Nabenmotor ETT1250235 McFun

Re: Nabenmotor ETT1250235 McFun

Beitragvon Bernd » Do 25. Mär 2010, 22:28

So wie du das beschreibst Andreas funktioniert es leider nicht, denn wenn die Spannung konstant bleibt fliesst
nicht mehr Strom und damit ensteht folglich auch nicht mehr Leistung, auch wenn das Windrad schneller dreht.
Entscheidend ist die Höhe des Effektivwertes (!!) der erzeugten Spannung. Bleibt diese gleich, bleibt die Leistung gleich.
Die Leistung ist ein Produkt aus Spannung und Strom. P = U mal I, wobei es P völlig egal ist woraus
U und I enstanden ist.
Es macht keinen Unterschied ob 12 Volt aus 6 + 6 Volt oder 10 + 2 Volt oder 20 minus 8 Volt enstanden sind.
Wenn ich also ab einer bestimmten Drehzahl die Spannung nicht mehr weiter ansteigen lasse, dann kann das
Windrad drehen wie es will, elektrisch wird dann nicht mehr Leistung erzeugt.

Würde man einen höheren Strom bei gleicher Spannung nutzen, beispielsweise durch den zusätzlichen
Einsatz eines Wandlers, dann würden die Verluste im Generator dramatisch ansteigen.

Bitte geht aber mal auf meine Frage ein warum das ganze eigentlich ? Was versprecht ihr euch davon ?
Was sind die vermeintlichen Vorteile ?

Grüsse

Bernd
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Re: Nabenmotor ETT1250235 McFun

Beitragvon andreas » Do 25. Mär 2010, 22:46

Hallo Bernd,

ich meinte, das wäre im Zuge der Diskussion schon benannt worden. Aber egal... Die Diskussion um die Anpassung zwischen Windleistung und Last dürfte uralt sein. Eher zufällig ergab sich in der Bestückung mit zwei hochpoligen Generatoren die Möglichkeit, dort die Spannungs- und Stromverhältnisse durch die Belastung günstiger zu gestalten, indem bei geringem Wind eine Spannungserhöhung erreicht wird. Bei besserem Wind und dadurch ausgelösten mechanischem Versatz der Generatoren durch die Last wird diese Erhöhung zugunsten eines höheren Ladestroms verringert. Erreicht wird dies allein durch eine lastabhängige Winkelverstellung der Generatoren untereinander, womit sich eine andere Phasenlage ergibt.

MfG. Andreas
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Re: Nabenmotor ETT1250235 McFun

Beitragvon Bernd » Do 25. Mär 2010, 22:59

Bei besserem Wind und dadurch ausgelösten mechanischem Versatz der Generatoren durch die Last wird diese Erhöhung zugunsten eines höheren Ladestroms verringert.

Nochmal, durch welchen Umstand soll pro Volt plötzlich ein höherer Ladestrom fliessen als zuvor ? Wie soll das gehen ?
Wenn sich die Spannung nicht verändert, kann auch nicht mehr Strom fliessen.

Wieviel Strom bei einer bestimmten Spannung fliesst ist die einfachste Rechnung der Welt, sie ist eine
Ableitung des ohmschen Gesetzes. Dieses Gesetz lautet R = U durch I, ich denke das ist bekannt.

Was soll also dazu führen das bei gleich bleibender Spannung mehr Strom fliesst und damit die
Leistung trotz gleich gebliebener Spannung ansteigen kann ?
Wird der Verbraucher, also der Akku, niederohmiger ? Wenn ja warum ?
Willst du dem ganzen einen Wandler/Regler nachschalten der das ganze regeln soll ? Das würde gehen.

Der andere Punkt ist, ich schrieb es weiter oben schon, das ein Zurücknehmen der erzeugten Leistung bei höheren
Drehzahlen eigentlich der optimalen Nutzung der Windenergie entgegen steht, da die Generatorkennlinie sowieso schon
der Kennlinie der Windenergie hinterher hinkt. Das ganze würde diesen negativen Effekt noch verstärken.

Nochmal, welchen Vorteil soll das ganze also bieten und warum ?

Grüsse

Bernd
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Re: Nabenmotor ETT1250235 McFun

Beitragvon Wilfried » Do 25. Mär 2010, 23:07

Hallo Bernd,

also, mal ausgehend von zwei Einphasengeneratoren verspreche mir - durch die Reihenschaltung der Generatoren - bei niedriger Drehzahl die Addition der Spannungen und damit einen frühen Ladebeginn. Wenn wir die Phasen verschieben, dann addieren sich die Halbwellen nicht mehr, bzw. weniger, sondern füllen nach und nach die Lücken, wo vorher wenig oder keine Spannung für Stromfluss sorgte. Verschiebe ich eine Spannungshalbwelle (sowohl positiv als auch negativ) in diese Lücke, dann fließt aber ein entsprechender Strom und es wird Leistung transportiert. Durch die höhere Drehzahl wird die Gesamtspannung etwa gleich bleiben, aber es fließt mehr Strom - wir haben eine zusätzliche Phase auf dem Leiter - wie bei Drehstrom.

