Scheiben- und Ringgenerator, hohe Polzahl unwichtig ?

Scheiben- und Ringgenerator, hohe Polzahl unwichtig ?

Beitragvon Bernd » Fr 31. Jul 2009, 21:04

Hallo Leute,
ich möchte mal wieder etwas zur Diskussion stellen was mir gerade so durch den Kopf geht,
es betrifft den Aufbau eines Scheiben- oder Ringgenerators.

Bei beiden Generatoren entsteht die Induktion hautpsächlich auf direkten Wege, nämlich dadurch
das die Feldlinien der Magnetfelder direkt auf den Kupferleiter der Spulenschenkel einwirken.
Das geschieht am effektivsten wenn sich Kupferleiter und Feldlinien im 90 Grad Winkel kreuzen.
Von der Geschwindigkeit mit der die Magnetfeldlinien den Leiter kreuzen ist die Höhe der induzierten
Spannung abhängig.
Die Spannung die ensteht wenn die Magnete genau über das Spulenzentrum (Spulenloch) hinweg streifen,
also die Spannungserzeugung durch die Spuleninduktion selbst, ist anteilsmässig an der Gesamtinduktion eher klein.

Ausgehend von der Überlegung das der grösste Teil der Gesamtleistung durch direkte Induktion in die
Leiterdrähte der Spulenschenkel erfolgt, und das die Höhe dieser Induktionform nur (?) von der Geschwindigkeit
abhängt mit der die Magneten die Leiter kreuzen und nicht (?) davon abhängt wieviele Polwechsel erfolgen,
möchte ich mal behaupten das die Anzahl der Pole, also Magnete und Spulen, bei dieser Bauform keinen
nennswerten Einfluss auf das Gesamtergebnis hat. Es kommt nur darauf an wieviel Leitermenge von
einem möglichst starken Magnetfeld möglichst schnell gekreuzt wird.

Die Höhe der Spannungserzeugung bei der Induktionsform, bei der die Feldlinien auf/in eine Spule hinein wirken,
ist hingegen abhängig davon wie schnell die Polwechsel auf das Zentrum der Spule wirken.
Diese Induktionsform ist, wie bereits gesagt, am Gesamtergebnis der oben genannten beiden Generatorbauformen
nur sehr gering beteiligt.
Daher nochmals, beim eisenlosen Scheiben- und Ringgenrator, wie hier im Forum beschrieben, ist die
Anzahl der Polwechsel im Grunde unwichtig und es kommt nur darauf an wieviel Magnetkraft man auf wieviel
Leitermenge bei welcher Umfangsgeschwindigkeit einwirken lässt.

Was würde gegen diese Behauptung sprechen ?

Grüsse

Bernd
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Re: Scheiben- und Ringgenerator, hohe Polzahl unwichtig ?

Beitragvon arcobär » Sa 1. Aug 2009, 21:10

Bernd,

auf die Höhe der erzeugten Spannung hat die Polzahl keinen Einfluss, das ist richtig. Die Polzahl bestimmt nur die Frequenz der erzeugten Wechselspannung und auch den "Rundlauf" des Generators.
Deshalb wird für langsamlaufende Generatoren auch eine höhere Polzahl angestrebt.

Gruß Uli
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Re: Scheiben- und Ringgenerator, hohe Polzahl unwichtig ?

Beitragvon Bernd » So 2. Aug 2009, 03:07

Das ist ein guter Einwand Uli, denn was nützt einem eine erzeugte Spannung mit z.B. 3 Hz ?
Außer bei Akkuladung, da wäre es eigentlich egal aber wie du schon schreibst, es würde evtl. einen
ruckeligen Lauf zur Folge haben.
Geil wäre wenn man direkt Gleichstrom und zwar keinen gepulsten sondern konstanten, herstellen könnte.
Das würde viele Probleme mit einem Schlag beseitigen.

Grüsse

Bernd
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Re: Scheiben- und Ringgenerator, hohe Polzahl unwichtig ?

Beitragvon Kyrill » So 2. Aug 2009, 08:21

Bernd hat geschrieben:Das ist ein guter Einwand Uli, denn was nützt einem eine erzeugte Spannung mit z.B. 3 Hz ?
Außer bei Akkuladung, da wäre es eigentlich egal aber wei du schon schreibst, es würde einen
ruckeligen Lauf zur Folge haben.
Geil wäre wenn man direkt Gleichstrom und zwar keinen gepulsten sondern konstanten, herstellen könnte.
Das würde viele Probleme mit einem Schlag beseitigen.

