Gleichrichter/Spannungsverdoppler für "Nichtlöter"

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Re: Gleichrichter/Spannungsverdoppler für "Nichtlöter"

Beitragvon Bernd » Di 1. Dez 2009, 00:07

Das wäre eigentlich ein K.O. Kriterium für mich, denn wenn man erst den Motor/Wicklungsanschlüsse zerlegen muss
dann hat man das angestrebte Ziel einer einfachen Lösung total verfehlt. Dann würde ich persönlich lieber drauf verzichten
und eine andere, sicher teurere, Lösung anstreben oder gleich umwickeln.
Es ging und geht ja gerade darum das auch Leute ohne elektrische Hände eine einfache Lösung in die Hand bekommen
das Ladebeginnproblem etwas zu entschärfen. Das ganze ohne grossen Aufwand und ohne komplizierte Elektronik
oder Umbauarbeiten.

Ganz habe ich aber noch nicht aufgegeben ;)
Drei (verdoppelte) Einzelspannungen hab ich ja schon mal :)

Grüsse

Bernd
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Re: Gleichrichter/Spannungsverdoppler für "Nichtlöter"

Beitragvon andreas » Di 1. Dez 2009, 00:46

Hallo Bernd,

Du kannst eine technische Lösung nicht mit Gewalt erzwingen. Sonst ginge ja auch ein Kamel durchs Nadelöhr, was man gemeinhin nicht erwarten kann. Insofern kann und sollte man Kompromisse suchen und finden können. Dazu gehört u.a. auch mal eine Mehrphasenwicklung anzusehen und deren Mittelpunkt zu finden sowie anzuschließen. Das ist auch Laien möglich, wenn man es an einem oder mehreren Beispielen erläutert.

Erwarte bitte nicht, daß Dir die heutige Elektronik Ideallösungen an so primitiven Problemen liefern kann. Die Grundlagen sind seit langem vertraut und kaum noch besser zu machen. Verbesserungen im Prozentbereich sind drin, erfordern aber sehr viel Aufwand im Detail.

MfG. Andreas
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Re: Gleichrichter/Spannungsverdoppler für "Nichtlöter"

Beitragvon simplicissimus » Di 1. Dez 2009, 03:12

So ich nun wieder...
Also hab den ganzen Tag bzw in jeder möglichen freien Minute an nix anderes gedacht als an diese verrückte Schaltung...
Und siehe da: hier nun meine Gedanken...
Erstens: Die scheinbare Selbstentladung war doch durch das Meßgerät hervorgerufen, da ich mich auf Grund der physischen Größe bei der Kondensatorkapazität vertat. Kapazität war definitiv zu klein... Mein Fehler :oops:
Zweitens: Schön ,daß Bernd schon mal nachgebaut hat - schade, daß es bei ihm nicht klappte - bin voll gespannt heim gekommen um zu lesen was er so ermitteln konnte...
Drittens: Wegen seines kleinen Mißerfolges und meinem immernoch guten Gefühl habe ich mich eben gegen halb drei im dicksten Regen noch mal angezogen, hab ein Meßgerät an die Wicklung gehängt und eines hinter den Endausgang, bin mit meinen Schlappen 6m hoch auf meinen Mast geklettert um den Rotor zu drehen, denn Wind ist hier grad immernoch aus, Led-Taschenlampe im Mund, alle 5sekunden wieder runter um die Tropfen vom von da oben nicht mehr lesbaren Display zu wischen... :twisted: - und siehe da: 8Volt an der Wicklung Wechselspannungsmäßig und jetzt kommts: :lol: etwa 17Volt am Endausgang Gleichspannung
So nun die Frage: Warum klappts bei mir und nicht bei Bernd? Und da komme ich wieder auf die scheinbar überflüssigen Dioden... Mal ganz blöd gesprochen: Irgendwie hat mir halt vorgestern Nacht meine innere Stimme gesagt, das die wichtig sind um die Elkos zu schützen - und anscheinend sind die sogar sehr von Nöten...
Allerdings war ja das Problem, daß sich die Elkos nicht mehr entladen können... Das habe ich durch zusätzliche Brückung der Zusatzdioden realisiert... Wozu dann überhaupt die Dioden? Hier meine Überlegung: Gehen wir mal von dem Fall aus, daß die erste Diode der B6 noch nicht leitet, wir also bisl unter 0,7 Volt anliegen haben -dann versucht der Strom natürlich rückwärts durch die Elkos gen Wicklungsende zu kommen und einerseits zerstört er die Elkos dabei und andererseits bringt er eine gewisse Leistung auf, um die Umpolung zu realisieren... Vielleicht ist das ja der Widerstand, den Bernd beim Drehen des Generators gespürt hat... Jedenfalls in der jetzigen Stufe funktioniert es bei mir - o.k. noch zu kleine Kondensatoren und noch im Leerlauf - aber immerhin...
So noch fix die aktuelle Version der Schaltung mitgeliefert - für den Fall daß die letztlich wirklich funktioniert - also auch bei allen anderen - fänd ich die Beibehaltung des Namens Simplicissimus-Schaltung echt cool... Danke und noch ein bisl Mut beim Weiterprobieren und gern auch simulieren wünscht der Simplicissimus
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Re: Gleichrichter/Spannungsverdoppler für "Nichtlöter"

