Experimente mit einem Monstermagneten

Experimente mit einem Monstermagneten

Beitragvon Bernd » Di 5. Mai 2009, 21:04

Hallo Leute

Heute ist ein grosser extrem starker Neodymmagnet, den ich bei Ebay für 25 Euro ersteigerte,
bei mir angekommen. Es handelt sich dabei um so ziemlich das stärkste was man derzeit
kaufen kann.
Er hat die Dimensionen 60 x 60 x 30mm und ist aus dem derzeit wohl stärksten Neodym Material
mit der Stärke N52 hergestellt.

Alleine schon die Verpackung war gut durchdacht. So ruhte der Magnet sorgfältig verklebt in einem
quadratischen Paket genau in der Mitte. Das Paket hatte ca. 40 x 40 x 40cm. Ziemlich gross für
die Grösse des Inhalts, aber auch dringend notwendig.

Der Magnet liegt nun (aus Angst irgendwo was zu löschen oder zu zerstören) erstmal in der Mitte
meines Wohnzimmers auf dem Fußboden. Ich habe eine ca. 4mm starke Aluplatte hergeholt um
dem Magneten drauf zu legen und darüber zu bewegen.
Schon beim Absetzen musste ich grinsen, denn das erfolgte wie hydraulisch gedämpft, da die
Wirbelströme die dabei im Alu entstehen ein Gegenfeld bilden das den Magneten abstösst, das
ergibt dann diesen Effekt des sanften Aufsetzens, ähnlich wie eine gedämpft schliessende
Küchentür.
Als ich den Magneten über das Blech zog, entfuhr mir ein "boah" weil die Kräfte der Wirbelströme
sehr deutlich fühlbar sind, da ist die Physik spürbar !

Ein weiterer Test an einem Röhrenfernseher erbrachte eine Verzerrung des Bildes bis zu 1,2m Abstand,
näher als ca. 80cm habe ich mich nicht ran getraut um bleibende Schäden zu vermeiden.

Ich habe den Magneten ausser zum Spielen auch für diverse hoffentlich nutzbringende Experimente
gekauft. Ein erster war der "Nachbau" eines uralten Generatorprinzips, das ich an einem über
100 Jahre alten Generator bei einem grossen Motoren und Generatorhersteller im Flur stehen sah,
als ich bei dieser Firma dienstlich zu tun hatte.
Um das nachzubilden schnappte ich mir einem Ringtrafo und wollte den Monstermagneten an die
runde Außenseite des Trafos halten um in der Spule einen Strom zu induzieren.
Ich führte den Magneten also an die Außenseite des Trafo und dann überraschte es mich doch denn
ich konnte die letzten 10cm nicht mehr kontrollieren und der Magnet klatschte volles Programm
auf die Außenseite drauf. Gut das ich meine Finger nicht dazwischen hatte.
Mit aller Kraft, aber wirklich mit aller Kraft konnte ich ihn dann wieder abziehen, dabei klebte er
nur mit einem Bruchteil seiner Oberfläche am Trafo.... wahnsinn.

Haltekraft auf einer Eisenfläche sind übrigens ca. 300 Kg, mit anderen Worten wenn der mal sitzt,
ist er zerstörungsfrei kaum mehr wieder zu lösen.
Für diverse Generatorexperimente dürfte er sehr hilfreich sein.

Bild

Grüsse

Bernd
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Re: Experimente mit einem Monstermagneten

Beitragvon Andre » Di 5. Mai 2009, 21:16

Hallo Bernd,

das Ding ist ja 'ne Granate :shock: ... sei blos vorsichtig mit dem Ding, nicht das du deine Finger
demnächst als Spachtel einsetzen kannst .D . Splittern können die wohl auch recht gut. Naja, ich denke du weißt das auch gut genug ;).

So richtig hab ich noch nicht verstanden was du damit vor hast ... *grübel*

Gruss
Andre
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Re: Experimente mit einem Monstermagneten

Beitragvon Bernd » Di 5. Mai 2009, 21:26

Der Magnet kann bei falscher Handhabung sehr gefährlich werden und einem durchaus einen oder
auch mehrere Finger zerquetschen, dessen bin ich mir völlig bewusst. Die vielen Warnungen
des Händlers kann man nicht übersehen :)
Woran vielen nicht denken ist, das er auch aus einiger Entfernung z.B. Magnetbänder löschen kann.
Dafür muss man die EC-Karte nicht erst drauf legen und das Band der DigiCam ist sicher auch
schon in einiger Entfernung gelöscht, von Festplatten etc. wollen wir gar nicht erst reden...
Magneten dieser Bauart und Leistungsfähigkeit waren noch vor etlichen Jahren unbezahlbar.

Für Experimente die sich um den grundsätzlichen Aufbau eines "potentiellen" Generators ranken ist
oftmals ein extrem starkes Magnetfeld sehr hilfreich, weil man damit sofort Ideen überprüfen
kann ohne das man langwierige Versuchsaufbauten mit vielen kleinen Magneten erstellen muss.
Beispielsweise möchte ich da Ideen zum Spulenaufbau oder zur Nutzung des Lorentz Effektes nennen.

