Herbert, bevor wieder von der ISS Bilder von meinem Bastelbereich gemacht werden, werde ich schnell mal meine
Erfahrungen der letzten Tage preis geben.

hallo Leute.
Viele von euch stehen sicher vor dem grössten Problem beim Bau eines Windrades. Es ist NICHT das Windrad selbst
sondern die Frage nach dem passenden Generator.
Ich wollte heraus finden welcher günstige Elektromotor gut als Generator für ein kleines Windrad "Erstlingswerk"
geeignet wäre. Bei Ebay findet man bei etwas Suchen eine reichliche Auswahl von "Windgeneratoren".
Beginnen möchte ich mit dem derzeit häufig in Auktionen zu findenden 12 Volt 300 Watt Valeo Motor.

Angeboten wird er derzeit über Ebay für 20 bis 30 Euro. Welch wunderbare Goldgrube ist doch der Verkauf dieses
Motors über Ebay, denn er stammt eigentlich vom Pollin Versand und kostet aktuell (Sep. 2009) dort lediglich 9,95 Euro.

Ebay Wunderland, manchmal auch zu gunsten der Verkäufer.
http://www.pollin.de/shop/shop.php?cf=d ... 4OTg4&ts=0Ich habe mir also einen bestellt und als er ankam war ich erstmal überrascht über dessen Grösse. Der Durchmesser
beträgt ca. 11,5cm.

Der Motor wirkt sehr robust. Er scheint dem Antrieb eines Kühlerlüfters aus dem Volkswagenkonzern zu entstammen.
Auffallend ist das, an der leider recht winzigen Achse gefühlt nicht ganz geringe "cogging", also eine Schwergängigkeit
hervorgerufen durch die Kombination von Eisen und Magneten im Inneren.
Ich habe das Gehäuse sogleich geöffnet. Was dabei zum Vorschein kam seht ihr auf den folgenden Bildern.



Es handelt sich also um einen Gleichstrommotor mit 4 Kohlebürsten. 4 halbrund geformte Ferritmagnete bilden
die magnetische Antriebskraft. Wie auf dem folgenden Bild zu sehen ist die hintere Seite der Motorachse
als einfache Bronzebuchsenlagerung ausgeführt, mir scheint da wurde der Rotstift angesetzt.
Für einen Dauerbetrieb wäre das sicher nicht so gut.
Aber schauen wir uns noch einmal die technischen Daten an.Die Angaben lauten 300 Watt bei 12Volt und max. 25 A. Die Nenndrehzahl beträgt bei 12Volt 3800 U/min.
Nach der Faustformel das ein Motor als Generator bei gleicher Drehzahl ca. 1/3 weniger Spannung erzeugt wie die
Nennangabe auf dem Motor lautet, folgere ich das bei 3800 U/min etwa 8 Volt Spannung aus dem Teil heraus zu
holen wären und genau hier liegt unser Problem...
Man müsste diesen Motor also rund 5000 mal die Minute drehen lassen bevor er mal 12V ausspucken würde.Mit anderen Worten, ohne sehr grosse Übersetzung per Getriebe ginge hier nichts.
Einer sehr starken Übersetzung steht aber das Leerlaufmoment dieses Motors von ca. 0,1 Nm entgegen das im gleichen
Maße wie die Übersetzung mitverstärkt würde. Wollte wir z.B. bei 250 U/min schon 12 Volt erreichen, müssten wir
eine 1:20 Übersetzung benutzen. Das würde aber einem Leerlaufmoment von ca. 2Nm entsprechen, das geht gaaar nicht...
Meine Beurteilung daher: für die aller meisten Anwendungen im Kleinwindradbereich durch die Kombination von
nötiger hoher Drehzahl und realtiv hohen Leerlaufmoment völlig ungeeignet.
Zur Ehrenrettung sei gesagt das der Motor einen super geringen Innenwiderstand von kaum messbaren ca. 0,1 Ohm
besitzt, was ihn als Motor sehr kräftig anlaufen lässt. Auch kann man dem Motor kurzzeitig weit mehr als die
300 Watt zumuten. Für grosse Modellantriebe oder ähnliches eine tolle Sache, für unsere Zwecke leider nicht zu gebrauchen.
Grüsse
Bernd