Langversion Lima-Generator

Langversion Lima-Generator

Beitragvon haditei » Sa 23. Okt 2010, 21:29

Hallo Bastler und Profis,

ich bin gerade dabei eine „Langversion“ eines normalen 3-Phasengenerators aus alten Drehstromlimas zu bauen. Der Stator besteht aus Blechpakete, die ich aus 5 gleichen Limas ausgebaut habe. Es stehen somit 120mm Eisenweglänge zur Verfügung. Meine Hoffnung dabei ist, das damit bereits bei niedrigen Drehzahlen (ca 150-200) ordentliche Ausgangsspannungen und natürlich entsprechende Ströme zur Verfügung stehen. Der Innenwiderstand sollte sich ebenfalls in Grenzen halten, da das Verhältnis zwischen der zur Stromerzeugung verwendeten Leiterlänge und der ungenutzten von rund 55% auf ca 80% ansteigt. Damit benötige ich hoffentlich nicht all zu viele Windungen, was dem Wicklungswiderstand bestimmt gut bekommt. Der Läufer-Roter wird mit flachen Neodyms (24 Reihen aus je 4Stk 30x6x2,5) bestückt, auf die noch 12 Ferritschalensegmente (7,5mm dick) aufgeklebt werden. Versuche an einer Wage haben mir gezeigt, das die Magnetkraft, auch von recht schwachen Ferrits durch die Hinterlegung mit Neodyms deutlich zunimmt. Mit den Ferrits oben drauf, habe ich die Möglichkeit, die Oberfläche durch schleifen nach meinen Wünschen zu gestalten und damit ein möglichst niedriges Rastmoment zu erreichen. Den Läufer möchte ich konventionell mit 6 Magnetpaare bestücken, also 12 Stk. Macht es Sinn, die Zwischenräume noch ähnlich dem Hallbach-A mit schlanken Neos zu bestücken, wie wird sich das auf das Rastmoment auswirken? Wie groß darf das Spaltmaß sein? Ein paar erste Bilder habe ich beigefügt. Wer hat so etwas schon mal versucht und was habt ihr für Meinung dazu?

Herzliche Grüße von Hans
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Re: Langversion Lima-Generator

Beitragvon Atmos » So 24. Okt 2010, 15:44

Hallo Hans,

sieht gut aus :D - Spaltmaß nicht größer als 0,2mm !!

ich bin gespannt

Viele Grüße

Atmos
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Re: Langversion Lima-Generator

Beitragvon Bernd » So 24. Okt 2010, 21:16

Hallo Hans, wenn ich dich recht verstanden habe willst du die lamellierten Eisenpakete direkt
aufeinander legen, so das sich sich lange Leiterschleifen ergeben.
Wenn du genau das an Windungen und Drahtstärke verwendest das auch in der Original Lichmaschine
vorhanden war, dann sollte sich eigentlich die Spannung in etwa verfünfachen und du wärst dann
genau da wo du hin möchtst, bei 150 bis 200 U/min für 14 Volt.

Ein Halbacharray funktioniert meines Wissens nach nur ohne Eisenrückschluss, also auf einem unmagnetischen
Untergrund.
Hat denn der original Rotor auch soviele Polpaare wie du jetzt bauen willst ? Das wäre wichtig einzuhalten.

Grüsse

Bernd
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Re: Langversion Lima-Generator

Beitragvon haditei » Mo 25. Okt 2010, 20:52

Hallo Bernd, Atmos und Alle die das lesen,

danke für eure Tipps. Den Luftspalt werde ich nicht auf 0,2mm bekommen. Durch die Zusammenlegung der 5 Statorringe sind ein paar Unebenheiten im Innenbereich kaum zu vermeiden. Aus meiner Erfahrung beim Bau der Doppellimas werde ich froh sein, wenn ich das mit 0,3-0,4mm hin bekomme. Von dieser Sorte hab ich zwei gebaut, eine mit 3x6=18 Spulen und 15 Magnetpaare, die Andere mit 2x9=18 Spulen und 9 Magnetpaare. Deshalb möchte ich jetzt mit der originalen Bestückung arbeiten. Also 6 Magnetpaare und die Wicklung wie bei jeder normalen DLM ausführen. Im Moment mach ich mit Gedanken, wie breit die Magnete sein sollten, also wie breit der Zwischenraum sein sollte. Das mit dem Halbach-A habe ich nicht bedacht, natürlich besteht beim Hochkant stellen ein magnetischer Kurzschluss. Allerdings habe ich mit dem 10mm Aufbau noch ca 4mm Platz um ein Stück Plast dazwischen zulegen.
Macht es Sinn, die Hauptmagnete mit einem kleineren Radius zu versehen (li.auf der Skizze), oder sollten sie auf ihrer gesamten Oberfläche den gleichen Luftspalt haben (rechte Seite der Skizze). Ich habe einen Schrittmotor auseinander genommen, der als Generator auch ganz gut ging. Da waren die Magnete an der Oberfläche an den Aussenkanten stark abgesenkt.
Was meint ihr dazu?