Grüsse

Bernd
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Re: Experimente mit einem Monstermagneten

Beitragvon jb79 » Di 5. Mai 2009, 21:37

Wahnsinnsteil. Bin schon gespannt auf deine Experimente.
lg Jürgen
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Re: Experimente mit einem Monstermagneten

Beitragvon Bernd » Di 5. Mai 2009, 22:24

Gerade eben ist es passiert, noch haben wir drüber geschrieben... :D

Ich habe heute ein zweites Paket erhalten, das ich auch soeben im Wohnzimmer auspackte.
Das zweite Paket enthielt Lautsprecher die ich als Ersatz für defekte ersteigert hatte, also
nur die reinen Lautsprecher ohne Gehäuse. Ihr könnt euch wohl denken was jetzt folgt...

Ich packe also einen der Lautsprecher aus dem Paket aus, das ich (leider) in der Nähe des
auf dem Boden lagernden Monstermagneten platzierte.
Kaum habe ich den neuen Lautsprecher in der Hand und begutachte ihn, das gibt es einen riesen
Knall und der Monstermagnet springt vom Boden ca. 50cm (!) durch die Luft auf den Lautsprecher
drauf, bzw. auf den Magneten des Lautsprechers.
Leider war da mein Ring- und kleiner Finger dazwischen. Ich habe erst gar nicht geschnallt
was gerade passiert, dann sah ich das meine Finger dazwischen sind. Glücklicherweise
sprang der Magnet vom Boden so auf den Lautsprechermagneten drauf, das meine Finger
nur "gestriffen" wurden, trotzdem sind sie blitzeblau. In einem anderen Winkel und mit dem
Speed aus dem 50cm "Sprung" hätte es auch meine Fingerkuppen abtrennen können, oh man.... :)

Zusätzlich zog er noch alles an, was gerade im Umfeld noch so rum lag, einige Schrauben und
noch so einiges aus Eisen. Die Kleinteile konnte ich ja wieder entfernen, aber wie bekomme
ich jezt bloß den Monstermagneten vom Lautsprecher ab ? :lol:
Ich hab schon drann gezogen, keine Chance..

Bild

Grüsse

Bernd
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Re: Experimente mit einem Monstermagneten

Beitragvon jb79 » Mi 6. Mai 2009, 03:30

Oh Mann, 50cm sind der Hammer.
Würde sagen, indem du versuchst etwas dünnes, nicht magnetisches aber hartes vorsichtig zwischen die Magneten zu treiben, z.B. eine dünne Plexiglasplatte. Damit das geht würde ich vorher versuchen den Magneten so zu drehen daß du ein Stück Papier, dann Pappe usw. dazwischenschiebst und so einen kleinen Spalt machst wo das Plexiglas dazwischen kann.
300kg Anziehungskraft zu überwinden wird aber kein Zuckerschlecken. :shock:
lg Jürgen
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Re: Experimente mit einem Monstermagneten

Beitragvon trilobyte » Mi 6. Mai 2009, 07:41

ich spiel ja auch gerne mit den magneten rum, aber mir reichen die würfel 12*12*12mm ,-)

apropos experimente: such mal nach magnetischer levitation. ich hab schon einen kleinen magneten mit hilfe von wismut schweben lassen und sogenanntes "pyroltisches" graphit über 4 magneten.

gruss

siegi
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Re: Experimente mit einem Monstermagneten

Beitragvon Andre » Mi 6. Mai 2009, 16:36

In einem anderen Winkel und mit dem Speed aus dem 50cm "Sprung" hätte es auch meine Fingerkuppen abtrennen können, oh man.... :)


Au backe ... da tut mir gleich alles weh :o :shock: :roll:

*SchlaumeierModusAn*
Man sollte das Dingens wirklich wieder in seine angestammte Verpackung legen wenn man's nimmer braucht
*SchlaumeierModusAus*

Apropos Magnet und Festplatte löschen, hat jemand schon mal eine Festplatte geöffnet ? Da sind in 5 cm
Entfernung zur eigentlichen Festplatte zum Bewegen des Schreibkpfes knallharte Magnete verbaut. Die sind
so stark, dass ich schon mal überlegt habe, Sie zum Bau eines kleinen Generators zu verwenden.
Da die Dinger in so ziemlich jeder HDD verbaut sind, staun ich immer wieder, wie wenig dieser Umstand
die gespeicherten Daten auf der Festplatte beeinflußt. ;)

Gruss
Andre
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Re: Experimente mit einem Monstermagneten

Beitragvon Bernd » Mi 6. Mai 2009, 16:45

Da hast du eigentlich völlig recht Andre, vielleicht sind die Festplatten unempfindlicher
als wir denken.
Ich habe von einem Freund mal eine ganze Kiste mit der Mechanik und den Magneten
aus Festplatten geschenkt bekommen und hatte auch schon drann gedacht die Magneten
für einen Generator zu benutzen. Leider sind die Magneten oft unterschiedlich gross, aber
so für einen guten LowCost Generator sollte das genügen.
Es sind auch Neodymmagneten in den Festplatten, aber das Monsterding hat sicherlich
das 20 fache Volumen und damit auch 20x mehr Leistung. :)

Grüsse

Bernd
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Re: Experimente mit einem Monstermagneten

Beitragvon Menelaos » Mi 6. Mai 2009, 21:54

Ich habe vielleicht eine Idee wie du deinen magneten wieder abbekommst...
Im Kleinwindanlagenforum gab es mal eine Diskussion über zu Hohe Temperaturen im Generator und dass die Magnete dadurch ab einer Temperatur von etwa 150 Grad ihre magnetische Kraft verliehren bzw. stark einbüßen. Vielleicht nimmst du dir einen kleinen Gasbrenner und bringst deinen Magneten langsam auf Temperatur bis er sich dann vielleicht leichter lösen lässt.....

Gruß
Max
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