Beitragvon jb79 » Di 1. Dez 2009, 11:21

Wo du immer die Schaltungen herzauberst. :lol:
Schaut interessant aus, hoffe ich finde heute Abend mal Zeit das Ganze zu simulieren, eventuell könte man auch die Verbindungsleitungen die zwischen den Kondensatoren über die Dioden drüberlaufen auch untereinander verbinden, die müßten sich genau auf der Hälfte der Ausgangsspannung (jetzt mal ohne lastabhängige Schwankungen betrachtet) einpendeln.
Wie gesagt, werde es mal so wie du es gezeichnet hast probieren und die entstandene Spannung bei verschiedenen Belastungen mit einem B6 Brückengleichrichter vergleichen, Diagramme gibts dann natürlich auch dazu.

Zu deinen Messungen: Die 8V Wechselspannung, was ist das, eine Sinusspannung oder irgendwas verzerrtes?
Wichtig für den Wert der (zumindest im Leerlauf) hinten rauskommt ist nämlich der Spitzenwert dieser Spannung. Wenn das Meßgerät also z.B. 8V bei einer Sinusschwingung mißt hat die Spitze in Wirklichkeit 11,31V. Ein B6 Gleichrichter macht daraus eine Gleichspannung, die um das Wurzel aus 3-fache (also Faktor ca. 1,73) höher liegt. Das bedeutet eine theoretische Maximalspannung im Leerlauf von knapp 19,6V. Zieht man davon die Diodenverluste (2 Dioden sind in jedem Fall immer im Stromfluß drinnen), so kommt man auf ca. 18,2V
Wenn man bedenkt daß bei deiner Schaltung evtl. noch mehr Dioden im Stromfluß sind (vermute mal 4), dann kommt das mit den 17V schon recht gut hin.

Häng mal deine Erweiterung der B6 Schaltung ab und miß dann mal nach was du nur mit dem B6 Gleichrichter hast.
lg Jürgen
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Re: Gleichrichter/Spannungsverdoppler für "Nichtlöter"

Beitragvon simplicissimus » Di 1. Dez 2009, 12:25

Moin Jürgen... Bin eben auch für dich noch mal in den Regen und habe bestätigt gefunden was ich zuvor noch mal nachgechlagen hatte...
Der Gleichspannungsfaktor bei B6 liegt nur bei 1,35 und nicht 1,73 auf die Spitze... Der Faktor kommt bei Strang auf Leiterspannung zur Geltung wenn wir aus der erwähnten Sternspannung hinaus rechnen...
Messung ergab eine nur geringfügig höhere Gleichspannung gegenüber der Wechseleffektivspannung... Kaum meine Simplicissimusschaltung wieder ran ging es steil hinauf :lol: :lol: :lol:
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Re: Gleichrichter/Spannungsverdoppler für "Nichtlöter"