Gruß Hans
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Re: Langversion Lima-Generator

Beitragvon finn » Mo 25. Okt 2010, 20:55

mach mal von den Teilen bilder, auf denen man auch was erkennt ;)
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Re: Langversion Lima-Generator

Beitragvon Atmos » Mo 25. Okt 2010, 21:26

Moin Hans,

hast Du die auch mit den sechs Spannstiften verbunden ?
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Re: Langversion Lima-Generator

Beitragvon Atmos » Di 26. Okt 2010, 18:06

Sorry, das ich so kurz angebunden war. Unser Sohn ( 4 Wochen alt) geht im Moment vor. Zuerst sollte ich mich wohl vorstellen, ich habe in einer kleinen Bosch Werkstatt gelernt, mache den Job aber schon 10 Jahre nicht mehr. Habe bestimmt 100 Limas geprüft, bin aber kein Entwickler, von da her nur so aus dem Bauch raus.
Du solltest die Ständernuten unbedingt voll machen, sonst wirst Du nicht lange Spass haben.
Der Luftspalt ist extrem wichtig !!
Die alten Windungen mit einer dünnen Trennscheibe durchflexen, Seitenschneider gibt viele Blasen :lol:
Heft ISBN 3-924038-33-3 ist zu empfehlen, gibt es direkt beim Verlag

ich muß schon wieder weg...
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Re: Langversion Lima-Generator

Beitragvon Atmos » Di 26. Okt 2010, 19:30

.... ich habe noch nie eine umgebaut, werde das aber bald mal machen.

Wäre schön wenn Du noch ein paar Infos rausrückst über die Lima Typ ? Ah? Wicklungstyp ? Drahtstärke? Nutenabstand ? Durchmesser ? usw... je mehr desto besser

Viele Grüße

Christoph
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Re: Langversion Lima-Generator

Beitragvon haditei » Di 26. Okt 2010, 20:42

Hallo Atmos,
viele Grüße an deinen Junior. Natürlich hat der Vorrang, ich bin im Großvateralter und warte gerade auf mein erstes Enkelkind, da wird auch so manches unwichtig.
Zum Thema: Die Limas sind alle Boschlimas aus alten Polos und Corsas. Die kannst du im Moment bei jedem Fahrzeugverschrotter für nen Appel und nen Ei selbst ausbauen. Nach dem Abwickeln schleife ich die Seitenflächen schön glatt. Das Zusammenfügen der 5 Pakete macht mir noch etwas Kopfzerbrechen, denn im Innendurchmesser müssen die exakt übereinander liegen. Deshalb werde ich auch nur drei der Verbindungsstifte verwenden und im zusammengepressten Zustand die Ringe zueinander ausrichten. Anschließend lege ich außen 4 Blechsteifen an und verschweiße die mit den Paketen. Da ernte ich bestimmt ein paar Wirbelströme aber damit wird das Teil schön stabil und verzieht sich beim zusammenschrauben nicht. Übrigens bringe ich es nicht übers Herz, die alte Wicklung einfach durchzuschneiden. Ich wickle alles ab. Is ne sch… Arbeit.
Genaue Daten von meinem Bauwerk gibt es davon aber immer erst nach dem nächsten Arbeitsgang. Zum theoretischen Ausrechnen was da raus kommen kann, fehlt mir ganz einfach das Wissen. Natürlich werde ich auch immer ein paar Fotos machen, in Zukunft etwas größer(extra für Finn).
Leider ist meine Freizeit sehr eng bemessen, deshalb dürfte die Fertigstellung noch etwas dauern. Trotzdem wäre es schön, wenn ihr mir noch einen Tipp zur Oberflächengestaltung der Ferrits geben könntet. Ich hoffe, ein niedriges Rastmoment zu erreichen. Im Gegenzug sollte aber die erreichbare Leistung nicht all zu sehr darunter leiden.
Gruß Hans
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Re: Langversion Lima-Generator

Beitragvon Bernd » Di 26. Okt 2010, 21:09

Der Sinn des Ferrits erschliesst sich mir ehrlich gesagt noch nicht.
Ich könnte mir vorstellen das der mögliche Fluss durch die Vorlagerung des Ferrits
deutlich reduziert wird. Auf jeden Fall sollte das Ferrit so breit sein das es alles Eisen
trifft das sich in einer Leiterschleife befindet.
Gegen das Rasten hiflt vermutlich ein leichtes schräg stellen der Fläche.
Genauer habe ich mich aber noch nicht mit diesem "anti cogging" auseinander gesetzt.

Grüsse

Bernd
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