Lichtmaschine wirklich nicht gut?

Lichtmaschine wirklich nicht gut?

Beitragvon Helmut » Mi 8. Dez 2010, 02:15

Ein Doofer kann manchmal mehr fragen als 10 Weise beantworten können. Mir will einfach nicht in den Kopf, dass Lichtmaschinen für Windräder ungeeignet sein sollen. Wenn man den Strom sofort zur Wärmeerzeugung nutzt und nicht erst speichert, müßten sie doch optimal sein? Ich frage es deshalb, weil ich von Öl auf Gas umgestiegen bin und jetzt habe ich einen 10000 Liter Öltank, den ich nach entsprechender Isolierung als Wärmespeicher nutzen könnte. Mein 15m hoher robust gemauerter Fabrikschornstein steht jetzt auch nutzlos in der Gegend rum und würde sich ideal eignen, darauf ein Windrad zu setzen. Wie ist eure Meinung?

Schönen Gruß Helmut.
Alle sagten immer das geht nicht, dann kam einer der das nicht wußte und hat es einfach gemacht.
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Re: Lichtmaschine wirklich nicht gut?

Beitragvon finn » Mi 8. Dez 2010, 06:29

naja, lichtmaschinen sind auf hohe drehzahlen ausgelegt, macht sie für Vertikal eigentlich (ohne getriebe) recht uninteressant...

und es gibt (meiner meinung nach) weitaus sinnvollere Verwendungs-Zwecke als Wärmeerzeugung mit Strom aus einem Windrad.

um die 10.000l warm zu bekommen müsste dein Windrad immens groß sein (baugenehmigung wird da schon pflicht sein ;))...
denn um z.B. 10.000l wasser um auch nur 1°C zu erwärmen brauchst du 4,2kJ/Kg*10000Kg/3600 => 11,66kWh => 12kWh... dann noch Verluste vom Windrad bis zum Tank, Verluste weil immer was an Wärme rausgeht... Zeiten in denen das Windrad steht...
und um deinen Tankinhalt von sagen wir 20 auf 80 °C zu bringen wärste dann ja schon bei 700kWh...
Kleine Windräder nutzt man meiner meinung nach am besten in Verbindung mit nem Akku zu beleuchtungszwecken... die LED-hersteller sind inzwischen weit genug dass man mit LEDs gut beleuchten kann ;)

mfg finn
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Re: Lichtmaschine wirklich nicht gut?

Beitragvon Roland » Mi 8. Dez 2010, 08:41

Hallo Helmut !

Mein 15m hoher robust gemauerter Fabrikschornstein steht jetzt auch nutzlos in der Gegend


Da könntest du ja zusätzlich die Zugluft im Fabrikschornstein nutzen..... :)

Ich denke auch nicht, das du mit einem Kleinen Windrad die 10000l warm bekommen wirst...

Wenn das Windrad größer wäre könnte man am Rotoraussendurchmesser als Generator eine Lichtmaschine verwenden.
Dort sind die Drehzahlen dann auch (je nach DM des Windrades) größer.

Du könntest ja auch gleich den Schornstein, wenn er gerade gemauert ist, als Rotorachse verwenden..... ;)

lg
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Re: Lichtmaschine wirklich nicht gut?

Beitragvon Bernd » Mi 8. Dez 2010, 12:23

Lichtmaschinen sind nicht völlig ungeeignet, das muss man immer auf den Anwendungsfall
bezogen sehen. Fakt ist das sie sehr viel Strom für die Erzeugung ihres Erregerfeldes
verbrauchen. Ich schrieb ja das man ca. 50 Watt für dieses Erregerfeld aufbringen muss
bevor die Lichtmaschine überhaupt anfängt zu arbeiten. Im Auto ist das alles nebensächlich, da
dreht die Lichtmaschine immer schnell genug um diesen zusätzlichen Stromverbrauch
auch noch mit aufzubringen.

Es gibt Leute die bauen einen neuen Rotor mit Dauermagneten in den Lichtmaschinenstator
ein um dieses Problem der ständig nötigen 50 Watt für das Erregerfeld zu umgehen.
Aber auch dann braucht eine nicht neu gewickelte Lichtmaschine noch knapp 1000 U/min
um auf Ladespannung zu kommen.

12V ist nur für ganz kleine Leistungen eine praktikable Spannung. Wenn man grössere Leistungen
übertragen will ist 12 Volt denkbar ungeeignet weil die Kabel dann extrem dick werden müssen.
Es kann gut sein das man dann für 30m Kabel dann mehr ausgibt als für das Windrad selber.
Nicht umsonst nutzt unser Stromnetz keine 12 Volt sondern 230 Volt.

Wer mehr als 100 oder 200 Watt Nutzleistung zu erwarten hat der tut gut daran eine Spannung
zu verwenden die der Leistung angemessen ist und das ganze daher nicht so teuer macht.