Grüsse

Bernd


Soll der Thurner Generator das nicht können, ich meine den mit der unendlichen Spule, die so nach unten geklappte Enden hat. Hat den Entwurf schon mal einer testweise ganau so wie gezeichnet aufgebaut? Das müßte doch gehen, wenn man die Spule um eine dickes Rohr herum so in Schlangenlinien wickelt in die Statorhaken einhängt und dann nach unten klappt.
Ich weiß nur immer noch nicht genau, ob der Läufer mit den Magneten nun zwischen den nach unten geklappten Spulenlaschen durchläuft oder dahinter. Da hat Herr Thurner in seiner Patentschrift irgendwie nicht gut genug gezeichnet (Verdeckte Linien werden doch gestrichelt dargestellt oder nicht?). Und die Ausführungen über die Polarisierung der Magnetreiter ist auch irgendwie nicht so ganz durchschaubar nachzuvollziehen...

Zu dem Pulsen fällt mir ein, dass man ja drei oder vier solche Scheiben auf eine Welle machen könnte mit versetzten Spulen oder gleich ne Drehstromwicklung auf einen Stator?
lG Peter
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Re: Scheiben- und Ringgenerator, hohe Polzahl unwichtig ?

Beitragvon Bernd » So 2. Aug 2009, 08:44

Ja ich hatte eine kleine Testspule gebaut gehabt die aus einem Stück bestand und nicht aus mehreren
Einzelspulen. Diese Testspule war so gross wie 3 Einzelspulen aber eben aus einem Stück.
Das Ergebnis war genau das gleiche, aber das war ja auch zu erwarten, also Wechselstromerzeugung.
Herr Thurner hat das diese Gleichspannungserzeugung, das behaupte ich mal, vermutlich selber nie ausprobiert.
Vielleicht war auch mehr der Wunsch die treibende Kraft bei dieser Behauptung.
Ich hatte ihn auch mal per Mail eingeladen hier etwas über seine "Erfindung" zu schreiben, leider habe
ich nie eine Rückmeldung erhalten. Vielleicht ist der Grund der, das wir bei dieser Bauform nun selber schon
ganz gut mitreden können und er sich vor konkreten Fragen fürchtet.

Wenn man den Generator mal genauer betrachtet ist er ja nur ein ganz simpler Wechselstromgenerator
wie es ihn schon mind. 150 Jahre gibt. Er funktioniert zwar ganz prima, aber es ist halt kein Gleichstromgenerator.
Das können ohne Komutator nur sehr aussergewöhnlche Konstruktionen wie z.B. der Faradaysche
Unipolargenerator, der aber nur ganz geringe Spannungen erzeugen kann und damit uninteressant ist.

Kannst ja auch mal hier gucken, da habe ich alle Magnetanordnungen ausprobiert.

viewtopic.php?f=8&t=245&st=0&sk=t&sd=a&start=220#p3505

Grüsse

Bernd
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Re: Scheiben- und Ringgenerator, hohe Polzahl unwichtig ?

Beitragvon Kyrill » So 2. Aug 2009, 08:59

Hatte ich schon durchgelesen Bernd, da war mir aufgefallen, dass die größere Spule nicht so gewickelt war (glaube ich) , wie der Herr Thurner das vorsieht, also nicht ganz um den Rotor umläuft und Anfang und Ende in einander übergehen... Irgendwie hatte ich die Laienhafte Vorstellung, dass der Trick darin bestehen würde, dass der Generator so eine Elektronenpumpe darstellt, die die Elektronen die ganze Zeit in einer Richtung im Kupfer schiebt... Bedingt durch eine Magnetanordnung, die exakt der Schleifenanzahl der Spulen entspricht. Er sagt ja auch, dass die Anzahl der Magnete Einfluß auf Gleich- oder Wechselstrom haben.
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Re: Scheiben- und Ringgenerator, hohe Polzahl unwichtig ?

Beitragvon Bernd » So 2. Aug 2009, 09:21

Die Spule entspricht exakt der Abbildung des Herrn Thurner, warum ist es deiner Meinung nach nicht so ?
Kannst du das mal näher begründen ?
Ob die Spule über 6 Magnete reicht oder über alle 32 und ob sie aus einem oder aus 50 Drähten besteht,
ist dabei funktionell absolut dasselbe (abgesehen von der geringeren erzeugten Spannung, logo)
...und Anfang und Ende in einander übergehen

Eine "unendliche" Spule gibt es nicht, denn irgendwo muss man ja mal die Spannung abnehmen.
Würde Anfang und Ende ineinander über gehen, hätte man einen perfekten Kurzschluss. ;)
Er sagt ja auch, dass die Anzahl der Magnete Einfluß auf Gleich- oder Wechselstrom haben.

Na dann haste das in meinem Link aber doch nicht wirklich angeguckt bzw. duchgelesen. Ich hatte doch mit der
Anzahl und der Ausrichtung der Magnete und Spulen experimentiert und damit (unter anderen) auch genau
den Aufbau des Herrn Thurner nachgebildet sowie sogar noch die weiteren möglichen Varianten ausprobiert.

Grüsse

Bernd
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Re: Scheiben- und Ringgenerator, hohe Polzahl unwichtig ?

Beitragvon Kyrill » So 2. Aug 2009, 11:48

Hallo Bernd,

sollte keine Kritik an deinem Versuch sein Bernd. Ich hatte nur festgestellt, dass bei deinem Versuch nach ich glaube 4 Schleifen eine langer Wicklungsteil ungenutzt und ohne erregt zu werden zurück führte, damit meiner laienhaften Meinung nach die angebliche Wirkweise des Patentes nicht so nachgebildet wie dort beschrieben. Du hast zwar die Spule erregt, aber nicht so wie patentiert. Gleiche Windungszahl wie Magnete und so... Der Einwand bezog sich ja auch nur auf die Aussage das ein Gleichstrom erzeugt wird. Wahrscheinlich ein pulsierender. Du sagtest aber, dass ein Wechselstrom induziert würde. Deswegen meine ich, da stimmt doch was nicht... Außerdem, wird dort immer von Flachspulen gesprochen, was mir noch nichgt klar ist, wie er das meint, wirklich alle Drähte parallel und flach und nicht wie üblich zu einem Bündel?
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Re: Scheiben- und Ringgenerator, hohe Polzahl unwichtig ?

Beitragvon Bernd » So 2. Aug 2009, 12:31

Ich empfinde das nicht als Kritik, zumal die Ergebnisse aus den Versuchen ja eindeutig und nicht
schwammig oder deutungsfähig waren.

:) jetzt mal im Ernst, meinst du wirklich das es einen Unterschied macht ob die Drähte nun nebeneinander
oder zusätzlich auch noch übereinander liegen ? Auch in einem Leiterstrang, also in einem normalen
Spulenstrang wie bei meinem und jedem anderen Generator liegen Drähte doch auch nebeneinader.
Ich meine, man kann natürlich immer so weiter machen und Gründe vermuten, aber man muss ja auch mal
die Realitäten sehen. Auch bei diesem Generator gelten die Naturgesetze.
Wenn in dem einzelnen Draht Wechselspannung entsteht, dann wird es mit mehreren Drähten im Strang, ob über
oder nebeneinander, nicht plötzlich Gleichspannung werden.

Wenn in der "6 Magnete langen" Spule Wechselstrom ensteht dann wird sich daran auch bei einer längeren Spule nichts
ändern. Wie sollte es auch ? Gleichstrom kann nie durch wechselnde oder ständig an- und abschwellende Magnetfelder
erzeugt werden. Das ergibt immer Wechselstrom.

Wie sollte also Gleichstrom entstehen wenn durch die Spulenschleifen im Umlauf wechselnde Magnetfelder
geführt werden ? Und um den nächsten Einwand gleich vor weg zu nehmen, da macht es auch keinen
Unterschied ob jeder zweite Magnet fehlt oder nicht, es bleiben wechselnde Magnetfelder und die erzeugen
nunmal Wechselstrom. Ist aber auch nicht so schlimm, machen ja alle anderen Generatoren auch.
Im Esoterik und freie Energie Bereich werden aber des öfteren die tollsten Behautptungen aufgestellt und
da ist der Patentinhaber ja tätig.

Grüsse

Bernd
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Re: Scheiben- und Ringgenerator, hohe Polzahl unwichtig ?

Beitragvon Kyrill » So 2. Aug 2009, 13:13

Bernd, du bist der Chef, ich melde mich zurück, wenn ich selber probiert habe...
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