Bosch Servomotor

Bosch Servomotor

Beitragvon Mark » Sa 10. Dez 2011, 13:02

Eignet sich dieser Servomotor? Leider steht da keine Volt Angabe.

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Re: Bosch Servomotor

Beitragvon Bernd » Sa 10. Dez 2011, 13:17

Wenn das da 45 Ampere und nicht 4,5 Ampere heissen soll, dann ganz sicher, natürlich abhängig was du
damit machen willst.
Wenn es z.B. ein 160 Volt Servo ist und du brauchst 250 Volt für einen Einspeiser, dann wohl nicht.
Wenn es ein 530 Volt Servo ist mit 1.5 Ohm Wicklungswiderstand und du willst einen 12 Akku damit laden mit mehr
als 100 Watt Leistung, dann auch nicht.
Vielleicht sind es auch nur 4,5 A ?
Mit anderen Worten das lässt sich anhand der fehlenden Daten alles nicht wirklich beurteilen.
Leider kann man auch die Typenbezeichnung nicht ablesen, scheint verwischt zu sein.

Da bleibt dann wohl nur kaufen und selber messen.

Grüsse

Bernd
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Re: Bosch Servomotor

Beitragvon ventus saevit » Sa 28. Jan 2012, 17:59

Heute ist das "große Brüderchen" vom obigen Servomotor fabrikneu bei mir eingetroffen:

SE-B4 001.jpg
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Finde leider nirgends Datenblätter, so das ich Euch um Hilfe bitte.

Was ich rausbekommen habe ist, das er um die 6KW hat (3000Upm)
und eine 24V/1A Bremse, welche unbestromt aktiv ist und die Welle mit 18Nm festhält.

Nun die Frage:
Bremse erstmal bestromen und dadurch lösen (schon klar, ich habe keine 24Watt zu verschenken...) oder gleich ausbauen.
Rückseitig ist ein Tachogenerator angebaut, der leicht abzubauen ist.
Die Bremse steckt leider innen/hinten.

Bekommt man die Permanentmagnetwelle überhaupt gezogen und später wieder gesteckt ohne Spezialwerkzeug?
Fragen über Fragen, ich hoffe ihr wisst eine Antwort.

Schönen Gruß
Mike
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Re: Bosch Servomotor

Beitragvon Bernd » Sa 28. Jan 2012, 18:19

Von den Daten des Typenschildes entspricht dein Generator ungefähr den Modellen die ich auch habe.
Leider ist keine Nennspannungsangabe zu sehen.
Oft haben die 325 Volt, kann aber auch weniger oder auch 530 Volt sein, glaube ich aber nicht.

Wir wissen mehr wenn du die ungefähre Wechselspannungshöhe zwischen zwei Phasen bei z.B. 60 U/min misst.

Die Bremse sitzt meist vorne in einem Gusseisenvorderstück direkt hinter der Abtriebswelle.
Bei den Boschmotoren kann sie aber auch hinten sitzen, da wo auch der Resolver/Tachogeber sitzt.
Bei meinem letzten war das der Fall.
Ich würde die Bremse unbedingt ausbauen. Dafür sollte in keinem Fall eine komplette Demontage nötig sein.

Miss doch auch mal den Widerstand zwischen zwei Phasen.

Grüsse

Bernd
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Re: Bosch Servomotor

Beitragvon ventus saevit » So 29. Jan 2012, 00:51

Hallo Bernd

Bremse ist noch drinnen, habe Bosch mal angeschrieben wegen dem Manual zum Motor.
Der Motor ist fabrikneu und ich möchte ihn nicht zerstören.

Jetzt weiß ich noch etwas mehr, im Prüfprotokoll stand folgender Wert zu lesen.
107,7V pro 1000Upm
Bei den angegebenen 15A macht das bei 3000Upm dann 323,1V und 4846,5Watt (Nennleistung)

Spulenstränge habe ich gemessen.
1,3 Ohm minus 0,2 Ohm die Messstrippen.

Bleiben 1,1Ohm je Wicklung.
Das ist meine ich ein guter Wert, oder?

Motor wiegt 17,5kg
Wellendurchmesser ist 24mm.

Was kann man an den Geni dranhängen um sicher größer 1KW bei 5m/s zu ernten?
Was sagen die angegebenen 39,8J bzw. kgcm² dem Mathematiker?

Grüße
Mike
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Re: Bosch Servomotor

Beitragvon Bernd » So 29. Jan 2012, 09:30

Jetzt weiß ich noch etwas mehr, im Prüfprotokoll stand folgender Wert zu lesen.
107,7V pro 1000Upm
Bei den angegebenen 15A macht das bei 3000Upm dann 323,1V und 4846,5Watt (Nennleistung)


Na siehste, das sind doch gute Werte. Pro 100 U/min erzeugt er 10,7 Volt und liegt mit dieser Spannungshöhe im oberen Drittel
üblicher Servomotore. Kleinere Modelle mit höherer Drehzahl erzeugen oft viel weniger Spannung.
Mit der Nennspannung lag ich ja auch ganz gut.

Um die vollen Leistung auszunutzen müsstest du ihn natürlich auf 3000 U/min bringen.
Die Nennleistung eines Servos liegt immer unterhalb Strom mal Spannung den es gibt ja auch Verluste.
Ich schätze sie auf 4 kW in deinem Fall.
Da die Strombelastbarkeit von 15A grundsätzlich immer gilt könnte man (eine entsprechende Last vorausgesetzt) bei der
Hälfte der Drehzahl auch mit der Hälfte der Leistung rechnen, also ca. 2 kw bei 1500 U/min und so weiter.
Allerdings steigt der prozentuale Spannungsverlust immer mehr an denn der ist nur vom fliessenden Strom abhängig.
Will sagen, die mögliche Leistung sinkt bei halber Drehzahl um mehr als die Hälfte ab.

Du hast den Widerstand zwischen zwei Phasendrähten mit ca. 1,1 Ohm ermittelt, richtig ? Oder war das der Widerstand einer unverbundenen Phase ?
Der Gesamtwiderstand des Generators, so wie er für eine angeschlossene Last wirksam wird, beträgt ca. 13,5 % weniger als
der Widerstand den man zwischen zwei Phasenanschlüssen misst, egal ob der Generator im Stern oder Dreieck verschaltet ist.
Das wären dann ca. 0,95 Ohm.

Aus diesem wirksamen Gesamtwiderstand können wir die Verluste berechnen und dadurch abschätzen welche Drehzahl wir
mind. benötigen damit diese im Verhältnis zur Nutzleistung möglichst gering ausfallen.

Die ohmschen Verluste im Spulenpaket (andere bleiben erstmal unberücksichtigt) errechnen sich zu :

P verlust (bei vollen Strom von 15A) = I² * R = 15 * 15 * 0,95 = 237 Watt
Bei vollen 15 A entstehen in der Wicklung ohmsche Verluste von 237 Watt, egal wie schnell der Generator rotiert.

Jetzt sind alle Fakten auf dem Tisch.
Der Innenwiderstand kommt mir leicht erhöht vor. Ein vergleichbares Model bei mir hat ca. 0,6 Ohm.
Alles in allen ein sehr guter Servomotor der, ein entsprechendes Getriebe vorausgesetzt, eine sehr hohe
Leistung ermöglicht. Ohne Getriebe passen nur kleine, schnell laufende Auftriebsläufer zu diesem Generator.
Das ist aber grundsätzlich so. Ein guter Kauf. Magst du den Preis verraten ?

Grüsse

Bernd
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Re: Bosch Servomotor

Beitragvon ventus saevit » Mo 30. Jan 2012, 10:46

Dann will ich mal Rückwärts Deine Fragen beantworten Bernd

Preis: 72 bis Haustür :mrgreen:

Ich staune über Deine Rechenkünste, bitte jederzeit mehr davon :D .

Vermute eine interne Sternverschaltung - es kommen nur 3 Leitungen hinten raus.
Dann hätte ich ja immer 2x 0,55 Ohm die ich da messe :?:

Edit:
Yepp, wenn ich das richtig sehe, geht eine Wicklung alle 6 Nuten rein, bzw raus.
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Nun zum Innenleben.
Den Tachogenerator konnte ich mit einem improvisierten Abzieher und etwas Geduld hinten ziehen.
Edit:
Tachogenerator.jpg
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Ich vermutete hinter der Motorrückwand dann die Bremse, aber Fehlanzeige.

Schönes grosses FAG zz Kugellager, 4 Messingscheiben zum Spielausgleich.

Und freier Blick auf das Innenleben. :o
Multi-Pol Spule, viel geschichtetes Eisen, ca. 20cm lang, die Blechstege ca. je 6mm, dann schmaler Luftspalt reihum (noch nicht gezählt) randvoll mit viel Kupfer und alles vergossen.
Die Nuten verlaufen wie bei einem gezogenen Lauf leicht schräg.

Edit: 36 Pole
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Innen 30er Massivwelle, darauf gestanzte Alubleche mit einigen Stegen, zum Stator auf 20cm Länge geschichtet und mit geschätzt 2mm dick Neobdynmagnete in Streifen belegt.
(Das weiß ich, weil ich den Rotor mittlerweile draussen habe.)
Das gesamte rundum Magnetpaket ist mit komplett mit einer Lage Polyamidschnur (oder weißes Polycarbonat?) umwickelt und gelackt, um alles auf dem Rotor zu halten.

Habe den Rotor sofort in einen gelben Sack "hermetisch dicht" eingeklebt, um ihn vor Metallstäuben zu schützen.

Edit:
Panzertape.jpg
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Doch dazu später.

Auf der Frontseite (Hinten hatte ich wieder dichtgemacht, ich wollte ihn ja eigentlich nicht zerlegen) dann 12 Schrauben später die Bremse.
Ein Albtraum von einer Bremse, besser gesagt, gebaut für die Ewigkeit oder eben ein Motorleben lang...
Ein Service der Bremse ist defintiv nicht vorgesehen :evil:

Edit:
Owned.jpg
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Nichts, wo man einen Abzieher dransetzen könnte, ausser den 4 Befestigungsschrauben.
Provisorium gebaut - versucht über die Welle abzuziehen - nichts (Nein, kein Erhitzen ausprobiert, das mögen die Magnete nicht)
Freiwilliger Bewegungsspielraum der Bremse 0,5mm.
Aussenspalt Bremse /Gehäuse unter 1mm.

Edit:
Dukommsthiernednei.jpg
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Habe dann von weiteren Abziehversuchen abgelassen und das gesamte Rotorpaket senkrecht nach oben aus dem Motorblock gezogen.

Voila - Ein schönes Trumm.
Habe es gleich sicher verpackt mit dem Plastikbeutel und viel Panzertape.

Aber auf der Welle vorne trotzt immernoch die Bremse.
Keine von Aussen zugängliche Schraube.
Ein Luftspalt von 0,3mm zwischen Bremsbasis (Alugussteil evtl. auch Zinkguss) und Bremsglocke.
Ein Aufhebeln funktioniert nicht, die Bremsglocke wird über einen Federstahlring der je 3 x Aufgenietet ist an der Basis gehalten und nur durch Betätigung (Magnetische Abstossung) geringstfügig von der Basis entfernt.

Kommt mir wie ein gut gebauter Tresor vor.

Edit: Made in Solingen?
Panzerknacker.jpg
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Die Bremse (der Alublock) ist vermutlich als komplett motierte Einheit auf die Welle (man sieht dort eine angefaste Nut auf der Welle) gepresst worden, evtl. sogar verklebt.
Anschliessend das Motor-Kugellager und zum Schluss noch eine Stahlbuchse vorne drauf. (soll wohl das Kugellager von vorne mechanisch schützen)

Edit: So sieht das aus... Neue Erkenntnis: Die Bremse ist gleichzeitig innerer Kugelagerhalter, muss also den innersten Part des Bremsen Composites erhalten :o :evil:
Kugellagerschutz.jpg
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Da ich aber werder die Stahlbuchse noch das Kugellager beschädigen möchte, werde ich die Bremse jetzt behutsam mittels Drehbank (ja, die hat genug Power) von Ihrem "aktiven Part" befreien und den Alublock der Bremse sauber zudrehen und als Schwungmasse stehenlassen.

Edit: davon habe ich glücklicherweise Abstand genommen.
Mir hätte die Umwucht der gelösten Teile mit Sicherheit die Welle verbogen.
Ich habe sie jetzt mit Puksäge, Bügelsäge und Dremeltrennscheibe teilweise zerlegt.
Die Bremsscheibe ist schon raus, aber wie oben gesagt muss ich jetzt filigraner weitermachen und den Kugellagerhalter retten...

Kugellagerhalter.jpg
Kugellagerhalter.jpg (112.55 KiB) 12008-mal betrachtet



Fortsetzung folgt...

Grüße
Mike
Zuletzt geändert von ventus saevit am Di 31. Jan 2012, 22:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bosch Servomotor

Beitragvon Bernd » Mo 30. Jan 2012, 22:47

Hauptsache weg mit dem Ding.
Bei mir konnte ich sie nach Abziehen des Lagers einfach abnehmen, da war der Aufbau anders.
Falls es ein gebrauchter Generator ist würde ich sowieso gleich neue Lager einsetzen wenn er schon mal offen ist.
Der Preis war ein super Schnäppchen.

Bilder würden einfacher machen dem zu folgen was du beschrieben hast.

Grüsse

Bernd
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Re: Bosch Servomotor

Beitragvon ventus saevit » Di 31. Jan 2012, 22:17

Dein Wunsch ist mir Befehl Bernd ;)

Habe die Bilder oben eingefügt.
Passt nicht immer 100% zum Text, aber ich habe reingeschrieben, wo ich editiert habe.

Ist nagelneu das Lager und Abziehen vorne sehr schwer möglich.

Grüße
Mike
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Re: Bosch Servomotor

Beitragvon Bernd » Di 31. Jan 2012, 23:10

Danke für die Bilder Mike. Das ist ja echt ein merkwürdiger Aufbau.

Grüsse

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