Hauser Servomotor zerlegt, Fotos vom Innenleben

Re: Hauser Servomotor ersteigert

Beitragvon SCREAM » Do 18. Aug 2011, 05:11

ist der hier auch einigermassen gut ? http://cgi.ebay.de/Hauser-burstenloser- ... 336a797804
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Re: Hauser Servomotor ersteigert

Beitragvon Bernd » Do 18. Aug 2011, 08:00

Im Verhältnis zum anderen ist er ein Winzling.
Der geringe Nennstrom von 3,4 Ampere und der vermutlich nicht ganz kleine Innenwiderstand verhindern eine
sinnvolle Nutzung bei geringen Spannungen. Direkte Akkuladung an einem 12 Volt Akku scheidet daher wohl aus.
Als Generator würde er ca. 6,4 Volt je 100 U/min erzeugen, auch nicht gerade viel.
Da gibt es besseres, zumal der Preis aus meiner Sicht für diese Baugrösse kein Schnäppchen ist.

Servomotoren als Generatoren werden besonders bei hohen zulässigen Nennströmen interessant.
Das gilt insbesondere dann wenn man damit einen Akku laden will.

Grüsse

Bernd
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Re: Hauser Servomotor ersteigert

Beitragvon Ekofun » Do 18. Aug 2011, 11:36

Hallo Bernd,

bitte klähr mich auf,in Bücher(Dr.Crome und andere) wird immer über Auslägung geschrieben vom dimensiern der Windräder zu Geni der dran hängt.Also ein Windrad von 100W soll bei 3m/s 10% leistung abgeben,dann muss er so und so groß sein.Wenn ein Windrad der ein Geni vom 1000W antreibt und bei 10m/s seine Nenleistung ereichen soll dan muss er Größßer sein(5mD) als der der nur 100W abgibt.So ist das in Bücher unter anderen.

So bin jetzt verwiert,ein kleine Zwerg kann geni von 6KW betreiben,da komme nicht mit,oder die Bücher kann wegschmeisen,alles Schrot,obwohl zu mindest Dr.Crome scheint wissen wovon er schreibt,deke ich.

Das Du gerne hast das sich Windräder nur bei sturm drehen habe gar nicht angenommen das ist nur in verbindung mit große Geni,dann dreht er nur bei Sturm,habe schon das beobachtet.

Grüße

Ekofun
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Re: Hauser Servomotor ersteigert

Beitragvon Bernd » Do 18. Aug 2011, 13:28

Beim Generator kommt es doch drauf an wieviel Energie du ihm entnimmst. Du musst dem Generator ja nicht mehr
Energie entnehmen als du gerade durch den Windradrotor erzeugst.
Wenn sich die Höhe der Energieentnahme aus dem Generator regeln lässt, z.B. durch eine MPPT Steuerung
eines Einspeisewechselrichters oder Ladereglers, dann ist ein Winzling von Windrad an einem riesigen Generator
überhaupt kein Problem, vorausgesetzt der Generator kann von dem Winzling überhaupt rein mechanisch
angetrieben werden.

Eine MPPT Steuerung aber auch eine Kennlinie in einem Einspeisewechselrichter entnimmt dem Windrad
nur soviel Energie wie es aktuell gerade erzeugt. Die Grösse des Generators ist dabei völlig unwichtig. Der kann
100mal leistungsfähiger sein als das Windrad. Umgedreht wird es schon problematischer.

Natürlich ist es ungünstig wenn der Generator und das was an ihm angeschlossen ist, dem Windrad mehr
Energie entziehen als es erzeugt so das es abgewürgt wird. Das wäre dann eine Fehlanpassung aber der
kann man ja mit Hilfe einer Steuerung entgegen wirken.

Deine Steckdosen zuhause können ca. 3600 Watt Leistung abgeben ohne das die Sicherung kommt.
Muss deshalb ein angeschlossenes Gerät auch 3600 Watt aufweisen ?
Man kann doch auch eine 10 Watt Lampe an einer Steckdose für 3600 Watt betreiben oder, das ist keine Fehlanpassung. ;)

Das Du gerne hast das sich Windräder nur bei sturm drehen habe gar nicht angenommen das ist nur in verbindung mit
große Geni,dann dreht er nur bei Sturm,habe schon das beobachtet.

Dann passt das Anlaufmoment des Windrades aber nicht zum Anlaufmoment des Generators.
Das ist dann ein Auslegungsfehler. Einen riesigen Eisenlosen könnte man auch mit einem winzigen Windrad betreiben.

Grüsse

Bernd
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Re: Hauser Servomotor ersteigert

Beitragvon Bernd » Fr 19. Aug 2011, 10:25

Ich habe gestern meinen Hauser Servomotor geöffnet und war erstaunt was mir entgegen kam.
Als erstes kam eine Unmenge von Bremsstaub zu Tage, denn im Inneren ist die 24 Volt Bremse eingebaut.
Anscheinend sitzt bei den Servomotoren bei denen im Kopfbereich vor dem Alurippenkörper noch so eine
Art "Gusskörper" verbaut ist in eben diesem eine Bremse, also im Motorgehäuse drinnen.
Die Bremse soll wohl für ein abruptes Anhalten des Motors sorgen und ihn im Stand gegen Verdrehen der
Achse sichern.

Anscheinend muss mein Servomotor sehr viel gebremst worden sein denn die Menge an Bremsstaub war
riesig, bestimmt eine gehäufte Hand voll. Dieser Staub, der auch Eisenanteile enthält, hatte sich im Spulenraum
und auf dem Rotor verteilt so das der Rotor teils von Eisenpulver bedeckt war. Sicher hat der Staub auch
die Drehbewegung behindert, unter anderen weil er auch in das vordere ZZ gedichtete Lager eingedrungen
ist weswegen dieses etwas zäh zu drehen war. An sich waren die Lager aber spielfrei, nur das Fett und
Staub eine zähe Verbindung eingegangen sind die sicher auch der Lebensdauer nicht förderlich ist.

Der Magnetrotor besteht aus ähnlichen Magneten wie ich sie für den Multiplexrotor verwendet habe.
Die Magnetlänge des Rotors beträgt 16cm. Auf dieser Länge sind jeweils 4 Magnete mit 4cm Länge hintereinander verbaut.
Der Durchmesser des Magnetrotors beträgt ungefähr 6,5cm. Die Magnete sind mit einer Faserschicht gegen Wegfliegen
gesichert, sieht aus wie Aramid.

Der Stator weisst 36 Nuten auf. Das ganze lies sich erstaunlich gut demontieren. Ich hätte damit gerechnet das der
Magnetrotor stärker am Stator klebt.
Ich werde das ganze Ding nun reinigen und dann mit neuen Lagern ohne die blöde schleifende Bremse wieder
zusammen bauen. Danach ist der Generator wieder wie neu. Bilder werden folgen.

Grüsse

Bernd
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Re: Hauser Servomotor ersteigert

Beitragvon Bernd » Sa 20. Aug 2011, 00:40

Hier nun die Bilder von dem geöffenten Servomotor.
Das Zerlegen gestaltete sich ziemlich einfach. Es war kein Spezialwerkzeug notwendig.
Als erstes schraubte ich das vordere Gussteil des Gehäuses ab.
Zum Vorschein kam die eingebaute Bremse, total in Bremsstaub gefüllt.
Der Bremsstaub füllte quasi den ganzen Raum zwischen Bremse und vorderen Gussgehäuse aus.
Auf dem Bild ist davon nichts mehr zu sehen. Der Staub war auf dem Foto schon entfernt bzw. rausgerieselt.
Schön ist auch das vordere Lager, ein 6005 2Z, zu sehen.

Bild


Der Rotor enthält, ist jetzt nur ansatzweise zu erahnen, ähnliche Magnete wie mein Multiplexgenerator.
Es sind stabförmige Magnete verbaut zwischen denen Eisenstücke sitzen die den Fluss nach aussen transportieren.
Interessant ist noch das der Magnetabstand nicht gleichmässig verläuft sondern das immer zweit Magnete etwas
dichter beieinander stehen und dann eine "grössere" Lücke kommt und dann wieder zwei dichter stehende Magnete.
Der Unterschied ist allerdings nicht sehr gross.
Die Menge an verbauten Neodymmaterial ist recht gering. Der Rotor enthält auf seinem Umfang mehr Eisen als Magnetmasse.

