Berechnung Durchmesser und mehr

Re: Berechnung Durchmesser und mehr

Beitragvon bambuz » Fr 25. Nov 2011, 22:18

Heute sind die Magnete angekommen. Ich bin richtig erschrocken über die power die so ein kleines 4x4cm Teil hat. Einmal irgendwo angehaftet bekommt man das Teil nur mit äußerster Gewalt wieder weg. Und das sind noch nichtmal die stäksten. Auch wenn das nicht zum Thema passt - ich habe ein bissl experimentiert. Führt man einen so starken Magneten an einen Alublech vorbei erzeugt das einen spürbaren Widerstand am Blech, minimal aber eben spürbar. Alu ist aber eigentlich nicht magnetisch. Woher kann das kommen?

@Arowana
Ob du es glaubst oder nicht, ich habe dem Lasermann heute eine Alu 2,0mm Scheibe mit den Magnetaussparungen in Auftrag gegeben - ohne deinen Beitrag zu lesen. Die Idee kam mir als ich heute die brachiale Gewalt der Magnete zu spüren bekam.
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Re: Berechnung Durchmesser und mehr

Beitragvon Bernd » Fr 25. Nov 2011, 22:40

Ja die Kraft ist mehr als erstaunlich, aber auch gefährlich. Quetschungen bis hin zu zerquetschten Fingern, das alles kann man
im Netz (mit Fotos) finden. Die Dinger sind auch sehr spröde. Wenn sie irgendwo heftig aufsetzen oder aneinander knallen
dann zerspringen sie. Bitte nicht in Kinderhände geben !

Was du da spürtest sind die Resultate der so genannten Wirbelströme die der Magnet in das Alu hinein induziert.
Es ist im Prinzip der gleiche Effekt der für die Erzeugung der Spannung in unseren Drahtspulen verantwortlich ist,
nur das die Ströme in der massiven Alufläche wild umher wirbeln, daher Wirbelströme.
Diese Ströme im Alu erzeugen, ähnlich einem Elektromagneten, ein Gegenmagnetfeld das deinen Magneten beeinflusst
und das ist die Wirkung die du dann spürst.
Je dicker das Alu, desto stärker der Effekt. Mit Kupfer ist er noch etwas ausgeprägter.

Grüsse

Bernd
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Re: Berechnung Durchmesser und mehr

Beitragvon bambuz » Mo 28. Nov 2011, 21:52

So langsam kommen alle benötigten Teile und Flüssigkeiten an. Sehr nervtötend. Was soll man in der Zwischenzeit mit seiner Motivation anstellen?
Meine aktuelle Frage zum gießen des Stators: Kann ich als Unterlage Backpapier verwenden oder ist das nicht empfehlenswert? Trennmittel wäre auch vorhanden, Backpapier allerdings schneller zu verwenden.

Ich habe übrigens die alten Lenz Flügel des Rotors bei Ebay eingestellt, falls jemand Interesse daran hat.
http://www.ebay.de/itm/Flugel-VAWT-Windrad-Windturbine-Lenz-Edelstahl-1m-/190607546938?pt=DE_Heimwerker_Bio_Wasser_Windenergie&hash=item2c61185a3a#ht_500wt_1361
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Re: Berechnung Durchmesser und mehr

Beitragvon Bernd » Mo 28. Nov 2011, 22:08

Vielleicht geht Backpapier mit Trennmittel drauf. Nur das Papier alleine kann ich mir schwer vorstellen.

Grüsse

Bernd
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Re: Berechnung Durchmesser und mehr

Beitragvon Arowana » Mo 28. Nov 2011, 22:11

weisst du schon was du für Steckverbindungen in den Stator eingiesst um die Kabel raus zu ziehen?

Gruß

Michael
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Re: Berechnung Durchmesser und mehr

Beitragvon Bernd » Mo 28. Nov 2011, 22:24

Und bevor du die Spulen vergiesst, teste ob sie richtig angeschlossen sind.
Das nicht nur optisch sondern auch mit einem Magneten, wie können wir Dir auf Wunsch erklären.

Grüsse

Bernd
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Re: Berechnung Durchmesser und mehr

Beitragvon bambuz » Mo 28. Nov 2011, 22:55

Ich hatte nicht vor Stecker in den Stator einzugießen. Ist es ein Problem wenn da nur 3 Kabel herausschauen? Ich dachte an eine Kaltgerätebuchse über die ich dann den Strom durch ein normales 220V Stromkabel zum Wechselrichter führe.

Ok Bernd, dann wirds nur das Trennmittel, will danach ja nicht das ganze Papier vom Stator kratzen müssen.

