Guten Morgen Udo,
ich hab mal versucht auf Basis dieses Fotos Dein Profil nachzuzeichnen.

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Das Ergebnis habe ich dann mit Javafoil analysiert und mit dem 10c von mir verglichen.
So lange Dein Profil in einem Anstellwinkelbereich von ca -6 bis +8 Grad läuft, hat Dein Profil sogar etwas mehr Auftrieb als meines, ABER viel zu weit hinten!

- u_0.jpg (103.29 KiB) 5271-mal betrachtet

- 10c_0.jpg (96.87 KiB) 5271-mal betrachtet
Bei größeren Anstellwinkeln hatt meines dann mehr Auftrieb (der Ca Wert auf den Bildern) UND dieser Auftrieb ist deutlich weiter vorne.

- u_15.jpg (128.37 KiB) 5271-mal betrachtet

- 10c_15.jpg (125.53 KiB) 5271-mal betrachtet
Weshalb sind die Anstellwinkel und die Lage des Auftriebs - der "Auftriebsschwerpunkt" - so wichtig?
Zum Anstellwinkel
Jeder Flügel eines Vertikalwindrades läuft bei jeder Umdrehung nur 2x (bei tsr>1, bei tsr <1 sogar nur 1x) mit dem Anstellwinkel 0, und zwar genau dann, wenn das Blatt mit der Nase genau in Windrichtung steht.
Bei ALLEN ANDEREN Flügelstellungen steht das Blatt mit einem Anstellwinkel zur Ströhmung, die sich am Blatt (so bald es sich dreht) ja aus tatsächlichem und scheinbarem Wind zusammensetzt.
Zum Auftriebsschwerpunkt
Der Auftriebsschwerpunkt ist die Resultierende aus aller am Flügel wirkenden Auftriebskräfte, welche ja nicht gleichmäßig verteilt sind.
Liegt der Auftriebsschwerpunkt in der Verlängerung der Befestigungsachse des Rotorblattes, so wird dieses senkrecht zum Drehpunkt "Rotorachse" nach außen gezogen - es passiert gar nichts...
Liegt der Auftriebsschwerpunkt der Befestigungsachse des Rotorblattes, so wirkt die Auftriebskraft mit einem Hebel zum Drehpunkt "Rotorachse", der Rotor dreht sich in die Entsprechende Richtung.
Was lernen wir daraus?
Für einen guten Darrieus Flügel brauche ich ein Profil, dass
erst mal viel Auftrieb bringt
diesen Auftrieb mit einem möglichst großem Hebel zum Drehpunkt des Rotors wirken lässt
und das ganze auch noch über einen möglichst großen Anstellwinkelbereich auftrecht erhält.
Ach ja, das ist auch noch wichtig...: der Wiederstandsbeiwert darf dabei natürlich auch nicht zu hoch werden, sonst frisst er den erzeugten Vortrieb gleich wieder auf.
Diese Betrachtung bezieht sich aber ausschließlich auf den durch die Profilform erzielten Auftrieb - der Auftrieb der durch "angestellte Platte" erziehlt wird ist wieder eine andere Geschichte....