Drehstromverdreifacher, eine weitere Idee

Ladeelektronik, Messgeräte, Steuerungen etc.

Drehstromverdreifacher, eine weitere Idee

Beitragvon Bernd » Fr 2. Apr 2010, 23:09

Hallo Leute,
gerade entdecke ich dieses Video eines Drehstromverdreifachers.
Sieht eigentlich ganz simpel aus.
Wie im Video zu lesen ist, kann man die 3 Brückengleichrichter auch durch 6 Dioden ersetzen.
Man braucht also nur 6 Dioden und 6 Kondensatoren.

http://www.youtube.com/user/LynxSteam#p ... nbsn0CSK5U

Grüsse

Bernd
Bernd
 
Beiträge: 8418
Registriert: So 4. Jan 2009, 10:26
Wohnort: nähe Braunschweig

Re: Drehstromverdreifacher, eine weitere Idee

Beitragvon bernhard8 » Sa 3. Apr 2010, 08:12

Interessante Schaltung.

Hinten dran reichen sicher Elkos, aber welche Kondensatoren nimmt man bei den vorderen dreien (vor Brückengleichrichter)? Die dürfen ja keine Polarität haben und müssen sicher eine ordentliche Kapazität haben (also teuer).

Wieviel Strom/Leistung wird man mit so einer Konstellation umsetzen können?
http://www.bernhard-raab.info/windrad
Benutzeravatar
bernhard8
 
Beiträge: 450
Registriert: So 10. Jan 2010, 18:10
Wohnort: Hofkirchen / Oberösterreich

Re: Drehstromverdreifacher, eine weitere Idee

Beitragvon jb79 » Sa 3. Apr 2010, 08:30

Interessante Schaltung!

Allerdings leidet sie unter den Problemen aller Spannungsverdoppler: irgendwo muß die Leistung herkommen, wenn nicht von der Spannung dann vom Strom.
Im "Leerlauf" (10k Last) stimmt es aber, ein B6 Gleichrichter erreicht hier 15,96V, während ich an der Schaltung ca. 54V messe.

Unter Last bricht die Spannung aber zusammen, ist aber immer noch leicht höher als beim B6 Gleichrichter. Die Spannung ist allerdings sehr stark von den verwendeten Kondensatoren abhängig. Je größer die sind, desto höher wird die Ausgangsspannung, weil die Kondensatoren diese ja halten müssen, bis die nächste Ladung kommt.

Mußte den Zeitmaßstab diesmal verlängern, weil sich durch die großen Kondensatoren das Ganze erst einschwingen muß (zwischen 95 und 120ms ist das noch nicht passiert).

Hab noch nen Durchlauf mit 1Ohm Last gemacht, hier ist der B6 Gleichrichter überlegen, liefert eine Spannung zwischen 11 und 12V, während die neue Schaltung eine fast perfekt sinusförmige Ausgangsspannung liefert, deren Spitzen zwischen 0,3 und 6,9V liegen.

Die grafiken zeigen also folgendes:
Schaltungsaufbau. Rx mußte sein weil sich Pspice über fliegende Potentiale beschwert hat. 10MOhm dürften reichen um keine Auswirkungen zu haben und den Simulator zufriedenzustellen
1. Simulation: 10 Ohm Last,
2. Simulation: 10k Ohm Last (Leerlauf), fast keine Diodenströme meßbar
3. Simulation: 1 Ohm Last (hohe Belastung), Diodenströme in beiden Schaltungen etwa gleich



neuer_Verdoppler.GIF

neuer_Verdoppler_Werte.GIF

neuer_Verdoppler_Werte_Leerlauf.GIF

neuer_Verdoppler_Werte_Last_1_Ohm.GIF
lg Jürgen
jb79
 
Beiträge: 1138
Registriert: Di 10. Feb 2009, 22:24
Wohnort: Niederösterreich

Re: Drehstromverdreifacher, eine weitere Idee

Beitragvon Bernd » So 4. Apr 2010, 16:40

Ich werde die Schaltung demnächst mit Finn mal aufbauen.
Gut finde ich das sie mit nur 6 Dioden auskommt und auch sonst sehr simpel ist.
Das die Schaltung im Beispiel bei knapp 15 Watt dem normalen B6 Gleichrichter unterlegen ist macht
ja nichts, denn ab solchen Drehzahlen/Leistungen dürfte auch mit B6 schon genug Spannung vorhanden sein.

Grüsse

Bernd
Bernd
 
Beiträge: 8418
Registriert: So 4. Jan 2009, 10:26
Wohnort: nähe Braunschweig

Re: Drehstromverdreifacher, eine weitere Idee

Beitragvon jb79 » Mo 5. Apr 2010, 09:21

Kannst ja mal probieren, beide Schaltungen parallel zu schalten und ab einer bestimmten Spannung die Zuleitung des Verdreifachers per Relais zu trennen.
lg Jürgen
jb79
 
Beiträge: 1138
Registriert: Di 10. Feb 2009, 22:24
Wohnort: Niederösterreich

Re: Drehstromverdreifacher, eine weitere Idee

Beitragvon Bernd » Mo 5. Apr 2010, 10:22

Einen Haken hat diese Schaltung natürlich schon, es sind, wie bereits genannt, die bipolaren Elkos
die man benötigt.
Eine erste Recherge ergab ein vernichtendes Bild. Normalerweise werden bipolare wohl nur weit unter 1000uF
hergestellt, die meisten sogar unter 100uF und sind obendrein auch noch teuer.

Es gibt zwar einen Trick wie man aus 2 herkömmlichen Kondensatoren eine bipolare Schaltung aufbauen
kann, aber da entstehen dann wieder zwei Dioden Spannungsabfälle. (Dennoch finde ich die Schaltung genial) :)

Grüsse

Bernd
Bernd
 
Beiträge: 8418
Registriert: So 4. Jan 2009, 10:26
Wohnort: nähe Braunschweig


Zurück zu Elektronik für Windkraftanlagen



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste