern würde. Da dann aber der Luftspalt zwischen den Magnetreihen schon deutlich größer wäre als die Magnetabstände, käme bei der Spule nur noch Rauschen an. Vergiß bitte nicht, daß Magnetfelder keine Lichtstrahlen sind, man kann sie nicht (einfach) fokussieren. Vielmehr ergibt sich um ein Magnet herum immer ein recht rundliches Feld, was wiederum keine scharfen Übergänge der Polarität enthält. Daher haben die Magnete einen deutlichen Abstand voneinander und die Spulen eine dazu passende Breite.

MfG Andreas.
andreas
 
Beiträge: 1268
Registriert: Di 6. Okt 2009, 23:16

Re: Scheibengenerator - Langspule

Beitragvon homatec » So 17. Okt 2010, 13:05

Hallo Andreas,

du hast ja schon eine einschränkung gemacht in dem du eine Klammer und das einfach fokusieren von Magnetfelder machst.
Bitte lies mal unter Halbach Array nach. Hierbei werden Magnetfelder duch andere Magnetfelder verbogen. Funktioniert prima.
Ob das für Generatoren sinn macht bleibt jedem selbst überlassen. Ihr braucht auf jeden fall mehr Magnetmasse.
Wer's gern wissenschaftlich mag:
http://physics.technion.ac.il/~rutman/jeremy%27s%20seminar.html

Grüße
Rainer
homatec
 
Beiträge: 244
Registriert: Mo 12. Jan 2009, 22:08

Re: Scheibengenerator - Langspule

Beitragvon Bernd » So 17. Okt 2010, 13:26

Hallo ncrypta und herzlich willkomen im Forum.

Bei dem Einsatz von Festplattenmagneten solltest du versuchen die Spulen so zu bauen
das der Nord- und der Südpol eines Magneten jeweils über den beiden Schenkel einer Spule
stehen können. Erst wenn beide Spuelenschenkel zeitgleich von unterscheidlichen Magnetfeldern
getroffen werden entsteht die höchste Spannung.
Bei so dünnen Magneten solltest du auch den Luftspalt sehr dünn halten, am besten nicht mehr
als ca. doppelte Magnetdicke.

Lang gezogenen Spulen sind tatsächlich förderlich, so wie du es auch schon vermutet hast.
Man muss allerdings bedenken das dann der innere Teil der Spule auf einer kleineren Kreisbahn
liegt und daher weniger Spannung erzeugt. Man darf das also nicht übertreiben.

Welche Leistung du dem Generator entziehen kannst ist abhängig davon wie schnell du ihn drehst
und welche Spannung du dann nutzt. Bei 12 Volt werden es nur einige Watt sein, bei grossen
Spannungen und hohen Drehzahlen können es durchaus auch 100 Watt oder mehr werden.

Grüsse

Bernd
Bernd
 
Beiträge: 8418
Registriert: So 4. Jan 2009, 10:26
Wohnort: nähe Braunschweig

Re: Scheibengenerator - Langspule

Beitragvon ncrypta » So 17. Okt 2010, 14:32

Danke für die herzliche Begrüssung im Forum!

Das mit dem Halbach Array hab ich mir auch schon überlegt, da ich es von LRK Motoren aus dem Modelbau kenne.
Werde vielleicht mal einige Versuche dazu anstellen.

Dann wäre ja für meinen kleinen Generator wohl ein horizontaler Schnellläufer besser als zB ein Lenz.
Wollte eigentlich einen ca. 1x1m Lenz anbauen, aber durch das rastfreie Anlaufen steht ja auch einem Getriebe nichts im Wege.

Bin noch am überlegen, da die Stahlscheiben noch nicht fertig sind, ob ich nicht gleich dickere Magnete hole, da die Festplatten Dinger 2mm Dick sind. Also auf 4mm Magnetdicke insgesamt kämen 6-7mm Luftspalt, da der Stator schon vergossen ist.

VLG Alex
ncrypta
 
Beiträge: 35
Registriert: Sa 16. Okt 2010, 20:33

Re: Scheibengenerator - Langspule

Beitragvon Bernd » So 17. Okt 2010, 14:45

Ja das wäre wohl kein gutes Verhältnis. Da wäre es wirklich besser gleich dickere Magnete einzusetzen.
Das mit dem Getriebe sehe ich auch so und die Reibungsverluste im Getriebe überwindet der Lenz-Rotor
mit seinem sehr hohen Anlaufmoment locker. Ich würde da gleich eine hohe Übersetzung wählen falls
sich da was anbietet.

Grüsse

Bernd
Bernd
 
Beiträge: 8418
Registriert: So 4. Jan 2009, 10:26
Wohnort: nähe Braunschweig


Zurück zu Generatoren



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 7 Gäste