Wenn ich Wasser erwärmen will muss ich sehr hohe Leistungen zur Verfügung stellen und benötige daher
für den möglichst verlustarmen Transport dieser hohen elektrischen Leistung eine hohe Spannung.
Versuche ich das ganze mit einer kleinen Spannung wie 12 Volt werden die Kabel extrem dick und teuer.
Außerdem muss das Windrad auch extrem gross sein wenn ich da nennenswerte Wärmemengen erzielen will.
Mit Windrädern von wenigen Quadratmetern werde ich nur sehr selten Leistungen erzielen die ausreichen
um eine nennenswerte Menge Wasser warm machen zu können.

Grüsse

Bernd
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Re: Lichtmaschine wirklich nicht gut?

Beitragvon Libella » Mi 8. Dez 2010, 18:25

Hallo Helmut,
10.000 Ltr Öl im Tank-eine feine Sache,aber nicht für die Umwelt!
Doch welcher Haushalt benötigt schon 10.000 Ltr warmes Wasser?

Aber ein Windrad/Turbine in Verbindung mit dem entsprechenden Generator-
das sollte doch genutzt werden.Für 200 Ltr warmes Wasser!

Grüße Alwin
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Re: Lichtmaschine wirklich nicht gut?

Beitragvon Helmut » Do 9. Dez 2010, 01:23

Bei meinem Gebäude handelt es sich um eine stillgelegte Meierei. Im laufe der Jahre habe ich 4 zusätzliche Wohnungen, eine Gaststätte und ein Wochenend haus gebaut und die Hypothekenzinsen tun ganz schön weh. So versuche ich meine Ausgaben zu reduzieren und die Windkraft sinnvoll zu nutzen, denn wir befinden uns hier in der sogenannten roten Zone, haben also meistens viel Wind. Der Schornstein hat unten 2,00m und oben 1,50m Durchmesser, die Wände min. 30cm stark, für die Statik also kein Problem. Bei der Baugenehmigung arbeitet hier das Bauamt mit dem Bürger zusammen und ich glaube von daher habe ich keine Schwierigkeiten zu erwarten, falls doch vergesse ich das eben. Ich habe an ein Vertikales nach meinem Prinzip gedacht, min. 6,00m Durchmesser und die 8 Profile 2,44m hoch und 1,22m breit, sodass ich dem Wind fast 24qm als "Segelfläche" zur Verfügung stelle. Die Welle soll bis unten reichen und dort über ein Getriebe auch der Strom hergestellt werden, so habe ich mir das vorgestellt. Auf die Lichtmaschinen bin ich deshalb gekommen, weil der Wind nicht immer gleich stark weht und man deshalb mehr oder weniger davon in Betrieb setzen könnte, um so immer das Optimale heraus zu bekommen. Wenn diese Idee schlecht ist, weil ich von Elektrik keine Ahnung habe, muss man eben etwas anderes machen.

Schönen Gruß Helmut.
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Re: Lichtmaschine wirklich nicht gut?

Beitragvon Atmos » Sa 11. Dez 2010, 17:05

Hallo Helmut,

Wasser warm machen ist ein prima Job für die Sonne. Ich habe diesen Sommer Testmessungen hinter einem alten Kunststofffenster gemacht, das ich von hinten mit einer schwarzen Holzplatte zugeschraubt hatte.

87 Grad oben zwischen Scheibe und Holzplatte!!!

Wenn Du diese noch tiefer stellst als den Tank kommst Du wahrscheinlich sogar ohne Pumpen und Steuerrung aus.

Denk mal drüber nach - die alten Fenster gibts oftmals für lau

Viele Grüße

Christoph
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Re: Lichtmaschine wirklich nicht gut?

Beitragvon Helmut » Sa 11. Dez 2010, 23:52

Hallo Christoph

Natürlich ist das `ne gute Idee, da gibt es sogar Trapezbleche die schon von hinten isoliert sind und die sind gar nicht mal so teuer. So ein Sonnenkollektor ist ja `ne feine Sache, aber eben nur von Frühling bis Herbst, denn zum Winter muss man den entleeren weil er dir sonst kaputt friert. Ich glaube der braucht auch nicht tiefer als der Tank liegen wenn es ein geschlossenes System ist, wichtig ist dabei nur, dass im Tank der Abfluss zum Kollektor tiefer als der Zufluss liegt. Dann müsste man noch ein Rückschlagventil einbauen, weil wenn nachts sich das Wasser im Kollektor abkühlt sich die Strömung umkehren würde.

Schönen Gruß Helmut.
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Re: Lichtmaschine wirklich nicht gut?

Beitragvon andreas » So 12. Dez 2010, 09:08

Hallo Helmut,

das geht auch ganzjährig und ohne Entleerung.

MfG. Andreas
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Re: Lichtmaschine wirklich nicht gut?

Beitragvon Bernd » So 12. Dez 2010, 09:41

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen das derzeit aber nichts an Wärme in den Keller geht.
Solarthermie braucht zwingend Sonne. Bei Bewölkung geht nichts.
Die Vakuumröhren die wir haben liefern auch bei 10 Grad Minus heisses Wasser, vorausgesetzt
die Sonne scheint.

Grüsse

Bernd
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