Beitragvon andreas » Di 1. Dez 2009, 14:03

Hallo simplicissismus,

selbst wenn Deine Schaltung eine geringfügige Spannungserhöhung gegenüber der normalen Gleichrichtung hat, so zeigt sie doch einen ungeheuren Eigenverbrauch, der sie als ungeeignet erscheinen läßt. Du hast da eine nette Last gebaut, die nebenbei auch eine Gleichrichterwirkung zeigt.

MfG. Andreas
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Re: Gleichrichter/Spannungsverdoppler für "Nichtlöter"

Beitragvon jb79 » Di 2. Mär 2010, 21:10

So, zur ursprünglichen Schaltung gibts jetzt neue Erkenntnisse, auf die ich durch eine Frage von Kalli51 gekommen bin. Er wollte wissen, ob man mit 2 Dynamos auch etwas machen kann. Nach kurzem Nachdenken muß ich erfreut sagen: JA!

Hat man zwei Dynamos, so geht keine direkte Parallelschaltung, weil sich die beiden (sofern sie nicht 100% in Phase liegen) gegenseitig kurzschließen würden. Mit einem kleinen Trick kann man aber die Schaltung trotzdem verwenden.

Der Schalter muß dafür in den Gleichrichtermodus, klingt kurios, ist aber so. Dann von jedem Dynamo einen der Anschlüsse an die Mittelanzapfung des Ausganges hängen, dort wo Plus von einem Kondensator mit Minus vom anderen Kondensator verbunden ist. Der jeweils andere Dynamoanschluß kommt an jeweils einen der Eingangsanschlüsse.
Schaut man sich die Schaltung genau an, so erkennt man, daß man praktisch 2 an den Kondensatoren parallel geschaltete Dynamos mit Spannungsverdoppler hat. Die Schaltung verhält sich also wie ein einfacher Spannungsverdoppler, nur daß man natürlich den doppelten Strom entnehmen kann.
Fällt einer der Dynamos durch Drahtbruch oder Kurzschluß aus, so arbeitet der andere trotzdem weiter, es sinkt allerdings die Ausgangsleistung auf 50%.

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lg Jürgen
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Re: Gleichrichter/Spannungsverdoppler für "Nichtlöter"

Beitragvon kalli51 » Fr 5. Mär 2010, 12:24

Hallo @ all ,habe die beiden Dynamo angeklemmt aber es geht nicht, Eingangstrom Dynamo1, 7,5-8 V Dynamo2 7,5-8V ,am Ausgang 0,3V ,wo liegt der Fehler, noch eine frage wie Schalte ich die beiden Dynamo in Reihe und bringt das was .
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Re: Gleichrichter/Spannungsverdoppler für "Nichtlöter"

Beitragvon jb79 » Fr 5. Mär 2010, 17:34

Eigenartig, hast du es so angeschlossen wie ich gezeichnet habe, also einen Anschluß von jedem Dynamo an den Ausgangskondensatoren und die anderen beiden Anschlüsse jeweils an einem der Eingänge?
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Re: Gleichrichter/Spannungsverdoppler für "Nichtlöter"

Beitragvon kalli51 » Fr 5. Mär 2010, 18:06

Hallo Jürgen,ja ich habe die beiden Plus an die Eingangsklemme gelegt und die beiden Minus am Mittelanschluss Uaus angeklemmt,habe jetzt einen Akku 12V 1,3Ah gegeschlossen,Messung am Akku 11,46V ,den Akku an den Spannungsverdoppler angeklemmt 11,46 am Eingang und 11,57 am Ausgang gemessen ,mach ich was Falsch ? Das ist mein Messgerät
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