Ich werde den Widerstand der fertigen Spulen durchmessen und den Generator auch ausprobieren bevor Harz auf die Spulen kommt. Eine Bilddoku vom Vorgang kommt noch. Erstmal müssen alle 1000 Einzelteile da sein.
Aber vielen Dank für die Tipps.
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Re: Berechnung Durchmesser und mehr

Beitragvon bambuz » Mo 28. Nov 2011, 23:27

Noch ein Problem tut sich auf: Wie schütze ich den Wechselrichter vor Überspannung im Sturm? Gibts da eine einfache und günstige Lösung, zb ein Relais das den Generator über Lastwiderstände auf Kurzschluss schaltet wenn eine Maximalspannung erreicht wird?
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Re: Berechnung Durchmesser und mehr

Beitragvon Bernd » Di 29. Nov 2011, 08:40

Zu dem Thema gibt es etliche Diskussionen.
Der Hersteller des Windrades "Black 300", der für dieses Windrad auch den Windmaster Wechselrichter einsetzt,
hat für dieses Problem extra eine Bremse entwickelt die genau das macht was du beschreibst.
Sie bremst ab einer bestimmten Spannung das Windrad durch Überlastung des Generators stark herunter und
wenn es nur noch ganz langsam dreht dann legt es einen Kurschluss ein was fast zum Stillstand des Windrades
führt. Nach einer Abkühlungsphase wird es dann wieder frei gegeben.
Das ist die einzige fertige Lösung die mir bekannt ist. Kostet 150 Euro.
Problem ist das das Black 300 ein Auftriebsläufer ist der sich leicht Überbremsen lässt und du hast einen C-Rotor
der sich gegen Überbremsen "wehrt" und auch viel mehr Masse besitzt die abgebremst werden muss.
Ob das trotzdem funktionieren würde weiss ich nicht.

Denkbar wären auch andere Lösungen, z.B. mechanische ausgelöste Bremse ala Scheibenbremse fürs Fahrrad/Motorrad/Auto
oder eine Wirbelstrombremse (gerade letztens diskustiert) oder eine zusätzliche Last am Generator die die überschüssige
Spannung killt, was allerdings der Generator auch leistungsmässig mit machen muss denn er wird zusätzlich belastet.

Alle Lösungen die das Windrad elektrisch auf einer Maximaldrehzahl halten, belasten den Generator stark, er wird heiss.
Deshalb überbremst man gerne wenn man schon elektrisch bremst. Überbremsen bedeutet man bremst nicht nur
soviel das eine Maximaldrehzahl nicht überschritten wird sondern man bremst sehr heftig so das die Drehzahl ganz
stark sinkt was dazu führt das der Generator nur noch wenig Leistung erzeugt und dadurch nicht zu heiss werden kann.

Einfach nur ein Relais wäre zu wenig, es müsste noch ne Steuerung her denn man kann nicht gleich nen fetten Kurschluss
reinlegen sonst sterben entweder die Relaiskontakte oder die Mechanik des Windrades, da ein Kurzschluss eine heftige
Notbremsung zur Folge hätte. Deswegen erfolgt so eine "Notbremsung" meist sanft startend und dann immer stärker werdend.

siehe auch: viewtopic.php?f=19&t=1268&hilit=bremse


Grüsse

Bernd
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Re: Berechnung Durchmesser und mehr

Beitragvon bambuz » Mi 30. Nov 2011, 22:20

Es geht mal wieder voran.
Zunächst erstmal ein Video vom ersten kräftigeren Wind den das Windrad erlebt hat. Ohne Last dreht es sich wie wild. Ein Fahrradtacho mit RPM Anzeige ist geordert, aber noch nicht eingetroffen, hier kann ich also noch keine Daten angeben.


Der Draht ist heute endlich eingetroffen.
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Ich habe mich natürlich gleich voller Motivation darüber hergemacht und habe versucht eine Spule von Hand zu wickeln. Was eine Sklavenarbeit! Ständig verzählt, Wickelspannung nicht gleichmäßig, Spule wurde größer als die Vorgabe. Not macht ja erfinderisch. Also diese kleine Wickelhilfe gebaut:
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Das ganze dann in die Bohrmaschine eingespannt und auf seniorentaugliche 40u/min gestellt. So nach Feierabend will man sich ja schonen ;)
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Das hat dann wunderbar geklappt, ich habe mich schon selbst gelobt (war ja sonst keiner da) und mich tierisch über die Zeitersparnis gefreut. Jetzt dauern die 160 Windungen nur noch 4 Minuten. Genial. An die ganze Fummelei nach dem wickeln hatte ich allerdings nicht gedacht. Bis die Kabelbinder drauf waren hatten sich die Glücks schon wieder mit den Stresshormonen ausgeglichen. Hier ein Video vom Spulen wickeln. Man möge mir die Wackelei nachsehen, ist schwierig zu filmen, zu halten und zu zählen gleichzeitig.


Heute habe ich 7 der 12 Spulen in 2,5 Stunden geschafft - morgen gehts weiter.
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Jetzt brauche ich wieder Unterstützung. Bernd hatte es ja schon erwähnt. Die Spulen sollen vor dem Guss getestet werden. Wie mache ich das außer dass ich die Widerstände einzeln messe und miteinander vergleiche? Das Verschaltprinzip im Stern ist mir soweit klar, gibt es dazu noch irgendwelche Tipps? Empfiehlt es sich doch kleine Anschlussbuchsen in den Stator zu vergießen oder sind nackte Drähte ausreichend?

Die Sache mit der Protectionbox / Überdrehsicherung lasse ich jetzt erstmal ruhen. Zuerst muss mal der Rest fertig sein.
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