Bild

Man sieht das auf dem Rotor Eisenspäne in kleinen Häufchen sitzen.
Sie sind Bestandteil des Bremsstaubes der überall vorhanden war und haben sicher die Drehbewegung ein bisschen behindert.

Bild


So sah es im Inneren nach dem öffnen aus. Was man jetzt nicht mehr sieht das dort alles mit Bremsstaub gefüllt war.

Bild


Das nächste Bild zeigt die Bremse deren Bremsscheibe schon fast verschlissen war.
Sie kann durch Spannungszufuhr von 24 Volt den Motor stillsetzen.

Bild

Die nächsten beiden Fotos zeigen das Statorpaket nach der Reinigung.
Schön ist auf dem zweiten Bild zu erkennen das die Pole nicht gerade sondern schräg verlaufen.
Es sieht auf dem zweiten Bild aus wie der Blick in den gedrehten Lauf eines Gewehres.

Bild

Bild


Neben den Drähten für die drei Phasen sind auch die rot schwarzen Drähte für die Bremse sowie noch ein paar
Drähte, vermutlich für einen Thermosensor, zu sehen.

Bild


Ein Blick auf den Stator von vorne, dort wo die Achse aus dem Generator heraus kommt und wo zuvor alles voller
Bremsstaub war.

Bild


Auf dem folgenden Bild kann man vielleicht erkennen das es doch keine 36 Nuten sind sondern nur 18.
Die Polschuhe, in denen sich auch eine kleine Nut befindet, haben mir im verdreckten Zustand doppelt soviele Nuten
vorgegauckelt. Es sind also 18 Nuten und somit 3 Spulen je Phase.
Die Blechung des Stator ist so fein das ich anfängliche dachte der wäre massiv.
Tatsächlich besteht er aber aus sehr feinen Blechen, viel feiner als bei einem Trafo.

Bild


Grüsse

Bernd
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Re: Hauser Servomotor ersteigert

Beitragvon Ekofun » Sa 20. Aug 2011, 10:12

Hallo Bernd,

Gratuliere,hast ihn supersauber gemacht,wie,nur mit Pimsel oder mit noch etwas Chemie.Geni gefehlt mir nur diese Bremse ist grundlos da.Genau wie beim Rasenmeher sizt eine Bremse da,so mache sie sofort weg,die stört nur.

Grüße

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Re: Hauser Servomotor ersteigert

Beitragvon Bernd » Sa 20. Aug 2011, 10:27

Die Reinigung erfolgte hauptsächlich mit starker Pressluft, einer Zahnbürste für die Nuten und zuletzt mit etwas Waschbenzin.
Von Aussen habe ich mit Pinsel und Verdünner das schmierige Gehäuse total entfettet.
Nach Einbau neuer Lager und der Wiedermontage wird das Ding noch lackiert, dann sieht es fast aus wie neu.
Die Bremse wird nicht wieder eingebaut.

Grüsse

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Re: Hauser Servomotor zerlegt, Fotos vom Innenleben

Beitragvon kalli51 » So 21. Aug 2011, 17:26

Hallo Bernd ,
habe meinen Motor in Salzgitter abgeholt ,von Preis her habe ich 5 € weniger gezahlt.
Nachdem ich dein Bericht gelesen habe,habe ich meinen Servomotor geöffnet aber meiner hat keine Bremse :)
es war kein Staub drin und so sieht es innen aus.
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Re: Hauser Servomotor zerlegt, Fotos vom Innenleben

Beitragvon Bernd » So 21. Aug 2011, 18:12

Das ist auch hinten Kalli, da war bei mir auch alles sauber.
Der Staub und die Bremse sitzen auf der anderen Seite.
Um die Achse nach vorn raus zu ziehen musst du zunächst hinten das elektronische Dingens entfernen.

Grüsse

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