Gruß
Wilfried
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Re: Nabenmotor ETT1250235 McFun

Beitragvon Bernd » Do 25. Mär 2010, 23:24

Ich weiss was du meinst, du erhoffst dir so etwas wie ein stetigeren Fluss des Stromes durch die Füllung der Täler
zwischen den Amplituden und damit eine Leistungssteigerung, aber das ist ein Trugschluss denn die Täler sind ja
bereits in die Berechnung des Effektivwertes mit einbezogen, weil auch die Täler Bestandteil des erzeugten
Effektivwertes der Spannung sind.
Fülle ich die Täler mit weiteren Amplituden, steigt die Spannung erheblich an und bleibt keineswegs gleich.
Es ist ausschliesslich die Höhe des resultierenden Effektivwertes (des Durchschnittswertes !!!) der erzeugten
Ausgangsspannung für sämtliche Berechnungen sowie der resultierenden Leistung entscheidend.

Durch die höhere Drehzahl wird die Gesamtspannung etwa gleich bleiben, aber es fließt mehr Strom

Wie soll denn ein höherer Strom bei gleicher Spannung fliessen können? Das geht schon rein physikalisch nicht.
Bleibt die Spannung gleich bleibt auch der Strom gleich, das sagt das ohmsches Gesetz.
(Für jemanden der mal was mit Elektrotechnik gelernt hat wie mich, sträuben sich da die Haare, da dieses Wissen
elementarer Bestandteil schon des ersten Ausbildungsjahres ist :) )

Es zählt einzig und alleine der resultierende Effektivwert der erzeugten Spannung und dieser wird grundsätzlich kleiner
wenn ich die beiden Generatoren nicht genau phasenleich betreibe. Daduch sinkt die Spannung, ebenso der Strom und damit
auch die abgegebene Leistung.

Nun nochmal meine Frage:

Der Windradrotor würde durch die über die Phasenverschiebung erzeugte Zurücknahme der Ausgangsspannung in einem
Drehzahlbereich leistungsmässig entlastet, in dem eine leistungsmäßige Entlastung gar nicht nötig wäre.
Welchen Vorteil soll also eine Zurücknahme der Spannung und damit der Leistung bei höheren Drehzahlen bringen?

Grüsse

Bernd
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Re: Nabenmotor ETT1250235 McFun

Beitragvon Wilfried » Fr 26. Mär 2010, 16:06

ok. den Trugschluss habe ich erkannt und das mit Deinen Haaren tut mir wirklich leid. Mein Gedankenfehler war, das ich immer nur eine Halbwelle gesehen habe.
Aber das die Reihenschaltung im Prinzip möglich ist und für frühen Ladebeginn sorgen könnte, dass ist doch richtig - oder :?

Gruß
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Re: Nabenmotor ETT1250235 McFun

Beitragvon Bernd » Fr 26. Mär 2010, 17:14

Das ist völlig richtig, auch das man die doppelte Maximalleistung ernten kann stimmt.

Hier ist gerade mal wie so ein Unwetter, Ist schon ne komische Ecke wo wir hier wohnen.
Das Unwetter ist aber nicht so stark wie die letzten beiden. Mein Anemometer geht in Böen
bis auf 25 m/s rauf, ganz schön windig....

Grüsse

Bernd
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Re: Nabenmotor ETT1250235 McFun

Beitragvon Wilfried » Fr 26. Mär 2010, 18:57

das Unwetter ist seit ner Stunde hier, mein Rotor drehte knapp 200 rpm und dann auch schneller, aber das konnte ich mit den Augen nicht mehr verfolgen und raus zum Zähler, da war ich zu feige. Gewitter und schwere Böen - hier fliegt alles durch die Luft.

Gruß
Wilfried
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Re: Nabenmotor ETT1250235 McFun

Beitragvon miniwindi » Sa 27. Mär 2010, 07:41

Hallo Wilfried,
Hallo Bernd,
Windgeschwindigkeit im Bereich PE SZ BS von gestern 26.03.2010 im Dorfbereich, gemessen in ca. 3m Höhe.
Spitze war 42,8 km/h gegen 17:17 Uhr.
http://web202.sv02.net-housting.de/wind ... Spitze.jpg
Viele Grüße Herbert
miniwindi
 
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Re: Nabenmotor ETT1250235 McFun

Beitragvon Bernd » Sa 27. Mär 2010, 09:46

Boah das sind natürlich schon extreme Werte wenn man bedenkt das Orkan ab 32m anfängt.
Vielleicht war es bei mir auch mehr, aber ich konnte leider nicht die ganze Zeit auf das
Anemometer schauen. Diesmal hatte ich auch Glück da das Nachbarhaus genau in Windrichtung stand.

Grüsse

Bernd
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